Einstieger hat Fragen bezüglich 150/750 Newton

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Cethrox

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Hallo Astronomiegemeinde,

ich heiße Max, bin neu hier auf dem Forum und möchte gerne in die Astronomie mit dem Teleskop bzw. die Astrofotografie einsteigen. Ich habe noch kein eigenes Teleskop, war aber schon auf mehreren Sternenwarten, wie z.B. die Volkssternenwarte in München, bei der ich die Möglichkeit hatte zum ersten mal den Jupiter und die ISS zu sehen.

Da ich an Astronomie sehr interessiert bin, möchte ich gerne mit diesem Hobby anfangen. Ich würde am liebsten direkt Astrofotografie betreiben, habe aber schon gemerkt, dass das die "Königsklasse" zu sein scheint. Deswegen dachte ich mir das ich mit einem Astrofotografiefähigem Setup (Montierung und Teleskop) visuell anfange . Wenn ich Erfahrung gesammelt und auch genug Geld habe :) , würde ich dann Motorisierung der Montierung (z.B. GoTo), Guidingequipment und weiteres Zubehör noch dazu kaufen. Außerdem würde ich hauptsächlich von meiner Terrasse das Teleskop benutzen. Natürlich würde ich auch dunklere und "sauberere" Himmel aufsuchen wollen, da ich am Rand einer größeren Kleinstadt wohne.

Deepsky Objekte interessieren mich am meisten und da es kein Allrounder Teleskop gibt, würde ich Planeten und Sonne vernachlässigen bzw. hinten anstellen.

Also nach mehreren Recherchen habe ich den Skywatcher 150/750 PDS Explorer gefunden. Diesen würde ich entweder auf einer HEQ-5 oder einer EQ-5 montieren wollen. Wie groß ist da der Unterschied, würde sich eine HEQ-5 lohnen oder langt eine EQ-5 für Astrofotografie ?
Weil mein Gedanke ist, dass wenn ich mein Equipment vergrößern will mir dann lieber eine EQ-6 oder größer anschaffe, wofür mein Budget zurzeit nicht reichen würde. Ich habe auch gesehen dass einige einen sogenannten APO benutzen, der aber im Vergleich wesentlich teurer ist. Stimmt es, dass ein APO besser für Nebel geeignet ist ? Und gibt es etwas vergleichbares in der Preisklasse des oben angesprochenen Newtons ?

Zum Thema Okulare, da ich sowieso hauptsächlich fotografieren möchte, brauche ich ja nicht tausend verschiedene Okulare. Mir würden die wichtigen langen, um damit Erfahrungen zu sammeln. Da bei dem Skywatcher 150/750 PDS Explorer von Haus aus keine Okulare dabei sind, müsste ich mir separat welche Anschaffen. Welche Okulare würdet ihr mir empfehlen (Größe, Marke etc.) ?

Gibt es für den Anfang sinnvolle Deepskyfilter oder andere Filter ?

Fürs "spechteln" bräuchte man ja nur noch eine Sternenkarte und einen Deepskyatlas ? Was benutzt ihr und was könnt ihr empfehlen ?

Bestimmt möchte ich dann bald auch die ersten Fotos mit meiner EOS 450D machen. Da besitze ich schon ein 8-55mm und ein 300mm Objektiv.
Die könnte man dann entweder fokal oder mit Piggyback verwenden. Wäre hier sinnvoll, fokal für kleinere Objekte und Piggyback für Objekte wie M31 ? Um die Kamera fokal zu benutzen braucht man ja ein T2 Adapter für die EOS und einen T2 auf 2" Adapter, was auch beim Skywatcher dabei ist.
Eine Piggybackhalterung ist auch schon dabei.
Nun habe ich gelesen, dass f5 Newtons Koma anfällig sind, was heißen würde, dass man sich zeitnah auch ein Komakorrektor kauft. Wieder selbe Frage, was könnt ihr empfehlen ? Des weiteren wäre ein Fernauslöser mit verstellbaren Belichtungszeiten auch sinnvoll oder ?

Als nächstes würde ich dann ein GoTo Upgrade Kit für die EQ-5 kaufen bzw. bei der HEQ-5 ist es ja schon integriert.
Das dürfte für die ersten Nachführungen langen um kürzere Belichtungszeiten zu erreichen.

