Einstieg in das Hobby Astronomie "Die Zweite"

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ingemar

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Hallo.

Ich habe mir letztes Jahr leider zu übereilt ein Teleskop gekauft und habe nach ein paar Wochen das Interesse verloren und das gute Stück wieder verkauft. Aber ich bin immer noch fasziniert davon und möchte jetzt das Ganze ein bisschen langsamer und sorgfältiger angehen. Ich habe mir überlegt vorerst einmal ein Fernglas zu besorgen und wollte Fragen ob ihr mir Vorschläge für ein Einsteiger-Fernglas machen könntet (Preisgrenze 250 €). Ich habe ein handelsübliches Fotostativ auf welches man das Fernglas, insofern es ein größeres und schwereres ist, montieren kann. Was haltet ihr z.B. vom TS 15x80 Triplett.

Ich danke schon mal im voraus.

Liebe Grüsse
Leo
 
Hallo Leo,
ich habe so mit den Jahren einige Ferngläser gekauft, getestet und teilweise wieder verkauft. Vom 8x20 über 10x42, 10x56 bis zum 16x70/15x60. Deshalb würde ich dir empfehlen, lieber ein kleineres aber dafür qualitativ hochwertigeres Glas zu kaufen. Die Versuchung ist sicherlich sehr groß ein dickes 80mm Glas für so einen günstigen Preis zu kaufen...
Es ist meiner Meinung nach aber einfach besser, darauf zu achten, dass die opt. Qualität möglichst hoch ist. Dann macht die Beobachtung wesentlich mehr Spass!
Deshalb lieber ne Nummer kleiner, z.B. 10x50. Da hat man auch den Vorteil, dass man das Glas auch mal freihändig (natürlich mit Verlusten) oder auch mal am Tag (Tiere, Natur, Urlaub...) benutzen kann. Und ein 10x50 auf einem Stativ bringt eine sehr ordentliche DeepSky Leistung!
Interessant im Preisrahmen von 250 Euro ist z.B. das Pentax PCF V 10x50 oder 8x40(die PCF WP Reihe kenne ich nicht, scheint die Nachfolgeserie zu sein). Die Optik der PCF III und PCF V Serie ist jedenfalls sehr gut für den Preis (nur die 7x50 haben ein scheinbares Feld von deutlich unter 50 Grad - Tunnelblick!). ICS (Martin Birkmaier) hat viele verschiedene Pentax Ferngläser im Programm (und eine gute/faire Beratung). Eine unverbindliche telefonische Beratung kostet (fast) nix...
Gruß
Matthias
 
Hi Leo,

das TS 20x88 kenne ich nicht, aber kenntst Du die Besprechung dieses Glases in IS Nr. 40 ?

Die Fotostativlösung sehe ich kritisch. Genau wie beim Teleskop, spielt beim Großfernglas die Montierung auch eine wichtige Rolle. Das Stativ sollte nicht nur stabil, sondern auch eine komfortable Beobachtung ermöglichen. D.H. die Einstellung von Objekten, die Nachführung sollte möglichst feinfühlig und ruckelfrei möglich sein. Das ist, finde ich, bei einem Fotostativ nicht der Fall. Zumindest nicht bei meinem.
Ich meine, hier gibt es bessere Lösungen.

Mit freundlichen Grüßen
Shorty
 
Hallo Leo,

um Fehlern beim Einstieg vorzubeugen, ist der Weg zu den Sternen über ein Fernglas in der Tat sehr hilfreich. Gerade so kannst du mittels großem Gesichtsfeld und dank dem binokularen Sehen, leicht erste Schritte am nächtlichen Himmel unternehmen und diese Möglichkeit bietet dir die Chance zur ersten Orientierung ( Tierkreiszeichen,pp. ). Mit dem Fernglas kannst du bereits viele Objekte visuell wahrnehmen.

Ob du für diesen Einstieg bereits ein "high-end-Fernglass" der Spitzenklasse benötigst, vermag ich nicht abschließend zu sagen - sachlich und gefühlsmäßig würde ich eher zu einem NEIN tendieren. Vielleicht weißt du ja auch nicht, ob dich dieses Hobby wirklich fesselt.

