Einstieg: große oder kleine Öffnung?

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

deep7

Mitglied
Ein Dobson würde sicherlich ein augezeichnetes Preis-/Leistungsverhältnis bieten, andererseits frage ich mich auch, ob man wirklich gleich mit >6" (in meinem Fall am ehesten 8“) einsteigen sollte. Ich denke wenn ich z.B. gleich ein Teleskop mit viel Öffnung nehmen würde, wüsste ich die Möglichkeiten, die mir diese eröffnet, viel weniger zu schätzen, als wenn ich vorher mit weniger Öffnung meine ersten Versuche gemacht hätte. Desweiteren frage ich mich, ob ich nicht vielleicht mit einer parallaktischen Montierung komfortabler einsteigen kann.

Beoabachten will ich auf jeden Fall Planeten, Mond und evtl. Sonne (jaja mit Filter!), aber natürlich auch schon bissl deepsky-objekte.

Es gibt verschiedene Meinungen, manche mögen mir auch zum 8"-Dobson raten, andere eben zum Einstieg mit kleiner Öffnung, troztdem wiedermal die typische Frage:

Was meint ihr?
[pollstart]
[polltitle=Einstieg mit großer oder kleiner Öffnung?]
[polloption=8"-Dobson oder ähnliches (Große Öffnung)]
[polloption=114/900 Newton auf EQ-3 (kleine Öffnung)]
[pollstop]
Grüße
Julian

PS: Wie mache ich eine Umfrage??
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich würde auf jeden Fall zur größeren Öffnung raten!
Man sieht einfach "mehr" und der Umgang mit dem Dobson dürfte auch leichter sein, du hast keine große Aufbauzeit wie bei ner Montierung.

Grüße,
Florian
 
Hallo Julian,

das ist wieder die altbekannte Frage. Nur mal ein paar Sachen um dir zu helfen:

Ein Dobson ist sehr schnell aufgebaut. Allerdings gibt es keine Nachführung. Du must auch bei hohen Vergrößerungen von Hand nachführen. Dafür bekommst du aber schon einiges an Öffnung.

DIe Montierung kannst du mit Motor kaufen (ist garnicht sooo teuer). Allerdigns brauchst du schon eine HEQ-5 um einen 8" einigermaßen stabil zu tragen. Die Kombination mit der EQ-5 ist meiner Meinung nach nicht ausreichend. Und nun kommt der Hammer: Das aufbauen dauert tierisch lange und du schleppst dir nen blöden! Das wollte ich erst auch nicht glauben, ist aber so.

Also wenn du erstmal einsteigen möchtest, nimm ruhig den Dobson. Den kannst du ja immernoch auf eine Montierung setzten. Der Dobson zeigt dier aber schonmal was möglich ist.

Torsten
 
Und nun kommt der Hammer: Das aufbauen dauert tierisch lange und du schleppst dir nen blöden! Das wollte ich erst auch nicht glauben, ist aber so.
Linke Hände oder mußt Du vorm Aufbauen einer Monti jedesmal die Anleitung lesen? Hast Du überhaupt schon mal eine Montierung aufgebaut?

Aufbaudauer incl. Entnahme der Einzelteile aus dem Koffer.
1. Stativ aufstellen (20 Sekunden)
2. Montierungskopf drauf (30 Sekunden)
3. Gegengewichtsstange dranschrauben (20 Sekunden
4. Gegengewichte befestigen (30 Sekunden)
5. Am Polarstern ausrichten (30 Sekunden)
6. Teleskop raufwuchten und befestigen (30 Sekunden)
7. Zum austarieren ein bisl hin und herschieben (20 Sekunden)

Auch wenn man sich saublöd anstellt, dann hat man ein Mittelklasseteleskop mit einem Gesamtgewicht von bis so ca. 65 kg in 5 Minuten einsatzklar ... Dazu muß ich auch meinen, daß eine angemessene Monti viel besser im Auto untergebracht werden kann als, die Rockerbox eines 8"ers.
 
Moin Bronks!

