Elektroschrott-Verordnung

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Hallo,

ich würde gerne mal was zum Eindruck einbringen, den die Petition auf mich gemacht hat.

Es wurde ja vorgeschlagen, dass eine Unterschrift unter eine Petition gesetzt wird. Ich hab jetzt ganz unbedarft mal die Petition angesehen und versucht mir ein Bild von der Sache zu machen.

Zitat:
>
Die Kosten für die Anmeldung der Geräte und der bürokratische Aufwand stehen nicht im Verhältnis zum Umsatz. Für die ordnungsgemäße Registrierung sind nach Angaben der in Deutschland zuständigen Stiftung Elektro-Altgeräte Register (ear) bereits bis zu EUR 1415,20 fällig. Hinzu kommen noch die Meldegebühren für die eigentlichen Geräte. Zusätzlich fallen für den Unternehmer Anwaltsgebühren, sowie Bearbeitungsgebühren für die folgenden Erklärungen an. Weiterhin stellen die gegenüber ear zu erbringende Garantien für kleine Unternehmen, Selbständige und Existenzgründer unüberwindbare Hindernisse dar.
>

Als erste mal etwas ironisch ausgedrückt:

Hmmmmmm ... also ich als interessierter Laie, der gerne Astrohändler unterstützen würde (!), lese daraus, dass halt 1500EUR Anmeldung und ein paar Gebühren fällig sind.
Daraus wird dann gefolgert, dass die Astro-Nischenhändler in ihrer Existenz bedroht sind. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Also Jungs, mal ehrlich: Wen wollt ihr denn mit so ner Wischiwaschi-Gazette überzeugen?????

Jetzt etwas genauer argumentiert:

Euer Anliegen ist sicher verständlich und in der Sache vermutlich auch richtig.
ABER: Ich soll hier meine UNTERSCHRIFT unter eine Petition setzen. Dazu würde ich mir schon eine nachvollziehbare Argumentation wünschen, die mit HANDFESTEN Zahlen unterlegt ist. Der von mir zitierte Absatz ist die einzige konkrete Info dieser Petition, die restlichen 70% des Platzes sind in meinen Augen mit pauschalen Behauptungen und populistischen Phrasen ausgefüllt.
Wie wärs denn mit nem Anhang, in dem anhand eines Beispiels konkret und nachvollziehbar die Behauptung belegt wird, dass sich Import und Vermarktung eines Produkts nicht lohnt?

Ich denke, man muss sich wenn man an die Öffentlichkeit geht schon gut überlegen, welchen Eindruck man hinterläßt. Mein Eindruck war leider, dass sich hier ein geiziger Unternehmer über einen lächerlichen Geldbetrag und etwas Verwaltungsaufwand aufregt. Sorry für diese harte Ausdrucksweise, positiveres Feedback kann ich aber nicht geben: Ihr wollt ja die Unterstützung von Laien und nicht von Experten die die Sache mehrer Stunden lange analysieren und beurteilen können.

Mich wundert deshalb auch überhaupt nicht, dass in diesem Thread breits die Polemik überhand nimmt und das eigentliche Thema unter den Tisch fällt.

CS

Klaus
 
Hallo Klaus,

natürlich kann jeder seine eigene Meinung zu der Verordnung und zu der Petition degegen haben.
Mir drängt sich aber beim Verfolgen dieses Threads der Eindruck auf, dass die, die hier am lautesten gegen die Petition "polemisieren" die sein werden, die am lautesten schreien, wenn zusätzlich zur MWStr wegen des sich aus der Verordnung im Einzelfall ergebenden Mehraufwandes/Mehrkosten für den Händler die Preise erhöhen.

Gruesslies

Carsten
 
Meine wesentliche Kritik richtet sich gegen die versuchte Vereinnahmung der Allgemeinheit durch Baader und gegen die Argumente, die Baader hierfür vorbringt. Baader ist mir als eine Firma bekannt, die ggü. Wettbewerbern und zur Sicherung von Alleinvertretungsansprüchen sehr "robust" agiert. Hierbei sind Baader meine Interessen als Verbraucher und die der "Ein Mann Betriebe" herzlich egal.