Aber um noch länger zu belichten und um präziser nachzuführen, braucht man ja Autoguiding. Da gibt es die Möglichkeiten Leitrohr und OAG.
Bei Leitrohren soll es Probleme geben bezüglich Ungenauigkeit, da sich Teleskop und Leitrohr verstellen können. Bei OAG gibt es nicht immer einen Leitstern. Was ist hier das geringere Übel ? Wenn es das Leitrohr werden soll, kann man den 6x30 Sucher ja nicht dafür benutzen.
Zudem wird ja eine Guidecam benötigt, worauf ist hier zu achten ?
Zum Guiden würde ich mein Laptop benutzen mit PHD, wenn das nicht veraltet ist.

Ich denke das waren erstmal alle Fragen, ist ganz schön lang geworden.

Ich bedanke mich jetzt schon fürs lesen und antworten.

Grüße Max
 
Hallo Max,

zuerst einmal willkommen!

Du hast dir ja schon ordentlich Gedanken gemacht, wie du einsteigen möchtest, *beide Daumen hoch*! Leider liest man solche Beiträge nur sehr selten und es wird häufig nach einer Lösung gesucht, wenn das Kind schon in den Brunnen gefallen ist (ein Teleskop gekauft wurde). Daher wundert es mich ein wenig, dass hier noch niemand auf deine Fragen eingegangen ist...

Anyway, grundsätzlich bieten sich eine drehbare Sternkarte, der Deep Sky Reiseatlas (Feiler und Noack) und der Deep Sky Reiseführer (Stoyan) an. Dazu eine Rotlichlampe und die Beobachtungsnacht kann beginnen, unabhängig davon, was du an Equipment dabei haben wirst.
Und auch wenn du recht schnell bei der Fotografie landen solltest, sind diese Dinge immer mal wieder von Nutzen.

Was den Rest deiner Fragen angeht, ruhig Blut! Eins nach dem anderen. Zu allererst solltest du dir noch einmal Gedanken machen, wo du wirklich einsteigen willst.
Fotografie und visuelle Beobachtung lässt sich nur schwer unter einen Hut bringen, gerade was das Equipment betrifft.

Bei dem was du so schreibst, würde ich folgendes vorschlagen:
Beim Teleskop würde ich einen Nummer kleiner anfangen und den Skywatcher 130 PDS mal in den Raum werfen. Der kleinere Bruder vom 150er PDS hat ein paar nicht zu verachtende Vorteile. Zum einen ist er aufgrund seiner Größe und des Gewichts deutlich einefacher zu handeln (wenngleich auch ein 150er bzw. 6" Newton nicht unhandlich ist) und setzt damit auch die Anforderungen an die Montierung ein wenig herab. Wegen der kürzeren Brennweite bekommst du die "prominenten" Einsteigermotive (M31, M42, M45, ...) auch komplett auf den Sensor und jeder mm weniger bedeutet auch weniger Anspruch an die Nachführung. Visuell wirst du den Unterschied zwischen 130mm Öffnung und den 150mm kaum bemerken, wie du auch den Zeichnungen im Deep Sky Reiseführer entnehmen kannst. Um das Teil fotografisch einsetzen zu können bräuchtest du noch einen Komakorrektor aber auch da habe ich hier im Bietebereich schon Sets von 130er PDS mit Komakorrektor für um die 250 € gesehen.

Ob APO oder Newton, da gehen die Meinungen recht häufig ziemlich weit auseinander, bei der Fotografie sind es aber Parameter wie Öffnungsverhältnis, Brennweite, vorh. Kamera (damit dann die Sensorgröße bzw. das mögliche Bildfeld) und nicht zuletzt Gewicht, die entscheidend sind. Daher wirst du auch über kurz oder lang nicht mit einem einzigen Teleskop fotografieren sondern schnell 2 oder 3 in deinem Fundus haben.
Der APO hat Vorteile in Größe und Gewicht und ist gerade im Falle eines 65Q oder 80er ED APOs auch für Einsteiger gut in den Griff zu bekommen. Die Teile sind justagestabil und ändern während der Nacht normalerweise nicht die Fokallage. Haken an der Sache, ein Newton ist meist schneller und bietet dem visuellen Beobachter für weniger Geld mehr Öffnung. Darüber hinaus taut der auch nicht so schnell zu wie die Frontlinse der ED APOs.

