Einstieg in die Astronomie und Fotografie

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Parkuhr

Mitglied
Hallo zusammen,
Ich (Phillip) möchte gerne in die Astronomie und Astrofotografie einsteigen. Bisher beschränkten sich meine Erfahrungen in der Hinsicht auf Weitwinkelaufnahmen ohne Nachführung. Nun möchte ich mir ein Teleskop und eine passende Montierung zulegen.

Mit dem Teleskop möchte ich vor allem DeepSky Objekte beobachten, nach einiger Zeit dann sicher auch fotografieren. Vorallem wegen letzterem möchte ich auf jeden Fall eine parallaktische Montierung. Mein Budget ist vorerst auf etwa 500€ begrenzt, daher schaue ich vorallem in Richtung eines 150/750 f5 Newton auf einer NEQ-5 Montierung. Was die Stabilität angeht sollte diese Kombination auch für die Fotografie noch ausreichen (zumindest wenn man diversen Forenbeiträgen glauben darf).

Ich habe zur Zeit das GSO 150/750 im Auge.
http://www.teleskop-express.de/shop...n-Teleskop-auf-Skywatcher-EQ5-Montierung.html

Allerdings habe ich auch gesehen dass es wohl möglich ist ein 150/750er von Omegon zu konfigurieren. Bei beiden Teleskopen würde in etwa der gleiche Preis rauskommen, wobei das Omegon 520€ kosten würde, aber dafür einen 8x50 Sucher hat und bereits ein Polsucher dabei ist. Die beigelegten Okulare sind vermutlich bei beiden gleich schlecht, diese würde ich vorerst gegen 3 hochwertigere ersetzen.

Meine Frage an euch wäre nun, welches der beiden Teleskope ihr empfehlen würdet (Omegon oder GSO). Ich erwarte keine Wunder von einem 200€ Tubus, allerdings kann ich mir schon gut vorstellen dass es von Hersteller zu Hersteller Unterschiede gibt. Falls vorab der Hinweis kommen sollte: Nein, ich möchte kein Dobson. Zusätzlich sei noch zu erwähnen, dass der 200er Newton ggf. auch noch finanziell passen würde, allerdings wird es wohl schwierig damit auf einer EQ5 zu fotografieren oder? Eine EQ6 übersteigt leider mein Budget.

vorab danke für die Antworten
Phillip
 
Hallo Phillip,

das von Dir rausgesuchte Angebot von TS ermöglicht den sorgenfreien Einstieg in die visuelle Astronomie. Mit 6" kannst Du unter halbwegs dunklem Himmel schon viele Messierobjekte finden und sehen.

Für die Fotografie von Deepsky-Objekten müßtest Du jedoch etliche zusätzliche Dinge beschaffen:

- einen Okularauszug mit 1:10 Untersetzung (für feinfühligere Scharfstellung)
- Motoren für beide Achsen
- eine Steuerung mit einem ST-4 Eingang für Autoguiding für die Motoren
- einen Komakorrektor passend zu Deinem f=5 Newton
- einen 8x50 Sucher, in den eine andere Adapterplatte eingeschraubt wird, die die Guidingkamera aufnimmt
- eine Guidingcamera mit ST-4 Schnittstelle

Das Budget für solch ein fertiges Setup für Deepsky-Fotografie durch ein Teleskop liegt bei ca. 2-3000 Euro.

In der Werbung wird gerne suggeriert, daß das alles "plug & play" funktioniert. Dem ist aber nicht so. Da muß man leider sowol die Montierung als auch das Teleskop "tunen" und auch viel Zeit investieren, bis man die richtigen Parameter bei den Guidingprogrammen für das eigene Geraffel herausgefunden hat.

Für einen blutigen Anfänger ist das eine extreme Herausforderung mit hohem Frustpotential, wenn er sich da ganz alleine damit beschäftigt.

Mein Vorschlag:

Trenne vorerst visuell und Fotografie.

Lerne mit dem Angebot den Himmel kennen. Lerne, wie man die Montierung richtig aufbaut, einnordet, einscheinerst.

Dann lerne die Orientierung am Himmel. Dazu schlage ich Dir einen Telrad statt des 6x30 Suchers vor. Gleich so bestellen. TS ist sehr flexiebel, wenn man per email entsprechend bestellt...

Dazu den Deepsky-Reiseatlas. In diesem wasserfest laminierten Atlas sind Aufsuchkarten drin, die die Telradkreise haben. Und eine dimmbare Rotlichttaschenlampe. So wird aus "suchen" dann "finden". :)

Beobachte erstmal den Himmel. Übe das Aufsuchen der Objekte. Und wenn Du in 1-2 Jahren mit der Bedienung vom Teleskop vertraut bist, es auch "im Schlaf" aufbauen und einnorden kannst, dann geh an die Fotografie ran.

Aber nicht gleich durch den Newton. Sondern mit einem Teleobjektiv an der DSLR auf einer kurzen Prismenschine. Parallel zur DSLR sollte auf dieser Prismenschine ein Sucherschuh für den 8x50 Sucher sitzen. Entweder fertig kaufen oder selber die Befestigungslöcher bohren...

Und dann mit Festbrennweitenobjektiv arbeiten. Die Zoomteles sind nicht so prickelnd. Sowol von der Abbildungsqualität als auch von der Mechanik. Die verstellen sich durch die Schwerkraft, wenn sie steil nach oben gucken... Denn die sind für "geradeaus" entwickelt...

Oder mit einem kleinen Refraktor bis etwa 400 mm Brennweite. Denn je länger die Brennweite, desto höhere Anforderungen an das Guiding...

Ich weiß, daß meine Ausführungen nix für ungeduldige Anfänger ist. Aber das sind die Fakten, und als Amateurastronom muß man Geduld mitbringen. Das ist die allererste Lektion. ;)

Und noch ein Vorschlag:

Investiere das Geld für einen Besuch bei einem Teleskophändler. Mach nen konkreten Termin aus. Schau Dir das Angebot in Live an. Heb es mal hoch. Frag, ob Du es im Ausstellungsraum (unter Aufsicht /Mithilfe eines Verkäufers) einmal komplett auseinander und wieder zusammenbauen darfst. Schon so mancher Anfänger war völlig entsetzt, als die "Monsterpakete" bei ihm zu Hause ausgepackt wurden...

Oder besuche die AME. Das ist eine Astromesse im September in Villingen-Schwenningen. Dort kannst Du Dir dieses und viele andere Angebote live anschauen.

Falls es in Deiner Nähe eine Sternwarte oder einen Astroverein gibt, geh hin und nehme Kontakt zu anderen Beobachtern auf. Und zwar ehe Du etwas kaufst. ;)

 
Hallo.

Vielleicht hilft dir ein Blick in die Datenbank für Montierungen.

Ich betreibe ein Celestron C8 (7 kg inkl. Zubehör) auf einer NEQ5, aber rein visuell. Auf einem Teleskoptreffen kommentierte ein Astrofotograf nach einem Test der Kombination: "Visuell absolut OK. Zum Fotografieren zu wacklig." Ein 150/750 ist nicht weit vom C8 entfernt, was Abmessungen und Gewicht angeht...

Dir ist klar, dass das verlinkte Angebot von TS keine Nachführung beinhaltet? Du musst also noch mindestens 100,-EUR für eine einfache ein-Achsen Nachführung drauf schlagen.

Ich fotografiere keine Sterne, kann daher kein Praxiswissen in dem Bereich beisteuern. Aber 500,-EUR scheint mir schon ein recht knappes Budget zu sein. Hast du mal erwogen jetzt nur eine Montierung anzuschaffen, dafür aber eine anständige? (Anständiger als die NEQ5.) Celestron Advanced VX oder Skywatcher HEQ5 z.B.? Auch wegen Autoguider Schnitstelle, die du irgendwann brauchen wirst. Darauf käme vorerst die vorhandene DSLR + vorhandenes (?) Teleobjektiv.

Oder ganz klein mit einer Barndoor-Montierung anfangen?

Damit kannst du deine ersten Belichtungen sammeln und die Nachbearbeitung der Rohdaten üben. Wenn das mal klappt wirst du auch die Erfahrung haben um einen Teleskopkauf anzugehen.
 
Hallo Sternenfee,

zunächst einmal vielen dank für deine sehr ausführliche Anleitung!

Was die ersten Punkte zur Fotografie angeht:
- 1:10 Untersetzung wird direkt mitbestellt, ist möglich. Die Motoren und zusätzliches Equipment was die Nachführung betrifft kommen wenn ich mit der visuellen Beobachtung vollends klarkomme. Bedingt durch mein Studium ist Technik und basteln in Hinsicht einer selbst gebauten Nachführung kein Thema (werde die vermutlich mit Matlab Simulink und geeigneter Hardware realisieren wollen). Das die Kosten für den genannten Kram weitaus über 500€ betragen werden ist mir vollkommen klar, aber irgendwo muss man ja beginnen :)

Was das einarbeiten angeht bin ich ein sehr geduldiger Mensch. Dass alles seine Zeit brauchen wird ist mir ebenfalls bewusst, stellt für mich aber kein Problem dar.
Die Fotografie und visuelle Beobachtung möchte ich bewusst nicht von vornherein trennen, da ich nicht in 6 Monaten neues Equipment kaufen will weil das jetzige dann zum Fotografieren nicht taugt.

Was den Telrad Sucher betrifft: Ich denke das könnte durchaus sinnvoll sein. Auch hier ist es wohl Geschmackssache welcher Typ von Sucher bevorzugt wird, Telrad finde ich aber ebenfalls gut. Die passenden Karten dazu ergeben natürlich Sinn.

Was die Objektive für die DSLR betrifft, ist ein 35mm f1.8 und ein 200mm f2.8 in Aussicht. Diese aber ganz unabhängig von der Astrofotografie, aber dennoch auch dafür sehr gut geeignet. Aktuell ist die eher bescheidene 18-55mm Kitlinse aufgeschraubt. Auch hier war ja mit der parallaktischen Montierung von vornherein geplant die DSLR auch Solo montieren zu können (ohne den Newton). Allerdings würde ich mich wenn alles soweit ist auch im Piggyback auf dem Newton versuchen.