Und nun dieser Wandel vom Saulus zum Paulus ...


Jens


Hier werden jetzt wohl Äpfel mit Birnen verglichen und das sollte in einem anderen Thread ausdiskutiert werden (wenn das überhaupt möglich ist).

Das Thema ist hier doch die Schrottverordnung. Und diese gilt es mittels der Petition zu vereinfachen. Die Argumente wurden meines Erachtens sehr gut vorgebracht und bedürfen wohl doch der Unterstützung der Allgemeinheit.
 
Hallo Klaus,

es geht hier weder nur um die Interessen der Unternehmer, noch um einen lächerlichen Geldbetrag und auch nicht um "etwas" Verwaltungsaufwand.

Wenn Du das nach all den bisherigen Schilderungen nicht verstanden hast, drängt sich mir der Verdacht auf, das Du weder die bisherigen Postings noch die angegebenen Links gelesen hast und Dir daher kein Bild von der Sache machen kannst. Bitte lies doch erst mal alles durch, dann sollten alle Deine Fragen beantwortet sein.

Bitte hab Verständnis das ich auch keine Lust und Zeit habe für jemanden der sich nicht die Mühe macht, sich in den Thread hineinzulesen und hineinzudenken bzw. der es nicht verstehen will/kann um was es geht, stundenlang ein Rechenbeispiel aufzustellen und alles haarklein im Detail zu erläutern. Wenn das was hier geschrieben steht, nicht genügt, um Dir eine Meinung zu bilden, dann unterzeichne die Petition eben nicht, so einfach ist das... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Viele Grüße:
Michael Risch
 
Vielen Dank das Sie diese Petition ansprechen


Hallo Team Baader,
vielen Dank das Sie diese Petition ansprechen. Diese übermäßige Bürokratie wirkt sich vor allem auf kleine innovative Betriebe aus, Große stört sie wenig. Für viele Fachleute scheint der Umweltnutzen nahezu grotesk, wenn man an die Tonnen von in den Hausmüll geworfenem Elektroschrott denkt, der allein durch blinkendes und tönendes Kinderspielzeug zustande kommt (nur ein Beispiel von vielen).


Thomas Jäger, Dipl. Ing. Nachrichtentechnik
 
Hallo nochmal!

>Hmmmmmm ... also ich als interessierter Laie, der gerne
>Astrohändler unterstützen würde (!), lese daraus, dass halt
>1500EUR Anmeldung und ein paar Gebühren fällig sind.
>Daraus wird dann gefolgert, dass die Astro-Nischenhändler
>in ihrer Existenz bedroht sind.

Zunächst einmal: Diese Petition wurde nicht von Astrohändlern angeregt. Vielmehr haben sich viele kleinere
Elektronikhersteller über die diesbezügliche Gesetzgebung
erregt, da sie eine Fülle unüberschaubarer Kosten und
Schwierigkeiten unnötig und nur in Deutschland generiert.
Die oben genannten Registrierungskosten im Bereich von einigen tausend Euro pro Geräteserie sind dabei nur der geringste Betrag. Aber auch diese Summe ist in Nachbarländern wie Österreich nicht fällig, da dort diese Anmeldung von Firmen und Geräteserien im Unterschied zu Deutschland sogar kostenlos ist.

Viel gravierender sind die Kosten in Form der so nur in
Deutschland erfundenen "insolvenzsicheren Garantie", wo
man vor Produktion eines einzigen Geräts sämtliche Entsorgungskosten für ggf. 100000 Geräte und (für
5-6 Gerätekategorien jeweils generell festgesetzten) fiktiven Kosten von bis zu 1500 Euro pro Tonne vorab zahlen muss, um überhaupt die Erlaubnis zu bekommen, Elektrogeräte zu in Deutschland noch zu produzieren/importieren. Und schliesslich fallen diese Entsorgungskosten praktisch auch noch gleich doppelt an, denn diese Garantie-Summe darf zur tatsächlichen Entsorgung nicht angetastet werden, sondern die tatsächlich anfallenden Entsorgungskosten müssen separat nochmal bezahlt werden, wobei diese sehr hoch werden können, da man hier zur Entsorgung von Containern mit Altgeräten der Grossindustrie herangezogen wird.