Auf meiner Seite findest du ein paar Tabellen die verdeutlichen, wie groß bzw. klein so manches Objekt ist, bezogen auf das erzeugte Bildfeld.

Für den Unterbau würde ich versuchen eine gebrauchte EXOS-2 zu bekommen. Von allen EQ5-Klonen scheint diese im Momment mechanisch die Nase vorn zu haben und man hat in Sachen Motoren/Goto sehr viele Möglichkeiten. Zum einen kann man das Startracker-Set von Bresser selbt nehmen, oder die PMC-8-Steuerung mit Zahnriehmen, auch die Motorensets von Skywatcher passen und wenn man lieber bastelt wäre Onstep eine Möglickeit.
Mit ein wenig Glück bekommst du die EXOS-2 auch direkt mit dem Gotopaket unter 500€, so wie ich vor einiger Zeit. Damit hast du für den Anfang erst einmal ne Menge Optionen und wenn du dann doch mal irgendwann zu einer EQ6 oder was auch immer upgraden willst, kannsst du das Teil ohne größere "Verluste" auch wieder verkaufen.

Das ganze Thema Filter würde ich in diesem frühen Stadium noch völlig ignorieren. Die Orientierung am Himmel, das Auf- und Abbauen der Geräte usw. sind schon herausfordernd genug.

Auf meiner Website findest du einen Einsteiger-Guide, der dir einen möglichen Weg aufzeigt, wie man mit der Fotografie anfangen könnte. Im Guide empfehle ich zwar eine Star-Adventurer und keine EXOS-2, aber das wäre in deinem Fall vermutlich keine so gute Idee. Darüber hinaus findest du hier: Astrofotografie mit DSLR ein paar Grundlagen.

Das Thema Piggyback, OAG, Leitrohr, welcher Autoguider usw. würde ich auch erst mal ein Stück weit nach hinten schieben. Fang erst mal langsam an, mach ein paar Beobachtungsnächte mit dem Auge am Okular, schau mal was geht, wenn du dein 18-55 an die 450d packst und diese dann auf der Montierung hast und dann Schritt für Schritt weiter.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Max,

Zitat von Cethrox:
Ich würde am liebsten direkt Astrofotografie betreiben, habe aber schon gemerkt, dass das die "Königsklasse" zu sein scheint. Deswegen dachte ich mir das ich mit einem Astrofotografiefähigem Setup (Montierung und Teleskop) visuell anfange .

mir persönlich (!) hat sich noch nie so ganz erschlossen, warum man erst visuell einsteigen soll, wenn man schon den Wunsch nach Fotografie hat. Visuelles Beobachten ist je nach persönlicher Vorliebe ganz sicher auch interessant, aber wo soll der Nutzen für den Einstieg in die Astrofotografie liegen? Du kannst ja auch im fotografischen Bereich klein anfangen, indem Du - wie von Dir geplant - eine auch für evtl. künftige Aufgaben geeignete Montierung kaufst und die EOS draufpackst. GOTO kann ich übrigens sehr empfehlen. Die Zeit, die für das Aufsuchen der Objekte draufgeht, läßt sich besser für die Belichtung nutzen. Wobei der Zeitbedarf mit zunehmender Erfahrung sicher auch immer geringer wird. Mit der Kombi DSLR und Montierung halten sich Geraffel und Aufbauaufwand in Grenzen und Du siehst schon, wie der Hase läuft. Die oft genannten Anforderungen an Geduld und Frustrationstoleranz sind aber auch hier nicht zu unterschätzen. Z.B. dann am heimischen PC feststellen zu müssen, daß die Bilder eben doch nicht ganz scharf sind ist etwas sehr Schönes :mauer:.
Je nach Lust und Laune kannst Du dann die Sache ausbauen, z.B. mit anderen Objektiven oder gleich einem Teleskop. Letztere Variante habe ich vor ca. einem Jahr gewählt. Übrigens ein Skywatcher 150/f5 PDS (und im Lauf der Zeit kam noch so einges anderes Spielzeug dazu ;) ).
Langer Rede kurzer Sinn: Wenn Du fotografieren willst, dann mach' das doch einfach, egal ob "Königsklasse" oder nicht. Problemlos wird es ganz sicher nicht werden, aber mit zunehmender Erfahrung macht es immer mehr Spaß.

Gruß
Achim
 
Hallo Max,
ich habe ziemlich genau so angefangen, wie Du es auch vorhast. Erster Schritt war ein GSO 150/750 Newton auf einer EQ-5 mit DSLR, einem OAG sowie einem Lodestar X2. Zur Steuerung habe ich mit einem alten EEE-PC Netbook angefangen.

Insgesamt habe ich damit sehr gute Erfahrung gemacht, zum Einsteigen eine schöne Kombination. Dazu braucht man noch drei Dinge: Geduld, Geduld und nochmals Geduld. Die Lernkurve ist steil - oder mit anderen Worten, es gibt verdammt viele Dinge, die man falsch machen kann... :smiley56:

Am Beispiel Plejaden kann man meine Lernkurve ansehen. Zwischen dem ersten und dem letzten liegen knapp drei Jahre und viel, viel Übung...

Mittlerweile bin ich im Besitz von drei Teleskopen und zwei Montierungen. Es sammelt sich eben so manches an.

Braucht man das? Sicherlich nicht zwingend, es ist immer eine Frage der Geduld. Mittlerweile kann ich aus meinem einfachen GSO-Newton deutlich mehr rausholen als zu Beginn, aber ich habe wirklich lange gebraucht und habe es ehrlich gesagt immer noch nicht soweit, wie ich es eigentlich will.

Gleiches gilt für die Montierung: bei einfacheren Montierungen ist z.B. das Flankenspiel (engl.: backlash) echt knifflig zu beherrschen. Insbesondere bei Zenit-nahen Objekten habe ich es nie wirklich gut in den Griff gekriegt.

Der Schritt auf die AZ-EQ5 mit Riemenantrieb war echt ein Fortschritt, aber auch die zickt noch rum. Nochmal Faktor drei drauf ist meine neue Avalon Linear ein Traum im Vergleich. Aber ich bin mir sicher, mit viel Geduld kriege ich auch die AZ-EQ5 besser in den Griff.

Und falls Du zwischen APO und Newton schwankst: APOs sind einfacher zu bedienen, aber auch viel teurer. Beim Newton kriegt man deutlich mehr Leistung für's Geld, muss aber auch wirklich wissen, wie man das Teil justiert. Und ja, wenn man weiß, wie es geht, ist alles kein Hexenwerk. Aber es kann halt ziemlich lange dauern, bis man die Fehler gefunden hat.

Ein Takahashi-APO ist einfach out-of-the-box justiert, am Newton fummele ich immer noch rum. Aber der Takahashi kostet auch ein Vielfaches...

Ich hoffe, das hilft mehr als es verwirrt :-)

VG
Wolfgang
 
Hallo Max,

Deine Überlegungen und die Antworten sind doch schon mal sehr gut.
Ich gebe auch mal meinen Senf dazu, da ich vor etwa einem Jahr von der visuellen Beobachtung zur Astrofotografie gewechselt bin…und zwar mit EQ5, DSLR und einem gebrauchten TS 80/480 Apo.

Mit der EQ5 habe ich sehr gute Erfahrungen gemacht und ein 150/750 Newton wird die Montierung auch noch tragen. Eine HEQ5 ist sicher besser und ausbaufähiger, aber wenn man eh irgendwann mehr will, wird man wohl dann im zweiten Schritt gleich auf EQ6 oder vergleichbar gehen. Daher ist die EQ5 für den Start nicht schlecht finde ich. Goto kann ich fürs Fotografieren mit einer parallaktischen Monti auch nur empfehlen. Es spart einfach Zeit fürs Belichten. Vergiss bei Deiner Budgetplanung die Stromversorgung nicht. Z.B. ein Bleigel-Akku mit entsprechenden Klemmen und Verteiler für Zigarettenanzünder.

Bzgl. Teleskop finde ich den Ansatz von Markus mit einem 130PDS nicht schlecht. Es gibt wirklich so viele schöne Motive im Bereich der Brennweite von ca. 500 bis 600mm. Ein Komakorrektor gehört aus meiner Sicht von Anfang an dazu, sonst ärgert man sich nur über die Sterneier in den Ecken.
Mit Deiner DSLR kannst Du auf jeden Fall schon mal loslegen. Eine deutliche Verbesserung der Astrofotos bekommst Du aber durch die Astromodifikation Deiner Kamera. Vielleicht wäre ja auch eine Option, zusätzlich eine gebrauchte astromodifizierte Canon 1000Da zu kaufen. Die gibt’s immer mal wieder für ca. 150€ und das ist günstiger als die Astromodifikation Deiner Kamera. Außerdem kannst Du Deine andere Kamera dann weiter für die Tageslichtaufnahmen verwenden.
Deine bestehenden Objektive würde ich übrigens auf jeden Fall nutzen. Ich bin ein großer Fan von Weitfeldaufnahmen. Statt Piggyback kann man auch einfache "Doppelhalter" verwenden, um eine DSLR direkt auf der Monti ohne Teleskop parallel mit einem Autoguider (z.B. über einen Sucher) zu betreiben.

Apropos Autoguider. Selbst wenn Du erstmal mit Bildern mit geringeren Belichtungszeiten startest, wird der Wunsch nach längerer Belichtung sehr schnell kommen. D.h. den Autoguider würde ich beim Budget auf jeden Fall schon mal mit einplanen. Ich kann dazu den MGEN (im Set mit Guidingkamera am Sucher) wärmstens empfehlen. Wenn man den Dreh raus hat, dauert es nur wenige Minuten, quasi plug and play…und das ohne Computer, mit dithern und Kamera-Fernsteuerung.

Eine Kamerafernsteuerung brauchst Du unbedingt. Ich verwende dazu den MGEN. Zum Fokussieren mit Liveview und für Testaufnahmen nutze ich ein kleines Tablet (Smartphone geht auch) mit der DSLRController App. Damit hat man ein praktisches Liveview mit 10x Vergrößerung zum Fokussieren, Parameteränderung (Belichtungszeit, ISO, etc.) und Auslösen. Mit der anderen Hand kann man den Fokus am Teleskop ändern. Sogar Serienaufnahmen gehen damit. Ich stöpsle das Tablet nach den Testaufnahmen ab und lasse MGEN die Belichtungsserie aufnehmen.

Dann noch zu den Okularen. Deinen pragmatischen Ansatz finde ich richtig. Ein vernünftiges Übersichtsokular wäre gut und dann vielleicht noch eine günstiges Zoom für die kürzeren Brennweiten. Evtl. mal den Gebrauchtmarkt prüfen. Die Website von Sven Wienstein ist auch ein sehr guter Ausgangspunkt.

Viel Spaß beim Start
Antero
 
Hallo,

erstmal danke an alle für die helfenden Antworten und Empfehlungen !
Ich habe mir mal eure Webseiten angeguckt und einiges gelesen und dazu gelernt. Wenn ich so eure Fotos sehe möchte ich am liebsten direkt loslegen :biggrin:

Ich finde die Idee von Markus mit dem Skywatcher 130 PDS auch gut und präferiere diesen jetzt auch, da mir ein APO für den Anfang zu teuer ist. Wie Ihr auch schon gesagt habt brauche ich für den Newton ein Komakorrektor. Da gibt es einen aus dem Hause Skywatcher, der für f/5 Newtons gemacht ist, den häufig benutzten Baader MPCC Mark III und noch viele mehr. Preislich nehmen sich alle nicht viel, könnt Ihr einen empfehlen ?
Brauche ich für den Anfang noch einen Justierlaser oder gibt es sinnvolle Alternativen für die Kollimation ?

Bei der Montierung würde ich schauen, ob ich eine EXOS-2, eine EQ-5 oder vielleicht sogar eine HEQ-5 mit GoTo gebraucht bekomme.

Um die EOS auf die Montierung zu bekommen brauche ich eine Parallelbefestigung oder einen "Doppelhalter", damit ich die EOS auch später guiden kann, oder geht das auch einfacher (Kamera mit Kugelkopf) ? Stehe da ein wenig auf dem Schlauch.

@Markus
Die Literaturwerke haben anscheinend einen guten Ruf und stehen schon auf meiner Liste (inklusive Rotlichtlampe). Doch viele benutzen dabei noch ein Telrad. Langt der 6x30 Sucher oder lohnt sich ein Telrad ?
Deine Guides waren sehr interessant und ich habe mich direkt informiert, was für eine Auflösung pro Pixel ich mit dem Setup 130PDS und EOS 450d habe: 1.65"/Pixel
=> Das dürfte ja passen :super:

@Achim
Den Nutzen der Visuellen Beobachtung sehe ich darin, dass ich den Himmel und mein Equipment besser kennen (und lieben) lerne.

@Antero
Die DSLRController App scheint eine sehr gute Lösung sein, um die Kamera zu steuern.
Bei dem 130 PDS liegt ja zurzeit ein 28mm 2" Okular mit 58° bei, was in der Kombination mit einem 8-24mm Zoom Okular (z.B. Seben 1,25" Zoom 8-24mm FMC) reichen würde ?

Das Thema Guiding werde ich dann wahrscheinlich erst aufgreifen, wenn ich die Möglichkeiten mit der GoTo Nachführung ausgeizt habe.

Nach dem jetzigen Stand würde ich dann zuerst "spechteln" und die ersten Fotos mit der DSLR und den Objektiven machen.
Dann die ersten Versuche mit Teleskop und DSLR machen und währenddessen die Belichtungszeiten mit der GoTo Nachführung steigern.

Freue mich schon auf eure Antworten.

Grüße Max
 
Hi Max,
zum Justieren reicht auch eine Filmdose mit zentralem Loch, aber ein Justierlaser ist viel bequemer. Es ist wie immer: für die wirklich einfachen Hilfsmittel braucht man Erfahrung.

Als Sucher reicht mir der 6x30, denn ich benutze ihn nur für das Alignment. Um helle Sterne aufzusuchen reicht er völlig. Wenn Du den Sucher auch für das Autoguiding einsetzen willst, dann nimm besser den 9x50 und die zugehörigen Adapter.

Du darfst es gerne mal ohne Autoguiding probieren. Es würde mich aber sehr wundern, wenn Du damit zufrieden bist. Dazu laufen diese Montierungen nicht präzise genug. Bei Brennweiten von 50-80mm ist es OK, aber Dein angepeiltes Teleskop hat 650mm Brennweite.

Viel Spaß und zeig mal bei Gelegenheit Deine ersten Bilder!

VG
Wolfgang
 
Hallo Max,

um Deine Kamera an die Montierung zu befestigen gibt es mehre Möglichkeiten. Erstmal braucht man eine sogenannte Prismenschiene, die man an die Montierung klemmen kann (Vixen Level). Da gibt es sehr viele Varianten und eben auch solche mit einer Schraube, die direkt in die 1/4 Zoll Bohrung Deiner Kamera passt.
Wenn Du einen Kugelkopf auf die Schiene schrauben willst, musst Du aufpassen. Die haben häufig 3/8 Zoll Bohrungen. Aber auch dafür gibt es kleine Miniadapter von 3/8 auf 1/4 Zoll für ein paar Euro (ich mache das auch so mit dem Kugelkopf).

Mit Doppelhalter meinte ich, dass es auch Prismenschienen gibt, die zusätzlich noch einen Sucherschuh haben. Ich nutze so etwas

https://www.teleskop-express.de/sho...ompakte-Vixen-GP-Level-Doppelbefestigung.html

Damit kann man die Kamera an die Montierung klemmen und, wenn man will (bzw. später mal), parallel den Autoguiding-Sucher dran klemmen. Das wird besonders interessant, wenn Du mit größeren Objektiven fotografieren und länger belichten möchtest.
Noch ein Tipp. Wenn Du mit größeren Objektiven fotografierst, wird das Ganze sehr kopflastig, wenn Du die Kamera-Bohrung nutzt. Die schweren Objektive haben oft einen eigenen Adapter, womit man Kamera und Objektiv besser im Gleichgewicht hält. Falls Dein 300mm Objektiv das nicht hat, google mal nach "Stativschelle". Damit kann man schwere Objektive an Stative koppeln (ähnlich wie die Kamera) und sogar in die richtige Position drehen.

Das mitgelieferte Okular würde ich erstmal nutzen. Für den Anfang wird das schon passen. Das Seben-Zoom war mein allererstes Okular…und ich nutze es immer noch. Für den Preis kann man wirklich nichts falsch machen.
Auch hier noch ein kleiner Tipp für den Hinterkopf (evtl. für später). Du wirst auf jeden Fall mal Planeten beobachten wollen (wenn sie doch schon mal da sind :)). Dazu brauchst Du eine Barlow-Linse. Und da Du vermutlich dann auch irgendwann mit einer kleinen Planetenkamera aufnehmen möchtest, empfehle ich Dir gleich eine etwas bessere Barlow zu kaufen. Also wenn Barlow, dann hier nicht allzu sehr sparen.