Ich denke einen 150/750 Newton muss ich mir nicht unbedingt nochmal anschauen. Ein Bekannter von mir hat sich großartig mit der Astronomie beschäftigt (hatte auch sehr teures Equipment). Auf seinem Balkon war ein 200/1000 Newton montiert, allerdings auf einer Säule mit parallaktischer Montierung drauf. Die Dimensionen sind mir also bekannt, da der 150er mit 750mm ja sogar noch ein bisschen kleiner sein müsste. Leider ist der Bekannte ins Ausland verzogen...

nachwievor stelle ich mir die Frage, Omegon oder GSO? Die genannten Anbauteile kann ich für beide Teleskope bekommen.

Vorab vielen Dank
Phillip

 
Auch dir jkunz, danke für deine schnelle Antwort. Was den C8 betrifft, gebe ich dir absolut recht. Im Gewicht tut sich da auch nicht viel. Ich habe schon geschaut ob irgendwo ggf. eine gebrauchte HEQ-5 zu bekommen ist, leider bisher nichts gefunden.

Was genau bewirkt die "Autoguiding Schnittstelle"? Wenn ich die Motoren direkt per Controller/Laptop ansteuere und das Signal der Guidingcam per Matlab/Simulink auswerte, wofür brauche ich diese Schnittstelle? Atm gehe ich nicht davon aus dass ich knapp das doppelte für eine Montierung bezahle wegen einer Schnittstelle die unter Umständen nicht benötigt wird. Sollte dies anders sein, bitte korrigiere mich. Da es erwähnt wurde: Ja, ich weiß dass in dem Angebot keine Motoren enthalten sind.

In anderen Foren haben User geschrieben, dass die EQ5 mit dem f5 Newton fototauglich sein soll, möglicherweise nicht mit einem zusätzlichen langbrennweitigem Refraktor drauf. Gibt es denn hier jemanden der mit dieser Kombination versucht hat zu fotografieren? Die Montierung soll 10kg tragen, wenn ich ca 6,5kg für Tubus und Zubehör rechne + 1kg für die kamera bin ich bei 7,5kg. Das wären 75%. Auch die Brennweite von 750mm bzw Tubuslänge sollte doch im Grunde akzeptabel sein. Sofern es hier denkfehler gibt weist mich bitte drauf hin.

EDIT:
ZUR NEQ-5 wird folgendes im Bereich Fotografie geschrieben:
"Die Kombination ist fotografisch soweit OK, durch den Hebel gering windanfällig. Es gibt eine Hysterese beim Richtungswechsel in der DEC-Achse, die sich bei dieser Nachführ-Brennweite schon bemerkbar macht. Diagnose: nicht sauber gelagerte Schnecke (trotz Kugellager). Abhilfe: Modifizierung " - 6" f6 Newton, 7,2kg mit Zubehör (mit OAG statt Leitrohr)

In Verbindung mit einem ED80 und 7,0kg Gesamtgewicht:
"Eine sehr gute Kombination, die problemlos auch bei etwas Wind einsetzbar ist. Das Guiding läuft mit dem 102/500 FH, der ALCCD5 und PHD sehr gut. Gruß, Matthias" - hier wurde auch noch ein Leitrohr montiert.

Beide Kombinationen mit einer EOS1000d drauf.

Gruß
Phillip

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Wenn du die Nachführung komplett selbst bauen willst kann dir die Autoguiding Schnittstelle natürlich egal sein. Dann musst du "nur" Schrittmotoren an die Montierung antüddeln und "nur" die nötige Software schreiben um diese anzusteuern. Das wird sicher nicht so einfach wie du dir das in deiner naiven Unwissenheit vorstellst. (periodischer Schneckenfehler, ...) Und Geld kostet es auch. Du öffnest mit dem Thema Astrofotografie die Büchse der Pandora. Da hast du schon genug Probleme. Warum willst du das Rad "Autoguiding" neu erfinden und noch eine Zeit fressende Baustelle aufreißen? Willst du Sterne guggen und fotografieren oder Ausrüstung basteln?

Das Problem ist: Die NEQ5 hat nur "Handkurbeln" zum Antrieb. Um die mit einer Autoguiding fähigen Motorisierung aufzurüsten ist man schnell einige Hundert EUR los. Egal ob fertig von der Stange oder selbst gebastelt. Das relativiert die Preisdifferenz. Und dann hat man immer noch ein billiges, wackliges Frickelding. Die Konstruktion und Verarbeitungsqualität meiner NEQ5 ist, nunja, "preiswert". Wenn du gleich was vom Kaliber einer Advanced VX nimst ist das Problem mit der Motorisierung anständig gelöst und hast gleich eine bessere, stabilere weil größere Montierung.

Teleskope kommen und gehen. Eine anständige Montierung bleibt.

Zur Tragfähigkeit der NEQ5: Daumenregel ist für Foto ist die Hälfte der angegebenen max. Ladung. Da kommst du drüber. Das wird halbwegs gehen. Siehe Montierungsdatenbank, ist aber grenzwertig. Warum etwas kaufen, wenn man von Anfang an weiß, dass es (zu) knapp ist?
 
Moin,

also eine Advanced VX ist ja auch nichts anderes wie eine etwas bessere EQ5. Also würde ich da nicht unbeding von einem wackeligen frickelding reden wenn ich eine VX besitzen würde. Motorisierung hin oder her, die Mechanik darunter bleibt die gleiche.
Ein Freund von mir hat eine Bresser Mon-2, also eine Ur-EQ5 Klone mit einem Skywatcher goto Upgrade hier im Forum erworben. Ich meine das Teil hat 250€ gekostet. Seit dem wir die neu eingestellt hatten läuft das Ding völlig problemlos mit seinem GSO 6". Er fotografiert nur und ist nicht visuell unterweg. Darauf ist eine 40D und ein 9x50 Sucher zusammen mit einem Notebook und phd. Wie gesagt, völlig problemlos.
Aber Du solltest da erst mal nicht überstürzen, vor allem wenn das Budget erst mal so begrenzt ist. Kauf Dir erst mal ne Montierung am besten mit Goto und gebraucht. Darauf kannst Du auch deine DSLR mit der Kitscherbe schnallen. Im Moment (wenn es denn mal wieder klar ist) kannst Du damit schöne Widefields der Milchstrasse machen.
Wenn dann mal wieder etwas Geld da ist kannst Du Dir den GSo kaufen, am besten im Packet mit nem Korrektor, denn ohne den geht es eigentlich nicht. Wenn Du etwas basteln kannst, dann kannst Du Dir einen GuidingSucher auch selbst bauen. Dazu brauchst Du einen Sucher (8x50 od. 9x50) und ne günstige Webcam. Das setzt natürlich vorraus das Du ein Notebook besitzt. Wenn auch das nicht vorhanden ist wird es gleich mal teuerer, aber dann würde ich zum Mgen Autoguider greifen.

Gruß Markus
 
Moin allerseits,

conehead, ich habe den Eindruck dass du mich ziemlich genau verstanden hast. Die Goto Steuerung erlaubt mir die Objekte per Steuerung oder per "Katalognummer" automatisch anzufahren. Hat dies noch weitere Vorteile? Bisher war ich nicht der Meinung eine Goto Steuerung zu brauchen, belehre mich sonst eines Besseren.

Wie gesagt, es ist nicht geplant das Equipment zu kaufen und direkt in die Fotografie einzusteigen, es soll lediglich möglich sein. Ebenso brauche ich eigentlich keine Sternwarte die 50kg wiegt, bevor hier eine Diskussion wegen noch größeren Montierungen entsteht. Laut deinem Beitrag ist die Fotografie mit der EQ5 und einem 6" also durchausmöglich. Zu Beginn wird das Teleskop zur visuellen Beobachtung sein, ich möchte aber auch wie du schon sagtest die Möglichkeit haben die Kamera draufzuschnallen und so ggf. die ersten Aufnahmen zu erzielen. Ich denke in den kurzen BW-Bereichen werde ich auch einfach durch das Teleskop guiden können, Motoren vorrausgesetzt aber dies ist nicht die welt.

Was den Sucher angeht, 8x50 oder 9x50 war die Idee die ich auch hatte, dahinter wollte ich zu späterem Zeitpunkt eine ALCCD5 klemmen und dessen Signale mithilfe der Image Processing Tools von Matlab auf Motoren umsetzen. Ein leistungsstarkes Notebook ist selbstverständlich vorhanden.

Zu jkunz Post:
Zunächst möchte ich dich mal darauf hinweisen, dass meine "naive Unwissenheit", zumindest was Hardwarenahe Softwareentwicklung betrifft, weitaus fundierter ist als du es dir vermeintlich vorstellen kannst. Den Kommentar werte ich daher als Unsinn. Ebenso wird das "Rad" auch nicht neu erfunden, mehr habe ich den Eindruck dass du mit Elektrotechnischem Prototyping doch nicht so versiert bist wie es scheint. Der Weg ist das Ziel, auch hier dran finde ich enormen Spaß. Während ich das Zeug entwickle stehe ich auch nicht bei -30°C draußen, falls du dir da soviele Gedanken gemacht hast.

Was den Preis für die Motoren betrifft, gerechnet habe ich in etwa 120€ für einfache Motoren mit Fernbedienung. Ob die Motoren für den Beginn taugen kann ich nicht beurteilen, allerdings macht es für mich erstmal keinen Unterschied ob die Motoren 120 oder 160€ kosten. Mir ist auch bewusst, dass ich zum fotografieren durch den Auszug noch weiteres Equipment brauchen werde (z.B. Autoguide, Komakorrektor), allerdings kann ich mich vorher schon mit visueller Beobachtung, gescheitem Einscheinern, etc vertraut machen und dann die genannten Teile nachrüsten.

Die Preisdifferenz soll relativiert werden: Sehe ich anders. Eine EQ5 gibt es neu für 285€ (Solo), die HEQ5 SynTrek kostet bereits 799€ mit Motoren. Selbst wenn ich auf die 285€ noch 200€ für Motoren rechne, bin ich von 800€ weit entfernt. Vorteile sind die höhere Tragkraft (40%) für etwas mehr als den doppelten Preis. Bzgl. der Montierungsdatenbank habe ich meinen alten Post editiert. Dass es sich hierbei um eine Büchse der Pandora handelt, gebe ich dir vollkommen recht. Weiter könnten die Meinungen kaum noch divergieren.

Fazit: EQ5 f6 ist visuell, als auch sagen wir mit viel Wille fototauuglich. Wenn ich eine bessere Montierung gebraucht für akzeptables Geld bekomme, würde ich diese wohl auch nehmen, tendiere aber sonst fast zur EQ5 da ich wahrscheinlich auch viel visuell unterwegs sein werde. Mein Vorredner hat gezeigt dass fotografieren offensichtlich bei Bedarf möglich ist (vll nicht bei Orkanböen), das wird mir erstmal ausreichen. Schöne Bilder der Milchstraße und hellere DSO, wo ich nicht 50min am Stück belichten muss, werde ich vermutlich mit dieser Lösung hinbekommen.
Noch an Conehead, sehe ich mit deiner Andeutung bezüglich des GSO richtig dass du diesen einem Omegon vorziehen würdest?


