Einstig mit altem Lidlskop

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Ingo73

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Hallo

Das ist mein erster Eintrag nach meiner Vorstellung weiter unten.
Ich möchte an den kommenden Wochenenden (falls den Sterne sichtbar sein sollten) meine ersten Schritte in der Astronomie zu machen.
Zur Verfügung habe ich einen Balkon, der den Blick nach Westen und etwas nach Norden zulässt. Der Himmel über Bramsche ist wohl besser als ich ihn schon in größeren Stadten gesehen habe, aber sicherlich nicht toll. Immerhin kann man in vielen Nächten die Milchstraße zumindest erahnen, manchmal sogar gut sehen.
Als Teleskop steht mit ein etwas eingestaubtes Lidlskop (FH 70/700) zur Verfügung, allerdings ist der Winkelspiegel im Eimer und alle Okulare, bis auf ein 4mm, während irgendwelcher Umzüge in den letzten Jahren, verschwunden.
Da ich nicht gleich am Anfang Unsummen investieren möchte, wird meine erste Anschaffung wohl ein Sky-Watcher Aufrichtprisma 1,25" 90° und ein 3er Satz günstiger Okulare sein, wobei ich zwischen Sky-Watcher Super Plössl 25, 10 u. 7,5 mm und Sky-Watcher LET-Okular 20, 9 und 5mm schwanke. Dabei ist die Entscheidung nicht so leicht, wenn man die Vor- und Nachteile der Systeme einfach nicht kennt und auch nicht genau weiß, welche Vergrößerungen man eigentlich brauche.
Eventuell gibt es ja auch sinnvolle Alternativen?

Ach so, Ziel meiner ersten Beobachtungen werden wohl Planeten werden, vor allem Jupiter, Mars, Venus und villeicht Saturn, falls der nicht schon außer Reichweite liegt. Auf die helleren DS-Objekte werde ich aber sicher auch ein Auge werfen.

Was brauche ich noch? Auf meinem Labtop ist ein Planetarium installiert, brauche ich trotzdem einen Sternenatlas? Mit welchen DS-Objekten kann ich es überhaupt versuchen?

Wie gesagt es geht mir um den Einstig, falls es mich Packt, bleibt immer noch Zeit für weitre Investitionen. (mir schwebt da schon ein nachgeführtes Newton mit Fotomöglichkeit vor, aber das kann vorerst warten.)

Grüße

Ingo
 
Hallo Ingo,

also ein Lidl-Scope ist für den Anfang doch schon ganz in Ordnung. Mit den erstgenannten Okularen kannst du eigentlich nicht viel falsch machen; so bis ca. 100-fach geht's mit dem Scope ganz ordentlich und auch die Saturn-Ringe wirst du problemlos sehen können. Hellere Ds-Objekte wie z.B. der Orion-Nebel und auch Sternhaufen lassen mit dem Scope schon einiges erkennen.
Vielleicht suchst du dir einen anderen Platz, an dem du einen besseren Blick auf den Himmel hast; je dunkler, um so mehr kann man erkennen.
Der Deep-Sky-Reiseatlas hat mir am Anfang gut geholfen ( tut er auch jetzt noch); auch eine Sternkarte ist nicht schlecht, denn dadurch lernt man sich einfach besser zu orientieren.
Wichtig ist für den Anfang meiner Meinung nach, dass man sich nicht von den tollen lagbelichteten Bildern täuschen lässt und schon zufrieden ist, wenn man z.B. den Krabbenenbel M 1 nur als verwaschenen weißen Fleck gesehen hat. Ausdauer ist übrigens auch nicht schlecht, denn "sehen" muss man erst einmal lernen.

Viel Freude!
Frank
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Ingo,

willkommen im Forum.

Ich habe vor drei Jahren auch mit dem Lidl begonnen und damit erste Erfahrungen gemacht. Vorab: die 1,25" Einstiegsokulare nutze ich alle kaum noch, außer um mit Sonnenfolie (!!!) auf dem Lidl und diesen Okularen gelegentlich auf die Sonne zu gehen.

Ein 25er Okular sollte es schon sein, mit 20mm oder weniger hast du zu wenig Gesichtsfeld zur Übersicht, um Objekte beim Aufzusuchen auch zu finden. 5mm im Hochvergrößerungsbereich wäre mir schon zu heftig, da selten ein ausreichendes Seeing dafür herrschen dürfte; vielleicht besser 6 oder 7mm, das 4er kannste ja auch mal testen. Das Aufrichtprisma (Zenithprisma) ist natürlich Pflicht, ein Amici-Prisma dreht auch noch die Seitenverhältnisse um, hat aber einen zusätzlichen Spiegel und kostet etwas Licht...