Dein Plan klingt doch wirklich schon mal sehr gut. Bin gespannt auf Deine ersten Ergebnisse

Viele Grüße
Antero
 
Hallo Max,

Zitat von Cethrox:
Die Literaturwerke haben anscheinend einen guten Ruf und stehen schon auf meiner Liste (inklusive Rotlichtlampe). Doch viele benutzen dabei noch ein Telrad. Langt der 6x30 Sucher oder lohnt sich ein Telrad ?
Deine Guides waren sehr interessant und ich habe mich direkt informiert, was für eine Auflösung pro Pixel ich mit dem Setup 130PDS und EOS 450d habe: 1.65"/Pixel
=> Das dürfte ja passen :super:

Ein Telrad oder andere Leuchtpunktsucher haben den "Vorteil", dass man einfach einen hellen Punkt/Kreis quasi in den Himmel projiziert und sich so sehr sehr einfach orientieren kann. Bei den Suchern ist das gesehene Feld schon kleiner, zudem werden mehr Sterne sichtbar und häufig ist das Bild dann kopfstehend/seitenverkehrt was die Orientierung nicht unbedingt erleichtert. Man kommt aber mit beiden Suchertypen recht schnell klar, daher probieren und dann ggf. nachbessern.

Zum Justieren würde ich dir ein Concenter ans Herz legen, denn mit dem Laser allein kannst du nur die Lage der Spiegel zueinander prüfen, aber nicht die Lage des Fangspiegels zum Okularauszug... http://www.spheretec.de/10047_2.php

 
Hallo Max,

Ein 6x30-Sucher ist genau das: ein Sucher. Damit wirst Du suchen, aber nichts finden. ;)

Was Du brauchst ist ein Finder. Zum Beispiel der genannte Telrad-Finder. Oder wenn Dir der zu groß und zu schwer ist, ein Rigel-Quickfinder. Gleiches Prinzip, aber nur zwei Kreise statt drei. Funktioniert aber auch und ist deutlich leichter. Ich benutze ihn an meinem 16"er und bin sehr zufrieden.

Bis dann:
Marcus
 
Hallo Marcus,

Zitat von mettling:
Ein 6x30-Sucher ist genau das: ein Sucher. Damit wirst Du suchen, aber nichts finden. ;)
kann ich so nicht stehen lassen. Es gibt zwar einige Exemplare mit miesem Okular, in denen man nicht viel findet, aber z.B. die von Sky-Watcher sind ziemlich gut.

Grüße

fquadrat
 
Moin Marcus!

> Ein 6x30-Sucher ist genau das: ein Sucher. Damit wirst Du suchen, aber nichts finden.

Oh bitte - nicht solche platten Sprüche....! :smiley64:
Ich besitze an meinen Teleskopen nur 6x30-Sucher und kenne auch Leute, die selbst an 18"-Dobsons nichts anderes benutzen.
 
Hallo Micha,

ich stehe ja immer darauf, sowas mit Begründung auszuräumen. Ein guter Grund für einen 6x30 Sucher ist, dass unter "in Deutschland häufig anzutreffenden Bedingungen" dieser Sucher in etwa jene Sterne zeigt, die auch im beliebten Deepsky Reiseatlas zu sehen sind. Der Sucher zeigt bei 5m Grenzgröße ca. 0,5 Größenklassen mehr, was man aber ganz gut ausblenden kann, weil diese dann schon schwer erkennbar sind. Ein 8x50 Sucher zeigt dann aber mehr als eine Größenklasse schwächere Sterne als dieser Atlas.

Beim 6x30 kann man sich also darauf verlassen, dass ein gut im Sucher erkennbarer Stern auch im Atlas drin ist.

Clear Skies
Sven
 
Hi,

immer noch die alten Gräben offen was die Sucher angeht ;)

Ich bin ja geneigt Marcus zuzustimmen, ich selbst finde auch mit Suchern prinzipiell nix und mit Peilern und geeigneter Karte + Übersichtsoku alles problemlos und auch recht zügig aber ich kenne auch umgekehrt Mitbeobachter die eben genau mit dem Sucher glücklich wurden und das Auffinden damit auch zu einer gewissen Meisterschaft gebracht haben - ergo kann man keines von beiden einfach verteufeln. Für den Einsteiger ist aber ein Peiler schon immer ein empfehlenswerter Kaufrat, denn die Objekte die man damit dann in der Regel aufsucht als Einsteiger sind mit DS Reiseatlas oder anderen Einsteigerkartenwerken wirklich gut zu finden und auch in aller Regel so hell und auffällig, dass man sie dann auch im Okular höherer Brennweite sieht.

