eisige Oktobernacht mit den 12 Zoll Reisedobson

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Costa

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Donnerstag 20.10.2009:

Ort: Hundham, Oberbayern, ca. 800 m
Beginn: 20.10.2009 um 21:00
Ende: 20.10.2009 um 23:45
Wetter: klar, kalt, -4 C°, kein Schnee, Seeing mäßig (3+/2-),
SQM-L: 21 Uhr: 20,9 / 22 Uhr: 21,0 / 23 Uhr 21,2
Ausrüstung: 300/1500, f/5, Reisedobson von Hofheim Instrument
Okulare: 20mm, 13mm, 7mm
Kommentare: allein, Tau am Fangspiegel (FS), durch Handanlege konnte das erneute Beschlagen des FS um ca. 15-20 min. verzögert werden


Nach langer Beobachtungsabstinenz auf freiem Feld (ca. 3 Wochen), erst wg. Vollmond und dann wg. schlechtem Wetter, war endlich mal wieder klarer Himmel. Die Bedingungen waren nicht optimal. SQM-L konnte erst nach 22 Uhr die 21,0 mag/sas durchbrechen. Temperatur um die -4 grad und tau machten die Beobachtungsnacht nicht gerade angenehm und ergiebig. Aufgrund der Kälte und des immer wieder zutauenden FS war ans zeichnen nicht zu denken. Auffallend waren die Meteoriten, die in dieser Nacht „besonders“ langsam Ihren Eintritt in die Erdatmosphäre fanden. Schönstes Objekt war zwischen 22 und 23 Uhr im Sternbild Adler. Der nicht ganz kleine Meteorit verglühte fast in „slow-motion“. Das Spektakel war mind. 3 sek. lang zu beobachten, der Schweif glühte noch weitere Sekunden nach. M.E. für eine Sternschnuppe am Nachthimmel fast eine Ewigkeit.

Beobachtungsobjekte: nur Galaxien
NGC772, 278, 185, 147, 779, 720, 615, 596, 584, 7814, M33

Objekt: NGC772, Galaxie in Ari
Größe: 4.30 × 7.20, Helligkeit: 10.3 mag , FH: 13.8 mags/sq.arcmin
hubbleType: Sb , pa: 130°
Datenherkunft: Eye & Telescope 3.02
Beobachtung: Objekt bei direktem Beobachten zu sehen, relativ einfach zu finden, da nahe am Dreifachstern Gamma Ari. Die Galaxie präsentiert sich bei V=115 und V=214 leicht oval mit hellem Zentrum. Strukturen waren nicht zu erkennen. Relativ schwache Flächenhelligkeit von 13,8 mag vorhanden. Die Nachbargalaxie NGC 770 konnte ich leider nicht erkennen. NGC770 müsste wenige Bogenminuten südlich (also noch im GF eines Okulars) von NGC772 gelegen sein.
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Im Sternbild CAS befinden sich relativ nah beinander folgende drei Galaxien:
NGC 278, NGC185 und NGC147

Objekt: NGC278, Galaxie in Cas
Größe: 2.00 × 2.10 , Helligkeit: 10.7 mag , FH: 12.0 mags/sq.arcmin
hubbleType: SBb , pa: 12
Datenherkunft: Eye & Teleskope 3.02
Beobachtung: Objekt bei direktem Beobachten zu sehen. Das Objekt befindet sich etwa 10° grad nördlich von M33. Es ist ein heller Kern zu erkennen.

Objekt: NGC185, Galaxie in Cas
Größe: 7.00; × 8.00;
Helligkeit: 9.3 mag , FH: 13.4 mags/sq.arcmin
hubbleType: E3 , pa: 35
Datenherkunft: Eye & Telescope 3.02
Beobachtung: Objekt bei direktem Beobachten zu sehen. Etwa 4° grad nordöstlich von NGC278. Bereits im 20mm Okular (V=75) als schwacher Nebelfleck zu erkennen. Leicht Oval, keine Strukturen erkennbar und relativ schwache Flächenhelligkeit. Das nicht so helle Zentrum ist durch einen schwachen Schein umgeben. Mit Hilfe des indirekten Sehen gewinnt das Objekt ggü. NGC 278 deutlich an Größe.