Bezüglich diverser verschiedener Gläser, Größen, Typen wirst du hier im Board nach einigem Lesen, sicher das zu dir passende Glas finden bzw. Kaufalternativen erfahren.

Grob ab einer Vergrößerung ab x 10-fach sollte das Glas immer auf eine Montierung ( Ausnahme FG mit Bildstabilisator ). Ein Foto-Stativ reicht da nicht. Ich selbst vérwende für mein 20 x 90 ein Berlebach-Stativ mit einer bino-mount-Montierung. Da ich jedoch knapp 2 Meter groß bin wird das Zenitbeobachten zu einer wahren sportlichen Aktivität bei gradeinsichtigen Ferngläsern.

Im Technik-Bereich von astronomie.de findest du diesbezüglich weitere, sinnvolle Hilfestellung bezüglich verschiedener Möntierungen.


Sternklare Nächte - Micha -
 
Hi Leo,
zum Triplett 15x80 - hatte mich auch interessiert - habe eher negatives auch aus berufenem Munde gehört. So habe ich davon Abstand genommen und bin bei einem 20x90 gelandet, das nach inzwischen mehreren Einsätzen alles in allem als Ok eingestuft werden kann.
Es ist kein Wunder an Perfektion, aber ich finde Preis-/Leistung gut. Man muß halt mit den Hürden eines graden Einblicks leben, wei beim 15x80 auch.
Das Glas wiegt 4 Kilo und ist mit seinen 4,5mm AP fast immer verwendbar. Ich habe es öfter zur Erstellung von Zeichnungen eingesetzt - Bilder in der Galerie auf der HP - so das Du hier vielleicht schon einen Eindruck bekommen kannst, was man damit sieht.
Meachanisch hat es keine nennenswerten Fehler bisher. Der Augenabstand ist gut, sogar mit Brille und die Verstellmöglichkeiten ausreichend. Die Abbildung übers Feld ist ordentlich; ein Farbfehler ist allerdings zu erkennen ( Mond und Mars, Saturn ist da wenig empfindlich ). A propos Saturn, den sieht man mit diesem Glas schon klar als Ring und Scheibe mit geringem Zwischenraum, der Vergrößerung entsprechend allerdings winzig. Mit rd. 3 Gesichtsfeld sind auch noch schöne Übersichten drin.
Alles in allem, ein Glas das man sich mal anschauen kann, wenn der Geldbeutel eher kleiner ist.
CS
 
Ich rate zuerst mal zu einem einfachen Fernglas mit 5cm Öffnung, z.B. ein 10x50 falsl Stativ in Frage kommt oder 7x50, wenns rein freihändig sein soll. Vernünftige Instrumete bekommt man schon für 50€. Das Gerät ist klein und relativ leicht. Kein Vergleich mit einem 4-Kilo-Geschoß. Ich habe (auch) ein 20x80, das wiegt 2,5 kg. Da muß man sich schon überlegen, wie man es benutzt. Ein 10x50 ist schnell mal am Auge.

Zur Erinnerung: Das beste Instrument ist dasjenige, was man benutzt,
 
Hallo Ingemar,

ja, der Einstieg über's Fernglas ist sicher der nachhaltigere (mit Telekop siehst Du eigentlich hauptsächlich Mond, Planeten und noch viel mehr Sterne als mit bloßem Auge - da solltest Du Dich erst mal etwas besser am Himmel auskennen). Und dazu ist ein Fernglas die eine Hälfte. Die andere Hälfte sind die richtigen Bücher und Karten: Karkoschka, ein allgemeines Buch über Astronomie mit Bildern usw. wie z.B. "der Sternenhimmel" Könemann Verlag (bei Jokers so um 13€) und die große, drehbare, nachtleuchtende Kosmos-Sternkarte sollte es schon sein (wegen aktueller Angebote mal hier im Forum "Bücher" schauen).
Und als Fernglas sind sehr verschiedene Ansätze möglich:
wenn Du noch gar keins hast, ist vielleicht ein Universalglas, das Dir noch genug Platz für ein "high-end" später läßt und auch bei Tage viel bringt sicher optimal. Mein Tip ist da ein billiges, leichtes 7x35 oder 10x50 Porro vom renommierten Hersteller (Nikon, Minolta, Olympus, z.B. bei www.dnet24.de so ab ca 60€, Olympus 7x35 hat besten Nahbereich für allgemeine Tier- und Tagbenutzung, aber selber durchgucken zu können vor dem Kauf ist sicher mehr wert als was Du im Internet an Geld sparen kannst, 7x35 sind am Tag besser als 10x50 - Nahbereich bei 10x50 ist meist nur 6m- , außerdem weniger sperrig) oder wenn Du mehr Geld investieren willst, das Canon 10x30IS für ca. 320-350€ (ist zwar mit 30er Objektiven nicht gerade eine Lichtkanone, aber zeigt wegen des hervorragenden Kontrasts bei Nacht mehr als manches "Standard" 50er - z.B. die Sternhaufen im Fuhrmann problemlos) und mit dem IS kannst Du 10fach (außer vielleicht am Mond) noch prima aus der Hand feinste Details sehen. Bei Tag kaum überhaupt zu toppen von der Optik her.