Schön, daß Du den Parallaktismus verteidigst, aber eins hast Du vergessen:
Die Schlepperei vom Keller/Wohnung zum Auto und wieder zurück. Der Dob
besteht aus zwei Teilen, klar. Bei der anderen Variante hast Du: Stativ,
Montierung (mit Klöterkram, wohlmöglich in mind. zwei Koffern), vielleicht
später auch noch das Zubehör zur Montierung (Kabelage, Akku) und Tubus...
Dann das Aufbauen: Zu Anfang geht das garantiert nicht so schnell, wie Du
das beschreibst. Der Newbie fragt sich vielleicht: Wo zum Teufel ist der
Polarstern und wie richte ich welche Achse drauf ein? Ist das Teleskop
auch ausbalanciert, so daß mir beim Lösen der Feststellung der Tubus nicht
"abhaut" und auf die Finger oder gegen's Stativbein knallt?
Eine Rockerbox für einen 8" schmeißt man eben in den Kofferraum, der Tubus
paßt zumindest auf die Rücksitzbank, falls hinten dann kein Platz mehr ist.
Der Dob ist in 30 Sek. aufgebaut, es entfällt das Ausnorden, das Drehen des
Tubus' in den Schellen, das Umschwenken der Montierung beim Wechsel von Ost
nach West und man hat nahezu immer denselben Einblick ins Teleskop und Sucher.
 
Hi Bronks,

deine Zeiten halte ich für sehr optimistisch! Die Frage ob ich schonmal eine Monto aufgebaut habe, ist es nicht wert beantwortet zu werden.

Zum einen schließe ich mich meinem Vorgänger an, das schleppen ist die Hauprtarbeit. Selbst wenn ich das Teil nur kurz im Garten aufbaue, bin ich fast eine halbe Stunde am werken.

1 Koffer für Monti
1 Koffer für Zubehör (inkl. Steruerung)
1 Newton
2 Gegengewicht
1 Stativ
1 Batterie (10 Ah)

Auch wenn man einiges auf einmal nimmt, rennt man min. 3 Mal hin und zurück. Fotographisches Zubehör ist natürlich nicht mit eingerechnet (es geht hier ja ums sehen)

Stativ aufstellen:
20 Sek? Also ich stelle meins in der Regel wagerecht hin. Also ein wenig ausrichten. Außerdem verlangen es viele Stative, dass man von unten noch kontert.

Teleskop raufwuchten:
Keine Ahnugn was du hier für ein Teleskop meinst. Meinen 8er Newton wuchte ich nicht mal eben in 30 Sek auf die Monti. Das Ausbalancieren ist bei der Größe auch nicht ganz so einfach. Immerhin musst du das Teleskop festhalten, um es im Schwalbenschwanz zu verschieben.

Meine Monti hat übrigens eine versekbare Gegengewichtsstange, da dauert das befestigen nur 5 Sekunden <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />


Lange Rede, kurzer Sinn: Das aufbauen eines solchen Teleskopes dauert halt seine Zeit. Sollte man nicht unterschätzen.

Für den Anfänger ist es letzendlich interessant wie lange er braucht bis er von 0 auf Saturn ist.

Torsten
 
Keine Fotoausrüstung, keine Batterie. Das hat eine Pappholzkiste auch nicht. Meine Zeiten beziehen sich auf einen 127/1200er auf Vixen-SP. Mit dem Zeug bin ich 2x auf der Treppe unterwegs.

Mal konkret zum 114er auf EQ-3. Stativ komplett mit Achsenkreuz, Stange und Rohrschellen auf den Vordersitz gelegt. Tubus in Schaumstofftasche hinter den Sitzen. Gegengewicht (1 Stück) und Okulare in einem Koffer. Zum Aufstellen braucht man da etwa so lange, wie einen Regenschirm aufzuspannen.

Tut mir echt leid, wenn jemand den Polarstern nicht findet, aber ein bisl sollte man sich für sein Hobby schon interessieren.
 
Ich benötige brutto 11 Minuten samt Transport für den Aufbau auf dem Balkon , speziell für das Aufstellen des Stativs etwa 4-5 Minuten.
Das erste Mal benötigte ich für den Aufbauprozess aber 70 Minuten, nach etwa dem 5 mal hatte ich den Dreh raus!
Der Montierung entspricht der Rockerbox, der Dobson-Newton dem Newton, so dass de facto das Stativ und die Gegengewichte (trage ich in einem Rucksack) zusätzlich zu tragen sind. Winnie weist zu Recht darauf hin, das die Bewegung der Röhre auf einer parallaktischen Montierung für den Anfänger gewöhnungsbedürftig ist. So kann die Beobachtung des Polarsterns und seiner Umgebung ungewöhnlich aufwändig werden.
Und das ist der Punkt, der wohl viele stören wird, die Einblickposition ändert sich ständig, wenn man das gesamte Himmelszelt beobachtet. Das hat zur Folge, dass "Rechts eben nicht immer dieselbe Himmelsrichtung ist.