Sollte mein Post etwas chaotisch sein, bitte entschuldigt. Auch wenn es manchmal nicht so rüber kommt, ich freue mich über jede Antwort und jede angeregte Diskussion.

freundliche Grüße
Phillip
 
Hallo Phillip!

Ich habe über mehrere Jahre hinweg einen 6"f/5(150/750)-Newton fotografisch auf einer GreatPolaris(GP) von Vixen betrieben. Die EQ5 ist wie die Mon2 oder die ADM usw. eine Chinakopie der GP. Meine Erfahrung mit diesen Setup ist, dass ein 6"f/5-Newton auf einer GP fotografisch nur bei absoluter Windstille und eingeschalteten Autoguider ausreichend Ergebnise liefert. Der Newton ist fotografisch für diese Montierungsklasse einfach zu schwer. Fotografie ist durchaus möglich, da gebe ich dir recht, aber man muß dabei mit einer recht hohen Ausschußrate rechnen.
Ich habe mir dann einen Megrez72 zugelegt und dann schnell gemerkt, dass das Öffnungsverhältnis f/6 zumindest für mich kein akzeptables Offnungsverhältnis für Astrofotografie ist. F/6 erfordert nahezu die doppelte Belichtungszeit als f/5 für das gleiche Ergebnis. Und diese Zeit will ordentlich geguidet werden.
Heute, bzw. seit zwei Jahren, fotografiere ich nurnoch mit einen 200mm Teleobjektiv, dem Canon EF 200mm f/2,8 L II, das manuell vor dem Objektiv auf f/4 abgeblendet ist. Seit dieser Zeit macht Astrofotografie erst richtig Spaß. Das Tele ist mit samt Kamera, Leitoptik und Stronghold so stabil auf der GP montiert, dass selbst gelegentliche Windböen auf dem Bild nicht zu erkennen sind.
Also: Je niedriger das Fotogewicht und dabei tragfähiger die Montierung, desto sorgenfreier die Astrofotografie. Ein 6"f/5 auf einer EQ5 geht bereits an die Grenzen. Von mir ein klares: Nein! Entweder eine tragfähigere Montierung(HEQ5) oder eine(teils viel) kleinere Optik. Alles andere ist ergibt unterm Strich nur Frust.

Grüße,
Matthias

Edit: Unnötige Leerzeichen entfernt.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Phillip,

aus Basteltrieb, gepaart mit Neugier und ner Menge Starrsinn und chronischem Kohlemangel habe ich auch mit einem 150/750-Newton auf LXD-75 fotografische Versuche am Nachthimmel unternommen. Aus der Erfahrung heraus kann ich mich Matthias nur anschließen! Irgendwie wird es gehen, aber allein das Fokusieren wird zur Qual, weil das ganze Zeug wackelt, vom Wind usw. ganz zu schweigen. Zwar wirst du von den ersten Ergebnissen extrem begeister sein, aber eine gewisse Ernüchterung wird sich da doch sehr schnell einstellen...

Und was den Vergleich einer nackten EQ5 mit einer HEQ5-Syntrek betrifft, da hinkt der schon ganz gewaltig. Ne AZ-EQ6 trägt auch nur 50% mehr als ne HEQ5, kostet aber fast 100% mehr.... Wenn du schon einen solchen Vergleich anstellen willst, dann aber doch eher EQ5 zu EQ5-Skyscan, da liegen dann zwar immer noch gute 390 € zwischen, aber keine 500 €. Wenn du Spass am Basteln (Prototyping) hast nur zu, allerdings solltest du dabei die anderen Baustellen bei der Astrofotografie nicht unterschätzen!
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi zusammen,

es tut mir leid, aber da muß ich wehement widersprechen. Das Setup 6" f5 funktioniert nahezu perfekt mit der Mon-2. Ausschußrate <5%. Fokusieren mit APT überhaupt kein Problem.
Und da wir beide mobil unterwegs sind, ist da immer etwas Wind, aber auch das war bisher kein Problem. Und Guiden mußt Du eigentlich eh immer wenn Du etwas tiefere Aufnahmen willst.
Goto empfehle ich jedem der Fotografieren will. Die klaren Nächte sind so kurz und rar gesät das ich mich nicht noch mit der Suche des Zielobjektes beschäftigen will. Telrad Sucher hin oder her. Goto ist da einfacher und schneller! Nachrüsten kannst Du fast vergessen, denn die Goto Sets sind neu recht teuer. Von daher noch mal meine Empfehlung: kauf Dir ne gebrauchte Montierung der EQ5 Klasse mit Goto. Wenn Du später mal meinst Du brauchst nen 8" dann kannst Du die Montierung immer noch verkaufen. Die Verluste werden sich da gering halten. Ich spreche hier aus meiner Erfahrung und kann die Erfahrungen der Kollegen hier nicht nachvollziehen. Wie gesagt das Setup meines Freundes läuft seit der Optimierung völlig problemlos. Aufbauen, einnorden, Goto-Setup, Objekt anfahren, PHD kalibrieren, noch mal fokussieren und loslegen. Das dauert weniger als 30 Minuten bis die ersten Photonen gesammelt werden.
Und ja, ich empfehle den GSO aus meiner Erfahrung heraus. Ich selbst habe nen 8" f4, 10" f5 (beides Carbon) und bin damit sehr zufrieden.

Gruß Markus
 
Hallo zusammen,

danke für die Umfangreichen Beiträge! Ich denke ich wurde nun komplett verstanden.

Zu Refeks Post: Ja das mit dem Teleobjektiv ist so eine Sache, würde ich mit Sicherheit auch probieren beziehungsweise würden meine ersten nachgeführten Aufnahmen wahrscheinlich genau auf diesem Wege entstehen.

Zu Sodiac: das klingt ja fast wie bei mir :D Mir ist hier vollkommen klar, dass ich mit Sicherheit auf einer EQ6 und sogar einer besseren Optik weitaus mehr Objekte ablichten kann als mit meinem geplanten Setup, hier liegt aber überhaupt kein Problem. Vorallem Coneheads letzter Post bzgl der Montierung hat mich nochmal kräftig motiviert mich weiter mit der Materie auseinander zu setzen.

Was würdet ihr davon halten, wenn ich das genannte Setup verwende um visuell gescheit klarzukommen und eventuell auch einen kleinen Fotoversuch zu starten. Es ist überhaupt kein Thema wenn die (ersten) Aufnahmen nicht perfekt werden, das ist auch logisch und wird denke ich mit zunehmender Übung auch besser. Wenn ich dann immernoch der Meinung bin dass ich der große Astrofotograf werden will, kann ich das denke ich nach den ersten Versuchen besser beurteilen. Sollte dies in der Tat so ablaufen, könnte ich die NEQ5 verkaufen und ggf. sogar dann gegen eine EQ6 mit Goto und allem Schnickschnack ersetzen, so wüsste ich zumindest wo ich stehe. auf einen Schlag gleich eine Summe >1000€ in die Hand zu nehmen halte ich für sehr gewagt, auch wenn ich der Meinung bin dass die Astronomie das richtige für mich ist.

Es würde zudem ja auch noch eine geringe Chance bestehen, dass das Setup plötzlich doch tauglicher ist als gedacht, ähnlich der Erfahrungen von Coneheads Bekannten.

danke nochmal für die Beiträge,

Grüße
Phillip
 
Zitat von Parkuhr:
Zu jkunz Post:
Zunächst möchte ich dich mal darauf hinweisen, dass meine "naive Unwissenheit", zumindest was Hardwarenahe Softwareentwicklung betrifft, weitaus fundierter ist als du es dir vermeintlich vorstellen kannst. Den Kommentar werte ich daher als Unsinn. Ebenso wird das "Rad" auch nicht neu erfunden, mehr habe ich den Eindruck dass du mit Elektrotechnischem Prototyping doch nicht so versiert bist wie es scheint. Der Weg ist das Ziel, auch hier dran finde ich enormen Spaß.
Ich bin Dipl. Ing. für E-Technik und Informatik. Ich habe im Studium Bildverarbeitung und Regelungstechnik mit Hardware-in-the-Loop mit Matlab betrieben. Ich denke daher durchaus die Problematiken abschätzen zu können. Mitlerweile habe ich den Endruck, dass du weißt worauf du dich einläßt. Dir ist bewußt, dass das Arbeit wird. Dann ist das OK. Ich wollte nur vermeiden, dass du Tagelang rumbastelst und dann frustiert aufgibst weil Ergebnisse nicht sofort greifbar werden.

Aus eigener Erfahrung weiß ich wie viel Spaß man haben kann, wenn man sich in einem Bastelprojekt fest beißt. :)

Zitat von Parkuhr:
Fazit: EQ5 f6 ist visuell, als auch sagen wir mit viel Wille fototauuglich.
Genau das versuchte ich dir zu vermitteln. :) Wirklich schlecht ist die NEQ5 nicht. Aber eben China-Qualität. Es hat da mal etwas zu viel Spiel, dort mal etwas zu wenig. Kann man nachbessern.

p.s. Eines meiner anstehenden Bastelprojekte ist ein verbesserter Schrittmotortreiber für meine NEQ5. Das fertige Teil schwenkt mir zu langsam. Bei der Gelegenheit gibts noch einen Motorfokus fürs C8. Aber zuerst muss der 3D-Drucker wieder gescheit laufen...
 
jkunz, entschuldige dann bitte meinen Kommentar, ich denke was das Fachgebiet angeht bewegen wir uns auf einer Wellenlänge....Komme auch aus dem Bereich der Elektro- und Informationstechnik. Schön dass du auch ein Bastler bist, ich sehe es gerne wenn auch andere Leute versuchen kommerzielles durch ihre eigenen technischne Innovationen zu ersetzen. Dies geht natürlich auch leichter mit einem gekauften Autoguide, aber gerade an diesen Schnittstellen hier macht auch das Basteln sehr großen Spaß - dass dies einen großen Aufwand darstellt, ist mir bewusst aber ich denke dass ist gerade im Bereich der Regelungstechnik keine Seltenheit....

