Einstieg in die Astrofotografie

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ChristianUllrich

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Hallo Zusammen,
Nach ca. 2 Jahren visueller Beobachtung möchte ich nun den Einstieg in die Asrtofotografie wagen.
Ablichten möchte ich sämtliche Deep Sky Objekte im KB-Format.
Als Gerät hat es mir das VC 200 angetan, welches ich auf einer GP-DX plazieren möchte.
Hinzu kommt noch ein Leitrohr FH 70/700.
Trägt die DX das obige Equipment incl. all dem Zubehör, wie
Kamera,... zufriedenstellend?
Mit welcher Brennweite kann maximal gearbeitet werden?
Welche Geräte würden sich in diesem Preissegment noch anbieten?
Bin für alle Anregungen dankbar!

mfg
Christian Ullrich
 
Hi Christian,

also das Equipment wird funktionieren, und das VC ist zusammen mit dem f/6,4-Reducer ein fotografisch wunderbares Instrument. Die GP-DX ist eine passende Montierung dazu.

Der Einstieg allerdings sollte so aussehen, daß Du ersteinmal Erfahrungen gewinnst, indem Du die Kamera Piggyback mit 50mm und 135mm Objektiv aufs Teleskop setzt. Durch das Teleskop hindurch kannst Du dann nachführen üben (ist bei 135mm nicht wirklich wichtig, bei guter Einnordung braucht man's bei der DX auch mit 300mm nicht). Dabei musst Du Erfahrung gewinnen, vor allem, was fotografisch richtige Aufstellung angeht, Verhalten bei Wind, Belichtungszeiten, usw.
Wenn Du dann die Brennweite langsam steigerst (z.B. Beroflex Wundertüte 500mm, für ein paar Euro bei Ebay oder auf Fotobörsen), bekommst Du den Dreh für's nachführen raus. Dann solltest Du mit VC200L und Reducer fotografieren )über 1m Brennweite ist nicht leicht nachzuführen), was noch recht kurze Belichtungszeiten erlaubt. Bei voller Brennweite des VC wirst Du sehr genau nachführen müssen und Du must sehr lange Belichtungszeiten einplanen, bei den hellsten Objekten wird erst nach 20 Min. etwas lohnenswertes auf den Film kommen, nicht selten werden 40 Minuten belichtet.

Wie Du siehst, keine einfache Sache. Das Equipment halte ich für richtig (Du sollst ja beim Piggyback die Montierung kennenlernen, mit der Du dann auch "groß" fotografierst). Aber der Einstieg, sofort mit 2m Brennweite oder auch mit 1280mm (Reducer) Fotos zu schiessen, dürfte ein Mißerfolg werden.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Sven,
zunächst vielen Dank für die RE.
Gibt es in dieser Größen- und Preisklasse ein bessere Optik für mein Vorhaben( Maks von Intes oder so)?
Bei dem VC200L sind die Maßnahmen gegen Streulicht im Tubus sehr bescheiden ausgefallen; Wobei mich die Tuningmaßnahme nicht besonders schmerzen würde.
Wie ist der Vergleich zwischen dem R200SS und dem VC200L, wenn man die Brennweite durch Reducer bzw. Konverter auf den gleichen Wert bringt?

Mir stellt sich weiterhin noch die Frage mit welchen Motoren bzw. Steuerungen ich die GP-DX am besten betreibe.

mfg
C. Ullrich

 
Hi Christian,

für chemische (und eigentlich selbst für CCD-) Fotografie gibt es da nichts wirklich besseres. Nur anderes.
Die langbrennweitigen Maks scheiden aus, interessant sind eher die rar gesähten f/5 Maks.
Streulicht ist beim Fotografieren auf DeepSky eigentlich nicht so daß Thema, weil man unbedingt sehr guten Himmel braucht, so dunkel, daß eben kaum störendes Licht einfällt. Ausserdem ist es schon so, daß die Blendrohre (unauffällig aber vorhanden) beim VC200L gute Arbeit leisten.

