Einstieg in die Sternen/Milchstraßenfotografie

Hallo Daniel,

Orion, Hyaden, Plejaden und Jupiter sehen doch gut aus. Versuche die ISO hoch zu drehen, 3200 mit 5 - 10 sec. Belichtungszeit dann sollten die Sterne punktförmiger sein. Davon 20-30 Frames und 10 Darks, Flats und Bias kommen später.. Mit z.B. DSS stacken und mit einem Bildprogramm, welches Dir bekannt ist versuchsweise weiter zu entwickeln. DeepSkyStacker ist ein Freeware Programm und sehr einfach. Bedienungsanleitung gibt es dazu im Netz. Und alles in RAW und erst einmal ohne Vordergrund Motiv.

Ich kann mir denken das es unter den Nägeln brennt möglichst schnell weiter zu kommen. Das Wetter wird in den nächsten Wochen nicht wesentlich anders und wenn doch Versuche erst einmal ohne Tracker. Weil im Mai ist in Essen wieder die große Astromesse. Da kannst Du dich eingehend beraten lassen und kaufst auch nicht vorschnell. Sehe Dir in Ruhe die Tracker an nehme sie in die Hand, prüfe die Erreichbarkeit der
Bedienelemente (im Winter mit Handschuhe), sind die Bedienelemente gut integriert und reissen kein Loch in den Rucksack oder die Schalter bleiben hängen und brechen oder schalten sich an den Nähten von selber ein und die Batterien sind vor Ort leer, und und und.
100 oder 200 Gramm mehr am Tracker wird Deinen Rucksack nicht merkenswert belasten. Halte Dich nicht am Gewicht fest sondern an den Möglichkeiten die ein Tracker bietet. Es gibt Tracker die zeigen 100% gute Bilder und es gibt Tracker mit bis zu 50% Ausschuss. Ein gutes Bild liegt nicht nur an Deinen Fähigkeiten/ Fertigkeiten sondern auch an der Fertigung der Mechanik.
Lese Rezessionen.
Bis Mai kannst Du noch ein wenig sparen und dann für die Zukunft kaufen.

Gruß Harald
 
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Hallo Harald,

vielen Dank für das Lob und beim nächsten Sternenhimmel versuche ich mir das mal vorzunehmen, sofern wir mal wieder mit klarem Himmel gesegnet werden. Auch Werde ich dann mal versuchen, Aufnahmen zu stacken mit den dir genannten Programmen.

Und auch danke für den Hinweis mit der Astromesse, dort werde ich mich dann auch mal blicken lassen und versuchen, bis dahin die Finger still zu halten.

Liebe Grüße,
Daniel
 
Hallo Daniel,

bezüglich Deiner Frage zu den V- bzw. Z-Plates: Nein, die braucht man nicht zwingend, besonders nicht am Anfang. Bei der Erstellung von Panoramen mit dem Tracker helfen sie, eine plane Fläche zu erzeugen, um die Kamera ohne Verkippung nach rechts und links zu schwenken. Hierbei reicht eine V-Plate; die Z-Plate hat einfach noch ein zusätzliches Scharnier.

Viele Grüße,
Holger
 
Ahh, verstehe! Vielen Dank für die Antwort.

Noch eine Frage an die Bildbearbeiter, da ich ja noch keine Nachführung habe, können die Programme wie DSS die Bilder, die man stacken möchte, auch ausrichten? Zum entwickeln der Bilder im nachhinein hab ich Lightroom/Photoshop.

//Edit

Da werfe ich auch direkt noch ein paar Fragen in den Raum:

Gibt es Apps für ausmachen der Sterne empfehlen? Ich hab zur Zeit SkyView Lite und Sky Guide installiert, beides nimmt sich ja nicht wirklich viel, hat irgendeine davon einen entscheidenen Vorteil? Bin mir da auch nicht zu schade, ein paar Euro auszugeben.

Nächste Frage: Wetter Apps, bzw Apps für das Tracken von Wolken? Gibts da ein paar lieblinge?

Vielen Dank schon mal!
 