Was deinen Schrittmotortreiber angeht: Klingt so, als würde ich dich kontaktieren müssen wenn es in Richtung des Autoguidings geht um einmal Erfahrungen über die Hardware auszutauschen :)

Vorab die Frage: Wofür genau dient ein Motorfokus? Dies habe ich schon öfter gesehen. Im Grunde sollte sich der Fokus doch kaum ändern, da unendlich oder sehe ich dies falsch? Sollte dies nicht mit einem einfachen 1:10 Untersatz klappen? Ich denke eure praktischen Erfahrungen gehen hier etwas weiter, eine Antwort wäre daher super.

PS: Die 3D Drucker sind mir bisher noch zu teuer, warten wir mal noch ein bisschen ab :D

Grüße
Phillip
 
Hallo Philipp,

Was die ersten Punkte zur Fotografie angeht:
- 1:10 Untersetzung wird direkt mitbestellt, ist möglich. Die Motoren und zusätzliches Equipment was die Nachführung betrifft kommen wenn ich mit der visuellen Beobachtung vollends klarkomme.

ok :)

Bedingt durch mein Studium ist Technik und basteln in Hinsicht einer selbst gebauten Nachführung kein Thema (werde die vermutlich mit Matlab Simulink und geeigneter Hardware realisieren wollen). Das die Kosten für den genannten Kram weitaus über 500€ betragen werden ist mir vollkommen klar, aber irgendwo muss man ja beginnen :)

Dein Wissen um Matlab in Ehren, das ersetzt aber nicht qualitativ hochwertige Motoren, die Mikroschritte können. Die sind nicht für ein paar Euro zu haben.

Wenn Du 3-5 Jahre Zeit hast, um das alles zusammenzubauen und die Steuerung zu programmieren, nur zu.

Ich hatte Dich allerdings so verstanden, daß Du jetzt "gucken" und in sagen wir mal 3 Monaten fotografieren möchtest.

Eine EQ5 "out of the Box" kann, muß aber nicht fotografisch funktionieren. Dazu ist einfach die Qualitätskontrolle für "Billig-Consumer-Teile" einfach zu mieß.

Meist läuft es darauf hinaus, daß Du die Montierung auseinander nehmen mußt. Das zähe "Chinaklebefett" raus, jede Schnecke, jedes Zahnrad, Welle, Lagerung säubern, polieren, neu fetten, zusammenbauen und geduldig (mehrere Nächte) das Spiel bis zu dem Punkt reduzieren, wo es fast nicht mehr vorhanden ist, aber bei leichter Temperaturänderung noch nix klemmt oder doch wieder schlackert...

Die Fotografie und visuelle Beobachtung möchte ich bewusst nicht von vornherein trennen, da ich nicht in 6 Monaten neues Equipment kaufen will weil das jetzige dann zum Fotografieren nicht taugt.

Solange Du kein Gefühl dafür hast, wie groß (in Bogensekunden, Bogenminuten oder Grad) Deine Wunschobjekte sind und wie hell bzw. duster die sind und in welchen Wellenlängen sie am hellsten sind, macht es einfach keinen Sinn, sie zu fotografieren.

Beispiel: Du möchtest die Andomedagalaxie fotografieren. In ihrer ganzen Ausdehnung und Pracht, mit Staubbändern und allen Begleitgalaxien. Dazu nimmst Du den 6" Newton und wunderst Dich, warum Du die Galaxie nicht findest.

Tja, Du hast sie voll im Gesichtsfeld, aber sie ist 3x so groß wie der Chip Deiner Kamera. Da hättest besser das 200 mm Teleobjektiv genommen. ;)

Oder Du möchtest den Ringnebel in der Leier fotografieren. Bist am richtigen Fleck am Himmel, siehst aber keinen großen, bunten Planetarischen Nebel. Weil Du ihn formatfüllend erwartest, er aber grad mal 1/100 stel vom Bildfeld des Chips ausmacht mit dem 6" Newton...

Was die Objektive für die DSLR betrifft, ist ein 35mm f1.8 und ein 200mm f2.8 in Aussicht. Diese aber ganz unabhängig von der Astrofotografie, aber dennoch auch dafür sehr gut geeignet. Aktuell ist die eher bescheidene 18-55mm Kitlinse aufgeschraubt. Auch hier war ja mit der parallaktischen Montierung von vornherein geplant die DSLR auch Solo montieren zu können (ohne den Newton).

ja, so rum macht das viel Sinn.

Allerdings würde ich mich wenn alles soweit ist auch im Piggyback auf dem Newton versuchen.

das ist völliger Quatsch. Der Newton als Nachführteleskop ist viel zu groß, schwer und windanfällig.

Prismenschine, 8x50 Sucher und parallel dazu die Kamera mit Fotoobjektiv.

Schau mal, alle diese Motive sind mit einem 300 mm Teleobjektiv aufgenommen:

Motive mit 300 mm Brennweite

Ich denke einen 150/750 Newton muss ich mir nicht unbedingt nochmal anschauen.

ok, dann weißt Du, was an Platzbedarf auf Dich zukommt.

Für Planeten oder sehr kurze Belichtungszeiten (30 Sekunden bis 2 Minuten) ist je nach Qualität der EQ5 (Serienstreuung!) das Setup brauchbar bis gut. Bei längeren Belichtungszeiten steigt aber der Ausschuß stark an. Trotz Guiding. Wegen mechanischen Fehlern. (Spiel, hakelnde Flanken, Windlast, Torsion, ...)

Dann kommt beim Newton noch der Komakorrektor dazu. Die günstigen verkippen sehr leicht. Und Du mußt den Arbeitsabstand penniebelst einstellen. Sonst hast entweder komatöse Sterne, oder Bananen. Da geht es nicht um 1/10 sondern um 1/100 mm!

Nächste Baustelle: der OAZ. Der darf in sich selber natürlich auch nicht kippeln oder hakeln. Sonst wird das Scharfstellen zur unendlichen Geschichte.

Um all diese Dinge brauchst Du Dir visuell überhaupt keine Gedanken machen, und wenn Du mit einem Teleobjektiv anfängst, auch nicht.

So kommst zu brauchbaren Rohdaten, mit denen Du überhaupt in die Bildbearbeitung einsteigen kannst. Das wird dann für Jahre ne Lern-Baustelle. Und wenn Du die Bildbearbeitung beherrschst, dann macht auch das Fotografieren durch den Newton was her. Denn bis dahin hast wieder Knete für den Komakorrektor und nen Astroumbau des Kameraboddy´s. :D
 
Guten Abend oder eher gute Nacht zusammen,

was Matlab/Motoren betrifft: Ich denke das ist nicht wirklich ernst gemeint was du schreibst. Dass Motoren Geld kosten sollte klar sein, ebenso dass hochwertige Motoren auch mehr kosten als schlechte. Die Sache mit dem Chinafett und nicht entgratete/polierte Stahl/Stahl oder Stahl/KS Verbindungen habe ich bereits gelesen. Der mechanische Aufwand für das Aufbereiten wird wohl noch kommen, aber hier habe ich auch gesehen dass teilweise selbst bei der EQ6 das gleiche Fett verwendet wurde - der Aufwand wäre mit einer stärkeren Montierung der gleiche (außer sie kommt nicht aus China, kostet dann aber direkt mehr). Der passende Guide für die EQ5 bzw CG5 wurde ja bereits gepostet.

bzgl der Brennweite: Wenn ich jetzt nicht völligen Quatsch rede sprichst du ja von der fokalen Projektion, wo ich das Teleskop über den Auszug quasi als langbrennweitiges Teleobjektiv nutze. Wenn man ein wenig Übung hat gibt es doch noch die Möglichkeit ein Okular dazwischen zu klemmen (Okularprojektion) um eben die Bildgröße auf dem Sensor zu vergrößern/verkleinern oder habe ich hier einen Denkfehler gemacht? Bisher habe ich in Stellarium mit diversen Einstellung verschiedene Brennweiten und Okulare durchsimuliert, natürlich geht nicht alles auf den Sensor...dies wird aber auch nicht erwartet. Vorab: Ja, der Cropfaktor für meine Kamera wurde berücksichtigt.

AUf die Tele bzw. WW Objektive gehe ich nicht weiter ein, da diese zu meiner Fotoausrüstung gehören und nicht speziell für die AStrofotografie genutzt werden. Sicherlich werde ich sie auch hier gut gebrauchen und auch verwenden mit einer der genannten Methoden.

Zum Komakorrektor: Sollte es dann zum ambitionierten fotografieren der f5 Newton werden, so wird selbstverständlich ein ordentlicher Koma Korrektor besorgt. Dass dieser bei akzeptabler Qualität/Verarbeitung ins Geld geht ist nur logisch, ist ja bei Linsen und anderem Optischen Zubehör auch nicht anders. Vorerst werde ich vermutlich durch ein Sucherfernrohr guiden müssen, sollte ich mit dem f5 soweit zufrieden sein würde auch der OAZ folgen.

All das unter der Prämisse dass der Newton auch gescheit nutzbar ist auf der EQ5. Sollte ich feststellen dass sich jeder Eingriff wie Wackelpudding verhält, muss ich mir natürlich eine andere/modifizierte Lösung mit stabilerem Setup überlegen....im Moment bin ich positiv gestimmt und gehe noch nicht davon aus.

Zur Bildbearbeitung: Seit Jahren bearbeite ich meine Bilder mit diversen Tools (u.a. Lightroom und Photoshop). Mit der Bildverarbeitung und Bearbeitung bin ich durchaus vertraut.
Das einarbeiten in die Astrofotobearbeitung konnte ich an wenigen gestackten (DSS) WW Aufnahmen üben, mit der Zeit werden sich auch hier die richtigen Techniken heraus kristallisieren. Kontrasterhöhung, Schärfen, Rauschminderung...all das sind ja ziemlich universelle Mittel der Bildbearbeitung von daher sehe ich das erstmal nicht als Problem an.


Grüße
Phillip
 
Hi Philipp,

was Matlab/Motoren betrifft: Ich denke das ist nicht wirklich ernst gemeint was du schreibst.

doch. Ich verfolge seit 35 Jahren, wie sich Einsteiger einbilden, eine Steuerung samt irgendwelcher exotischer Motoren selber zu basteln. Die echten Erfolge lassen sich an den Fingern beider Hände abzählen. Aber mach ruhig, ich hab da ja keine Ahnung von...