Es ist doch kein Wunder, wenn kleine Hersteller dadurch
und die gleichzeitig vorgeschriebenen problematischen technischen Umstellungen in Schwierigkeiten geraten und
das Handtuch werfen.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Vielen Dank das Sie diese Petition ansprechen

Für viele Fachleute scheint der Umweltnutzen nahezu grotesk, wenn man an die Tonnen von in den Hausmüll geworfenem Elektroschrott denkt, der allein durch blinkendes und tönendes Kinderspielzeug zustande kommt (nur ein Beispiel von vielen).

Das ist auch grotesk und ein wesentlicher Kritikpunkt.
Für eine Serie von abfallmässig irrelevanten 5-10 kleinen Platinen eines Herstellers von Kleinserien wird ab dem Stichtag teure Registrierung und insolvenzsichere Garantie verlangt, während zur gleichen Zeit für Millionen Altgeräte der Grossindustrie keine Registrierung und insolvenzsichere Garantie vorliegt, die ansonsten auch bei Herstellern in anderen EU-Ländern bei Neugeräten nicht existiert.

Das ist völlig unverhältnismässig und überzogen.
 
Petition - Anmerkungen zum Text

Hallo zusammen,

ich habe mir mal die Mühe gemacht, jeden Beitrag in Ruhe durchzulesen und nach tragfähigen Argumenten zu durchforsten.

Als Fazit (abgesehen davon, das ich die Petition recht schnell nach Erscheinen mitgezeichnet habe) erscheint mir letztlich eine Kritik am Petitionstext berechtigt:

Dem Text fehlt die juristische Professionalität, die angebracht gewesen wäre. Es sind zu wenig konkrete Daten vorhanden und das Ziel der Petition hätte deutlicher dargestellt werden können und müssen. So klingt das ganze in Teilen durchaus nach "Jammerschrift", obwohl sie sicher so nicht gemeint ist. Es wäre also nachzubessern.

Die Sachverhalte sind denke ich im wesentlichen für sich unstrittig, ich kenne selbst eine ganze Kette kleinerer Elektronikentwickler, die sich aus der Produktion zurückgezogen haben, weil sie sich dem Wust nicht stellen wollen und derzeit Richtung "tu felix austria" flüchten, wo man es geschafft hat, den Zweck der EU-Richtlinie praktisch und mit der witziger Weise derzeit in Österreich grassierenden Schlankheit der Verwaltungsverfahren abzuwickeln.

Ich finde es bemerkenswert, wenn in einem Land, das für seine kuk-behäbige Bürokratie mit Stempelmarke und Geheimrat (wobei das einfach eine Amtsbezeichnung wie bei uns z.B. "Inspektor" ist) eine in vielen Bereichen fixe und moderne Verwaltung geworden ist. Vielleicht brauchte es den Bruch, der in den 90er Jahren in Österreich stattfand aber dort geht es und bei uns?

Ich arbeite im Eisenbahnwesen und kann die Tendenz zu zur Verbürokratisierung nur bestätigen, wenn hundert Seiten von der EU kommen setzen unsere Ämter und Behörden nochmal hundert Seiten drauf.
Vor allem - der ewige Verweis auf die EU und ihre Bürokratie zieht seit langem nicht mehr. Die dort gemachten Regelungen sind zwar nicht immer das Gelbe vom Ei, aber der bürokratische Wahnsinn wird normalerweise bei uns in Bund und Land darüber gelegt, weil den Entscheidern in vielen Fällen, der Eindruck drängt sich auf, keinerlei Sachkenntnis besitzen sondern sich diesen Leihweise per Experte beschaffen. Das qualifiziert aber keines Falls dazu, komplizierte Sachverhalte per Dekret zu regeln. Die Gesetzgebungsqualität läßt deutlich nach, wie auch die Weigerungen des Herrn Bundespräsidenten zeigen, der in letzter Zeit mehrfach Gesetze nicht ausgefertigt hat, weil sie einer Nachprüfung durch Verfassungsjuristen oder rein formal nicht standhielten.