Für den Anfänger:
Man kann den Motor mitnehmen, muß aber nicht, damit entfallen auch alle Kabelsalate! Mein Motor wird von 6 Mignon-Batterien angetrieben, keinesfalls von einem Akku! In 95 % aller Fälle beobachte ich ohne Motor, allerdings habe ich den Motor bei detailreichen Planeten wie Mars zu schätzen gelernt!
Sofern man nicht fotografiert muß man sich auch keine Mühe beim Einnorden machen. Generell wird beim Fotografieren alles wesentlich aufwändiger. Bei mir dauert das Einnorden 5 Sekunden, sofern ich nicht fotografiere.
 
Hallo,

ich glaube Du hast noch nicht so viel mit Einsteigern zu tun gehabt, tut aber auch nichts zur Sache.
Ich frage mich schon eine Weile, wieso man sich so gegen den Rat zum Dobson sträubt?
Mir kommt es vor wie eine persönliche Aversion.
Daß der Dobson einfacher aufzubauen, leichter zu verstehen und letztendlich im Verhältnis Preis/Öffnung besser abschneidet, steht doch außer Frage. Daher ist doch jegliche Querdiskussion um das Thema überflüssig.
Parallaktisch montierte Geräte bieten dem zunächst nicht fotointeressierten Einsteiger keine wesentlichen Vorteile, die sich am Dobsonpreisgefüge messen lassen.
 
Aufbau in Sekunden - Auskühlen in Stunden

Hallo,

zwar brauche auch ich für das Aufbauen der parallaktischen Monti locker 20 min mit allem ganz zu schweigen von den diversen Gängen zwischen Wohnung und Auto, aber ein 8"-Newton braucht schon ein bißchen Auskühlzeit!

Natürlich kann man sich als Schnellspechtler schon mal den wabernden Saturn reinziehen und Untersuchungen zum Auskühlverhalten des scopes anstellen, aber das Montageargument lasse ich nur für den Abbau gelten.

Also ebenfalls mein Tip: einfach mal bei anderen anschauen, wie man in Villariba noch flucht und schleppt und in Villabacho schon Juppi bewundert <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

carpe noctem
Matthias
 
Re: Aufbau in Sekunden - Auskühlen in Stunden

Hallo Matthias,

ich selbst habe beides, Dobson und parallaktisch montierten Refraktor. Das mit dem Dobson ist schon um einiges bequemer, viel schneller gehts zwar nicht, weil ich meist in der Gruppe beobachte und erst mal gequatscht wird oder man hilft den Heiden ihre Montierung aufzubauen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" />

Wenn's im Akkord gehen muß, kannst Du an den Newton Lüfter anbringen und die Auskühlzeit sinkt drastisch.

Mit der Montierung schleppe ich Stativ, Montierung mit Gegengewicht und Teleskop jeweils gesondert. Hinzu kommt noch eine alte Angelkiste in der ich noch diverses Zubehör und Werkzeug habe. Die Okulartasche betrachte ich ohne Aufwand, das ist alles in einem Fotorucksack untergebracht und braucht nur umgehängt zu werden.

Beim Dobson gehts halt etwas schneller. Falls man das zum Kriterium machen will, bitte. Fakt ist, daß ich insgesamt weniger Gerödel mitnehmen muß. Werkzeug nehme ich beim Dob nie mit und trage Rockerbox mit Gerät auch schon mal zusammen.

Was mich am Dobson begeistert ist nicht der schnelle Auf- oder Abbau sondern vielmehr das einfache Handling beim Beobachten. Am Refraktor ist es recht angenehm, wenn man mithilfe der Motoren nicht nachführen muß und sich bei hohen Vergrößerungen rein auf's Beobachten konzentrieren kann. Leider zeigt aber der Refraktor bei weitem nicht das an Jupiter oder Saturn was der 8-Zöller so abliefert.

@Bronks
Mit den Zeiten kannst Du im Fernsehen auftreten. Ich habe es nie gestoppt, aber so 10 bis 15 Minuten brauche ich im Feld immer.