Die Sache mit dem Chinafett und nicht entgratete/polierte Stahl/Stahl oder Stahl/KS Verbindungen habe ich bereits gelesen. Der mechanische Aufwand für das Aufbereiten wird wohl noch kommen, aber hier habe ich auch gesehen dass teilweise selbst bei der EQ6 das gleiche Fett verwendet wurde - der Aufwand wäre mit einer stärkeren Montierung der gleiche.

nein. Die Lager bei der EQ6 sind besser, weil für mehr Gewicht gedacht. Wenn Du einen 6" Newton auf ne EQ6 "out of the box" setzt, mußt nicht tunen. Weil dann das Gewicht und der Hebel deutlich unter der Grenze der EQ6 liegt. Und somit deutlich weniger Guidingfehler auftreten. Packst dagegen einen 8" Newton drauf, mußt wieder tunen...

bzgl der Brennweite: Wenn ich jetzt nicht völligen Quatsch rede sprichst du ja von der fokalen Projektion, wo ich das Teleskop über den Auszug quasi als langbrennweitiges Teleobjektiv nutze.

ja

Wenn man ein wenig Übung hat gibt es doch noch die Möglichkeit ein Okular dazwischen zu klemmen (Okularprojektion) um eben die Bildgröße auf dem Sensor zu vergrößern/verkleinern oder habe ich hier einen Denkfehler gemacht?

mit dieser Methode kann man nur die Brennweite erhöhen, nicht verringern. Zum Verringern benötigst Du einen "Reducer" der auch mal Shapleylinse genannt wird.

Für Planeten macht es durchaus Sinn, mit Hilfe einer Barlow-Linse oder Okularprojektion die Brennweite zu erhöhen. Das ist korrekt. :)

Aber für Deepsky-Fotografie ist das für einen Anfänger völliger Schmarrn. Du kannst Fotografieren? Verdoppelst Du die Brennweite bei gegebener Öffnung, ändert sich die Blende. Aus f=5 wird f=10. Um die selbe Menge an Photonen auf den Chip zu bekommen, müßtest Du viel viel länger belichten pro Einzelbild.

Bei der Tageslichtfotografie kann man über eine Veränderung der Blendenzahl nette Efekte erzielen (Tiefenschärfe, Motiv freistellen), bei astronomischen Aufnahmen belichtest Du Dich mit Blende 10 oder mehr zu Tode. Aus 2 Minuten Belichtungszeit wird da schnell 20 Minuten. Guide das mal fehlerfrei. :erschreck:

Denkst Du darüber nach, bei einem f=5 Newton per Shapleylinse die Brennweite zu verkürzen, wird

a) der Chip nicht mehr ausgeleuchtet
b) die bauartbedingte Koma erscheint schon viel weiter innen und die Sterne werden auch innen zu Kometen

Das ist und bleibt Schmarrn.

All das unter der Prämisse dass der Newton auch gescheit nutzbar ist auf der EQ5. Sollte ich feststellen dass sich jeder Eingriff wie Wackelpudding verhält, muss ich mir natürlich eine andere/modifizierte Lösung mit stabilerem Setup überlegen....im Moment bin ich positiv gestimmt und gehe noch nicht davon aus.

Viel Glück

Zur Bildbearbeitung: Seit Jahren bearbeite ich meine Bilder mit diversen Tools (u.a. Lightroom und Photoshop). Mit der Bildverarbeitung und Bearbeitung bin ich durchaus vertraut.

Lightroom ist für Astronomiebilder ungeeignet. Daß man für Tageslichtaufnahmen Darks, Flats und Bias braucht sowie Gradientenentfernung ist mir neu. Aber ich lern gerne dazu.

Das einarbeiten in die Astrofotobearbeitung konnte ich an wenigen gestackten (DSS) WW Aufnahmen üben, mit der Zeit werden sich auch hier die richtigen Techniken heraus kristallisieren. Kontrasterhöhung, Schärfen, Rauschminderung...all das sind ja ziemlich universelle Mittel der Bildbearbeitung von daher sehe ich das erstmal nicht als Problem an.

Kannst Du mal bitte ein solches Bild zeigen?

Eventuell habe ich einfach völlig andere Vorstellungen/Ansprüche an "Astrofotos"?
 
Es kommt mir irgendwie so vor als würdest du dich angegriffen fühlen...das war so nicht gedacht. Nun also wieder zun konstruktiven:

Wegen der Motoren: Achte bitte drauf was du schreibst: Du sagst dass die Matlab Programmierung keine guten Motoren ersetzt. Mir stellt sich die Frage wo ich a) geschrieben habe schlechte Motoren für eine selbstgebaute Lösung zu verwenden, b) möchte ich zunächst für die visuelle Beobachtung eine einfache Nachfürhung verwenden, der Selbstbau kommt nachher...aber auch das habe ich denke ich schon erwähnt. Zum letzten wäre noch d) wo sich mir die Frage stellt, wo ich sagte dass ich mit einer Softwareumgebung schlechte Motoren kompensieren will. Bisher habe ich ein ähnliches Projekt (Motor/servosteuerung mit Matlab) im Bereich der Robotik erfolgreich einsetzen können, der Unterschied zur Nachführung wird sich denke ich zeigen. Völlig überflüssig die Diskussion da ich keineswegs irgendwo behauptet habe "Ich bau mir jetzt das Beste Nachfürungssystem und bin Profiastrofograf". Alles Grundgedanken für den Werdegang.

Bzgl bin ich immernoch der Meinung dass klebriges Fett in Schneckengetrieben nicht durch bessere Lager oder eine stabilere Bauweise kompensiert wird. Dies lasse ich aber so stehen da ich davon ausgehe dass du hier den weitaus besseren Durchblick hast.

Was die Brennweiten angeht: Danke für die Aufkläruung über die Reducer, Barlows etc. Dies war sehr verständlich, daher habe ich es denke ich verstanden.

Dass bei Verdoppelung der Brennweite, auch der Blendenwert verdoppelt wird ist mir klar. Fairerweise muss ich sagen, dass ich nicht an die zusätzliche Belichtungszeit und die daraus resulierenden Guidingfehler gedacht habe. Danke dafür :) Bist du der Meinung dass dies überhaupt notwendig wäre? Ich denke mit 750mm wäre ich ganz gut bedient.

Nenne mir bitte einen Grund, warum Lightroom ungeeignet sein soll? Es ist wohl nicht unbedingt gezielt für Astrofotografie ausgelegt, bisher konnte ich damit zumindest auf den Bilder etwas erkennbar machen mit Hilfe einfacher Techniken, welche denke ich bei allen Fotos genutzt werden (Rauschminderung/Maskieren, WA, Kontrastverstärkung). Ganz am Rande: Ich möchte ebenso keine Filmplakate drucken, die Ansprüche an die Qualität der Fotos sind daher mit sicherheit nicht so hoch wie deine oder die eines erfahrenen Hobbyastronomen/Fotografen.

Vorallem bezüglich der Darks weise ich darauf hin dass viele Kameras bei längeren Belichtungen das Dark automatisch abziehen/runterrechnen. Der manuelle Abzug entfällt das ist richtig, Prinzip der Rauschminderung ist dennoch identisch. Flats und Bias habe ich in der Tat im Bereich der "Tageslichtfotografie" nie gebraucht, die Anwendungszwecke beschränken sich aber keinesfalls auf Sternbildaufnahmen.

Gradientenentfernung wird an so ziemlich jedem gut bearbeiteten Bild vorgenommen. Sofern kein Polfilter vorhanden ist, können Lichtreflexionen ebenfalls unschöne Gradienten hinterlassen welche nachträglich entfernbar sind. Auch bei Dämmerung wird es mit Sicherheit leute geben denen der Himmel nicht so gefällt wie er dann letztendlich aussieht. Dafür muss man kein Astrofotograf sein, aber das ist nur die Meinung eines Beginners der sich ein Teleskop kaufen will...

Wenn ich nachher zu Hause bin kann ich dir gerne die ersten Versuche zeigen. Erwarte bitte nicht zu viel...Habe mich anfänglich vor allem im Sternbild der Cassiopeya bewegt.

Gruß
Phillip
 
Wie gewünscht wäre hier eines meiner ersten Testbilder...hier gibt es selbstverständlich noch einiges an Verbesserungspotential...

http://i.imgur.com/H7rCV8Y.jpg

Es sollte Cassiopeya abgelichtet werden. Zu sehen sind außerdem noch M31 und die 2 Sternhaufen H und Chi Persei?

Mit viel Vorstellung ist auch das Band der Milchstraße "erkennbar", oder irre ich mich hier?

Belichtet wurde hier übrigens 20x20Sekunden ohne Nachführung, anschließendes Stacking in DSS und Bearbeitung mit der Adobe Suite, der Gradient wurde übrigens bewusst nicht entfernt. Die "punktförmigkeit" ist für mich in Ordnung.

Gruß
Phillip
 
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Moin,

Lightroom IST völlig ungeeignet für die Astrobearbeitung. Eventuell für den letzten Schliff, mehr aber auch nicht. Photoshop ja, denn da kannst Du ganz andere Dinge mit machen wie z.B. das Histogramm strecken. Und das ist erst mal die Hauptfunktion um überhaupt was sichtbar zu machen. Glaub mir das kannst Du überhaupt nicht mit normaler Bildbearbeitung vergleichen...
Zum Thema Chinafett. Die heutigen Montierungen sind durchaus mit einem Fett bestückt das nicht mehr gewechselt werden muß. Früher ist das Fett gerne verklebt und hat die Montierung etwas schwergängig gemacht. Das ist heute nicht mehr. Wichtig ist dass das Spiel gut eingestellt wird. Das muß ich aber nicht Nachts machen. Ich habe das bei meiner EQ6 genau einmal tagsüber gemacht. Seit dort hab ich das Ding nie mehr angerührt. Ebenso die Mon2 (die übrigens auch gerne bzw. eigentlich immer 5 Minuten völlig problemlos Guidet) von meinem Kollegen. Wenn man sich etwas mit Mechanik auskennt sieht und fühlt man sofort wann es gut ist und wann es "zu gut" eingestellt ist.
Zum Thema Steuerung. Ich kenne Dich nicht, aber wenn Du schreibst Du bekommst das hin dann glaube ich Dir das erst mal. Aber: willst Du wirklich so viel Zeit investieren bis Du dann wirklich loslegen kannst? Eine Montierung mit goto Steuerung kostet in der EQ5 Klasse nicht die Welt und funktioniert out of the box einwandfrei. Da würde ich den Basteltrieb lieber woanderst investieren. Aber da setzt jeder seine Schwerpunkte anders.
Was ich immer noch nicht verstehe ist das alle hier sagen das die EQ5 eigentlich Schrott ist und nicht mehr als 30 bzw. 120 Sekunden guiden kann. Ich poste gerne mal nen graphen von meinem Kollegen über 600 Seksunden. Mit nem 9x50 Sucher ist da in der Regel nicht mehr als ein halbes Raster Abweichung drin. Bei meiner EQ6 ist das zwar noch etwas ruhiger aber nicht um Klassen besser. Ach und der Kollege von mir hat ein Stativ der EQ6 drunter. Eventuell macht das ja so viel von der Stabilität aus. Das originale ist wirklich sehr wackelig.

