Einstieg in die Astrofotografie. Equipment?

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Sassenach

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Hallo liebe Astrofreunde!

Ich bin auf dem Gebiet der Astronomie noch völlig neu und wende mich vertrauensvoll an euch.
Mich interessiert vor allem das Gebiet der Astrofotografie, spezieller jenes der DeepSky-Fotografie.

Natürlich habe ich schon etwas Initiative gezeigt und mich vorher etwas belesen.

Ich habe eine NIKON D5200 und denke, dass für mich ein Newton in Frage käme, oder? Mir schwebt ja ein 6" Skywatcher vor. Reicht hier ein "normaler" Newton, oder sollte es schon ein sogenannter "Image-Newton" sein? Diese verfügen bei Skywatcher beispielsweise über eine 1:10 Untersetzung, einen leicht vergrößerten Fangspiegel und einen etwas gekürzten Tubus. Ist ein vergrößerter Fangspiegel wichtig? Wenn der Tubus verkürzt wurde, wieso hat sich die Brennweite im Gegensatz zu einem "normalen" 6" nicht verändert?

Mir sagen im Moment 3 Skywatcher Produkte zu, bei welchen ich mich nicht richtig entscheiden kann und es wäre schön, wenn ihr etwas dazu sagen könntet:

Skywatcher Teleskop N 150/750 Explorer BD OTA
Skywatcher Teleskop N 150/750 PDS Explorer BD OTA
Skywatcher Teleskop N 200/800 Quattro-8S Stahltubus OTA

Natürlich möchte ich das Teleskop ab und an auch mal visuell benutzen!

Als Montierung schwebt mir eine NEQ5 Pro Synscan vor. Teleskop + Montierung sollte mein Budget von 1000€ nicht WESENTLICH übersteigen.

Daher abschließend meine Fragen an euch:

1. Welches der oben genannten Teleskope würdet ihr mir empfehlen?
2. Macht der Quattro Sinn? f/4 ist ja auch eine ganz schöne Ansage an die Objektive! Auf der anderen Seite "spart" man sich Belichtungszeit. Ist diese denn so ausschlaggebend, als dass sich der Kauf lohnte? Wie gesagt, es soll KEINE reine Fotomaschine werden.
4. Oder soll es doch ein ganz anderes Teleskop sein?
5. Der preisliche Rahmen des Teleskopes sollte 400-600€ nicht übersteigen, denn die Montierung wird mindestens genau so teuer werden.
6. Geht vielleicht auch ein 8" Newton? Oder ist das schon zu viel für die Montierung?
7. Könnt ihr ein gutes Einsteigerbuch in die Astronomie empfehlen? In welchem EVENTUELL auch die Fotografie mit abgehandelt wird? Wo verschiedene Bauarten von Teleskopen mit deren Vor- und Nachteilen aufgezeigt?
8. Gibt es bessere Alternativen zum Skywatcher Newton? Oder nimmt sich das aus Fernost alles nicht viel?

Vielen Dank!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo DUDA (üblicherweise schreiben wir uns hier mit Vornamen an),

willkommen an Board!

Du bist völlig unbewandert auf dem Gebiet der Astronomie, willst aber sofort in die Astrofotografie durchstarten, nicht gerade der einfachste Weg...

Zitat von Sassenach:
1. Welches der oben genannten Teleskope würdet ihr mir empfehlen? KEINS! Zumindest nicht auf einer NEQ5...
2. Macht der Quattro Sinn? f/4 ist ja auch eine ganz schöne Ansage an die Objektive! Auf der anderen Seite "spart" man sich Belichtungszeit. Ist diese denn so ausschlaggebend, als dass sich der Kauf lohnte? Wie gesagt, es soll KEINE reine Fotomaschine werden. Nicht auf einer NEQ5!
4. Oder soll es doch ein ganz anderes Teleskop sein? Oder eher eine andere Montierung...
5. Der preisliche Rahmen des Teleskopes sollte 400-600€ nicht übersteigen, denn die Montierung wird mindestens genau so teuer werden. Die Montierung allein wird deutlich mehr kosten...
6. Geht vielleicht auch ein 8" Newton? Oder ist das schon zu viel für die Montierung? Du hast NUR Newtons herausgesucht...
7. Könnt ihr ein gutes Einsteigerbuch in die Astronomie empfehlen? In welchem EVENTUELL auch die Fotografie mit abgehandelt wird? Wo verschiedene Bauarten von Teleskopen mit deren Vor- und Nachteilen aufgezeigt?
- Welcher Stern ist das? J. Herrmann
- Himmelsfotografie mit DSLR S. Seip
- Digitale Astrofotografie Martin & Koch