Also ist die Petition mehr als berechtigt, nur wäre es sehr wünschenswert, wenn sich die Petenten vor einer möglichen Anhörung mal mit einem Fachanwalt zusammensetzen und eine Petitionsschrift fertigen, in der die Argumente geordnet, in juristisch einwandfreiem Deutsch und mit entsprechenden Daten unterlegt vorgetragen werden. Die schiere Zahl der Mitzeichner wird das allein wohl nicht richten.

CS

J.
Dipl.-Ing. Elektrotechnik
 
Hallo Michael,

hmm, hat nicht so geklappt mit meinem Posting <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />.

Mir gings um folgendes: Ihr solltet Euch überlegen wie Ihr mit Eurem Anliegen auf die Leute wirkt, die Ihr erreichen wollt. Zu diesem Punkt habt Ihr ein Feedback von mir bekommen. Dieses Feedback lautet: der Eindruck den Ihr hinterlasst ist verbesserungswürdig. Hier gehts also NICHT darum ob ich die inhaltlichen Punkte verstanden habe, sondern dass ein potentieller Kunde EUCH sagt wie IHR auf IHN wirkt.

So ein Feedback ist natürlich nicht immer angenehm, das weiss ich schon. Deshalb hab ich versucht, dass ganze etwas flapsig und provokant zu gestalten, aber dennoch sachlich zu bleiben. Ich hab sogar meinen Kommentar noch extra in 2 Teile aufgespalten.

Ich denke als Anbieter hat man jetzt 2 Möglichkeiten: Man kann dieses Feedback jetzt annehmen, und z.B. GEDULDIG mit ausführlicheren Argumenten und Informationen versuchen den Kunden zu überzeugen. Man kann dem Kunden auch mehr oder wenig subtil zu verstehen geben, dass er sich nicht genug Mühe gibt, zu doof ist, keine Arbeit investieren will etceterapp.

So - was meint Ihr denn jetzt, mit welcher Methode sich ein Kunde wohler fühlt und wann er eher bei Euch was in Auftrag geben möchte? Und noch etwas weiter gesponnen um wieder auf den Usprung des Threads zu kommen: Euer Anliegen ist doch absolut ehrenwert und in der Sache OK. Ob Eure Reaktionen in diesem Thread der Sache dienen bezweifle ich sehr.

CS

Klaus

Klaus
 
Hallo Klaus,

es tut mir leid, aber ich habe Dein flapsiges Posting leider wirklich nicht so flapsig aufgefasst, wie es anscheinend gemeint war. Aber diese Missverständnisse kennt man ja, das ist das alte "Internet"- Problem wenn man mit jemandem diskutiert dem man nicht gegenübersitzt oder am Telefon hat.

Dennoch kann ich mich leider nur wiederholen, das ich zu dem was über das Thema bereits geschrieben wurde leider nichts mehr hinzufügen kann. Die Materie ist zu komplex um ein einfaches Beispiel zu konstruieren. Mann kann uns bzw. den anderen Postern die sich gegen das Elektroschrott-Gesetz äußern, nun also glauben oder nicht...mehr zu sagen gibt es von meiner Seite nicht, außer das ich mich für die viele Zustimmung in den Postings und Emails bei allen bedanken möchte.

Viele Grüße:
Michael Risch
 
Das Anliegen ist doch völlig gerechtfertigt. Der ganze Papiersumpf, das ist doch nicht mehr zum Aushalten! Ich jedenfalls unterschreibe die Aktion.