CS
Adrian
 
Hi Julian,

wie ich Dir schon an dieser dieser Stelle erklärt habe, rät man dem Einsteiger nicht zu kleiner Öffnung des Einstieges wegen. Es geht primär darum, im Gesamtbudget des Einsteigers alles machbare unterzubringen, was sich der zukünftige Teleskopbesitzer wünscht und erwartet.

Während bei den Dobsons das Verhältnis von Montierung zu Optik im Preis bei etwa 1:3 liegen wird, ist es bei den parallaktischen Geschichten gut und gerne 1:1, natürlich je nach Scopebauart, Marke usw...
Bei den Goto's isses noch schlimmer, etwa 2/3 des Preises fließt in die Montierung und nur etwa 1/3 in die Optik.

Der Komfort, den Du meinst, ist sicher bei den parallaktischen Teleskopen gegeben, ab dann, wenn alles transportiert und startklar ist.

Womöglich sollten wir uns mal über Dein Umfeld unterhalten. Hast Du nämlich ländliche oder wenigstens Stadtrandlage, Garten oder Terasse vor Ort, würde das der parallaktischen Lösung bei der Entscheidung sicher Pluspunkte verschaffen. Ist dem gar nicht so und somit annähernd jeder Beobachtungsabend mit Transport verbunden, musst Du Dir überlegen, ob es Sinn macht immer das ganze Gedöns herumzuschleppen.
Ich sage nochmals, das ist meine eigene Erfahrung und ich wollte das so nicht haben. Meine örtlichen Gegebenheiten sehen allerdings auch so aus, daß ich daheim im Garten eine feste Säule mit EQ5 und 6"Newton betreibe, fürs Auswärtssprechteln oder bei allzugroßem Deepskyhunger sateht dann noch ein 10er Dobson bereit. Die Auskühlzeit kann ich dabei abhaken, da das Gerät in der ungeheizten Garage bei annähenrd Außentemperatur steht.

Du siehst, hier könnten nochmal 20 Leute mit völlig anderen Ansichten schreiben, sie alle haben recht, für ihren persönlichen Bedarf und ihr eigenes Umfeld.
 
Hallo
Mir kommen die zeiten irgendwie so vor wie Waffendrill bei der Bundeswehr. Wie schnell schafst du es den mit verbundenen Augen ? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Finde ein Dobson auch gut für den Anfang.
Bis denn Marcus
www.sternwarte-limburg.de -das Fenster zum All im Westerwald und Taunus
 
..."Hast Du nämlich ländliche oder wenigstens Stadtrandlage, Garten oder Terasse vor Ort, würde das der parallaktischen Lösung bei der Entscheidung sicher Pluspunkte verschaffen."...
Trifft beides zu!
Überhaupt hätte ich ein wenig mehr erzählen sollen, v.a. weil hier so oft Transport und Aufbauzeit angesprochen wird.
Ich bin gerade mal 15 Jahre alt und habe nicht vor, immer großartig rauszufahren, nicht zuletzt weil sich meine Eltern nicht allzu sehr für die Astronomie interessieren. In meiner Gegend ist es denke ich einigermaßen dunkel.

Der 114/900-Reflektor wird eigentlich doch als typischer Einsteiger-Newton dargestellt. Grund dafür sei u.a dass es ein Allrounder (Planeten gut und auch schon ein wenig deepsky) ist. Wie verhält sich das beim 8-Zöller, doch schon eher Richtung deepsky oder?

Das mit dem Praxisvergleich stimmt natürlich.
Heute Abend kommt Zonk zu mir und bringt sowohl seinen 4,5"-Newton als auch seinen 8"-Newton mit.
Bin schon gespannt.
 
Zwei linke Augen

Hallo,

Linke Hände oder mußt Du vorm Aufbauen einer Monti jedesmal die Anleitung lesen? Hast Du überhaupt schon mal eine Montierung aufgebaut?

Und Du scheinst mir "zwei linke Augen" zu haben... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/grin.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Torsten alias Bruce macht nämlich kein Geheimnis aus seiner Ausrüstung:

"200 / 1000 Newton auf HEQ-5" verkündet sein Profil.