Gruß Markus
 
Hallo Markus!

Keiner hat hier geschrieben, dass sich eine EQ5 nicht guiden läßt. Um aber eine EQ5 guiden zu können, braucht man erstmal eine autoguiderfähige 2-Achsen-Schrittmotorensteuerung. Dieses Schrittmotorenset für 120 Eulen, das hier angesprochen wurde, besteht aber nur aus zwei einfachen Schrittmotoren aus Chinafertigung(die haben teils ein gewaltiges Getriebespiel) und einer einfachen Steuerung ohne ST4-Eingang. Das Teil ist von hausaus nicht guidefähig, da nur 2fach als niedrigste Geschwindigkeit einstellbar ist bzw. wäre. Und das ist zu schnell, das System schaukelt sich selbst hoch bei Einsatz eines Autoguiders. Wenn man also nur das Motorset benutzt, das ist von Phillip so geplant, dann sind eben nur Belichtungszeiten von maximal 60 Sekunden drinn bei 750mm Brennweite. Das ist ein Erfahrungswert aus meiner Anfangszeit mit dem 6"f/5 und Vixen spielt Qualitativ in einer etwas anderen Liga als Skywatcher. Aber immer vorausgesetzt, dass die Montierung dementsprechend eingenordet bzw. eingescheinert ist. Das wiederum ist auch wieder abhängig vom verwendeten Polsucher und/oder der benutzten "Scheiner"-Methode.

Anders sieht es natürlich aus, wenn man statt dieses Motorsets eben gleich das SynScan-Upgradekit an der EQ5 benutzt. In dieser Richtung möchte aber Phillip selbst tätig werden:
Bedingt durch mein Studium ist Technik und basteln in Hinsicht einer selbst gebauten Nachführung kein Thema (werde die vermutlich mit Matlab Simulink und geeigneter Hardware realisieren wollen).
Was genau bewirkt die "Autoguiding Schnittstelle"? Wenn ich die Motoren direkt per Controller/Laptop ansteuere und das Signal der Guidingcam per Matlab/Simulink auswerte, wofür brauche ich diese Schnittstelle? Atm gehe ich nicht davon aus dass ich knapp das doppelte für eine Montierung bezahle wegen einer Schnittstelle die unter Umständen nicht benötigt wird.
Nun gut, wenn er das kann soll es eben so sein. Ich habe selbst großen Respekt vor Leuten, die so etwas selbst bauen können. Meine Erfahrungen kamen bis heute über diverse Arduino-Experimente nicht hinaus. Ich bin da eher der Mechaniker.

Grüße,
Matthias
 
Hallo Markus,

warum verstehst du nicht, dass es hier einige Menschen gibt, die die EQ5 in Verbindung mit einem 6" f/5 als nicht optimales Fotosetup werten? Du berufst dich auf die Erfahrungen, die du bzw. dein Kumpel gemacht haben, diesen aber eine gewisse Allgemeingültigkeit zuzuweisen finde ich den Erfahrungswerten der anderen Kollegen hier gegenüber (durch die Blume gesagt) nicht fair!

Wenn du mal in meine Astrobin-Gallerie schaust, wirst du einige Bilder sehen, die ich mit der LXD-75 als Unterbau gemacht habe (NGC7000, M31 und die Knochenhand durch einen 80er ED APO... Mond und M13 sogar durch einen 8" SC bei voller Brennweite). Deswegen habe ich auch weiter oben schon geschrieben, dass es gehen wird (und ganz nebenbei, habe ich auch mit einem 6" Newton fotografiert, die Bilder haben mir aber alle nicht so gut gefallen, als dass ich sie bei Astrobin einstellen wollte)!

ABER und darauf kommt es an (hat Phillip für sich auch richtig erkannt), die EQ5 kann den Erwartungen genügen, muss sie aber nicht! Ich pers. finde den 6" Newton auf dieser Montierungsklasse einfach zu wackelig. Allein der Umstand, dass der Punkt, an dem du fokusierst schon einen ungünstig langen Hebel (im Vergleich zu einem 80er ED) hat, führt dazu, dass im Liveview bei 10xLupe der Stern wild hin und her springt und auch die Ausschwingzeit ist entsprechend hoch! Im Klartext heisst das minimal an der Untersetzung drehen, warten und abschätzen ob es besser geworden ist, oder nicht und das ganze dann halt bis es scheinbar optimal ist. Von einer noch schweren Optik wie meinem 8" SC ganz zu schweigen. Und auch wenn eine EQ6 im Guidingbetrieb nicht wirklich "um Klassen besser" sein sollte, dann hat sie immer noch den riesigen vorteil, das eben nach dem Aufbau alles entprechend komfortabler zu handeln ist.

Und was die Stative betrifft, natürlich hat das einen entpsrechenden Einfluss auf die Stabilität, eine Betonsäule läuft auch jedem anderen Dreibein den Rang ab.

Kurz und knapp: ich habe meinen Basteltrieb befriedigt, meinen Dickkopf durchgesetzt und gezeigt, dass man mit eben dieser Montierung(-sklasse) durchaus passable Ergebnisse erzielen kann, ABER wirklich Spass macht es nicht! Und da kannst du ruhig mit aller Wehemenz widersprechen oder Unverständnis äußern, es ist und bleibt meine Erfahrung!

@Phillip: Probier aus, was du dir in den Kopf gesetzt hast und ehrlich gesagt glaube ich einfach mal, dass man dir das eh nicht ausreden kann (nicht negativ gemeint)! Ich bin schon gespannt auf die ersten Bildergebnisse.
 
Hi,

das nicht jeder mit ner EQ5 zufrieden sein wird ist mir klar, da geb ich Dir vollkommen recht. Nicht jede Montierung gleichen Typs läuft auch gleich gut oder schlecht. Ich will hier auch nichts verallgemeinern, deshalb schrieb ich ja meine Erfahrung. Ein 8" SC ist aber schon sehr Sportlich von der Brennweite für diese Montierungsklasse.
Wenn ich aber die Worte frickelding, billig und wackelig höre, aber selbst eine doch sehr ähnliche Montierung mit ein paar Plastik Spoilern im Einsatz habe, passt da einfach etwas nicht.
Jeder kann machen was er will. Ich denke wir haben hier beide Seiten gut argumentiert (Erfahrungswerte) gehört so das sich Phillip selbst ein Bild machen kann.

@Matthias ich bin die ganze Zeit vom Skywatcher goto ausgegangen da ich nur damit die Erfahrung habe. Selbst wollte ich sowas absolut nicht bauen, die Zeit investiere ich lieber in andere Hobbys. Da sind die fertigen Teile einfach zu günstig.

Gruß Markus
 
Hallo zusammen,

Zitat von conehead:
Wenn ich aber die Worte frickelding, billig und wackelig höre, aber selbst eine doch sehr ähnliche Montierung mit ein paar Plastik Spoilern im Einsatz habe, passt da einfach etwas nicht.

Stimmt, du beziehst dich nicht auf eine serien-EQ5/Mon-2 (oder eine der vielen Clone), sondern auf eine getunte EQ5, die zudem auf einem deutlich stabileren Stativ verwendet wird... Frickelding und wackelig bezieht sich auf den Serienzustand, den du (dein Kumpel) ja nicht ohne Grund verändert hast, wie auch das Stativ!


Und ja, das 8" SC ist schon sportlich für die Montierungsklasse (und auch ne Nummer sportlicher als ein 6" Newton), deswegen hätte ich es nach der Erfahrung mit dem 6" Newton eigentlich auch gleich sein lassen können, aber ich bin auch jemand der nicht sofort die Flinte in´s Korn donnert, sondern gern seine Erfahrungen sammelt.
 
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Zitat von Parkuhr:
http://i.imgur.com/H7rCV8Y.jpg

Belichtet wurde hier übrigens 20x20Sekunden ohne Nachführung, anschließendes Stacking in DSS und Bearbeitung mit der Adobe Suite, der Gradient wurde übrigens bewusst nicht entfernt. Die "punktförmigkeit" ist für mich in Ordnung.
Hallo Phillip,

vorweg: ich steige gerade in die Astrofotografie ein, bin also kein Profi. Deshalb sind meine Erinnerungen an die ersten Gehversuche noch sehr frisch und das häufige Hinfallen schmerzt immer noch. ;)

Dein Bild hat sichtbare Sternspuren, die Belichtungszeit der Frames war imho für die Brennweite zu lang. Das mag für Dich persönlich ausreichend sein - für mich wäre es das nicht mehr.

Frau Sternenfee will Dir nichts Böses, sondern nur unmissverständlich klar machen, dass Astrofotografie nicht mal nebenbei irgenwie am Abend mit erledigt werden kann.
DAS kann ich so unterschreiben.

Deinen Beiträgen entnehme ich, dass Dich die Steuerungstechnik als solche auch reizt und Du nicht nur wegen der Budgetgrenze selbst etwas entwickeln willst. Das ist absolut legitim, aber:
Du solltest Dir als erstes überlegen, welcher Teil Dir wichtiger ist. Ist es der Versuch, eine Nachführungslösung für die EQ5 zu bauen oder die Astrofotografie als solche?

Wenn Du die Montierung nicht permanent aufgebaut lassen kannst oder wenigstens im eigenen Garten direkt am Haus mal eine Nacht draussen lassen kannst, bleiben Dir (bei Arbeitszeiten Mo-Fr tagsüber) zwischen April und Oktober ausserhalb des Urlaubs nur die Freitag- und Samstagabende zum Fotografieren. Davon sind eine Menge auch noch bedeckt oder regnerisch. In der restlichen knappen Zeit ist man froh über jede Minute, in der man sinnvoll Aufnahmen machen kann.