8. Gibt es bessere Alternativen zum Skywatcher Newton? Oder nimmt sich das aus Fernost alles nicht viel? Ja, aber...

Hier mal die Langversion:
Wenn du mit einem 6" oder 8" Fotografieren willst, kostet allein die Montierung 1.000 €, denn die EQ5 trägt gerade mal 10kg. Mit 6kg Newton + Kamera + Guider bist du dran oder drüber und zur Fotografie sollte die Montierung nur zu 2/3 der Tragfähigkeit wirklich belastet werden, alles andere produziert zu viel Ausschuß! Demnach kannst du einen 8" Newton direkt abhaken.
Für deine Auswahl an Newtons würde ich also min. eine HEQ5 nehmen, oder besser gleich in der NEQ6-Liga stöbern und auch einen Komakorrektor einplanen.
Mit Stromversorgung und dem ganzen anderen Kleinkram bist du dann aber näher an 2.000 als an 1.000...

Wie also anfangen? Ich würde mal hier im Forum oder auf anderen Marktplätzen nach einer gebrauchten HEQ5 suchen und auch nach einem kleinen Refraktor, der aber erst einmal nicht der Fotografie dienen soll, sondern dir die Orientierung am Himmel ein wenig näher bringt. Der kleine Refraktor zeigt zwar weniger als ein 6" Newton, dafür passt das Teil zuersteinmal in´s Budget und du kannst ihn nachher als Leitrohr weiterverwenden. Falls du unbedingt einen Newton haben willst, schau mal ob du den 150er PDS gebraucht bekommst. Mit viel Glück passt das auch ins Budget.
Auf der Montierung kannst du dann deine Nikon mit einem normalen Objektiv befestigen und versuchen die großen Objekte mal zu fotografieren. Dabei wirst du schon feststellen, dass selbst 200mm ohne Autoguider schon schnell zu Eiersternen führen können.
 
Hallo Sassenach,

willkommen im Forum. Es ist sehr sportlich, als Anfänger gleich mit der Astrofotografie einzusteigen, weil dieses aus meiner Sicht die Königsdisziplin wäre. Nach drei Jahren visuellen Vergnügens steige ich jetzt die die DeepSky-Fotografie ein und muss ganz schön rudern.

1) 150 /f5 mit 1:10 Untersetzung wäre schon sehr gut. Ein kleinerer Fangspiegel bringt Dir etwas Vignettierung mit rein, für Fotografie ist ein größerer besser. Bei einem "Image-Newton" liegt der Fokus etwas weiter außerhalb, so dass man mit der Kamera besser diesen erreichen kann.

2) Nicht für einen Anfänger
3) f/4 ist eine Fotomaschine
4) für visuelles Beobachten -> Dobson; für Fotografie alternativ ein Linsenteleskop (->teuer)
5) die Montierung ist die teuerste Komponente; dazu kommen noch Guiding-Kamera, Korrektor, Filter (?), Adapter und ggf. OAG
6) 8" Newton auf einer EQ5 ist schon rein visuell frustrierend (hatte ich). Für EQ5 max 150/f5 - Du musst noch das Gewicht des Zubehörs dazu rechnen
7) ja, habe aber dieses zur Zeit nicht zu Hand
8) Bei Deinem €-Limit: Ja, andere Fernost-Produkte.

Als Ebenso-Anfänger mein Rat:
- steige visuell ein
- fotografiere zuerst mit ruhender Kamera
- lerne später Deine Montierung lieben (und hassen)
- mit 150/750 und EQ5 wären Sonne und Mond gute Anfänger-Objekte (Du wirdst sehen, wie schwer es ist gute Aufnahmen von diesen zu bekommen)
- auf eine EQ5 kannst Du auch die Kamera direkt darauf montieren und so nachgeführt aufnehmen (bzw. Huckepack auf das Teleskop) - Sternenfelder, großflächige Nebel/Dunkelwolken, Milchstraße, usw.. (auch das ist nicht so einfach).
- lerne Bildbearbeitung (ist auch nicht ohne)
- erst dann investiere in Komakorrektor, OAG, Guiding-Cam, Filter, stabile Montierung


Viele Grüße
*entfernt*

[Fehlerkorrektur]
 
Zuletzt bearbeitet:
Hiho

Das Wesentliche wurde ja schon genannt - das Budget reicht nicht und die Kombination ist vielleicht schon ein wenig Grenzwertig (wobei ich 6"F5 ohne Stabilitätsprobleme auf einer vergleichbaren ADM hatte).