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Hallo Daniel,
Ich habe auch einen lx3. Der ist rein mechanisch und läuft eine Stunde. Wenn ich ihn wieder aufziehen dreht sich die Kamera um 15 Grad. Am Kugelkopf ist eine Gradeinteilung. Drehe ich diesen um 15 Grad zurück bin ich wieder am Ausgangspunkt und kann weitere Aufnahmen eingeben. Die folgenden Bilder liegen aber nicht100% tig übereinander. DSS richtet es und legt alles genau übereinander. Ja, DSS kann die Bilderaussichten.
Mit Lightroom/ Photoshop arbeiten die meisten hier. Jedenfalls lese ich das immer.
Meine Wetter App ist Meteo blue.
Das Andere können Andere besser beurteilen.

Gruß Harald
 
Guten Abend,

Danke - gut zu wissen, dass der die Bilder auch ausrichten kann, ich hoffe daher inständig darauf, dass es am Abend/Nacht mal ein paar größere Wolkenlücken gibt, dass ich es mal ausprobieren kann, auch mit deinen Tipps von oben.

Zu den Darks, Flats und Bias - ich hab mich da schon etwas eingelesen, finde das aber immer noch etwas schwierig. Ich werd mich dahingehend nochmal auf youtube umschauen, bin aber dennoch auch weiterhin dankbar für Tipps!

Da hab ich gleich nochmal direkt eine Frage: Ich hab ja die A7III und das 85mm Objektiv, kann ich - um zB die Plejaden etwas näher ranzuholen - nicht einfach den Sensor croppen, damit dann sogesehen auf 127mm komme oder würde darunter irgendwie die Bildqualität leiden?

Wünsche euch allen einen schönen Abend und ein schönes Wochenende.

Liebe Grüße
Daniel
 
Hallo Daniel,
Suche Mal nach Astrokammera- Fotos auf astrobin und dann beachte die Sensorgröße. Da ist ein Crob aus Vollformat noch gross und die Bilder sind bemerkenswert gut.
Gruß Harald
 
Hallo Daniel,

so ähnlich wie bei Dir bin ich vor 5 Jahren in die Astrofotografie eingestiegen (DSLR, Kameraobjektive bis 200mm, Skywatcher StarAdventurer). Tatsächlich ist die Bildbearbeitung eine erhebliche Hürde. Aus meier Sicht ist das größe Problem dabei, dass es fast beliebig viele Methoden und Programme gibt, mit denen man das machen kann. Klar, es gibt sehr viele und meistens gute Tutorials. Aber womit fängt man an?

Mir haben damals ein paar Bücher geholfen, nicht den Überblick zu verlieren. Denn schnell habe ich gemerkt, dass man mit Try and Error ohne echtes Verständnis, was man da warum macht nicht voran kommt. Also habe ich beschlossen, mir die Basics anzueignen: was sieht man in einem Histogramm, wie macht man eine Kontrastbearbeitung (Strecken), wie bekommt man den Farbstich weg, wie einen Gradienten?

Biases, Dark, Flats: kannst Du nachlesen, wozu die gut sind. Gemacht sind sie einfach: Biases im Dunkeln mit der kürzesten Verschlusszeit bei gleicher ISO und gleicher Temperatur wie bei der Aufnahme. Darks mit derselben Belichtungszeit und ISO wie für das Objekt, aber im Dunkeln. Flats kann man sehr gut mit einem Tablet machen, wenn man keine Lightbox hat. Aber ich habe dann die Lightbox (hab eine von Lacerta) schätzen gelernt, weil man damit auch mit dem starken Weitwinkel die Flats machen kann, wo es besonders wichtig ist. WW hat ja die stärkste Vignette.

Stacken kann man heute mit vielen Programmen. Ich habe mit DSS angefangen, aber dabei manchmal das Problem, dass die Farben verloren gingen. Sehr cool, superschnell aber mit weniger Möglichkeiten stackt Sequator. Dieses Programm ist auch super, wenn man möglichst schnell erst mal ein Ergebnis sehen will. Inzwischen stacke ich mit Siril, für das u.a Frank Sackenheim prima Tutorials auf youtube bereitstellt.

Bei kürzeren Brennweiten (wozu man auch noch 85mm zählen könnte) sind oft Gradienten im Bild. Die ungleichmäßige Ausleuchtung des Sensors sollte ja durch die Flats korrigiert worden sein, auch Staubflecken werden damit kaschiert. Aber dann spielt noch die Himmelshelligkeit und Lichtverschmutzung rein, das können die Flats nicht richten. "Früher" habe ich mir da ziemlich einen abgebrochen, die Gradienten wenigstens zu reduzieren. Heute nehme ich die Software Graxpert, die es automatisch und nach meiner Erfahrung gut macht. Graxpert kann inzwischen auch entrauschen, was gut funktioniert.