Gruss rolf
 
Hallo.

Für mich geht es um Folgendes:
Der Eintrag von Schwermetallen uÄ. in das Ökosystem ist schädlich. Logische Folge ist, das einzuschränken.
Das muss irgendwann sicher geschehen. Nun hat der Gesetzgeber das in Angriff genommen. Wie geschrieben, der Grund ist der Schutz des Ökosystems, also der Schutz der Pflanzen, der Tiere und der Menschen....................
Es scheint mir unwichtig in welcher Form man das macht, wichtig ist, dass das schnell geschieht.
Es ist bisher bei jedem Stoff, der für das Ökosystem schädlich ist, behauptet worden, man könne genau darauf nicht verzichten. Dieser laxe Ungang damit hat tausende, wenn nicht Millionen Leben gekostet.
Beispiel Asbest und Cadmium.
Man wusste seit Ende 1800, dass Asbest Krebs erzeugt.
Einen MAK Wert gab es nicht, weil der Stoff überhaupt nicht toleriert werden kann. Nur ein Beispiel.
Statt sich über solche Regelungen aufzuregen, sollte man froh sein, solche Regelungen endlich zu haben.
Sie sind zum Schutze der Umwelt und der Menschen gemacht worden.

MfG
 
Wenn " sinnvoll " eine Abschwächung oder eine Verzögerung
der Vermeidung des Eintrages von Schwermetallen in die Umwelt bedeutet, ist das Verfahren " sinnlos ".
Es ist der Wirtschaft seit Jahren bekannt, dass dieses Verfahren kommen wird.
Für gute Unternehmen stellt das keinerlei Problem dar.
Nur nebenbei: Es gibt mil. Anforderungen an Elektronik, die die Verwendung von Blei in Lötmitteln schon seit 40 Jahren verbieten. Nicht aus Umweltgründen, sondern weil bleifreie Lötmittel qualitativ einfach besser sind.
Eine Firma, welche jahrzehnte lang die wohl besten Oszilloskope überhaupt herstellte, - Tektronics - benutzt bleihaltige Lötmittel schon seit Anfang der 50 Jahre nicht mehr.
Bleihaltig bedeutet " billig in der Herstellung " mehr nicht. Ich denke, darauf kann man verzichten.
Das Handel und Industrie den Weltuntergang heraufbeschwören ist üblich. Das Argument nach " Freiheit der Wirtschaft " ist eine Chimäre, bedeutet sie doch in diesem Zusammenhang, dass Menschen sich für die " Freiheit der Wirtschaft " vergiften lassen.
Wenn sie sich zur Unterstützung von Petitionen gegen solche, den Eintrag von Schwermetallen in die Umweld verbietenden Regelungen, bewegen lassen, vergften sie ihren eigenen Lebensraum.
In der Tiefenpsychologie gibt es dafür den Begriff " Identifikation mit dem Aggressor " .
Bedeutet, man himmelt den an und folgt den Anweisungen desjenigen, der stark erscheint, ohne die eigenen Interessen im Auge zu haben.

MfG
 
Jetzt melde ich mich doch nochmal. Diesmal aber privat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />

Lieber Pikolomini,

auch ich bin genau wie Du für den Schutz der Umwelt und die Vermeidung jedweder Umweltverschmutzung.
ABER: darum geht es hier überhaupt gar nicht! Das steht doch ausser Frage!

Wir diskutieren hier NUR darüber, wie die Vorgaben der EU zum Umgang mit Elektroschrott in Deutschland umgesetzt werden. Andere EU-Länder setzen DIESELBEN VORGABEN wesentlich effektiver, für alle Seiten mit weniger Verwaltungsaufwand, Kosten und Problemen verbunden um. Und erreichen GENAU DASSELBE wenn nicht noch mehr als wir hier in Deutschland mit einem monströsen Bürokratieapparat. Lies doch den Thread und die vorherigen Postings, daraus geht das alles DEUTLICHST hervor.