HEQ-5 hört sich verdächtig nach Montierung an, finde ich... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Also, schalt mal ´n Gang zurück. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />
Im Übrigen: Deine Zeitaufzählungen sind ja gut und schön, aber wir (ich spreche jetzt einfach mal für Torsten) betreiben ein Hobby und sind nicht auf der Flucht. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/tongue.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Und selbstverständlich ist das ganze eine Schlepperei.

Ein Ausflig in die Eifel, im Extremfall im Winter sieht so aus:

- EQ6, (18kg), einmal gehen,

- Stativ (8kg) (Oder Kippplattform, 7kg) und Gegengewichte (15kg), einmal gehen,

- Tubus (15kg) einmal gehen,

- Okularkoffer (etwa 5 - 6kg) und Isoliertasche mit Energiestation (4 - 5kg), einmal gehen

- Kleiner Klapptisch, 3kg, einmal gehen

- Tasche mit Kamera oder Kiste mit derselben und Winterschuhen, Tee, Mütze, Handschuhe, Bücher etc, einmal gehen.

Das alles wird z.T. aus dem Keller ins Auto geschleppt (und nachts dann wieder zurück), und ganz ohne Zweifel ist ein Dobson in dieser Hinsicht einer parallaktischen Ausrüstung überlegen, da hast Du mit zwei Gängen die Optik direkt drin.
Ich habe zwei Dobsons gehabt (8" und 10"), und kann das sehr gut beurteilen.

Wer hier behauptet, das ganze sei keine Schlepperei, ist zum Schleppen herzlich eingeladen, ich würde mich freuen. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />


Grüße
Thomas
 
Re: Zwei linke Augen

hehe...wenn Du noch einen Teleskop-Caddy suchst..mach mir mal ein Angebot ! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

CS Michi
 
Hi Julian,

ich habe beides gehabt... lange Zeit den 4,5er Newton und nun den 8er. Generell (ich denke das werden wir uns auch alle einig) kann man mit dem 4,5er nicht viel falsch machen. Mich hat er über Jahre begleitet.

Da du keinen Führerschein hast, werden längere Fahrten wohl sehr selten sein. Und mit dem Fahrrad kannst du beides nicht mitnehmen. Also wirst du wohl in der Nähe des Hauses beobachten, oder?
Ich denke dann ist der Transport nicht soooo entscheident. Schau einfach mal wie du mit den beiden Geräten zurecht kommst. Ist sehr gut, dass du beide Geräte sehen kannst. Schaue es dir einfach an.

Zu deiner Frage mit dem 8er:
Es kommt hier aus diversen Gründen auf die Brennweite an. Kennst du das Öffnungsverhältniss? Teile die Brennweite durch die Öffnung (z.B. 1000 / 200 = 5)
Je kleiner die Zahl, desto ehr geht der Teleskop in Richtung DeepSky.
Aber: Du kannst so ein Gerät auch gut für beides benutzen. Der Unterschied ist nicht so groß. Kaufe dir nur keinen mit einem Öffnungsverhältniss von weniger als 5. Diese Geräte haben bei Planten schon einen Nachteil. Einen mit 5 oder 6 kannst du noch gut für beides einsetzten.

Sehen die anderen das auch so ???

Torsten

@Thomas: Du darfst gerne für mich mitsprechen. Hast nämlich recht...
 
Hi Torsten,
wenn wir beim Newton bleiben sehe ich das ähnlich.
F/6 ist der Allrounder
F/5 ist schon eher DS orientiert und nimmer Okular unkritisch
F/4 ist ein reines DS oder Fotogerät und absolut anspruchsvoll was Okus betrifft.
Wenn der Einstieg mit 8" erfolgen soll würde ich im Normalfall von f/4 abraten und f/6 empfehlen. Es sei denn besondere Wünsche werden geäußert.

Die Richfieldoption ist bis 8" nicht so gravierend, weil die 8" alle 2" OAZ haben und bei rund 30facher Vergrößerung noch einsetzbare Austrittspupillen haben.
8 f/5 35mm Oku, Vergr. rd. 28fach AP 7
8 f/6 42mm Oku, Vergr. rd. 28fach AP 7

Kleinere Öffnungen haben i.d.R. kleinere Brennweiten. So kommt ein 114/900
mit dem 32mm Plössl z.B. auch auf rd 27fach und einer AP von 4.