Objekt: NGC147, Galaxie in CAS
Größe: 7.80 × 13.20 Helligkeit: 9.4 mag FH: 14.2 mags/sq.arcmin
hubbleType: E5/P , pa: 25
Datenherkunft: Eye & Telescope 3.02
Beobachtung: Objekt bei direktem Beobachten zu sehen. Von den dreien Galaxien (NGC 278, 185 und 147) ist diese die mit der schwächsten Flächenhelligkeit. Auch hier lässt sich das Objekt mit Hilfe des indirekten Sehens deutlich größer beobachten. Kein stellares Zentrum auszumachen, leicht ovales Objekt Durch direktes Sehen ist das Objekt lediglich als schwacher Nebelfleck wahrzunehmen. Strukturen sind nicht zu erkennen.
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Objekt: NGC779, Galaxie in Cet
Größe: 1.20 × 4.10;
Helligkeit: 11.2 mag , FH: 12.7 mags/sq.arcmin
hubbleType: SBb, pa: 160
Datenherkunft: Eye & Telescope 3.02
Beobachtung: Objekt bei direktem Beobachten zu sehen. Das Objekt befindet sich in einem relativ visuell „leeren“ Sternengebiet um somit ist die Galaxie etwas schwieriger zu finden. Einmal gefunden, zeigt sich ein helles Zentrum, elongiert, leicht in Kantenlage, keine Staubbänder, Strukturen oder Spiralarme sichtbar. Hohe Vergrößerungen sind vorteilhaft.
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Objekt: NGC720, Galaxie in Cet
Größe: 2.40 × 4.70;
Helligkeit: 10.2 mag, FHT: 12.6 mags/sq.arcmin
hubbleType: E5 , pa: 140
Datenherkunft: Eye & Telescope 3.02
Beobachtung: Objekt bei direktem Beobachten zu sehen. Relativ einfach zu finden. Heller Kern mit schwachen Halo und leicht oval. Das Objekt ist relativ leicht zu finden und verträgt auch höhere Vergrößerungen.
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Mein pers. Tipp für den Herbsthimmel: das „Cetus Triplett“
Objekt: NGC615, NGC596 und NGC584

Alle drei Objekte sind zwar nicht in einem Gesichtsfeld zu überblicken, aber durch leichtes nachziehen des Teleskops und einem 13mm Okular (wGF ca. 0,71° / 42‘) sind alle drei Objekte hintereinander beobachtbar. Sowie das eine Objekt aus dem GF verschwindet, kommt das nächste bereits aus der gegenüberliegende Seite ins Gesichtsfeld rein. Ich schätze, dass alle Objekte von NGC596 (das mittlere der drei) max. ca. 1,5° voneinander entfernt sind.

NGC 615, Galaxie in Cet
Größe: 0.90× 2.70
Helligkeit: 11.7 mag , FH: 12.4 mags/sq.arcmin
hubbleType: SB, pa: 155
Datenherkunft: Eye & Telescope 3.02
Beobachtung: Objekt bei direktem Beobachten zu sehen. Heller Kern, schwaches Halo. Keine Strukturen.

Objekt: NGC596, Galaxie in Cet
Größe: 2.00 × 3.20 Helligkeit: 10.9 mag FH: 12.7 mags/sq.arcmin
hubbleType: E, pa: 40
Datenherkunft: Eye & Telescope 3.02
Beobachtung: Objekt bei direktem Beobachten zu sehen. In der Nähe befindet sich ein heller Stern. Das Objekt ist das mittlere von drei benachbarten Galaxien. Das Objekt ist klein und rund mit hellen nicht stellaren Kern.

Objekt: NGC584, Galaxie in Cet
Größe: 2.00 × 4.10;
Helligkeit: 10.5 mag, FH: 12.5 mags/sq.arcmin
hubbleType: E4 , pa: 72
Datenherkunft: Eye & Telescope 3.02
Beobachtung: Objekt bei direktem Beobachten zu sehen. Es handelt sich hierbei um das größte und hellste Objekt des „Tripletts“. Wie die vorangegangen drei Galaxie gibt sich auch diese Galaxie rund mit hellen Kern. Ein schwacher Halo umgibt den hellen Kern.
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Objekt: M33m Galaxie in Tri
Größe: 41.60 × 68.70
Helligkeit: 5.5 mag, FH: 13.9 mags/sq.arcmin
hubbleType: Sc , pa: 23
Datenherkunft: Eye & Telescope 3.02
Beobachtung: Objekt bei direktem Beobachten gut zu sehen. Zwei Spiralarme waren nicht zu übersehen. NGC604 war als heller Fleck am Ende eines Spiralarmes zu erkennen. Mit einem 20mm Okular (V=75) ist die Galaxie beinahe Okularfüllend. Das Objekt ist mit einigen mehr oder weniger helle Flecken besprenkelt, wahrscheinlich die zahlreichen HII-Regionen in der Galaxie. An dieser Stelle vielen Dank an Heiko, durch seine Hilfestellung bei der Aufsuche von M33 geht es jetzt „ratzfatz“. Anbei zitiere ich seine Aufsuchmethode: „Ziehe von M31 gedanklich eine Verbindungslinie zu Mirach, das ist der helle Stern, der in der "Andromeda-Kette" unter M31 liegt. Wenn Du diese Linie nun um etwa die gleiche Länge in die gleiche Richtung verlängerst, stößt Du auf M33. Find ich so einfacher, da ja in der Region um M33 nicht so viele helle Sterne sind, an denen man sich orientieren kann.“Das klappt wunderbar. Vielen Dank Heiko!