Schau dir entsprechende Montierungen aber mal life an, und was da noch so an Gerödel hinzukommt. Jeder hat da andere "Grenzwerte", was er Aufbauen und zumindst ein Stück weit schleppen möchte. Und ein weiteres Gerät kommt ja noch hinzu: Wenn mal alles läuft, steht man relativ unnütz und gelangweilt daneben rum. Stundenlang. Die Zeit kann man aber prima mit Beobachten verbringen, also noch ein Zweitteleskop oder zumindst ein ordentliches Fernglas anschaffen.

Falls sich dann das Budget stückweise erhöhen lässt, könnte man austüfteln, was man wann kauft; z.B. wenn man seine Montierung mal gefunden hat, kann man die auch vorerst nur mit Kamera und gewöhnlichen Objektiven verwenden; meistens zumindest - wie gut sich die Computerisierten nur mit Kameraoptik einrichten lassen, kann ich nicht sagen.

Falls es sich auch in absehbarer Zeit nicht erhöhen lässt, müsste man eben eine deutliche Nummer kleiner einsteigen. Da wäre dann entscheidend, welche Optiken du hast bzw. ob zwingend ein Teleskop her müsste.

cs
Jürgen
 
Hallo,

zu 7)

wie bereits genannt: "Himmelsfotografie" von Stefan Seip, Kosmos
und "Astronomie" von Neil F. Comins, Spektrum Verlag

Viele Grüße
*entfernt*
 
Hi Sassenach,

wilkommen in unserem Forum. :huhu:

Ich bin auf dem Gebiet der Astronomie noch völlig neu und wende mich vertrauensvoll an euch.
Mich interessiert vor allem das Gebiet der Astrofotografie, spezieller jenes der DeepSky-Fotografie.

das ist so, als würdest Du sagen: "ich kann nicht schwimmen/tauchen, möchte aber gerne den Weltrekord im Tiefseetauchen unterbieten"

ehe Du etwas am Himmel erfolgreich fotografieren kannst, mußt Du Dir erstmal ne ganze Menge Kentnisse anlesen/erwerben:

Dazu gehört als allererstes die Orientierung am Himmel (welches Sternbild ist in welcher Jahreszeit zu sehen, wo in dem Sternbild sind hübsche Fotomotive, welche Brennweite benötige ich, um es formatfüllend fotografieren zu können, in welchen Wellenlängen ist das Motiv am hellsten, also welche Filter machen Sinn?)

Das nächste ist der korrekte Aufbau und der Umgang mit der Montierung (ins Wasser stellen, einnorden, einscheinern, Alignment)

Dann die Justage des Teleskops

Dann die Wahl der Kamera (die sollte komplett über Laptop, Tablet oder Handy steuerbar sein, denn wer nach dem scharfstellen mit Liveview noch an der Kamera im Okularauszug rumdrückt um RAW, ISO-Zahl und Belichtungszeit einzugeben, der verstellt sich wieder alles)

Dann das Autoguiding (Leitrohr, Sucherrohr, Off-Axis-Guider, welche Guidingkamera, welches Autoguidingprogramm?)

Bei einem Newton mit f=5 oder f=4 unbedingt der passende Komakorrektor mit korrektem Abstand zum Chip der Kamera, bei einem Refraktor der entsprechende Reducer/Flatner mit korrektem Abstand zum Chip der Kamera

Und zum Schluß noch die Stromversorgung für die Montierung, die Kamera, die Guidingkamera, das Laptop und die Taukappenheizung...

Wenn das alles endlich klappt (nach vielen erfolglosen Versuchen!) dann das Erlernen der Bildbearbeitung. Denn ein einzelnes Foto schaut nicht so aus wie gewünscht. Dazu braucht man viele. Und Darks, Flats, Bias. Man muß die Originalaufnahmen kalibrieren, stacken, weiterbearbeiten... das dauert nochmal so lange wie die Aufnahmen.

Es stimmt, heute ist Astrofotografie so leicht wie nie zuvor, weil man sich die benötigte Hardware komplett kaufen kann. Allerdings ist Dein Budget viel zu niedrig dafür angesetzt. Bei Neukauf kommst da locker auf 3.000 Euro. Gebraucht etwa auf 2.000 Euro. Und man muß auch damit umgehen können. Und das zu lernen dauert Jahre.