CS
 
Hi Julian,

Das mit dem Praxisvergleich stimmt natürlich.
Heute Abend kommt Zonk zu mir und bringt sowohl seinen 4,5"-Newton als auch seinen 8"-Newton mit.
Bin schon gespannt.
Das Lob ich mir! Einfach durchgucken, gegen zahllose Diskussionen ist das ein echter Warp-Sprung.
Machste gut!

Ich bin gerade mal 15 Jahre alt und habe nicht vor, immer großartig rauszufahren. In meiner Gegend ist es denke ich einigermaßen dunkel.
Der 114/900-Reflektor wird eigentlich doch als typischer Einsteiger-Newton dargestellt. Grund dafür sei u.a dass es ein Allrounder (Planeten gut und auch schon ein wenig deepsky) ist. Wie verhält sich das beim 8-Zöller, doch schon eher Richtung deepsky oder?

Der 114er ist ein tolles Gerät, keine Frage, hatte selbst 2 Jahre lang nichts anderes. Ich habe ihn dann später im Garten fest aufgebaut:
Link zur Grafik: http://people.freenet.de/reuscher/photogallery/saeule_01.JPG

Aber mit 15 würde ich mir auch kein üppiges Gerödel zulegen wenn ich mir gedanken machen müsste, ob ich meinen Eltern auf die Nerven gehen muss wegen Taxiservice oder gar das ganze via Fahrand/Mofa transportieren müsste. Hast du aber brauchbare Bedingungen vor Ort, also einigermaßen Rundumsicht und kaum aufhellungen in der Umgebung, kann es durchaus doch in Richtung parallaktisch gehen.

Der 8er Newton zeigt klar mehr Details bei Deepsky, er sammelt einfach mehr Licht ein durch die größere Öffnung und das kommt den lichtschwachen Deepskyobjekten zu gute, mal ganz simpel ausgedrückt. Neben der Öffnung spielt aber auch das Öffnungsverhältnis und daher die Brennweite eine Rolle. Also, ein typischer 8"er hat so zwischen f/5 (Brennweite 1000) und f/6 (Brennweite 1200), eignen sich daher gut für Deepsky, was aber nicht heißt, daß man damit keine Planeten kucken kann. Kürzer, also f/4 würde ich an Deiner Stelle nicht nehmen, da fressen die Okulare gern mal schnell Dein Taschengeld auf Jahre hin auf oder anders herum, ab f/5 ist es unproblematischer, preisgünstige Okulare einzusetzen.

Aber laß Dir das mal alles zeigen heut abend.
Viel Spaß!
 
Hallo Julian,

optimal waren die Bedingungen gestern wirklich nicht - die lieben Nachbarn, die ihre Außenbeleuchtung für uns abgeschaltet haben, mal ausgenommen. (Besser wird's sicher, wenn die anderen ins Bett gehen und die Lichter ausmachen...)

Dennoch denke ich, daß die Unterschiede in Sachen Helligkeit der Objekte deutlich erkennbar waren, und auch die Unterschiede bei der Auflösung exemplarisch am Kugelsternhaufen M13 waren auch für Dich sichtbar. Auch die Zahl der sichtbaren Sterne im Doppelhaufen h+chi Persei war klar unterschiedlich.

Mit 4,5" sieht man einiges, mit 8" halt mehr. Von der Aufbauzeit des Teleskops würde ich bei Dir die Montierungswahl nicht abhängig machen. Du könntest ja z. B. eine EQ-3 vormontiert im Zimmer stehen lassen und bei Bedarf in den Garten stellen. Gegengewicht und Tubus dran - fertig.

Ich würd's eher vom Preis her betrachten: 4,5" plus EQ-3 ca. 250 bis 270 Euro. 6" Dobson (78 % mehr Lichtsammelfläche) genauso teuer. 8" Dobson (216 % mehr Lichtsammelfläche) ab 300 Euro. Noch etwas Geld sparen würde echt was bringen.

Thema Gewicht: Die Rockerbox für einen GSO- oder Skywatcher-Dobson ist sicher leichter als meine Selbstbaubox, da meine etwas größer dimensioniert ist. Und beim Tubus habe ich mit meinen Alu-Höhenrädern und Rohrschellen auch einen Gewichtsnachteil. Mit Sicherheit sind der 114/900 und eine EQ-3 leichter als die 8"-Dobsons.