Reducer und R200SS. Das VC200L ist mit Reducer nicht auf f/4 zu bringen, sondern auf f/6,4. Damit wird sich die Belichtungszeit grob verdoppeln.
Beim R200SS ist man (bei 800mm statt 1280mm Brennweite) unter Landhimmel (5,5mag) nach 7 Minuten Belichtung auf einen guten 200 ASA Film fertig (Kodak E200 professional ist das Maß der Dinge, aber der Fuji Provia 400F macht ähnlich viel her). Das VC bräuchte also schon 15 Minuten geduld.

OK, bläst man nun das R200SS mit dem Konverter auf f/7,5 auf, dann wird das R200SS wieder um ca. 1,5x "langsamer" als das VC. Ist eigentlich nicht zu empfehlen, ich selbst habe den Konverter nicht und einigen Leuten ist dessen Abbildung "nicht ganz grün". Ich würde ohnehin erstmal sagen: Denk erstmal noch nicht über lange Brennweite nach. Bis dahin musst Du viel trainieren. Aber das VC ist eben das Gerät, das mit Reducer beide Möglichkeiten bietet.

Das R200SS ist eine knallharte Fotokanone (auf meiner Homepage kannst Du darüber nachlesen). Das VC ist etwas mehr allrounder. Visuell mehr Planetenleistung.

Also ich denke, da Du selbst das VC ausgewählt hast, und da es sehr vielseitig ist, wird das auch die richtige Wahl für Dich sein.
Maks - die sind bei gleicher Öffnung viel schwerer (Monti!) und auch noch teurer (selber nachschauen, habe nicht genau geguckt).

Clear Skies
Sven

PS: Achja, das VC200L bringt auch mit Reducer eine saubere Kleinbild-Ausleuchtung. Bei Maks mit Reducer wäre ich da sehr! argwönisch, ob das auch so hinhaut! Beim VMC200L langt's mit Reducer zum Beispiel bei weitem nicht, beim C8 ist es noch schlimmer.
 
Hallo!

Also Svens Aussagen kann ich so doch unterschreiben, auf jeden Fall.

Eine GP-DX habe ich selbst mit diversen Optiken und zwei Achtzöllern im Einsatz, das steckt die lockerst weg!

Auch zum VC200L bekommst du meinen Zuspruch!
Ein Bekannter von mir fotografiert selbst damit auf einer GP Montierung.
Nur wie Sven schon sagte, 1800mm Brennweite bei f/9 sind was die Nachführung angeht schon nicht ohne, außerdem muss die Montierung dafür gut stehen, also am besten muss noch nachgescheinert werden.
Bei den Belichtungszeiten fängt es erst ab 45min an langsam sinnvoll zu werden, aber auch 90-120min sind bei gutem Himmel wohl kein Thema.
Mit dem ziemlich teuren Reducer sieht die Sache da schon etwas anders aus, da die nötige Belichtungszeit sich hierbei ca halbiert und 1,2 Meter auch einfacher nachzuführen sind als 1,8 min.
Den Reducer, der übrigens nur fotografisch funktioniert, würde ich also auf jeden Fall einplanen.

Auch wollte ich noch sagen, dass Vixen mit dem VC200L ein Wurf gelungen ist, der bislang seines gleichen sucht! Das optische System dieses Geräts nennt sich VISAC (Vixens Sixth-order Aspehric Cassegrain) und anhand dieses Namens wird deutlich, was sich bei diesem System verbirgt: Nämlich ein Cassegrain mit einem hyperbolischen Hauptspiegel, sowie einem Hyperbolischen Fangspiegel, welcher ja aber auch durchaus Cassegraintypisch ist. Dazu kommt dann noch ein Dreilinser, der die Feldkorrektur übernimmt. Das alles zum Achtzöllertypischen Preis (naja, vor der China Revolution).
Eine Hyperbel kostet woanders ein vielfaches, dass muss man mal ganz klar sagen.
Für die Arbeit im längeren Brennweitenbereich gibt es fürs Kleinbild meiner Meinung nach wohl kein besseres 8" Gerät.