Ein auf "Foto" getrimmtes Teleskop ist visuell unbefriedigend. Und wenn die Kamera für Stunden im Okularauszug steckt, guckst dem Geraffel beim Belichten zu und langweilst Dich.

Dazu kommt, daß man zum Fotografieren raus ins dunkle muß. Möglichst auf einen Berg oder eine Anhöhe weit weg von der nächsten größeren Stadt. Und das ganze Geraffel erstmal dorthin karren muß. Nach der Fotosession alles wieder abbauen, verstauen, heimfahren.

Der von Dir geplante Einstieg entspricht "Vollgas mit nem Porsche auf dem Nürburgring, wobei Du weder Führerschein noch Fahrpraxis mit nem Auto hättest". Das geht schief. Sowas von Schief.

Du hast aus meiner Sicht 2 Möglichkeiten, Dich Deinem Ziel zu nähern:

- such in Deiner Gegend nach Sternwarten oder Vereinen mit Astrofotografen und geh mehrere Nächte mit denen raus, um ihnen zuzusehen, wie sie mit Aufbau, Montierung bedienen, Kalibrieren beim Autoguiding, Fotos machen umgehen. Dann bitte den Fotografen, daß Du bei der Bildbearbeitung dabei sein darfst. Und überlege Dir anschließend, ob Du Dir diesen Aufwand wirklich antun möchtest.

- oder lerne das alles alleine, indem Du jetzt ne NEQ-5 mit Steuerung und ST-4 Eingang kaufst, aber statt einem Teleskop einfach mal die vorhandene Kamera mit einem moderaten Teleobjektiv (200-300 mm Brennweite) auf eine Prismenschine setzt und mit Belichtungszeiten bis 3 oder 4 Minuten ungeguidet ins kalte Wasser der Deepskyfotografie springst.

Solche Bilder wären dabei machbar, wenn Du sehr sorgfältig mit dem Polsucherfernohr einnordest:

Andromedagalaxie

Kleiderbügel

Omeganebel

NGC6820

Mit einer Autoguidingcamera an einem 8x50 Sucher parallel auf der Prismenschine als 2. Ausbaustufe gehen dann längere Belichtungszeiten.

Cirrusnebel

Gamma-Cygni Region

Nordamerikanebel

Pferdekopfnebel

Plejaden

Wie viel von den rotleuchtenden Wasserstoffnebeln auf den Chip Deiner Kamera kommt, hängt von ihrer H-Alpha Empfindlichkeit ab. Ich habe meine Canon umbauen lassen - also den Filter raus, der dieses rote Licht blockt. Damit ist sie für Tageslichtaufnahmen nicht mehr so gut geeignet - sie hat dann einen Rotstich. Aber dafür kann ich nun mit einem H-Alpha Filter mitten aus dem lichtverseuchten Großraum Stuttgart tolle Aufnahmen dieser Nebel machen:

Gamma-Cygni Region mit H-Alpha Filter

Nordamerikanebel mit H-Alpha Filter

Nochmal, alle diese Aufnahmen entstanden mit einem 300 mm Teleobjektiv!

Du brauchst für den Einstieg also kein Teleskop, schon garnicht ein 6 oder 8" Monsternewton, bei dem Dich der falsche Abstand zwischen Komakorrektor und Chip sowie Verkippungen im Okularauszug und Nachführfehler (Windböen, Sprünge im Schneckenantrieb, Leitrohrshifting bzw. kein Leitstern mit Off-Axis-Guider...) oder Schwingungen und falsche Teleskopjustage in den Wahnsinn treiben. :)

Back für den Einstieg kleine Brötchen (Teleobjektiv), dann hast relativ schnell (innerhalb eines halben Jahres) ein Erfolgserlebnis...


 
Hi!

Zitat von Sassenach:
Ist ein vergrößerter Fangspiegel wichtig? Wenn der Tubus verkürzt wurde, wieso hat sich die Brennweite im Gegensatz zu einem "normalen" 6" nicht verändert?
Warum sollte sich die Brennweite ändern? Bei einem Newton ist sie nur durch den Hauptspiegel bestimmt, und der ändert sich durch Kürzen des Tubus nicht.

Allerdings ist nun der Abstand zum Fangspiegel kleiner und der zum Brennpunkt hin schmaler werdende Lichtkegel noch relativ breit, also muß der Fangspiegel größer sein, wenn kein Licht ungenutzt an ihm vorbeilaufen soll.

Grüße

fquadrat
 
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