Nächstes Problem sind Farbstiche. Klar, die BV-Programme haben da ihre Funktionen. Aber was Du eigentlich brauchst sind Augen ohne Farbschwäche (ich habe Rot/Grün-Schwäche, anfangs habe ich Bilder präsentiert, auf denen grüne Sterne waren. Die Kollegen haben mich schnell überzeugt, dass das nicht der Realität entspricht). Und dann am besten einen farbkalibrierten Monitor. Seit ich ein Spyder Kolorimeter und einen vernünftigen Monitor habe (Notebookdisplay besser nicht!), blamiere ich mich seltener :)

Siril hat eine Funktion "fotometrische Farbkalibrierung", die mir enorm hilft. Dabei ermittelt die Software, welche Sterne auf dem Bild sind ("Plate Solving") und ruft dazu Farbinformationen aus dem Netz ab. Daraus werden dann die Korrekturen ermittelt, damit der Farbstich weg geht. Bei langen Brennweiten funktioniert das meistens problemlos. Bei Weitwinkelfotos mit viel Milchstraßengewimmel kommt es aber oft vor, dass das Platesolving nicht funktioniert. Da hilft es aber oft, einen kleinen Ausschnitt mit weniger strukturiertem Hintergrund zu markieren und statt der Objektivbrennweite einen viel größeren Wert anzugeben. Wenn Du einen Ausschnitt von ca. 20% der Bildseiten gewählt hast, gibst Du 5 mal die Brennweite an - also so, als wäre der Ausschnitt das ganze Bild. Damit hat es dann oft funktioniert.

Wenn das passiert ist, hast Du ein kalibriertes, gradienten- und rauscharmes Bild mit korrekten Farben. Das ist dann der Ausgangspunkt weitere Bearbeitung. ier musst Du zunächst verstehen, was ein lineares Bild und was ein gestrecktes ist. Eigentlich ganz einfach: auf einem linearen Bild sieht man von den meisten Sternen und dem Objekt gar nichts. Der Großteil der Bildinformation steckt in den sehr dunklen Anteilen des Bildes, die alles dominieren. Strecken ist der Vorgang, diesen riesigen Kontrast zwischen dem "Sumpf" mit unserem wertvollen Bild und den hellsten Stellen soweit zu reduzieren, dass man was sieht.

Dabei gibt es eine Falle: viele Programme wie DSS oder Siril bieten eine "Screen Stretch" Funktion an, die automatisch eine (meistens aber nicht optimale) Streckung macht - einfach damit man mehr sieht als ein fast nur schwarzes Bild. Für das Strecken musst Du einen solchen Screen Stretch ausschalten, damit Du siehst, was deine Bearbeitung tatsächlich bewirkt. Wenn Du das Summenbild aus Siril/Graxpert als TIF exportierst und in Lightroom oder Photoshop lädst, gibt es keinen solchen automatischen Stretch. Den haben "nur" die Astro-Bildverarbeitungen. In der gängigen Foto-BV kannst Du dann mit Tonwertanpassung und/oder Gradationskurven arbeiten. Beim Strecken aufpassen, dass keine Stellen in die maximale Helligkeit laufen! Und im Histogramm dürfen keine kammartigen "Löcher" entstehen, sonst produzierst Du "Zwiebelschalen". Eine Anpassung reicht i.d.R. nicht, wenn ich statt in Siril in Affinity Photo strecke, dann oft mit 3 Gradationskurven oder sogar mehr.

Danach kommt "schon" der Feinschliff, Du könntest das Bild etwas schärfen (aufpassen, dass nicht zuviel Rauschen sichtbar wird!) und vielleicht die Farbsättigung erhöhen.

