empfehlenswerte Vergrößerung Deep Sky Objekte

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Caine

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Hallo Sternenfreunde,

nachdem ich mich im letzten Jahr vor allem an Mond und Planeten vergnügt habe (auch, um das Handlung mit meinem 10" Dobson zu lernen), möchte ich mich ab diesen Winter verstärkt an Deep Sky Objekten versuchen. Entsprechende Datenbanken bzw. Infos, welche wo zu finden sind, hab ich genug.

Was mir aber noch fehlt, sind Angaben zur optimalen Vergrößerung. Damit ich einerseits den Überblick habe bei großen Objekten, andererseits mir aber auch Einzelheiten möglichst nicht verloren gehen.

Gibt es eine Datenbank, Aufstellung o.ä. mit Deep Sky Objekten und der für sie empfohlenen Vergrößerung? Für ein paar Objekte hab ich in meinen Büchern was gefunden, aber das sind halt nur wenige.

Bis jetzt nutze ich immer Stellarium um zu "simulieren", aber da weicht nach meiner Erfahrung das tatsächliche Seherlebnis teilweise doch deutlich von dem ab, was man mit dem entsprechenden Fernrohr und Okular in Stellarium sieht.

Für einige Tipps bin ich sehr dankbar!

Viele Grüße und immer CS!

Christian
 
Moin Christian!

Hm, ich meine, Vergrößerung ist in dem Fall sehr stark abhängig von dem eigenen Sehvermögen, der visuellen Erfahrung am Teleskop und den Gegebenheiten in dieser Nacht abhängig.
An die optimale Vergrößerung muß man sich also - je nach dem- herantasten. Nicht jeder sieht im Instrument das gleiche und bei mangelnder Beobachtungserfahrung oder schlechten Sichtbedingungen (Stichwort Transparenz) kann man Dinge auch schon übersehen.

In den Beobachtungslisten (vor allen die mit Zeichnungen) wird oft vermerkt, mit welchem Instrument und eingesetzter Vergrößerung beobschtet wurde. Ich hatte letztens schon mal den Beobachter-Atlas für Kurzentschlossene (BAfK) erwähnt. IMO sehr sinnvoll für den DSO-Einstieg.
https://www.freunde-der-nacht.net/projekt-bafk/

Eine Faustregel besagt außerdem, daß bei 3 mm AP die beste Vergrößerung für DSO liegt. Diese Linie benutze ich auch seit Jahren, wenn ich mir unbekannte Kometen aufsuche. Damit kann man gut arbeiten, denke ich.
 
Hallo Christian,

denke auch dass es eine ideale Vergrößerung für ein bestimmtes Objekt nicht gibt. Man kann natürlich hergehen, die Ausdehnung eines Objektes nehmen und dasjenige Okular verwenden in dessen Gesichtsfeld es am besten reinpasst. Kennt man das scheinbare Gesichtsfeld des Okular, so ergibt sich das wahre Gesichtsfeld grob als sGF geteilt durch die Vergrößerung. Bei ausgedehnten Objekten könnte man das also berechnen und mit der vorhandenen Okularpalette abgleichen. Bei kleinen Objekten kann man aber oft nicht so hoch vergrößern. Entweder es geht einem das Licht aus oder das Seeinggewaber wird zu groß. Bei ausgedehnten Nebeln wiederum mag einen das eine oder andere Detail interessieren, das zoomt man sich dann vielleicht gerne ran.

Lange Rede gar kein Sinn: Das Rumspielen mit verschiedenen Vergrößerungen ist meines Erachtens ein besonders spannender und für den Spaß an der Sache auch wichtiger Teil des Hobbys.

CU
Klaus

 
Hallo Christian,
ich finde es wichtig ordentlich Okulare zu habe, die zum Teleskop passen und du zufrieden bist. Dann probiere aus. Hohe Vergrößerung ergeben zwar meißt mehr Details aber manchmal ist das wenig vwrgrößerte Bild das schönere, was man länger anschaut. Höhwr Vergrößerungen brauchen halt auch gutes Seeing.
Also testen und sich freuen. Zu viel Nachdenken verdirbt den Spaß :cool:
Gruß Andreas
 
Als "Eckpunkte" würde ich zum einen ein Übersichtsokular sehen, dessen am Teleskop resultierende AP mit der visuellen Grenzgrösse übereinstimmt.
Beispiel: Mein Hauptbeobachtungshimmel liegt bei ca. 5,5mag und mein Teleskop hat ein Öffnungsverhältnis von f5, dann sollte das Übersichtsokular um 27,5mm Brennweite besitzen, optimaler Weise mitgrösstmöglichem sGF.

Zum anderen am unteren Rand ein Okular mit resultierender AP um 1mm. Das kann man meist noch gut einsetzen. Und bedeuted im obigen Beispiel ca. 5mm

Als drittes ein Okular im mittleren AP-Bereich von ca. 2,5 bis 3mm als Hauptarbeitstier, Also bei f5 im Bereich von etwa 12-15mm, auch hier optimalerweise mit großem sGF.

Gruß Becky
 
Hi Christian,

ich glaube "das Okular" für diesen Bereich gibt es nicht. Aber mein Lieblingsokular im DS ist das 26mm Pano Weitwinkel in 2", weil ich doch allermeistens darauf zurückgreife, es gibt Nächte, da bilde ich mir ein das 32mm sei unübertroffen, dann gibt es Situationen da ist nichts besser als das 42mm. Man sollte mindestens drei haben so meine Erfahrungen. Und die setze ich an allen möglichen Teleskopen ein.