Kurz vor Mitternacht habe ich das „vereiste“ Teleskop zusammengepackt und mit den „vereisten“ Smart heimgefahren. Alles in allem eine gelungen Beobachtungsnacht, die gerne etwas länger hätte sein können.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Costa,

da läuft es ja einen eisklat über den Rücken. :) Schöner, spannender Bericht von dir.

Da wartst du ja in unseren lokalen Galaxienengruppe unterwegs mit NGC278, NGC185 und NGC147. Diese 3 sind recht hell und sollten unter dunklem Himmel sogar mit 4"-5" gehen. Zumindest konnte ich 2 von 3 im Spessart sogar mit dem Vixen 90/1000mm sichten. Ist jedoch schon ein Weilchen her.

Ja, die GX NGC615, NGC596 und NGC584 kenne ich noch, die sind recht klein aber hell und gehen sogar mit 8" aus der Großstadt (5.0 Himmel).

weiter so und clear skies...

Gruß
Lots
 
Hallo Costa,

toller Bericht! Und ich bin echt neidisch wegen des Wetters bei euch. Bei uns in Westdeutschland sind dieses Jahr die "Aussetzer" immer recht lang. Und leider kann ich auch nicht jede der seltenen guten Nächte nutzen.
Da ich vor allem fotografiere und der Auf- und Abbau echt viel Zeit kosten lohnt es sich für mich nur, die 25-30 Minuten zum Beobachtungsplatz zu fahren, wenn es wirklich gut wird.
Daher denke ich momentan darüber nach, ebenfalls noch einen 12er Hofheim anzuschaffen. Ich habe zwar ein 8" ARC (heute ACF) von Meade welches visuell schon auch ganz gut ist, aber ein 12er, der noch dazu ruck-zuck auf- und abgebaut ist wird sicher nochmal einen ganz schönen Schub bringen. Außerdem könnte ich ihn ganz gut in den Urlaub mitnehmen, was sich beim 8er ARC samt Montierung bei dem zur Verfügung stehenden Platz (Familie...) gleich verbietet.
So hatte ich zuletzt in der Eifel "nur" den ED81s auf der Ayo dabei. Und ein vergleichsweise toller Himmel und ein 81er,das passt irgendwie nicht so wirklich.
Ich frage mich bei dem Hofheim nur, wie das mit dem Taubeschlag aussieht. Du hast ja jetzt auch Probleme mit dem Fangspiegel gehabt. Wie sieht es mit dem Hauptspiegel aus? Verhindert der recht kurze Blendschutz das Zutauen des Hauptspiegels? Und könnte man den Fangspiegel mit einer Taukappenheizung nicht offen halten?

Viele Grüße und CS

Thomas
 
Hallo Costa,

danke für deinen schönen Beobachtungsbericht.Leider bin ich meist zu faul so viel zu schreiben und lese lieber bei anderen ;)

Gruß Marvin und berichte uns weiter von deinen Beobachtungen
 
Hasllo Zusammen,

danke für eure lieben Kommentare.

@Lots: dass ich in der "lokalen Gruppe" stöberte war mir gar nicht bewusst. Was neues gelernt und ein neues Beobachtungsprojekt ins leben gerufen. Danke hierfür.

@Thomas: das 12" Reisetelekop von HI habe ich erst seit April. Tau am HS hatte ich noch nie, Tau am FS schon mehrmals, aber dies scheint für Gitterrohrkonstruktionen üblich zu sein. Wobei ich sagen muss, sobald ein wenig Wind vorhanden ist, besteht geringes Risiko für Tau am FS.
 
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