Wird es dann später kniffliger, also in Sucher und möglicherweise auch Ü-Oku unsichtbaren Objekten wo ein sehr konkretes Sternfeld identifiziert werden muss dann wird es zur Glaubensfrage oder schlicht eine Frage der Gewöhnung und Einarbeitung ob man mit Sucher und Okular oder Peiler und Okular (und tiefer Karte) zum Erfolg kommt.

CS und Gruß
Benny
 
Hallo Suchende,

Huiii, ich hätte nicht gedacht, dass ich so eine Reaktion auslöse. Das ist ja fast wie Linse vs. Spiegel hier. ;)
Ich muss allerdings zugeben, dass ich den erwähnten 8x30-Sucher mit einem 8x20 verwechselt hatte, mit dem ich wirklich fast nichts gesehen habe. Ein 8x30 dürfte zumindest brauchbar sein.

Ich habe allerdings jahrelang ein C8 auf einer parallaktischen Montierung ohne Goto mit einem 8x50 betrieben und hatte immer sehr große Probleme, Objekte zu finden. Das änderte sich schlagartig, als ich parallel zum Sucher einen einfachen Leuchtpunktfinder montiert habe. Nach drei, vier Nächten habe ich den 8x50 überhaupt nicht mehr genutzt, da der Peiler genau genug ist, dass ich Objekte ins Gesichtsfeld meines 40mm Erfle bekomme. Und das bei 2000mm Brennweite!
So ein Telrad oder Rigel hat nochmal eine höhere Positionierungsgenauigkeit, vor allem bei wenig hellen Sternen in der Umgebung. In Verbindung mit dem Deepsky Reiseatlas ist man da fast so schnell wie mit einer Gotosteuerung. An meinem 16"er habe ich deshalb überhaupt kein Sucherfernrohr, nur den Rigel Quickfinder.

Wenn Du nur schnell die Sterne fürs Alignment fürs Goto aufsuchen willst, ist ein 8x30 sicherlich mehr als ausreichend. Aber auch da würde es ein Rotpunktpeiler tun. Ich rate deshalb nach wie vor zu einem Telrad /Rigel oder wenn es partout ein Sucher sein soll, zu einem 8x50 in Kombination mit einem einfachen Rotpunktpeiler.

Bis dann:
Marcus
(Der lieber findet als sucht.)
 
Hallo!

Also ich schließe mich mal Marcus Ausführungen an.
Persönlich nutze ich an meinem Newton 150/750 einen Telrad. Mit diesem lässt es sich recht fix am Himmel das gesuchte Objekt finden. Vorher hatte ich einen 8*30 Sucher und bin mit diesem nie so richtig warm geworden.
Ebenso habe ich an meinem kleinen Refraktor das 8*30 gegen einen Leuchtpunktsucher ausgetauscht und auch damit lässt es sich für mich leichter suchen und finden.

Ich würde daher immer für einen Telrad und/oder Leuchtpunktsucher votieren.

Allzeit CS Peter
 
Moin Marczs!

> Ich muss allerdings zugeben, dass ich den erwähnten 8x30-Sucher mit einem 8x20 verwechselt hatte, mit dem ich wirklich fast nichts gesehen habe. Ein 8x30 dürfte zumindest brauchbar sein.

"Dürfte brauchbar sein..." - oh, danke, Euer Gnaden! :biggrin:
Übrigens: Du hast den "8x30" mit dem 6x30 verwechselt... :Trost:
Die noch keineren und meist unsinnig abgeblendeten Röhrchen an den Kaufhausteleskopen haben "offizielle" 5x24, meist aber nur irgendwas bei 18 mm Öffnung. Damit finde ich auch nix, logisch.

Es ging mir übrigens nicht darum, "alte Gräben offenzuhalten", sondern nur um den völlig überflüssigen und platten Spruch, 6x30-Sucher würden nichts taugen. Natürlich ist alles nur Gewöhnung. Jeder, wie er will.
 
Sorry, ich meine natürlich auch 6x30 Sucherfernrohr...
 
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