Einstieg mit gutem Budget...

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SkyChip

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Hallo Forum,

nachdem ich in meinem Studium mich zwar schon mit (theoretischer) Astronomie beschäftigt habe, aber auf Grund des schmalen Studentenbudgets (und anderer Gründe) nie in die Beobachtung eingestiegen, ist nun die Zeit gekommen, dass es mich doch zu sehr reizt und ich mir den Einstieg auch leisten kann...

Nach Diskussion mit einigen Händlern und intensiver Recherche im Forum habe ich nun eine Hypothese für eine "vernünftige" Startausrüstung die ich gerne mit dem von euch der Lust hat checken würde. An folgenden Anforderungen habe ich mich dabei orientiert:

Beobachtung: Schon auch Planeten und Mond, aber im wesentlichen DeepSky (davon gibt's einfach so viel mehr...). Hier Galaxien und Nebel.
Mobilität: Handlichkeit is nicht nur wegen WAF ein Thema. Wenn der Kofferaum schon voll ist, bevor das Gepäck der Familie für den Alpen-Urlaub eingeladen wurde wird's schwierig. Ebenso benutze ich es zu selten, wenn es zu unhandlich ist...
Fotografie: Ja. Ich weiss, für einen Anfänger ist das eigentlich absurd, aber ich habe eine ST-2000M zur Verfügung und will auch lernen, damit umzugehen. Also Langzeit-CCD-Aufnahmen.
Budget: So 3000EUR plus Zubehör (ich weiss, das ist auch nicht billig...) dürfen's schon sein.


Aus diesen Gründen gehen meine derzeitigen Überlegungen in folgende Richtung:
- Optik C9 1/4 von Celestron: Viel Öffnung und deutlich handlicher als Newtons mit ähnlicher Öffnung oder gar schwere APOs. Die lange Brennweite ist zwar am Anfang sicher schwierig, aber wo für gibt's reducer?
Alternativ könnte auch ein ARC von Meade in Frage kommen, dann aber mit einer etwas kleineren Öffnung, um im Budget zu bleiben.
- Montierung: EQ6 SkyScan Pro wegen Autoguider-Anschluss und Goto-System für die Bequemlichkeit. Habe von einigen schon gehört, dass die etwas schwächlich ist für meine Zwecke, aber eine CGE (...) ist dann doch selbst für mein Budget etwas teuer

Denkt jmd. von euch, dass ich mit dieser Kombi einen riesen Fehler mache?

Viele Grüße,
Florian



P.S.: Kann jmd. ein Buch empfehlen, dass mich wirklich anfängertauglich ins beobachten einführt, aber nicht versucht zu erklären, was der Unterschied zwischen einem Planeten und einen Stern ist ...

 
Hallo Florian,

einen riesen-Fehler - weiss ich nicht.

Wenn Du auf Galaxien aus bist, ist 9Zoll halt nicht soo viel. Und das C9 hat auch mit Reducer noch fast 1500mm Brennweite. Wie voll ist denn Dein Kofferraum wenn Du das Stativ, die Monti das C9, den Laptop, die Stromversorgung, den Zubehörkoffer, den Hocker verstaut hast? Welches Leitrohr willst Du benutzen? Welchen Guider?

Ich habe den Eindruck, dass zu Deinen Anforderungen ein kompakter 10-12"-Gitterrohrdobson (ein _kompakter_, keine Lightbridge) und ein 8Zoll-F4-Newton auf der EQ6 besser passen würden. Beides zusammen würde Dich nicht mal mehr kosten wenn Du den GSO-Newton nimmst.

An Literatur würde ich den DeepSky-Reiseführer und den Starguide oder den Karkoschka ansehen.

CS

Klaus
 
Hallo Florian,

3000€ sind schon mal ein sehr gutes Startbuget. Meade und Celestron nehmen sich ansich nicht viel und auf eine vernünftige Montierung dürfte auch das 10" SC von Meade passen, gemeinsam mit "irgendetwas" zum Nachführen.

Bislang hatte ich die Astrofotografie mit einem 12" Meade auf der Gabelmontierung betrieben, mit der Russentonne (MTO-1000) als Nachführung. Das Meade LX-200 läuft wohl aus und ist auch gebraucht gut zu bekommen. 12" habe ich schon komplett für 3000 Euro gesehen, das ist der gängige Preis. Ein 10" dürfte also gut unterhalb liegen, was ein Aufrüsten aus der Sicht von Okularen ermöglichen würde.

Die Gabel ist auch mit einer Mittelformatkamera noch stabil genug, Windschatten-Aufstellung vorausgesetzt. GOTO hat es auch und wird bei mir auf der Super-Polhöhenwiege betrieben, die Steuerung läuft über das Programm "THE SKY" über den Laptop, der auch die Bilder der Mamiya mit ihrem Digitalrückteil speichert. Ergo braucht man eh einen Laptop, wenn man heutzutage digital fotografiert (ST-2000).

Summa Summarum hielte ich ein gebrauchtes Meade in 10-12" für sehr geeignet, geht es um Galaxien und kleine Nebel.

NICHT geeignet wäre es bei Andromeda, Cirrus u.a. großflächigen Objekten. Aber die kann man ja mit Piggy-Pack Systemen aufnahmen und an die ST-2000 ein leichtes Tele adaptieren.

CS
Winfried

Nachtrag: Ebenso = Stoyans Deep-Sky Reiseführer + Deep Sky Reiseatlas mit eingezeichneten Telrad-Kreisen. Ist derzeit aber ausverkauft, kommt erst im Sommer als neue Auflage.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Ich finde es nicht besonders nett, anderen Leuten für deren Beobachtungsziele eher unsinnig teure Geräte vorzuschlagen.
Ich kann auch nichts dafür, dass Dir nicht das Teleskop als optimal vorgelobt wurde, was Du Dir irgendwie erhofft hattest.
 
Hallo Florian,

es ist eine ziemlich gefährliche Sache, für den Anfang ein derart teures Gerät zu kaufen. Zwar weißt Du, was Du willst, aber gleichzeitig fragst Du nach einem Buch, das dich eben anfängertauglich ans Beobachten heranführt.
Das Problem ist nun, dass Du jetzt ohne Erfahrung ein recht teures Teleskopsystem anschaffen kannst, von dem Du dann mit der Zeit lernst, dass Du es gar nicht benötigt hättest, bzw. dass Du das Geld anders besser angelegt hättest.

Möglicherweise erkenne ich in Deinem "Anforderungsprofil" auch noch ein paar gefährliche Stolperfallen. Ich formuliere die mal recht drastisch:
1. Möglicherweise erliegst Du der Fehleinschätzung, dass Dir Goto soweit hilft, dass Du ohne besondere Himmelskenntnisse einfach mal so mit der ST-2000M Astrofotografie machen kannst.
Zwar sucht Dir Goto die Objekte auf, auch wenn die Kamera dran ist, aber die eigentliche Aufnahme erfordert ja noch einiges mehr an Kenntnissen und Können. Kann man alles erlernen, aber das ist ein steiniger Weg, und Erfahrung kann man nicht einkaufen.
2. Vielleicht stellst Du Dir auch vor, dass nur eine teure Optik richtig gut ist, und dass nur eine große Optik auch viel Leistung für die Fotografie bringt. Bei der Fotografie aber ist zunächst mal die Brennweite interessant, und die Frage ist nicht, wozu es Reducer gibt, sondern die Frage ist einfach, welche Objekte (mit welcher Größe) Du auf welchem Chip und in welcher Abbildungsqualität unterbringen willst. Das heißt fotografisch wird man sich nicht einfach ein "dickes Rohr" dahin stellen, sondern vielmehr kauft man sich eine gewünschte Brennweite ein. Nebenbedingung zur Brennweite ist dann nicht nur die Belichtungszeit, sondern auch die fotografische Abbildungsqualität. Wenn Du nun feststellst, dass Du viele Objekte lieber erstmal mit weniger als 1000mm aufnehmen möchtest, weil sonst das Bildfeld gesprengt wird?
Die ST-2000M hat m.W. 15mm Chipdiagonale. Das ist kein Mini-Himmelsausschnitt mehr, aber auch wiederum ein Ausschnitt, auf dem Sich schon Bildfehler zeigen, wenn ein Reducer oder Korrektor am Rand nicht gut genug für feine CCD-Pixel ist. Am C9,25 ohne Reducer gibt das 0,37°. Mit dem 1,8x Reducer wird es dann mehr, 0,67° (der Vollmond geht aber noch nicht ganz drauf). Ein noch stärkerer Reducer läuft gefahr, zu Vignettierung zu führen, weil der Chip dafür dann schon wieder recht groß ist.

Ich denke es wäre ganz wesentlich für Dich, mal mit einem Sternfreund der auch Astrofotografie betreibt eine Nacht auf dem Acker zu verbringen, um die Sache und ihre Problematik kennenzulernen.
Das gibt Dir dann eine viel bessere Grundlage um zu überlegen, wie Du weiter vorgehen willst.
Eine Möglichkeit, die ich sehe (weil ich sie selbst attraktiv finde) ist, mit einer überschaubaren Foto-Ausrüstung per Autoguiding Bilder zu machen, während ein günstiger Dobson-Lichteimer anstelle von Langeweile zur visuellen Beobachtung einlädt.
Auf diese Weise müsste die Montierung nicht ein sehr großes Teleskop fotografisch stabil nebst Leitrohr und Zubehör tragen.
Schau einfach mal, was so ein 12" Dobson für visuelle Zwecke so kostet. Ab 700 Euro geht's beim Neupreis los. Bleibt noch einiges an Budget für Okulare und die Foto-Ausstattung. Die muss dann natürlich überschaubar bleiben, das heißt das meiste Geld wird dann doch noch für die Montierung draufgehen, denn eine gute Montierung ist einfach die nötige Basis für Langzeit-Belichtung. Es muss dann aber keine EQ-6 sein (es kann natürlich trotzdem eine werden).

Aber das würde ich aufschieben, bis Du mal eine Foto-Beobachtungsnacht erlebt hast.

Clear Skies
Sven
 
130ér apo :)

mal bissl schnäppisch ausgedrückt ...... wer mit 3000 euro probleme hat, eine gute ausrüste zu ergattern....hmmm :)


ich habs ja schon diverse mal gesagt .... gebraucht bekommt man dafür sicherlich alles, was man sich so vorgestellt hat.

bin zwar schon lange lange kein student mehr, aber einen studenten, der für sein hobby soviel geld in der hinterhand hat, ist mir auch nicht allzu oft in meine vorlesungen gestolpert :)

vormals sagte man zu denen "von beruf sohn".

gruß
andi
 
Zitat von AndiHam:
mal bissl schnäppisch ausgedrückt ...... wer mit 3000 euro probleme hat, eine gute ausrüste zu ergattern....hmmm :)

Natürlich kann man mit dem Budget schon fast keinen Schrott mehr kaufen, aber etwas "Gutes" und das "Richtige" sind zwei verschiedene Dinge, oder?

Zitat von AndiHam:
bin zwar schon lange lange kein student mehr, aber einen studenten, der für sein hobby soviel geld in der hinterhand hat, ist mir auch nicht allzu oft in meine vorlesungen gestolpert :)

Um Gerüchten vorzubeugen: Ich bin auch schon lange kein Student mehr (hatte mich wohl etwas unglücklich ausgedrückt). Jeder cent ist selbst erarbeitet...

Gruss,
Florian
 
Toll,

nun haut man sich mal nicht um Refraktor und Reflektor, sondern darum, daß jemand mal eine vernünftige Stange Geld in ein Teleskop investieren möchte, und nun ist das auch schon wieder nichts.

Wer`s hat und es ihm nichts ausmacht, warum den um Himmels Willen nicht?

Ich habe auch mit einem SC angefangen, das damals um die 7000 DM gekostet hat und ich habe nichts bereut. Zwischenzeitlich ist noch einiges hinzugekommen, das SC-Gerät wurde 4" größer und ein paar Dobsons stehen aussen herum. Die kamen der Transportabilität wegen nach, da ich den Dicken nicht bewegen möchte. - Alles hat seinen Reiz und ich habe (nach verschiedenen Fehlschlägen natürlich) gelernt, fotografisch mit den 3 Metern Brennweite umzugehen, die bei Digital jetzt ja sogar 4,5 Meter sind.

Zudem macht man damit vornehmlich Piggy-Pack-Aufnahmen, dazu hat das SC auf der großen Gabel genug Spielraum, bei mir mit einer Fuji und dem 4,0/600mm von Nikon.
Eine (entsprechende) Deutsche Montierung wäre mir zu teuer, gut, die EQ-6 tut`s gerade so, aber für ein 10" SC dürfte es schon etwas mehr sein, bedenkt man, was da noch alles "oben auf" muß.
Ich zumindest bin mit der Kombi 12" SC auf Gabel (verstärkt) und der großen Polhöhenwiege sehr zufrieden.

CS
Winfried
 
Hallo Florian,
gib nichts auf solche Sprüche wie "...von Beruf Sohn..."
Das sind Neider,die gibt es leider überall.Es muß ja nicht jeder sein Equipment so mühsam (teilweise gebraucht)zusammen Suchen wie z.B. ich...
Ich bin kein Experte,und eigentlich auch noch Anfänger,aber ich durfte mal durch ein C9 1/4 Durchsehen.Das war mein zweiter Blick durch ein SC,und hat mir wesentlich besser gefallen als der erste durch ein (komatöses - dejustiert?)C8.Das Problem der langen Brennweite ist eben Okulare zu finden,mit denen man eine günstige Austrittspupille zu Erhalten.Dazu kann ich Dir die Seiten von Sven Wienstein
Benny
und Deep Sky Brothers empfehlen.
Ich selbst würde das Teleskop,egal welches es nun werden wird,erstmal visuell Einsetzen.Sonst sieht man nämlich Nächtelang nichts vom Himmel,sondern hat nur mit der Technik zu tun.
Ein schlechter Einstieg ist das C9 1/4 aber sicher nicht.
Grüße Rainer
 
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