Schade, daß momentan abends keine Planeten da sind. Auf Saturn muß man noch etwas warten, aber da könnte man auch sehen, daß mehr Öffnung auch hier was bringt (wobei bei hohen Vergrößerungen eine - vernünftig dimensionierte -parallaktische Monti im Vorteil ist).

Die Entscheidung mußt Du treffen, aber bei Deiner Geduld habe ich keine Angst, daß Du übereilte Entscheidungen triffst. Mit 8" hast Du länger Spaß - mit 4,5" aber auch lange genug.

Ciao
Martin
 
Hallo!

Bei Deinen Präferenzen (Sonnensystem) würde ich auf jeden Fall zu einer zweiachsig nachgeführten Montierung raten. die betreffenden Objekte schaut man sich doch gerne über einen längeren Zeitraum an und da macht es einfach Spaß, nicht mehr manuell nachführen zu müssen. Weiterhin würde ich lieber mit der Öffnung etwas runter gehen und dafür Wert auf ein qualitativ gutes Teleskop legen. Ich selber habe einen 10" GSO Dobson und behaupte einfach mal, ohne entsprechende Modifikationen sieht man damit am Planeten weniger, als mit einem guten 4" Achro.

Außerdem solltest Du keine Montierung wählen, wo man die Motoren noch dranbasteln muss und jede Menge Kabel rumhängen, wie z.B. die erwähnte EQ3 oder die GP. Bei einer H-EQ5 ist nicht so viel zu schleppen, gerne vergessen die Dobson Jünger, dass die fette Rockerbox auch nicht weniger sperrig ist, als eine mittlere Montierung. Eigentlich kommt nur noch das Stativ hinzu. Das Batteriepack passt noch in den Okularkoffer, so ist man eigentlich recht schnell fertig zum Beobachten.

Empfehlung: eine H-EQ5 mit einem 114/900 Newton, oder einem 5" Achro (f10), letzter macht auf jeden Fall die ästhetischeren Abbildungen.

Viele Grüße
Andreas
 
Re: Zwei linke Augen

Hallo Thomas,
Du musst aber zugeben, dass das ein "etwas" größeres Teleskop als das von bronks ist, oder? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" /> Da dürfte sein Teleskop als Ganzes soviel wiegen wie der von Dir angebene Tubus alleine.

Und das ein Dobson noch keinen Okularkoffer, keinen Akku, keine Rockerbox (14 kg ?), keinen Beistelltisch und keine Winterschuhe von alleine aus dem Keller trägt.

Generell bietet ein Dobson fraglos das beste Preis-Leitungsverhältnis für die die visuelle Beobachtung. Ein 8 Zoll-Dobson hat zur Zeit auch einen sehr hohen Wiederverkaufswert bei Ebay (für den Fall eines Fehlkaufs nicht unwichtig!) Nur wußte ich vor dem Kauf, dass ich gelegentlich auch mal etwas per Webcam fotografieren wollte, und da kostet ein Paket Tubus+Monti sowohl neu als speziell gebraucht zT. deutlich weniger als beides einzeln gekauft.

@deep7: Ich fände es fantastisch, wenn du deine Eindrücke hier aufschreiben würdest, damit Einsteiger auch die unmittelbaren, unverfälschten Eindrücke eines Einsteigers lesen können.

 
Hi,
war ganz interessant gestern.
Zu meinen Präferenzen: Natürlich will ich auch schon ein wenig deepsky beobachten. Ich weiß, nicht, die Refraktoren sind recht teuer, brauchen eine gute Monti und sind dann doch verhältnismäßig lichtschwach. Beim Planeten könnte ich mir vorstellen, dass ein Refraktor sicherlich nicht die schlechteste Wahl ist...
Nächster Punkt: H-EQ5m: Mein Budget ist begrenzt!
Weit über dreihundert Euro gehe ich auf keinen Fall.

=> 114/900 o.ä. zu 8"-Dobson o.ä. momentan eher Tendenz zum erstgenannten, typischen Einsteigergerät.
Ich könnte den 114/900 später auch bequem als Reiseteleskop benutzen, auch wenn es mit den 900mm stark an der Grenze ist. Aber ein Maksutov ist mir einfach zu teuer, und irgend ein kurzbrennweitiger Newton (z.B. 130/650mm) soll ja bekanntlich auch nicht so gut sein.
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben