Einstieg, Teleskopwahl, Okularwahl etc.

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Thison

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Hallo liebe Astronomie.de-Community,
Wie man unschwer an meinem ersten Post sehen kann bin ich neu hier in dem Forum und ebenfalls Neuling in der Astronomie. Also ich heiße Timo und ich interessiere mich ungemein für die Astronomie und alles was dazu gehört. Ich habe schon seit letztem Herbst vor mir ein Teleskop zu kaufen. Jedoch habe ich immer noch wesentliche Wissenslücken um eine, wahrscheinlich optimale Wahl im Bezug auf das Teleskop und Zubehör, zu treffen. Entschuldigt dass ich diese Frage jetzt zum X-mal stelle, wie ich oft lese hat jedes Teleskop seine Himmel, aber ich denke, dass dies auch ein wenig Individualität besitzt. So^^ nun zu meinen individuellen Daten und Wünschen:

Umgebung:
Ich wohne in einer Stadt um genauer zu sein in einer Kreisstadt namens Siegburg, in der Nähe von Köln. Somit ist die Lichtverschmutz dementsprechend hoch. Ich wohne hinzu noch direkt an einer Hauptstraße, habe jedoch die Möglichkeit einen Dachboden, inkl. Fenster, und eine Garten zu nutzen.
Auf dem Dachboden würde keine Laterne mein Blickfeld kreuzen. Im Garten eventuell eine (muss noch einmal nach schauen). Ich habe bei den DeepSkyBrothers aber auch eine Anleitung für Taukappe gefunden, aber hilft diese überhaupt?

Wunsch-Seeings:
Generell interessiere ich mich, wie bereits oben erwähnt für eigentlich alles. Ob DeepSky, Planeten oder Mond. Jedoch habe ich bei den DeepSkyBrothers schon erfahren, dass ein absolut dunkler Himmel nötig ist für das sehen von DeepSkyObjekten.

Teleskop:
So wie ich das aus vorherigen Threads und dem Internet entnehmen konnte ist ein Allrounder für Einsteiger ein 8“ Dobson. Nun gibt es dort wiederum eine riesige Auswahl:

http://www.astroshop.de/teleskope/1...p=Dobson?sid=77f121a7ed9efefef1c316e8ab7bf563 (wobei hier ja jetzt nicht alle 8“ haben/sind)

Ist das was ich recherchiert habe korrekt oder würdet ihr mir etwas anderes empfehlen!?

Zubehör:
Hier würde ich die Empfehlung von
http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html
in Betracht ziehen.

Budget:
Insgesamt wollte ich nicht mehr als 400 Euro ausgeben. Als Schüler ist das Budget halt eben immer ein bisschen knapper.^^

Ich danke euch schon einmal im Voraus und entschuldige mich auch nochmals, dass ich diese Frage zum tausendsten Male stelle.
Gruß Timo
 
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Hallo Timo,

willkommen im Forum! Was du gerade erlebst, kann man wohl wunderbar zusammenfassen unter "aller Anfang ist schwer"...So ist es tatsächlich! Ich kenne es aus eigener Erfahrung, denn auch ich interessiere mich seit kleinauf für die Astronomie und verschlang (und verschlinge immernoch) jedes Buch zu diesem Thema. Allerdings nur "trockene" Theorie. Als es dann "ernst" wurde mit der Himmelsbeobachtung, stand ich wie der Ochs vorm Berg, denn Astronomie gehört zu den Gebieten, in denen Welten zwischen der Theorie und der Praxis liegen. Tatsächlich haben die "Praktiker" (wir Hobbyastronomen...) weniger mit der Theorie zu tun und die echten Theoretiker (also die "Profis") weniger mit der Praxis. Was heißt das für dich? Du brauchst Praxis, Praxis, Praxis...Egal wie viel Theorie du ansammelst, es wird auch nicht für einen Mililiter an Erfahrung reichen...

Was ich damit sagen möchte: Warte erst mal mit dem Teleskopkauf. Schnapp dir erstmal dein Fernglas oder bewaffne dich mit deinen Augen und verbringe ein paar Nächte unter dem Sternenhimmel. Mit Hilfe eienr Sternkarte kannst du dich orientieren, helle Sterne finden, das ein oder andere Objekt im Fernglas entdecken und auch so schon faszinierende Beobachtungen anstellen, kaum ein Laie traut einem Fernglas etwas zu, was völlig unzutreffend ist.

Wenn du dich dann orientieren kannst, wenn du einen Kugelsternhaufen von eienr Galaxie und einen Nebel von einem Sternhaufen unterscheiden sowie die Planeten auffinden kannst, dann denke ich ist der Zeitpunkt gekommen über ein Teleskop nachzudenken. Denn eins ist sicher: Wenn du die Objekte, die du im Teleskop sehen möchtest, selbst mit dem bloßen Auge nicht finden kannst, wie willst du es dann mit einem Teleskop schaffen...?

Also: Lass dir Zeit, halte den Ball erstmal so gut wie es geht flach und beginne langsam mit der praktischen Beobachtung des Sternenhimmels. Nützlich zur Planung einer Beobachtungsnacht hat sich die Freeware Stellarium erwiesen. Eine Sternkarte solltest du dir ebenso zulegen und ein Fernglas wirst du wohl irgendwie auftreiben können, schon kanns losgehen!

Viel Spaß und Erfolg, Gruß und CS,
Marcel
 
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Hallo Timo,
ich bin selber noch nicht lange dabei, bzw hole morgen mein erstes teleskop (8" Dobson gebracuht) ab.
Mit 400€ wirds bei nem Dobson 8" aber glaub ich schon recht eng.
Das Zubehör was alles so gut wie zwingend benötigt wird (telrad, sternkarte, karkoschka, okulare) summiert sich schon alles.
Da ich selber auch anfänger bin solltest du meine meinung am anfang nicht allzu ernst nehmen :)
Da haben andere wesentlich mehr ahnung davon :)

Gruß und CS,
Tim
 
Hallo Timo,

die Meinung von Tim ist sehr ernst zu nehmen, denn Gebrauchtkauf ist eine gute Idee, wenn es bei 400 € und dem Wunsch nach einem 8" F/6 Dobson bleiben sollte.

Die Verkaufsmarke ist in diesem Preissegment völlig egal. Die Geräte bieten zubehörbereinigt so in etwa gleichmäßiges Preis-/Leistungsverhältnis und kommen alle aus zwei Quellen die propagandabereinigt auch wieder durchaus vergleichbar sind.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Hallo Timo,

willkommen im Forum. Du hast dich gut eingelesen - das ist löblich.
Du hast schon ein Teleskop ins Auge gefasst - okay, ein erster Schritt. Du willst alles sehen - klar, das kann ich verstehen.

Jetzt wohnst du in der Stadt und das ist aus astronomischer Sicht gar nicht gut. Ja, Mond und Planeten gehen auf jeden Fall, aber DeepSky (DS) ist da schon vielfältiger.
Kurz gesagt, du wirst vielleicht das eine oder andere Mal (wie oft, das wirst du erst später entscheiden) raus wollen. Tja und da kommt die Frage nach dem Transport auf.
Kannst du auf ein Auto zurückgreifen, dann geht auch ein 8" Dobson. Kein Auto - dann würde ich sagen, dass der Dobson keine glückliche Wahl für den TRansport raus aus der Stadt sein wird. Der Dobson will auch untergebracht werden - also es wird Platz zum Verstauen in der Wohnung benötigt.

Wenn das alles gebont sein sollte, dann ist der Dobson okay und sehr vielseitig. Du musst nur zum Gerät noch ein paar Dinge hinzunehmen. Einen Karkoschka kann ich sehr empfehlen - damit ist gut starten und der hat genug Inhalt, um noch länger damit arbeiten zu können.
Ebenso drei Okulare - die können anfangs wirklich in der Klasse 50€ bleiben, damit du beginnen kannst. Ob die 400€ reichen, kannst du mal rechnen.

Alternativen? Schwer bei dem Thema Vielseitigkeit. Da wirst du wohl beim Newton bleiben - die prallaktischen Varianten versenken einiges Geld in die Montierung, welche auch transportiert werden will. Das geht zu Lasten der Öffnung.
Die Refraktoren sind alle teuer - als Richfielder geht zwar der 4" azimutal montiert mit Okularen, aber der ist nicht für hohe Vergrößerungen geeignet und scheidet für Planeten aus.

Also checke dein Budget, deinen "Transporter" und den Platz in der Wohnung. Dann geht der 8" f/6 Dobson in Ordnung.

CS,
Stefan
 
Hallo,

ich wage zu bezweifeln, dass ein kleines Teleskop mit parallaktischer Montierung ohne Auto leichter zu transportieren ist als ein Dobson...

Nehmen wir einen "kleinen" 6" Newton der ja recht kurz ist, da kommt im Endeffekt fast das selbe Gewicht zusammen wie beim 8"er - klar in mehr Einzelteilen aber nicht minder sperrig, in Bus und Bahn oder gar auf einem Fahrrad wird das auch nix...

http://www.taunus-astronomie.de/art_scopes.html

Mein heisser Tipp:

Du wohnst in einem dicht besiedleten Gebiet, da siedeln sicher auch viele Astronomen bei denen du a.) mal über Schultern und durch die Geräte schauen kannst und die dich b.) bei gegeneitiger Sympathie auch immer gern mal jemanden mit rausnehmen ;)

Das würde ich in jedem Fall vor dem Kauf angehen...

Mond und Planten leiden in der Stadt natürlich bei weitem nicht so stark unter der Himmelsaufhellung wie Deespskyobjekte, jedoch wird hier in vielen Fällen das Seeing das in bewohntem Gebiet meist sehr grottig ist einen Strich durch die Rechnung machen wenn man von hohen Vergrösserungen träumt, was aber in keinem Fallen heissen soll, dass man es nicht versuchen soll! Eine genutzte Nacht ist besser als eine versäumte auch wenn man mit Einschränkungen leben muss :)

Viele Grüße Benny
 
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Hi Timo,

lieber 100€ mehr ausgegeben als mit 400€ nachher unzufrieden.
Das teure am Teleskop ist nicht das Teleskop selber sondern das Zubehör (gute Okulare, Filter, etc.)

Die Wahl eines 8" f/6 Dobson ist a.m.S. auf jeden Fall richtig mit dem Teleskop hat man Jahre lang Spaß am Himmel.

Drehbare Sternkarte (falls du dich noch nicht am Himmel auskennen solltest) sowie Karkoschka, Himmelsatlas sind Pflicht.

Ansonsten kann ich dir nur empfehlen (wie Benny schon sagte) mal auf eine "Starparty" zu gehen und dir das eine oder andere Scope live anzugucken und die "Alten Hasen" mit Fragen quälen.

Gruß
Lots
 
Hallo Benny,

Zitat von Benny:
Nehmen wir einen "kleinen" 6" Newton der ja recht kurz ist, da kommt im Endeffekt fast das selbe Gewicht zusammen wie beim 8"er - klar in mehr Einzelteilen aber nicht minder sperrig, in Bus und Bahn oder gar auf einem Fahrrad wird das auch nix...

wieso soll das nicht gehen? Das macht richtig Spaß!
Zugegeben, da ist etwas bastelei nötig, na und? Dabei kann man nur lernen ...

Grüsse,
Matthias
 
Also du meinst Tubuskoffer, Monti mit Stativ, Okularkoffer, Sternkarten, Bücher, Warme Kleidung, Verpflegung... usw auf einem Fahrrad.

Das Schaut dann wohl ca so aus: :totlach2:

Link zur Grafik: http://img1.photographersdirect.com/img/15331/wm/pd1213974.jpg

Also Spass ist ja schon für jeden was anderes, mich reizt das nicht so sehr mal abgesehen davon das die empfindlichen Optischen Komponenten unnötigen Erschütterungen ausgesetzt werden.

 
Aber jetzt Mal im Ernst,

Ich habe das selbe Problem wie du Timo dass ich meistens aus der Stadt herraus beobachten muss. Der Beobachtungsplatz ist aber bei der Gerätewahl wirklich entscheidender als man zuerst glaubt! Überleg dir das wirklich gut welches Gewicht du über welche Distanzen wie transportieren willst bevor du irgendwelche Ausgaben machst.

Schau dir die Geräte bei Sternfreunden oder im Laden mal in live an. Ich weiss das will man eigentlich nicht hören aber
vielleicht ist ein Fernglas mit Fotostativ doch eine brauchbare Variante für den Einstieg (man muss es dann ja auch nicht wegwerfen wenn man sich später noch ein Teleskop zusätzlich kauft)
 
Hm, ein Fernglas,

nun, dann würde ich noch was drauflegen und ein 80/400 Achromaten auf einer azimutalen Montierung holen. Teleskop und Zubehör in einen 25 Liter Tagesrucksack und das Stativ/Fotostativ muss auch nicht allzu groß dimensioniert sein.
Das Gerät verträgt gut bis 50x (subjektiv - es gibt hier im Forum Leute, die sind höher gegangen), kann den Saturnring und 2-3 dessen Monde darstellen und erlaubt neben Großfeld auch noch das Anlösen von Kugelsternhaufen. Dazu kann er mit Nebelfiltern ausgerüstet werden und sogar hellere Galaxien packen und bis 50x vergrößern. Da sieht dann eine M81 schon ganz nett aus und bei gutem Himmel auch eine M51 mit Anhang. Und wenn es mal ganz dunkel ist, dann können GX bis 10mag dargestellt werden.
Einige planetarische Nebel gehen auch schon, wie der Eskimonebel oder der Eulennebel - selbst getestet am 5mag-Himmel.
Der Jupiter, die Venus und hohe Vergrößerungen sind einzig seine natürlichen Feinde - hier ist der Farbfehler präsent. Am Mond geht es aber wieder - wenngleich 50x (z.B. 8mm HR Planetary) keine riesige Vergrößerung ist, sieht der Beobachter deutlich mehr, als im Feldstecher.
Einzig bei langbrennweitigen Weitwinkelokularen wird es nicht ganz einfach - da sind teure Exemplare gefragt, welche an f/5 eine schöne Randschärfe abgeben. Meine Reiseokulare sind 25mm TS-SP, 15mm TSSWM, 9mm TSSWM. Für die Eigennutzung darf auch das 19mm Panoptic und ein 8mm Planetary dran. Ein 20mm TSSWM war nicht gut - die Randschärfe war grausam. Ach ja, ein Zenitspiegel ist Pflicht - das 25€-Exemplar (Reise) unterscheidet sich kaum vom 65€ Exemplar (zuhause) bei der Darstellung.

Richtig transportabel ist nur ein Fernglas. Dann aber 10*50 wenigstens, wenn es über längere Zeit als Hauptgerät genutzt werden soll, sonst gehen nach meiner Einschätzung zuviele Details verloren, sei es wg. geringer Öffnung oder zu geringer Vergrößerung. Hatte mal lange ein 7*50 - das ist wenig Vergrößerung und eine viel zu große Austrittspupille für die Stadt. Aber das aufrechte Bild erleichtern prima die Orientierung und das Auffinden.

Aber das alles ist recht weit weg von einem Dobson, welchen es ja mittlerweile in den unterschiedlichsten Ausführungen gibt.

CS,
Stefan
 
Hallo Stefan,

Ja du hast natürlich Recht ein kleiner Richfielder ist auch schön transportabel und zeigt mehr Details als ein Fernglas.

Ich bin mit meinem 70/400 auch schön mobil und montiere ihn auf einem Fotostativ das ca. 1,5kg hat.(Das wackelt zwar ein wenig bei höheren Vergrößerungen aber bei einem Richfielder sollte das eh keine Rolle spielen)
Bis 50 fach geht das mit dem Fotostativ aber ganz gut und man kanns zur Not schon auch in einen Rucksack reinpacken.

Ausserdem wärs schon ein Teleskop, damit ist zumindest diese Begierde vorerst befriedigt.

Wenn ein Auto vorhanden ist kann man sich ja auch noch größere Optiken anschaffen, wobei ich ehrlichgesagt zeitbedingt echt selten dazu komme alles einzupacken und rauszufahren. (Geht sicher vielen so).

Theoretisch ist natürlich viel möglich, auch einen 8Zöller auf einem Fahrrad zu transportieren (siehe Bild von Matthias), die Frage ist halt wie oft man sich das antut...
 
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Hallo Markus,

Theoretisch ist natürlich viel möglich, auch einen 8Zöller auf einem Fahrrad zu transportieren (siehe Bild von Matthias), die Frage ist halt wie oft man sich das antut...

aus Erfahrung würde ich sagen - der innere Schweinehund (im weiteren SH genannt) kann so richtig fies und hinterhältig sein. Bei mir ist es so, dass ich manchmal noch den kleinen Richi raustrage, aber mehr will mein SH nicht zulassen. Der muss nur auf das Stativ gesetzt werden - fertig. Keine Gegengewichte, kein mehrfaches Laufen und niemals Umsetzen (entfällt beim Dobson übrigens auch).

Aber mit einem 8" sieht man einfach wesentlich mehr und kann auch hohe Vergrößerungen prima nutzen. Ein M13/M57/... bei 166x ist schon was tolles. Hell brilliant und schön aufgelöst ... das kann auch einen SH rumkriegen. Ist aber nicht auf's Fahrrad o.ä. zu schnallen.

CS,
Stefan
 
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Seh ich genauso!

Ich glaube diesen gewichtigen Faktor unterschätzen die Meisten in der Euphorie am Anfang und dann steht das fette Teil herum.

Ich hab deshalb für mich beschlossen das ich mir Schweinehundbedingt erst einen Dobson kaufe wenn ich auch einen geeigneten stationären Beobachtungsplatz dafür habe.
 
Hi Zusammen,

der Thread ist ja schon recht weit...

Ein Fernglas, das ist ja zum Glück nicht der Tenor. Ich finde, ein Fernglas sollte man ruhig parallel haben. Da langt ein 10x50 und man muss da keine besonderen Ansprüche pflegen. Natürlich, ich habe einen Nicht-Vereins-Doch-Kamerad vorgeschickt (bzw. der hat das von selbst gemacht) und alle billigen 10x50 im Discounter ausgepackt und am Sprit-Regal testen lassen. Die 3 besten aus so ca. 18 kamen dann mit ins dunkle und da wurde noch einer aussortiert - wir waren bedient. Will sagen: Es langt ein Feldstecher für 20 Euro, wenn man mal durchgeschaut hat und keine Doppelbilder sieht und auch nicht gleich ein flaues Bild feststellt oder ähnlichen Murks - kann in der Preisklasse natürlich vorkommen. Es sind immer welche dabei!

Damit aber läuft der Feldstecher sinnvollerweise parallel zum Teleskop, und ein Teleskop ist nunmal das, worauf man wirklich schielt. Die Auswahl eines 200/1200 Dobson halte ich für günstig. Das ist ein robustes Teleskop, kein hochgezüchtetes Mini-Ding, das der Einsteiger vielleicht gar nicht zu schätzen weiß und auch kein Riesenteil oder irgendwas überkompliziertes. So wie beim Auto eine ordentliche Breite und ein tiefer Schwerpunkt gut ist für Anfänger und Elchtest, so ist das beim 200/1200 Dobs mit der Handhabung und der optischen Leistung. Tuning-Potenzial ist auch noch, wer nachbessert kann damit sogar das Teleskop für's Leben gefunden haben. Aber das meiste Tuning macht man letztendlich doch über's Zubehör, wenn die Leistung der Teleskop-Optik grundsätzlich erstmal stimmt.

Transport ist natürlich immer Thema, oder eben auch nicht. Ich finde es wird viel zu oft vom großen Teleskop unter Stadthimmel abgeraten, und dabei sind 200mm Öffnung schon als groß empfunden. Ich finde diese Einstellung eher schlecht, denn die große Öffnung bringt auch aus der Stadt heraus einen Leistungsgewinn, während die oft geschilderten Einschränkungen zum Großteil eher Fehlbedienungen sind (falsche Vergrößerungswahl z.B.). Klar ist in der Stadt der Himmel aufgehellt, auch wenn man keine Laternen direkt sieht - natürlich, scheint die Laterne direkt ins Teleskop, beginnt eine Art "Hoffnungslosigkeit", aber ansonsten stört die Aufhellung der Atmosphäre über der Stadt von der Summe der Lichtverschmutzung her.
In einem kleinen Teleskop wird der Himmel auch nicht dunkler, denn jedes Teleskop liefert einen "Bildhelligkeitsspielraum" von Minimalvergrößerung bis zur Maximalvergrößerung, und alle sind sie in diesem Bereich gleich hell, nur bei jeweils unterschiedlichen Vergrößerungen.
Ich rate also davon ab, ein kleines, hochgezüchtetes Ding anzuschaffen. Denn aus der Stadt heraus leistet es weniger, als das große Gerät und kommt man aus der Stadt heraus, dann lohnt das für schwache Objekte, und da ist man um jedes Lichtquant froh, was die große Optik mehr einsammelt.

Etwas einschränken kann man das beim Thema Seeing. Die erste Einschränkung ist eigentlich, dass man nicht aus dem Dachfenster beobachtet, weil man sich da in einen blubbernden Warmluftstrom stellt. Es gibt natürlich schmerzbefreite, die tun selbst das, und erschreckenderweise mit gewissem Erfolg...
Jedenfalls, wenn man Planeten beobachten will, den Mond eingeschlossen, spielt Seeing eine ziemliche Rolle und da kann es wirklich sein, dass man mit einem kleineren Gerät, welches seine Temperaturanpassung (Seeing durch Warmluftschlieren im Tubus) zügig erledigt, besser bedient ist. Ich sage so als Baucherfahrung, dass man wenig Standorte in Städten findet, die es erlauben, regelmäßig mehr als 150mm Teleskopöffnung auszunutzen.

So, und letztendlich fasse ich das für mich so zusammen: Beobachtet man in der Stadt nahe der Haustüre, hat man mit 8" Öffnung kein Transportproblem. Will man aus der Stadt raus, so dass das Transportproblem auftritt, so ist das eigentlich nur richtig sinnvoll, wenn man mehr als 150mm Öffnung an den Start bringt. Und damit hat man nunmal dann in etwa diese Größe zu transportieren, und ein Reisedobson scheidet im diskutierten Preisbereich grundsätzlich aus, neben der geringen Einsteigertauglichkeit durch z.B. f/4-Optiken.
Das soll nicht heißen, dass man nicht auch mit einem kleineren Gerät einen Gewinn hat, wenn man aus der Stadt heraus geht, aber schaut man sich an, was man dann für ein kleineres Gerät trotzdem noch zahlt, so läuft das eher auf einen Fehler hinaus. Ein kleineres Gerät später mal als Ergänzung zum großen zu sehen, für Spezialaufgaben wie besonders niedrige Vergrößerungen zwischen dem Großen und dem Feldstecher, wäre eine völlig andere Diskussion.

Soweit mal ein Streuwurf Gedanken.

Clear Skies
Sven
 
Hallo.

gegen den inneren Schweinehund gibt es neben extremer Faszination noch ein gutes Mittel: Mit netten Leuten zusammen rausfahren und beobachten, zu Beginn war ich allein da war es manchmal schon die Frage ob ich das Kleingerät 2m auf den Balkon stelle, seit ich hier bei einer netten Beobachtungsgruppe Anschluss gefunden habe und dadurch noch mehr Leute kennengelernt habe gibt es auch bei inzwischen gut 50 kg Gepäck wenig Motivationsprobleme ;)

Viele Grüsse Benny
 
Ja das stimmt natürlich alles,

,im Endeffekt bleibt es immer eine Frage des Geldbeutels und der persönlichen Präferenzen welche Optik man sich zuerst anschafft. (So wie ich das bei mir und Kollegen sehe werden es meist sowieso mehrere Teleskope werden)

Jedes Teleskop hat eben seinen Himmel.

 
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Hallo,

ich finde dafür, daß Timo den Thread bislang nur eröffnet hat, ist er schon sehr weit gediehen.
Ich kann nur eine Anfängermeinung wiedergeben, aber ich bin der gleichen Auffassung wie Marcel - ein Fernglas für den Anfang ist eine feine Sache und im Zweifelsfall auch vielseitiger. Ich habe selbst zunächst mit einem Fernglas begonnen, mir die kalten Herbst- und Winternächte um die Ohren geschlagen und nebenbei festgestellt, daß das Interesse an diesem Hobby nicht nachgelassen hat. Mein Fernglas gehört auch jetzt noch zur Grundausstattung in jeder Beobachtungsnacht. Das aber wohl auch deshalb, weil ich noch nicht in allen Himmelregionen unterwegs war, und da lohnt bekanntlich auch der Kennenlernblick mit dem üppigen Gesichtsfeld eines Fernglases.

Berichtigt mich, wenn ich es überlesen habe oder falsch liege, aber ich habe noch nirgendwo gelesen, daß bei Spiegelteleskopen Justierhilfen (bewußt in der Mehrzahl geschrieben) zur Grundausstattung gehören sollten und da auch ein netter Betrag zu berücksichtigen ist. Ich bin zur Zeit bei einem erfahrenen Astrofreund in der Lehre und eine seiner Kernaussagen ist, daß die richtige Justage auch zu Beginn das A und O ist.
Die wichtigste Aussage aber ist - und das kann ich als Anfänger schon gut behaupten - es bleibt nicht beim anfangs gesetzten Budget. Man sollte wie beim Haus Bauen gedanklich schon mal einen Zusatzrahmen einplanen, irgendwas kommt immer... und wenn es nur eine neue Rotlichttaschenlampe ist. Ich will hier keineswgs abschrecken, sondern nur von einem Sternfreund berichten, der Freude an dem Hobby gefunden hat.

In diesem Sinne alles Gute bei Deiner Entscheidung Timo

GuS

Rene
 
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