Planeten und Mond gehen schon ganz gut mit dem Lidl. Auch große helle Objekte wie Kugel- und offene Sternhaufen sowie große Galaxien kannst du erkennen. Schwierig wirds mit Nebeln aller Art. Mit Ausnahme vielleicht von Orion hat der Lidl für Nebel doch zuwenig Öffnung.

Insgesamt sind die Möglichkeiten mit dem Lidl schon eingeschränkt, aber für den Anfang mit sehr wenig Investition bestimmt das Richtige, um die ganze Technik, die Einnordung und Bedienung der Montierung und schließlich den Himmel erstmal kennenzulernen. Du kannst das Lidlskop als Komplettpaket auch wieder ganz gut verkaufen. Bei mir hat das nicht lange vorgehalten und ich habe mir einen 6"- Newton und eine größere Montierung verschafft. Sehr schnell kamen dann diverse 2"-Übersichtsokulare und bessere 10 bis 3mm-Okulare hinzu... Dann ein kleiner ED, dann die umgebaute EOS, Motorisierung und und und...

Eine Planetariumssoftware (z.B. Stellarium/Freeware) sowie Sternkarten (Deep Sky Reiseatlas o.ä.), eine Rotlichtlampe und warme Klamotten müssen ebenfalls her...

In Sachen Einstiegsfotografie solltest du vorab das Forum intensiv bemühen, da gelten dann ganz andere Gesetze als beim visuellen spechteln...

Viel Spaß hier...

Logi
 
Hallo Ingo,

wilkommen im Forum. :)

Mit dem Lidelskope kannst prima den Einstieg machen. Prinzipiell gehen damit Sonnenflecken (Baaderfolie vor die Teleskopöffnung!), Mond und Planeten sowie helle Kugelsternhaufen, offene Sternhaufen wie die Plejaden (M 45), Hantelnebel (M27), Ringnebel (M57), Andromedagalaxie (M31) und natürlich der Orionnebel (M42).

Außer bei den Planeten (Pastelltöne) und an den Sternen selber wirst jedoch keine Farben sehen. Das geht nur mit wesentlich mer Öffnung.

Es gibt hier im Forum viele Berichte, wie man sein Lidelskope "tunen" kann. Das bringt echt was. Falls Du keine 2 linken Hände hast, kannst das ruhig in Angriff nehmen, wenn Du erstmal durchgeguckt hast und das Teleskop selber soweit in Ordnung ist. Nach Umzügen kann sich da schon das eine oder andere Malheur ereignet haben...

Mit den angegebenen Superplössel´s kannst beruhigt anfangen. Auch die Abstufung kann so bleiben.

Saturn liegt in der Reichweite des Liedelskopes, bei ruhiger Luft wirst Du die Ringe des Saturn erkennen können.

Neben den Okularen und nem Zenitspiegel brauchst noch einen Sternatlas und eine Rotlichttaschenlampe.

Ein Planetariumsprogramm auf dem Rechner ist ne feine Sache, wenn Du im warmen Wohnzimmer nachschauen möchtest, welche Objekte abends wo zu sehen sind. Aber bei der Beobachtung ist die Helligkeit vom Bildschirm störend. Der ist auch auf dunkelster Stufe so hell, daß sich Deine Augen nicht an die Dunkelheit anpassen können. Nach einem Blick auf den Bildschirm erkennst Du im Teleskop nur die allerhellsten Sterne/Planeten.

Je nachdem, wie oft Du klaren Himmel hast (derzeit eher Mangelware) und wie oft Du abends Beobachten kannst, wirst 1-3 Jahre brauchen, um am Sternenhimmel eine gute Orientierung zu bekommen... Dabei hilt es, wenn man sich ein "Beobachtungstagebuch" zulegt. Ich hab mir seinerzeit ein DIN A 4 Buch mit karrierten Blättern gegönnt. Da hab ich reingeschrieben, wann ich was ich beobachtet habe. Und auch den Anblik im Okular als Skizze festgehalten.

Erst wenn Du Dich mit den Sternbildern auskennst und sich gezeigt hat, was Dich konkret am meisten fasziniert, würde ich auf ein anderes Teleskop umsteigen. Daß Du irgendwann Fotografieren möchtest, solltest Du jetzt erstmal völlig hintenan stellen.

Viel Spaß beim Einstieg.
 
Hallo

Danke schon mal. Die Tuning Tipps, hab ich natürlich schon gefunden und auch teilweise schon angewandt. Die Sache mit der Veloursfolie fehlt noch, wird aber noch nachgeholt.
Bei den Okularen, werden es dann wohl die Super Plössel werden und an einem Sternenatlas soll es dann auch nicht scheitern.
Unter der Woche bin ich ohnehin nicht da und bis zum nächsten Wochenende sollte dann alles beisammen sein. Brauchen nur noch die Stern e zu funkeln ;-)

Die Sache mit den Astrofotos, ist erstmal Zukunftsmusik für mich, das ist mir schon klar. Für mich geht es in erster Line nur darum, um Erfahrungen zu sammeln und festzustellen, ob mir das Hobby überhaupt dauerhaft spaß macht, würde mich allerdings wundern wenn nicht.