Das war jetzt ein Schnellüberflug und die Profis hier werden darüber lächeln, weil es in jeder Phase der Verarbeitung immer noch bessere und mächtigere Tools gibt. Da fragt sich dann, was man eigentlich will: das perfekte Foto (viel Spaß...) oder eine ansehnliche Erinnerung an eine schöne Zeit unter dem Himmel. Ich plädiere nicht für Dilettantismus, aber man muss aufpassen, dass man sich nicht in eine Art "Rüstungsspirale" reinziehen lässt. Wen Du erst mal Gefallen gefunden und schöne Bilder gemacht hast, ist es ziemlich wahrscheinlich, dass Du mehr willst, also ein Teleskop und das auch fotografisch benutzen. Gute Sache, aber aus miener Sicht solltest Du immer erst mal mit dem jeweils Vorhandenen lernen und erfahren, was Du damit machen kannst und alles im Griff haben. Das ist dann eine gute Basis für den nächsten Schritt! Ich finde, das schlimmst was man machen kann ist zuviel auf einmal zu wollen. Wir hatten Einsteiger bei unserem Stammtisch, die gleich mit Refraktor plus "ZWO-Stack" anfingen und für die war das eine verdammt steile Lernkurve. Man darf bloß nicht glauben, dass die ganze schöne Technik einfach so läuft und einem die ganzen Probleme wie Ziel treffen, scharf stellen oder Guiding von Anfang an automatisch abnimmt. Irgendwann schon, aber nicht am Anfang...

Viel Erfolg und vor allem CS!
 
Guten Abend,

ich melde mich nach einigen Tagen nun auch mal wieder zurück.

Vorab schon mal vielen Dank für den überaus ausführlichen Post und den Zahlreichen Tipps, die ich mir definitiv zu herzen nehmen werde. Gibt es denn Bücher, die du auf anhieb empfehlen würdest?

Zwecks Nachführung hab ich mich für den Anfang dann doch tatsächlich für den MSM Nomad entschieden (der eigentlich gestern hätte ankommen sollen, aber GLS hat sich dann doch dazu entschlossen, mein Paket etwas spazieren zu fahren...), weil der wohl für den Anfang meine Ansprüche erstmal dreckt. Sollte ich mich weiter vertiefen wollen, kann ich dann ja am Ende des Tages noch immer aufrüsten.

Ich muss mir, um das dann aber mal ausgiebig testen zu können, mal einen schönen Ort raussuchen, da im Großraum Bonn doch schon relativ viel Lichtverschmutzung herscht.

Ich werde mich die Tage auf jeden Fall nochmal - hoffentlich mit Ergebnissen - melden.

Liebe Grüße
Daniel
 
Hallo Daniel,
Sehr geholfen haben mir diese beiden Bücher:
"Astrofotografie - Spektakuläre Bilder ohne Spezialausrüstung" von Katja Seidel, Rheinwerk Verlag und
"Digital SLR Astrophotography" von Michael Covington, Cambridge University Press".
Das erste Buch beschreibt schön, was man mit Fotoausrüstung und Tracker machen kann, das zweite geht deutlich tiefer rein und erklärt auch Fotografie mit Teleskopen und Themen wie Montierung und Guiding.
Hinweise zur Bildbearbeitung bieten beide Bücher. Hier gibt es dauernd was Neues, weshalb das Buch dafür ein ziemlich langsames Medium ist. Zu Histogrammen, Gradationskurven, Maskierung, Farbmanagement kannst Du auch in Büchern zu "normalen" BV-Programmen was lernen.
Online ist das Angebot riesig, was leider die Orientierung erschwert. Scheinbar macht es jeder anders, es gibt nicht "den" Weg. Finde etwas, was Du verstehst und was für Dich funktioniert. Immer die kalibrierten Summenbilder ohne weitere Bearbeitung aufbewahren - Wenn man was Neues gelernt hat ist es manchmal spannend, alte Motive nochmal neu zu prozessieren.
LG und CS
Tom
 
Hallo Zusammen,

lange ist's her, gab viel zu arbeiten und wenig gutes Wetter. Aber ich nutze den kommenden Sonntag nun mal aus, in den Nationalpark Eifel zu fahren und am Abend auf die ein oder andere Wolkenlücke zu hoffen.

Ich gehe mal stark davon aus, dass einige wohl schon einmal dort waren - könnt ihr mir Orte empfehlen, wo man gut Bilder machen kann? Auch gerne mit einem schönen Vordergrund für ein Milchstraßenfoto.

Andereseits versuche ich - sofern das Wetter mitspielt, die Plejaden und den Orion mit meinem 85mm zu tracken - so für den Anfang. Könnt ihr mir da Einstellungen empfehlen oder sollte ich es einfach mal ausprobieren?

Vielen Dank schon mal und CS,
Daniel
 
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