Wie ist der Vergleich zwischen dem R200SS und dem VC200L, wenn man die Brennweite durch Reducer bzw. Konverter auf den gleichen Wert bringt?

Würde man entsprechende Reducer bauen, womit man die Optiken mit ihrer Brennweite angleichen könnte, dann hätte das VC wohl die etwas bessere Schärfe, aber das Mutmaße ich nur. Beide Optiken nämlich leisten von der Abbildung her schon erstaunliches, eben bei ihrer Brennweite. Aber mit einem Reducer kann man die Schärfe, häufig auf kosten der Feldkorrektur, erhöhen, beim verlängern ist es oft genau umgekehrt, die Schärfe kann abnehmen und die Feldkorrektur steigt dermaßen, dass man so aus manchem KB Gerät ein Mittelformat ausleuchtendes Gerät machen kann. Dies aber nur solange entsprechende Korrektoren verfügbar sind. Aber R200SS und VC200L kann man nicht wirklich vergleichen, da es von Grundauf verschiedene Geräte sind. So hielt bei mir auch beides Einzug, also ein Langbrennweitiges System mit Reducer (Celestron C8) und ein Kurzbrennweitiger Photonensauger (GSO600 Newton mit 8" f/4) und alles kommt mal zum Zuge. Wenns sein muss sogar zusammen, da ich auch beide schonmal parallel auf der DX montiert hatte, was auch noch geht.

Gibt es in dieser Größen- und Preisklasse ein bessere Optik für mein Vorhaben( Maks von Intes oder so)?

Naja, dein Vorhaben solltest du nochmal genauer spezifizieren, denke ich.
Um z.B. auf die Messiers zurück zu kommen, so passt M31 z.B. längst nicht ins Bildfeld bei 1,8m, aber ein kleiner kompakter Kugelsternhaufen z.B. wie M92 macht bei 800mm wenig her.
Ansonsten gibt es zur Fotografie in der Tat noch gute Alternativen aus Russland! Sogar etwas günstiger aber auch etwas kleiner:
Das Intes MK69 nämlich. Das ist ein fotografischer Maksutov Cassegrain (Simak Design), mit 6" Öffnung, f/6 und einer mordsausleuchtung und ebenem Bildfeld.
Mittels Reducer kann man das ganze auf f/4,5 verkürzen und soll dabei noch keine Abstriche in der Abbildung beim Kleinbild bemerken.
Also schön kompakt und gut in der Leistung.

Aber was soll das gerede!? So wie ich mich nun erinne hast du bereits ein VC200L, also mach das beste draus!
Da Teil hat ja serienmäßig eine Piggyback Halterung, also Spiegelreflexkamera mit 135mm Objektiv oder 180-20er Tele dran, das ganze in die Milchstraße halten und los gehts. Irgendwann dann auch mal ein 300er Tele dazu nehmen, und 400-500mm sind auch noch gut und günstig zu bekommen (wie Sven schon sagte, Beroflex Wundertüten 6,3/400 und 8/500, wobei es auch ein 5,6/300 gibt!)
Eine wirklich gute Anschaffung wäre auch die mittlere Russentonne (Rubinar 5,6/500 Spiegeltele).
Mit sowas fällt der Einstieg leicht und der Erfolg kommt auch recht schnell.
Wenns dann ne Zeit lang gut läuft kann man sich auch an Brennweiten über 500mm oder gar 1m machen. Aber am besten sind erstmal die kurzen Brennweiten.
Ich wollte auch mal mit 1,2 m Anfangen, aber das ging dann in die Hose. Fokus passte nicht, Nachführung passte nicht und und und.
Meine ersten Aufnahmen hingegen bei 35, 50, 135 und 400mm hingegen waren alle sofort vorzeigbar.

gruß,
André

 
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