Und dann kommst das, was eigentlich wichtig ist: Himmel kennenlernen (ca.3-4 Jahre fürs Grundwissen), Schätze finden... und dann mit dem Teleskop genauer angucken (statt Teleskop geht allerdings auch Internet ganz gut.. alles in besserer Qualität verfügbar, als Du es je im eigenen Teleskop sehen wirst).

Gruß und viel Spaß
 
Hallo Leo!

Ein Großfernglas in dieser Preisklasse zum Einsteig in die Astronomie würde ich persönlich nicht empfehlen.

Nicht dass die Qualität jetzt dermaßen mies wäre, aber über kurz oder lang würdest du keine richtige Freude an einem Gerät haben, welches nicht mehr freihändig zu halten ist und über keinen 45 oder gar 90° Einblick verfügt!

Glaub mir, ich kann ein Lied davon singen! Bei mir zu Hause stehen ein Vixen 15x80 und ein TS 22x100 herum und beim beobachten hat man oft nur 2 Möglichkeiten.

Entweder man verrenkt sich den Hals sobald man sich der 60°-Marke annähert, oder man liegt bequem in einem Stuhl und hat dafür jedesmal ne Mordsarbeit wenn mal wieder ein Objekt nicht in der Richtung liegt in die man gerade blickt.

Aus eigener Erfahrung könnte ich dir das 8x42 Triplett von TS empfehlen. Lässt sich noch recht gut freihändig halten, kostet nicht die Welt und ist optisch voll in Ordnung.

Später kannst du dich ja immer noch entscheiden, ob du bei der Fernglas-Astronomie bleiben willst(25x150 Fujinon als Endziel der meisten Fernglas-Beobachter) oder dir wieder ein Teleskop zulegst.

Mfg
Nico
 
Hallo.

vorerst einmal vielen Dank für eure raschen und hilfreichen Antworten.
Ich bitte um Verzeihung für die lange Antwortzeit aber ich war jetzt eine Woche auf Dienstreise und konnte deshalb nicht antworten.

Ich habe mir schon vor einiger Zeit ein paar Bücher gekauft (Astronomie für Einsteiger, Atlas der Astronomie, Himmelsjahr 2006 und natürlich eine drehbare Sternkarte)
und auch schon gelesen. Ein wenig Basiswissen habe ich also bereits aber was mir fehlt ist leider die Beobachtungspraxis. Ich wohne zwar am Stadtrand aber trotzdem ist die Beobachtung hier nahezu sinnlos weil hier leider alle 5 Meter eine Laterne steht. Ich fahre jedoch regelmäßig zu meinen Schwiegereltern aufs Land und dort gibt es ab 9 am Abend keine störenden Lichter mehr.

Durch eure Tipps und Anregungen bin ich zu dem Schluss gekommen das ich mir nicht ein 2tes mal übereilt ein Beobachtungsgerät kaufen werde. Ich habe mich ein bisschen hier im Forum umgeschaut und werde mir ein Fernglas in der Größenordung zwischen 8x40 - 10x50 kaufen. Welches ist eurer Meinung besser für mich geeignet? Ein paar Ferngläser habt ihr ja bereits vorgeschlagen (Pentax PCF WP, TS 8x42 Triplett usw.)

Ich bedanke mich wieder mal im voraus und hoffe das ich diesmal schneller zum Antworten komme.