Viele Grüße:
Michael Risch
 
Hallo Pikolomini,

also in der Schule wäre das am Thema vorbei -ungenügend- gewesen, da sich die petition nicht gegen die eu-verordnung an sich, sondern gegen die überbürokratische Umsetzung dieser Verordnung durch die deutsche Gesetzgebung richtet.

Gruß

Carsten
 
Hallo Carsten.
Mit dem Vorwurf muss ich leben.
Die Verordnung nimmt u.A. die Hersteller und Vertreiber für Ihre Produkte in die Pflicht und das von der Herstellung an.
Ich kann das nur begrüssen, versucht sie doch einer - nach mir die Sintflut - Mentalität entgegenzuwirken.
Wenn Du das " Überbürokratisierung " nennst, - nun gut.
Endziel ist aber, den Eintrag von schädlichen Stoffen in die Umwelt zu verhindern.

MfG
 
Ich denke mal, dass ich die Petition dahingehend richtig interpretiert habe, dass sie sich eben nicht dagegen richtet, dass die EU diese Regelung eingeführt hat, die vorschreibt, dass Elektroschrott entsprechend des Inverkehrbringens auch wieder recycelt werden muss, sondern wie diese Vorschrift in Deutschland umgesetzt wurde.

Ähnlich, wie z.B. das MAUT-System, Pickerl hättens auch getan ;-).
Vielleicht macht das ja etwas deutlicher, wogegen sich diese Petition wendet.

Wenn ich dann noch die restliche Reglementierungswut in Deutschland betrachte (z.B. Steuerregelungen, die in Gänze auch - und da spreche ich im Bekanntenkreis aus Erfahrung - die Finanzbeamten nicht mehr überblicken.

Soetwas führt auch zu Ungerechtigkeiten im Einzelfall, wenn das ausführende Organ aufgrund der Vorschriftenverwirrung evtl. falsche Entscheidungen trifft, somit ist die Frage, inwieweit durch die vielzahl der Gesetze, Verordnungen und ergänzender Vorschriften nicht sogar das Grundgesetz (Art. 3 GG) -zwar nicht explizit aber doch implizit verletzt wird.
Und das dann ja sogar staatlicherseits.

Gruesslies

Carsten
 
Für gute Unternehmen stellt das keinerlei Problem dar.

Wieso forschen dann so viele Leute noch intensiv daran?

Nur nebenbei: Es gibt mil. Anforderungen an Elektronik, die die Verwendung von Blei in Lötmitteln schon seit 40 Jahren verbieten. Nicht aus Umweltgründen, sondern weil bleifreie Lötmittel qualitativ einfach besser sind.

Wieso gibt es dann MIL-Normen für bleihaltiges Lötzinn
wie MIL-P 81728 ?
Das ist schlicht nicht wahr. Es gibt immer noch keinen
vollständig zufriedenstellenden ersatz für eutektisches
bleihaltiges Lötzinn und für hochschmelzende bleihaltige Lote.

Eine Firma, welche jahrzehnte lang die wohl besten Oszilloskope überhaupt herstellte, - Tektronics - benutzt bleihaltige Lötmittel schon seit Anfang der 50 Jahre nicht mehr.

Wieso schreibt Firma Tektronix dann auf ihrer aktuellen WWW-Seite, dass ihre Messgeräte vom EU-Bleiverbot (RoHS) ausgenommen sind und man noch intensiv an einer Lösung forscht?

Bleihaltig bedeutet " billig in der Herstellung " mehr nicht. Ich denke, darauf kann man verzichten.