Momentan betreibe ich eine alte Vixen GP mit reiner RA-Motorisierung, effektiv 334mm Brennweite an einer Pentax K-5II (APS-C) ohne Guiding. Mit diesen Randbedingungen habe ich dreieinhalb Minuten belichten können: http://forum.astronomie.de/phpapps/ubbthreads/ubbthreads.php/galleries/1102413/M31
Die Belichtungssteuerung ist automatisiert (Shellscripte) auf einem Raspberry Pi. Für Montierungsaufbau, Polaralignment, Komplettverkabelung und die Belichtungsreihe (um die maximale Belichtungszeit festzulegen) dauern mittlerweile nur noch 40 Minuten - plus ca. 20 min Anfahrt. Da mit diesem Equipment kein sinnvolles Dithering möglich ist, müssen Darks genutzt werden. wenn man keinen freien Kühlschrank hat, um die Darks unabhängig von den Lights zu machen, muss man das auch noch sinnvollerweise am Ende der Foto-Session anhängen (oder wie in Deinem Fall die Kamera direkt machen lassen. Kostet im Extremfall genausoviel Zeit wie die eigentliche Belichtung.
Abbau des Ganzen dauert auch noch al ein paar Minuten plus Heimfahrt - das wären dann ca. eineinhalb Stunden neben der Fotografierzeit, von der ja noch die Darkerstellung abgeht.

Wenn Fotografie das Hauptinteresse ist, ist man froh über alles, was die "Verwaltungszeit" verkürzt und die Ausschusswahrscheinlichkeit verringert: zB. Goto, um auch schwächere Objekte sicher zu erwischen, Dithering (und vielleicht auch Guiding ;) ). Lange Brennweiten (750mm sind für einen Deepsky-Anfänger wie mich deutlich zu viel) und schweres Equipment mit langen Hebeln auf Montierungen ohne Reserven sind da kontraproduktiv.

Was wirklich neu, günstig und hilfreich wäre: eine kompakte, konstruktiv und mechanisch hochwertige Barndoor mit gerader Gewindestange, bei der die notwendigen unterschiedlichen Geschwindigkeiten über einen per Raspberry Pi angesteuerten Schrittmotor realisiert werden - inklusive guter Bauanleitung.
Dafür wäre Dir mehr als ein Weitfeld-Fotograf richtig dankbar. :)

E.

Nachtrag: Bei den verfügbaren Zeiten freitags und samstags gehen eventuell noch irgendwelche sozialen Sachen weg, denn dummerweise halten die allerwenigsten Leute viel davon, sich stundenlang irgendwo in der Pampa im Dunkeln in die Kälte zu setzen...
 
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Wow, schlafen gehen und direkt wieder Antworten :)

Was Lightroom betrifft, dies werde ich wohl hinnehmen. Werde mich in Zukunft dann auf DSS und Photoshop beschränken. Hier werde ich dann der Masse folgen.

Bezüglich der Montierung: ich überlege schon die ganze Zeit ob eine HEQ5 nciht einfach besser wäre...dann auch mit entsprechenden Motoren (und ja, vermutlich werde ich die Steuerung/Regelung später trotzdem aus eigenem Interesse selbst bauen). Mein "Gewissenskonflikt" ist, dass ich selbst mit einer HEQ5 nachher vermutlich kein größeres Teleskop tragen kann, mit 200/1000 wäre die HEQ5 vermutlich fotografisch überfordert.

Nur aus Interesse: könnte mir mal jemand einen hochwertigeren Antrieb zeigen als den von mir geposteten? Bitte kein Komplettset, soll im Grunde nur dem Vergleich dienen. Mir geht es darum dass ich im Grunde auf das Goto verzichten möchte, die EQ5 SkyScan mit besseren Motoren und besagten Goto liegt imo bei 675€, was mir keinen Vorteil hinsichtlich Stabilität bringt. Bisher war meine Meinung ja, dass diese angebaute Steuerung (die die nackte EQ5 nicht hat) schon ziemlich ins Geld geht, obwohl eigentlich nicht benötigt. Das Goto ist mit Sicherheit nett und spart Zeit, aber ein Qualitätsmerkmal für die Fotos wird es wohl nicht sein oder? Die ersten Belichtungen bis etwa 60Sek würden ja vermutlich auch ohne Guiding funktionieren, aber der Spaß ist denke ich schnell vorbei.

Würde da schon eher zur HEQ5 greifen, meint ihr es wäre möglich hier was gescheites für ca 500€ zu finden? Dort würde dann erstmal die Kamera aufgesattelt werden bis ich mir den passenden Tubus leisten kann. Alternativ würde bestimmt auch eine EQ5 mit 130er Rohr funktionieren, möchte aber eigentlich eine Optik kaufen die auch langfristig taugt und Spaß bereitet.

Anderer vorschlag: eine EQ5 mit einem Stativ der EQ6? Sollte doch bestimmt auch irgendwie zu bekommen sein. Ich meine damit nur, dass meine Ansprüche wahrscheinlich weniger hoch sind an eine Montierung als jemand von euch, schließlich habt ihr euch den Krempel ja schon gekauft und wisst hoffentlich wovnon ihr sprecht :D

Ich bekomme langsam Kopfschmerzen und bin hin und hergerissen -.-

Gruß
Phillip
 
Hallo EckyH,
auch danke für deine Antwort! Was die Sternspuren angeht gebe ich dir recht, aber hier hatte ich ja schon gesagt dass dies kein Bild ist was eine ganze Nacht gedauert hat. Es sind quasi die erstn Gehversuche den Nachthimmel/Sternenhimmel gescheit abzulichten um was zu erkennen :)

Die Belichtungseinstellung über den Mikrocontroller finde ich sehr interessant, klingt sehr gut. Für den Anfang würde ich hier vermutlich zu einem Intervalometer greifen, aber auch hier sieht man: Langweilig wirds mir vermutlich nicht wenn auch solche Projekte realisiert werden.

danke vorallem auch für die detallierte Beschreibung wie die Photonen auf deinen Chip kommen. Mein Interesse liegt allerdings auch im visuellen, es soll daher nicht nur fotografiert werden (am Anfang wahrscheinlich sogar sehr wenig wenn man die schönen Ausblicke durchs Okular genießen kann). Die Kamera ohne Teleskop auf die Montierung schnallen könnte ich ja ebenso jederzeit. Das mit der Verwaltungszeit kann ich vollends nachvollziehen.

Es soll lediglich eine Kombinationen in der Nähe meines Budgets geben (ca 500€, kann aber auch ggf. mehr sein) die mir die visuelle Beobachtung, und dennoch hin und wieder auch nette Aufnahmen zur Verfügung stellen kann. Ob diese durch das Okular, auf oder hinter dem Newton, oder sogar ganz ohne Teleskop mit normalem Teleobjektiv (wie bei dir) entstehen sei erstmal völlig egal.

Bevor ich investiere schaue ich mich jedenfalls noch nach gebracuhten HEQ5 oder sogar EQ6 um ob ich eventuell etwas bekommen kann. Der Frust schien ja schon bereits in Vergangenheit bei einigen Leuten groß zu sein.

Übrigens die Möglichkeit des Aufbaus im Garten habe ich zwar nicht (nicht bei mir), allerdings wohnen meine Eltern ca 5min von mir. Dort kann das Teleskop zur not auch stehen bleiben. Im Regelfall wird es aber so sein dass es jedes Mal auf und abgebaut werden muss da ich in dunklere Regionen Fahren möchte um die Lichtverschmutzung etwas zu umgehen (Ruhrgebiet ist ja schon sche**e).

Was die Barndoor Montierung angeht: Tja im Grunde bin ich ja ein Bastler. Allerdings wäre mir hier glaube ich meine Zeit und mein Herzblut zu schade um den ganzen Aufwand für eine Barndoor zu betreiben. Eine gescheite Montierung muss schon her, ob das jetzt EQ5 HEQ5 oder EQ6 ist muss ich für mich selbst noch entscheiden.

EDIT:
Zitat von EckyH:
Deinen Beiträgen entnehme ich, dass Dich die Steuerungstechnik als solche auch reizt und Du nicht nur wegen der Budgetgrenze selbst etwas entwickeln willst. Das ist absolut legitim, aber:
Du solltest Dir als erstes überlegen, welcher Teil Dir wichtiger ist. Ist es der Versuch, eine Nachführungslösung für die EQ5 zu bauen oder die Astrofotografie als solche?

Übrigens, genau so sieht das aus. Daher war es ursprünglich auch nicht der Plan eine teure Steuerung zu verwenden. Die "billigen" Motoren wurden nur gepostet um a) die visuelle Beobachtung zu erleichtern und b) ggf. paar erste Aufnahmen zu machen, dass keine langen Belichtungen im Rahmen von mehreren Minuten möglich sind habe ich mittlerweile verstanden und sehe ich ein.

Gruß
Phillip

 
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Hi Philipp,

Es kommt mir irgendwie so vor als würdest du dich angegriffen fühlen...das war so nicht gedacht.

ich bin erkältet, daher schreib ich eventuell etwas agressiver, als ich eigentlich will.

Dass bei Verdoppelung der Brennweite, auch der Blendenwert verdoppelt wird ist mir klar. Fairerweise muss ich sagen, dass ich nicht an die zusätzliche Belichtungszeit und die daraus resulierenden Guidingfehler gedacht habe. Danke dafür :) Bist du der Meinung dass dies überhaupt notwendig wäre? Ich denke mit 750mm wäre ich ganz gut bedient.

Durch die Einführung von gesteckten Glaselementen im Strahlengang (Barlow, Projektionsokular) holt man sich neben der längeren Belichtungszeit weitere Fehlerquellen:

- weitere mechanische Verkippungsmöglichkeiten
- Kamera sitzt deutlich weiter draußen -> Drehmoment/Verwindung
- Farbfehler durch Glas im Strahlengang eines reinen Spiegelsystems
- Qualitätseinbußen durch Fehler im Guß/Schliff des Glases
- zusätzliche Reflexe/Höfe um helle Sterne
- Lichtverlußt an den optischen Flächen (Vergütung)
- weitere optische Flächen, die Staub und Fusseln abbekommen

Da Du jedes Mal neu Aufbauen mußt, sind die Donats und Fehler durch den Schliff jedesmal an einer anderen Stelle. Du kannst also keine Flatbibliothek anlegen. Und mußt jedesmal aufs Neue das Verkippen wegjustieren. Daher halte ich das aus den oben genannten Gründen für einen Einsteiger für völligen Blödsinn.

Wenn Du statt 750 mm Brennweite 2 Meter brauchst (z.B. für kleine PN), dann nimm für diese Motive ein anderes Teleskop. Z.B. einen 6" Mak. Der wird von einer EQ5 noch fotografisch getragen.