Gruss von Anette
 
Hallo Christian,

gehen wir es mal mit System an und ich lege mal einen 10" f/5 zugrunde.
Da wäre das was im Normalfall mit menschlichen Augen geht zwischen 7 mm AP und 0,7 mm AP (AP ist Austrittspupille)anzusiedeln und eine entsprechende Okularreihe, immer ein Drittel runter mit der Brennweite ist diesbezüglich recht parxisnah, sähe dann so aus:

35 mm Brennweite für 7 mm AP bei 35fach
24 mm Brennweite für 4,8 mm AP bei 52fach
16 mm Brennweite für 3,2 mm AP bei 78fach
11 mm Brennweite für 2,2 mm AP bei 114fach
7 mm Brennweite für 1,4 mm AP bei 178fach

mindestens bis da hin sollte man deepskymäßig mit Okularen bestückt sein und das dann möglichst weitwinklig (was bei Beobachtungen im Sonnensystem nicht unbedingt der Maßstab ist).

Nun ist es möglich, dass z.B. deine Iris bei Dunkelheit nicht bis 7 mm öffnet, sondern nur bis 6 mm. Das kannn man testen, Google mal nach "Austrittspupille Bohrer Test" und "Eintrittspupille Bohrer Test".

Dann wäre für Dich die Obergrenze bei
30 mm Brennweite für 6 mm AP bei 42fach und weiter ginge es dann mit
20 mm Brennweite für AP 4 und so weiter.

Du kannst aber auch entscheiden, dass Du Dich mit dem langbrennweitigen Aufsuch- und Übersichtsokular möglichst genau an der Himmelsqualität orientierst und darüber erst mal nichts brauchst. Dann nimmst Du für die festgestellte Grenzgröße in mondlosen Nächten eben z.B.
26 mm Brennweite für 5,2 mm AP (bei 5,2 mag Grenzgröße) und baust die Reihe von da aus weiter,
17 mm Brennweite käme dann rechnerisch genau hin.

So genau muss das alles aber auch überhaupt nicht sein, denn z.B. die von vielen Leuten (auch von mir) gerne genutzten AP von etwa 3 mm ist eigentlich in jeder Reihe dabei, egal wo man ansetzt, auch um 2 mm AP sind bei mir im Bereich Deepsky oft im Einsatz.
Oft ist es auch so, dass die Okulare mit den selbst gewünschten sonstigen Eigenschaften halt mal 1 mm bis 3 mm vom "Idealwert" abweichen, dann ist das halt so.

Es kommt noch hinzu, dass man m.E. auch unter schlechteren Bedingungen irgendwann ein Okular für die größtmögliche sinnvolle AP, also so groß wie die Augenpupille (das ist die Eintrittspupille EP) haben sollte, da man das mit Nebelfiltern sehr gut nutzen kann, ja für schwierige Objekte gut brauchen kann.

Auch schrumpft zu kleineren Brennweiten hin das erreichbare Feld der Okulare, da die Feldblenden kleiner werden. So nutzt ein 40 mm Erfle oftmals die volle in 2" Steck mögliche Feldblende von 47 mm aus, während bereits ein 31er Nagler nur etwa 42 mm nutzt. Manche 2" Okulare um 25 mm Brennweite haben so kleine Feldblenden, dass sie eigentlich schon in 1 1/4" machbar wären, da heißt es also aufgepasst.

Man ist ohnehin nach meiner Erfahrung eventuell ganz gut beraten, gerade wenn man "nur" rund 5 Mag Grenzgröße am Standort erreicht, ein gutes, weitwinkliges Übersichtsokular zu wählen, welches etwas über der idealen AP liegt, aber dafür ein deutlich größeres tatsächliches Feld liefert.

Sieht man sich z.B. gängige 24 mm und 30 mm WW-Okulare an, kann der Feldunterschied durchaus mal schnell einen Vollmonddurchmesser (0,5°) betragen.
Hinzu kommt, dass gute Okulare mit sauberer Abbildungsleistung an f/5 sehr gut etwas mehr AP vertragen, während bei Okularen die schon von Haus aus nicht richtig scharf abbilden können natürlich der Kontrast durch zu hellen Hintergrund noch mehr leidet. da ist der Feldgewinn meistens mehr wert als der nur theoretisch mögliche etwas dunklere Hintergund, den die mangeldne Okularqualität verdirbt.
Der Unterschied von 52fach zu 42fach ist jedenfalls auch nicht wirklich die Zugnummer.

Gruß
*entfernt*


 
Hi Christian,

das hängt natürlich vom Seeing und auch von der Erfahrung ab. So hoch wie möglich heißt die Devise. Wobei ich bei Galaxien einen aP von 1,5 bis 2mm als zu 90% optimal erachte.
Bei dir wäre das ein z.B. mit einem 10mm Okular (~130x) gegeben.

Gruß
Lothar
 
Hallo Christian,

natürlich hängt dies vom Seeing und auch der Ausdehnung des DSO ab, aber ich kann aus eigener Erfahrung sagen: 3mm Austrittspupille sind für mich meist das optimale bei DSO und Kometen.

CS
 
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