Liebe Grüsse
Leo
 
Hallo Ingemar,

was da in Frage kommt, ist ziemlich Geschmacksache.
Pentax sind zum Beispiel im allgemeinen nicht mein Geschmack, da sie nur ein relativ kleines scheinbares Sehfeld haben (= Vergrößerung x reales Sehfeld, die Größe des Kreises, den Du im Okular siehst, je größer desto besser und Pentax liegen fast alle um oder unter 50° - das nennen wir hier meist "Tunnelblick"). Ein in meinen Augen gutes Glas sollte schon so etwa 60-65° haben (muß dafür nicht unbedingt völlig randscharf sein) das erleichtert die Orientierung am Himmel.
Die meisten "Standard-Porrogläser" von Minolta, Nikon und Olympus haben 65°. Das heißt Du bekommst dann bei 7fach 9,3° Himmel (reales Sehfeld) ins Okular, bei 8fach 8° und bei 10fach 6,5° - wegen des größten realen Sehfeldes (Himmelsausschnitts) ist die Orientierung mit geringer Vergrößerung am einfachsten.

Daher hätte ich Dir am Anfang zu einem 7x35 geraten das auch bei Tag noch ein gutes "immerdabei" abgibt. Ich hab das Olympus DPSR - das hat als Plus 3m Naheinstellung, keine verzerrenden asphärischen Okularlinsen und als Minus leider keine BaK4 Prismen und nur Einfachvergütung - das Nikon Action (je älter desto besser, die VIIer sollen die schlechtesten sein) und das Minolta ClassicII haben dagegen Multivergütung und zumindest das Minolta BaK4 Prismen (helleres Bild). Diese "Klasse" kostet so ca. 60-90€. Gute Weitwinkel- 8x30 und 8x40 sind ziemlich ähnlich wie 7x35, aber meist mit nicht ganz so naher Einstellgrenze. Da ist vor allem das Zeiss Jena hier oft besprochen worden (zum Teil kontrovers).

Mehr Details zeigen dagegen Gläser mit höherer Vergrößerung, z.B. 10x50 (gilt als Obergrenze dessen, was man noch freihändig über längere Zeit benutzen kann. Dafür sind sie bei Tag unnötig sperrig und deshalb meist im Rucksack, wenn man sie mal schnell brauchen würde. Außerdem ist die Naheinstellgrenze bei 10x50 Porros meist 6m oder mehr und damit für Kleintiere zu weit.

Möchte Dich eigentlich nicht beeinflussen - such Dir nach diesen Kriterien das Glas aus, das Dir am meisten gefällt oder nimm andere Kriterien. Ferngläser sind etwas sehr individuelles, das man möglichst nicht ohne Durchsehen kaufen sollte - und da ist eine Internet Bestellung oft besser als der Vergleich beim Optiker, da man dann 1 Woche Tag und Nacht gucken kann und notfalls unverbindlich zurückschicken.

Was Du leider in dieser Kategorie (Billig-Markenferngläser)nicht bekommst, ist Reflexfreiheit (Test: Straßenlaterne nachts genau draufhalten: direkte Reflexe, ca. 10-30° danebenzielen: indirekte Reflexe). Mach trotzdem den Test, damit Du weißt, was Dich am Mond erwartet und falls Du mal bei Dir im Umfeld gucken willst.

Gruß
 
... Pentax liegen fast alle um oder unter 50° - das nennen wir hier meist "Tunnelblick").

also für die Pentax PCF V 7x50, 16x60 und 20x60 gebe ich dir Recht. Mit deutlich unter 45 Grad ist das Feld nicht akzeptabel.
Aber ein Feld von 50/52 Grad ist kein Tunnelblick!
Der Unterschied von 45 auf 50/52 Grad ist gewaltiger als es den Anschein hat!


Ein in meinen Augen gutes Glas sollte schon so etwa 60-65° haben (muß dafür nicht unbedingt völlig randscharf sein)

Der Kern des Problems: wieviel Schärfeabfall ist noch akzeptabel! Das muß jeder für sich selbst entscheiden, wobei "die Stärke" der Unschärfe am Rand von den Leuten SEHR unterschiedlich wahrgenommen wird.
Es hilft nix: durchgucken und vergleichen!

Gruß
Matthias
 
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Es sind keine weiteren Antworten möglich.
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