Teleskope kommen und gehen. Die Montierung bleibet in der Regel...

Ob Dir 750 mm Brennweite "reichen", weiß ich nicht. Ich weiß ja nicht, welche Objekte Du konkret fotografieren möchtest. Du weißt das sicherlich auch noch nicht. Das stellst Du erst fest, wenn Du schon mal alle Messierobjekte und etliche der NGC und IC Objekte visuell unter gutem, dunklen Himmel beobachtet hast. Und bis Du die alle gesehen hast, vergehen mindestens 2-3 Jahre. In dieser Zeit lernst Du das "teleskopische Sehen", schulst Auge und Gehirn beim Beobachten, kriegst ganz nebenbei die Orientierung am Himmel (wann kann ich welches Objekt sehen, wo ist es "beheimatet"), lernst welcher Filter nützt da was, geht das Objekt auch bei Mondlicht, hast Routine beim aufbauen, einnorden und ausbalancieren vom Teleskop und aufsuchen vom Objekt...

Simuliere doch einfach mal das Gesichtsfeld Deiner Kamera bei 750 mm Brennweite. Und dann laß Dir mal alle Messierobjekte sowie helle NGC und IC Objekte anzeigen.

Da wirst Du schnell merken, daß nicht alle formatfüllend abgebildet werden. Manche sind zu groß, andere viel zu klein... Beschäftige Dich auch mal mit den angegebenen Flächenhelligkeiten der Objekte. Es gibt Objekte, bei denen Du nach 30 Sekunden schon was sehen kannst auf dem Bild, andere brauchen dazu 10 Minuten Belichtungszeit pro Einzelbild, bis sich die ersten Ansätze aus dem Hintergrund herausschälen...

Beispiel aus der Tageslichtfotografie:

Für eine Gesamtansicht des Kölner Doms vom Domplatz aus geschossen brauchst ein anderes Objektiv als für die Detailansicht der Facetten im Auge eines Insekts oder den Härchen auf dem Rücken einer Raupe, und für ein Portrait eines Eisvogels in 30 Meter Entfernung brauchst wieder ne andere Optik...

Genau so ist das auch bei Astrofotografie. Da brauchst auch unterschiedliche Optiken für unterschiedliche Motive. Die eierlegende Wollmilchsau gibt es nicht.

Nenne mir bitte einen Grund, warum Lightroom ungeeignet sein soll?

LR kann nicht mit den 32 Bit eines gestackten DSS Bildes umgehen. Auch nicht mit 16 Bit. Die 16 Bit brauchst aber für den Dynamikumfang bei Astrofotos. Stretche mal ein 8 Bit Bild und dann das selbe Motiv mit 16 Bit Dynamik...

Vorallem bezüglich der Darks weise ich darauf hin dass viele Kameras bei längeren Belichtungen das Dark automatisch abziehen/runterrechnen.

Bei gut durchbelichteten Bildern wäre das nicht ganz so tragisch. Bei unterbelichteten Bildern mit rund 70 - 80 % des Signals knapp überm Rauschen aber schon. Alle Astrofotos (Anfänger und Profis!) sind prinzipiell unterbelichtet. Zieht man jetzt von so einem unterbeichteten Einzelbild ein Einzeldark ab, hat man anschließend doppelt so viel Rauschen im Bild. :mauer:

Zudem bekommt man bei automatischem Dunkelbildabzug nur halb so viele Bilder pro Nacht. :mauer:

Du kannst von den 4 Wochenenden pro Monat nur 2 nutzen. An den anderen beiden stört der Mond. Dann das Wetter. Das verwöhnt uns nicht unbedingt mit klarem Himmel an jedem Wochenende. Alle nicht zirkumpolaren Motive haben pro Jahr ein "Fotografiefenster" von 3 Monaten. Dann stehen sie zu tief am Horizont. Zum Schluß noch das Seeing. Das ist ebenfalls von Abend zu Abend unterschiedlich. Je länger die Brennweite, desto stärker spielt das eine Rolle...

Auf meiner Festplatte schlummern über 50 Motive, bei denen noch 2/3 der Belichtungszeit fehlt. Seit Jahren. Im derzeitigen Zustand erkennt man, welches Motiv es sein soll. Aber sie sind noch so verrauscht/unterbelichtet, daß ich die nicht herzeigen will. Weil ich weiß, daß sie definitiv noch nicht fertig belichtet sind.

Es hat schon seinen Grund, warum Astrofotografen den automatischen Dunkelbildabzug abschalten. 50 oder 100 Darks schießen und die dann zu einem Masterdark verarbeiten. Selbes bei Flats und Bias. Und auch, warum wir mit RAW´s arbeiten und nicht mit jpg.

Wie viel Zeit möchtest Du denn überhaupt fürs Fotografieren aufwenden pro Motiv? Bist Du Dir drüber im Klaren, daß Du pro Nacht im Sommer grad mal genug Photonen für 1 oder 2 Bilder sammeln kannst? Was möchtest Du machen, während die Kamera im Feld stundenlang vor sich hin belichtet?
 
Hallo Sternenfee,

dass ich noch gar nicht so richtig weiß welche Objekte ich beobachten/Fotografieren werde, da hast du vollkommen recht. Ich habe mir das 750er Setup mit meiner Kamera in Stellarium reingehaun um zu schauen was zu sehen ist...Ich denke das würde schon passen mit 750mm für den Einstieg. Wie du schon sagtest, irgendwann kommt vermutlich eine andere Optik für andere Beobachtungs/Fotografie Zwecke was die Motive angeht.

Was die Glaskörper im Strahlengang angeht, ich denke diese Frage wäre dann geklärt und erledigt. Für Fotografische Zwecke sollte sich demnach nichts im Strahlengang befinden.

Das mit den 2-3 Jahren, ich denke das wäre eine realisistische Zeitspanne für einen Einstieg. Für diese 2-3 Jahre soll eine geeignete Optik + Montierung gefunden werden. Ob dort jemals noch schwerere Optiken als der Newton drauf wären, das weiß ich natürlich nicht. Ein Mak mit längerer BW wäre natürlich eine Option.

Der Unterschied zwischen 8 und 16 Bit ist klar. Werde mir das zu Herzen nehmen und LR dann bei den Astrofotos auslassen. Da ich nicht weiß ob es korrekt rüberkam, alle Fotos werden selbstverständlich im RAW format aufgenommen bei ausgeschaltetem Dunkelbildabzug...Es wird gemacht wie von dir beschrieben, Erstellung eines Masterdarks was anschließend abgezogen wird. Flats habe ich für die bisherigen WW Aufnahmen nicht verwendet.

Dass für 1-2 Bilder die ganze Nacht draufgehen wird, auch das weiß ich. Stellt aber nicht unbedingt ein Problem dar. Während die Kamera die Photonen sammelt müsste ich mich vermutlich noch mit dem Guiding beschäftigen, da eine autoguiding zu Beginn definitiv fehlen wird (irgendwo muss man ja anfangen). Für die ersten visuellen Schritte mit dem Newton sollte ja auch nicht unbedingt ein Autoguiding notwendig sein. Es wurde ja allgemein schon gesagt, dass für das (ambitionierte) Fotografieren auf jeden Fall noch Zubehör fehlt (Koma korrektor, Autoguide). Daher sprechen wir vorerst beim Fotografieren sowieso von Aufnahmen welche anfangs manuell geguided sind (logisch dass die Belichtung wesentlich kürzer ist!).

Grüße und gute Besserung ;)
Phillip
 
Hallo Philipp,

jetzt klingt das prinzipiell schon vernünftiger. :)

Aber Achtung, wenn Du von Hand (mit dem Auge an einem kurzbrennweitigen Okular) guiden möchtest, dann brauchst Du etwa die selbe Brennweite für das Guidingrohr wie für das Hauptrohr, an dem die EOS hängt. Prinzipiell geht das - hunderte von Astrofotografen haben das während der Zeit der chemischen Fotografie bewießen.

Da böte sich bei dem angepeilten Newton ein 70/700 Refraktoe (Lidelscope) an.

Allerdings wäre eine EQ5 mit der Kombination Newton + bombenfeste Leitrohrschellen für das Lidel + EOS rein gewichtsmäßig überfordert. Durch das aufgesattelte Leitrohr verschiebt sich zudem der Schwerpunkt noch weiter weg vom Montierungskopf -> Torsionsgefahr im Gesamtsystem durch höheres Drehmoment (Ausbalancieren wird viel schwerer)...

Guiding von Hand an der Steuerung (= Knöpflesdrücken) und mit dem Auge am Okular ist sehr anstrengend. Denn da mußt Du ununterbrochen! durch ein (möglichst beleuchtetes) Fadenkreuzokular schauen und alle paar Sekunden die leiseste Abweichung korrigieren. Der Einblick ist mehr als unbequehm, nach 15 Minuten siehst Du nix mehr, weil das Auge trähnt, nach 30 Minuten hast Nackenschmerzen, nach 40 Minuten droht der Rücken zu streiken und der Kopf fühlt sich an, als ob er gleich explodieren möchte...

Ich sprech aus Erfahrung, sowas tue ich mir definitiv nicht mehr an. Aber diese Erfahrung muß jeder selber machen. Also, fang an...

Setzt Du statt dessen die EOS mit Normal- oder Teleobjektiv auf die Montierung, kannst ganz entspannt die Montierung mit den Motoren laufen lassen und schnell rausfinden, ab welcher Zeit aus Sternen dann doch Zickzacklinien werden. Dann eben passend zu dieser Zeit die Belichtungszeiten einstellen und laufen lassen. So hast nur etwa 10 - 15 % Ausschuß und kannst fröhlich hinterher die Bilder berechnen...

Schau mal, das ist eine ungeschminkte Kurve vom Schneckenfehler meiner Montierung:

Link zur Grafik: http://silvia-kowollik.de/astro/teleskope/drift.jpg

Das sind locker +/- 15 Bogensekunden Schneckenspiel. Die 11 " Drift in DE während der 920 Sekunden langen Aufnahme kommen von der ungenügenden Polausrichtung. An sonsten ist das eine typische Sinuskurve ohne größere Aussetzer (= kaum hakelnden Flanken). Mit sehr viel Gefühl kann man das Spiel auf +/- 7 Bogensekunden hinjustieren. Damit kommt dann auch ein günstiger Autoguider klar. Der muß dann so alle 10 oder 15 Sekunden mal nen Korrekturimpuls schicken...


 
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