Das stimmt nun definitiv nicht. Tatsache ist:
Es gäbe billige Ersatzlösungen für bleihaltiges
Lot (Etwa eutekt. Sn/Zn-Lot). Doch gibt es eine
Fülle von Problemen damit eine vernünftige
Benetzung von Lötstellen ohne Verwendung aggressiver
Flussmittel zu erreichen. Die anderen Lote haben
eine deutlich höhere Schmelztemperatur, was
Bauelemente und Platinen gefährdet, erzeugen
Lötstellen, die nicht optisch kontrollierbar sind
und haben ebenfalls eine schlechte Benetzung bei
wenig korrosiven und umweltschonenden Flussmitteln.
Ausserdem ist die Haltbarkeit solcher Lötpasten
zu gering.
Durch ihren Silbergehalt sind sie ausserdem teurer und
die verfügbare Silbermenge würde gar nicht reichen,
sämtliche Elektronik weltweit auf diese Lote
umzustellen. Das ist also nichtmal eine Frage des
Preises sondern sogar eine der Verfügbarkeit, zumal
Silber meist als Nebenprodukt der Bleigewinnung gewonnen
wird!
Es gibt eine Fülle weiterer Probleme mit bleifreien Loten,
die noch gar nicht voll befriedigend gelöst sind.

Das Handel und Industrie den Weltuntergang heraufbeschwören ist üblich. Das Argument nach " Freiheit der Wirtschaft " ist eine Chimäre, bedeutet sie doch in diesem Zusammenhang, dass Menschen sich für die " Freiheit der Wirtschaft " vergiften lassen.

Das ist wirklich nur reine unsachliche Polemik von jemanden, der sich mit den Problemen noch nie ernsthaft beschäftigt hat.

Wenn sie sich zur Unterstützung von Petitionen gegen solche, den Eintrag von Schwermetallen in die Umweld verbietenden Regelungen, bewegen lassen, vergften sie ihren eigenen Lebensraum.

Das stimmt aus gleich mehreren Gründen nicht,

1. da sich die Petition nur gegen die übermässig bürokratische Gestaltung der Entsorgungsvorschriften für BLEIFREIE GERÄTE in Deutschland richtet und
2. wäre genau der gleiche Umweltstandard auch ohne
ein EU-Verbot von Blei in Lötzinn durch ein Recycling
des Lots zu erreichen. Ein Recycling erprobt die EU
jedoch nie, sondern führt stets problematische Verbote mit
zum Teil abenteuerlichen Argumenten ein, wenn man sich
z.B. die aktuelle EU-Argumentation zu Akkus ansieht, jeder
Akku, der nicht innerhalb von 12 Monaten nach Kauf verschrottet wird, werde von Bürgern in umweltgefährdender
Weise gehortet und über den Hausmüll entsorgt... Dass Akkus
im Unterschied zu Primärzellen in der Regel eine Lebensdauer von > 12 Monaten haben, hat sich bis Brüssel scheinbar noch nicht herumgesprochen...
 
Wenn Du das " Überbürokratisierung " nennst, - nun gut.
Endziel ist aber, den Eintrag von schädlichen Stoffen in die Umwelt zu verhindern.

Es geht hier nicht um die Rücknahme, sondern darum, wie die Kosten verteilt werden. Hier liegt das Problem: Hohe Einmalkosten und niedrige mengenabhängige Entsorgungskosten bevorteilen Großfirmen und gefährden Kleinbetriebe. Der Bastler, der nebenberuflich Geräte herstellte, würde liebend gerne eine Gebühr pro Gerät bezahlen, um weiter arbeiten zu können. Aber die hohen Einmalkosten machen dies fast unmöglich. Wer früher im Jahr 30 Geräte gebaut hat, hat pro Gerät nun 50EUR reine Verwaltungskosten zu zahlen. Das ist für die meisten Nebenerwerb-Betriebe das Ende, da es sich einfach nicht rechnet. In der Großserie fallen diese Kosten nicht weiter auf und die Entsorgungskosten liegen dann für das Gerät bei ein paar Cent.

Es geht hier nicht um das ob oder wie der Entsorgung, sondern nur um eine gerechte Verteilung der Kosten, die auch Kleinbetrieben das Überleben erlaubt, denn Innovationen kommen gerade aus den Kleinbetrieben und nicht aus der Großindustrie.
 
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