Grüße

Ingo
 
Hallo

Beim herumstöbern in bin ich über ein Angebot für eine passende Nachführung gestolpert. Mit nur gut 50€ deutlich billiger als erwartet, allerdings handelt es sich nur um den Motor und ein Batteriefach, die Steuereinheit fehlt. Stellt sich für mich die Frage, wie wichtig so ein Steuergerät eigentlich ist (ohne große Fotoambitionen) und ob man die gegebenenfalls nachrüsten kann (Einzelne Steuergeräte hab ich bisher nur für EQ- Nachführungen gefunden). Im Zweifelsfall will ich lieber nicht am falschen Ende sparen, den die Lidl-Montirung kann ja auch noch weit leistungsfähigere Teleskope tragen, falls das 70/700er irgendwann nicht mehr reichen sollte.

Grüße

Ingo
 
Hallo Ingo,

Zitat von Ingo73:
den die Lidl-Montirung kann ja auch noch weit leistungsfähigere Teleskope tragen, falls das 70/700er irgendwann nicht mehr reichen sollte.

Die Original-Montierung, die beim Lidl dabei war? Nee, eigentlich kann die nich mehr viel mehr tragen, die ist mit dem 70/700er an sich schon gut bedient. Selbst mit einem 114/900er ist die Monti schon merklich am Asten, auch wenn man solche Kombis leider oft bei den Händlern findet.

Zur Nachführeinheit:
Ich weiß nicht welche Du da gefunden hast. Die, die ich hatte, brauchte eine kleine Steuereinheit mit ein paar Knöppen für N/S und 2x Vorlauf. Ich meinte aber auch, es gäbe einen einfachen statischen Motor, der wirklich einfach nur nachführen soll.
 
Hi Ingo,

genauso war mein Wiedereinstieg und unter dunklem Himmel lässt sich mit dem Lidlscope schon eine Menge sehen. Siehe Lidlscope 2001

Ansonsten brauchst du noch

- Klar Zenithspigel 1,25". Aber nimm gleich einen besseren, das lohnt!
- 3 bis 4 Plössl Okulare am besten 32mm, 15mm, 10mm und 6mm
- Sonnenfilterfolie von Baader DIN A4 Dichte 5
- Himmelsatlas von Karkoschka oder ähnlich
- Rotlichtlampe

Gruß
Lots
 
Hi Ingo,

ich kann mich Lothars Tipp mit dem 32mm-Okular nur anschliessen: Du bekommst zwar geringere Vergrößerung aber dafür mehr Gesichtsfeld.
Wenn Du nur in drei Okulare investieren willst, würde ich Skywatcher SuperPlössl
32mm, 12,5mm u. 7,5mm vorschlagen.

Beste Grüße,

Achim
 
Hallo Ingo,

dem was hier gesagt wurde gibt es eigentlich nicht mehr viel hinzuzufügen. Ich habe selber mit einem gebrauchten Lidlscope angefangen.

Ich würde dir nur von Plössel-Okularen mit kurzer Brennweite abraten, da ich dort das Einblickverhalten sehr unangenehm finde, man muss wirklich mit dem Auge am Okular kleben. Es gibt günstige Weitwinkelokulare (z.B. Skywatcher Ultra Wide Angle Okular, die verwende ich) die dieses Problem nicht haben, kosten bisschen mehr, aber mit 36€ sind sie für das was sie leisten günstig. Aber bei den größeren Brennweiten sind Plössels eine gute Wahl.

Grüße,
Pascal
 
Hallo

Vielen Dank für die vielen Tipps, ich werde sie beherzigen.
Wenn mich nicht alles täuscht, wird im März ein Komet erwartet, da bin ich mit einer Langen Brennweite sicher gut bedient.

Grüße

Ingo
 
Hi Ingo,

Wenn mich nicht alles täuscht, wird im März ein Komet erwartet, da bin ich mit einer Langen Brennweite sicher gut bedient.

Wenn Panstarrs tatsächlich auch nur halb so hell wird wie prognostiziert, dann kannst da das Lidel schlicht in der Ecke stehen lassen.

Dann reichen Deine Augen. Denn der Schweif wird dann 10, 20 oder 30 Vollmonddurchmesser lang werden. Soooo viel Gesichtsfeld hast mit keinem Okular der Welt. ;)

Das 32er Okular macht z.B. bei der Andromedagalaxie oder dem Orionnebel Sinn...
 
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