Empfehlung für jugendlichen Neueinstieger

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Thiel

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Hallo zusammen,

jetzt muß ich mich mal ausnahmsweise mit einer Einsteigerfrage hier an Euch wenden. Mein kleiner Schwager hat, als ich ihm letztens den Mond mit meinem 127ED gezeigt habe, ernsthaftes Interesse an einem eigenen Teleskop bekundet. Ich betreibe das Hobby schon 8 Jahre, weiß aber jetzt nicht so recht, was für einen jungen Neueinsteiger so richtig geeignet ist, da ich zum Glück gleich mit einem 8"LX90 anfangen konnte.

Grundsätzlich ist für so jemanden ja erst einmal Mond und Planeten interessant, bzw. mal ein heller Komet - Deep Sky weniger. All zu schwer sollte das Ding für einen 13-Jährigen auch nicht sein. Meine Idee wäre ein 80er ED Refraktor oder 127er/150er Mak auf einer manuellen paralaktischen Montierung.

Habt Ihr Erfahrungen, was hier für einen Neuling die besser Wahl ist.

CS,
Peter
 
Hallo Peter,

meine Erfahrung ist, dass junge Leute heute zu Öffnung tendieren.

Mein gleichaltriger Neffe hat einen kleinen Refraktor von mir übernommen. Ich weiß von seinen Eltern, dass er immer aufgebaut ist, stolz hergezeigt wird, aber dass er sehr selten wirklich mal auf den Balkon geht um es zu nutzen.
Er ist dennoch sehr interessiert an Astronomie, liest viel und will immer mit, wenn es nur irgendwie geht. Wenn wir unterwegs sind, spielt er ein wenig damit rum und dann gesellt er sich zu den Leuten am größten vorhandenen Teleskop.
Er wartet lieber geduldig, bis er auch Mal darf (Kinder dürfen oft), als sein eigenes, kleines Teleskop intensiv zu nutzen und er ist, wie ich beobachten konnte, kein Einzelfall.

Du ahnst es schon, meine Empfehlung läuft auf die dobsonale Holzkiste mit 6-8" Öffnung raus.
Wenn er wirklich Interesse hat, schleppt er das gerne. Viel mehr als ein parallaktisch montierter Mak oder ED ist das gewichtsmäßig nicht, der Aufwand ist sogar geringer, die Einzelteile sind halt sperriger.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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Hallo Peter,

Unabhängig von der Optik:

Mit 13 wird man vor allem Bedürfnis nach leichtem Aufbau haben - ohne jegliche Montage, d.h. Optik + Montierung + Stativ in einem Stück zu tragen, Taukappe ab, fertig. Hängt natürlich von den Wohnverhältnissen ab (3. Etage oder Garage am Garten).

Was dann noch i.d.R. schwer fällt ist das Aufsuchen der Objekte. Das mag ein Grund dafür sein, daß er nicht selbst so oft / gerne beobachtet. Die Lösung hierzu ist nicht GoTo sondern ein sehr guter Sucher. Habe z.B. ein 10 x 70 der eine beachtlichen Teil der Messier-Objekte zugänglich macht. Dazu dann einen SkyAtlas 2000 (gute Blattgrößen für Anfänger) und der Einstieg ist gemacht.

Mit 13 sind die Hobbies zudem noch im Fluß. Ich würde einen Newton (~15cm Öffnung) nehmen. Auch ohne Motor auf einer parallaktischen Montierung für den Anfang OK.

Das Folgemodell sieht dann ggf. eh anders aus.

CS
Dirk
 
Hallo Dirk,

er hat ja einen kleinen Refraktor mit Monti und Stativ stehen.
Er findet sich inzwischen auch locker mit Sternkarte und Starhopping an einfachen Objekten zurecht.
Es ist für ihn auch kein Problem ein Objekt mit seinem Teleskop zu finden, welches er zuvor bei mir gesehen hat.
Der Kerl lässt seinen Refraktor stehen, mich mit meinem 8-Zöller auch und latscht zum 12-Zöller.
Der 12-Zöller ist kalter Kaffee, wenn irgendwo auf dem Platz eine Leiter auftaucht mit nem 20-Zöller nebendran.
Ich bin dann immer sowas von beleidigt!? :biggrin:

Die Jugend heute (und nicht nur die) steht mehrheitlich auf "bigger ist better".

Okay, unter normalen Umständen fällt mir auf, dass er sich heftig mit dem aktuell bei mir vorhandenen 6" Newton beschäftigt. das scheint schon so eine realistische Hausnummer für ihn zu sein.

Gruß und CS
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Günther,

Ja so ist die Jugend :-) Hätten wir vielleicht auch früher so gemacht - wenn denn mal einer einen 20-Zöller nebenan gehabt hätte.

Kann man ihm nicht verdenken.

Gruß
Dirk



 
Hi zusammen,

das mit dem Schubs-Dobson hatte ich auch im Sinn, was mir aber etwas schwierig vor kam, ist die Justage (hab leider keinen Newton und müßte mich selber erst damit beschäftigen) und eigentlich sollte er per parallaktischer Monti auch gleich was über die Himmelsmechanik lernen.

Garten steht zur Verfügung, allerdings mitten in der Stadt. Vermutlich wäre dann ein 8" Skywatcher Dobson in Flextube Ausführung doch die richtige Wahl (einen Newton auf parallaktischer Monti erscheint mir etwas kniffelig aufgrund des sich drehenden Einblickes, ihr wißt schon, was ich meine). Dazu ein 2" Übersichtsokular und noch 2-3 1,25" Okulare für Mond/Planeten + UHC Filter (Sternkarte usw natürlich noch). Denke die Ausstattung sollte passen.

Danke an Euch,
Peter

 
Hallo Peter,

es ist nicht so, dass man mit einer azimutalen Montierung nichts über Himmelsmechanik lernt. Schließlich muss man dem Lauf der Planeten und Sterne ja hinterher.
Der 8-Zöller ist schon mächtig für einen 13jährigen, zumindest wenn er meistens damit alleine ist.
6" F/6, eventuell in der Stadt sogar 6" F/8 (genau so lang wie der 8-Zöller) ist auch schon ordentlich, so ein 6" F/6 lässt sich auch noch erträglich parllaktisieren, wenn das Interesse Bestand hat.
6" F/5 wäre eigentlich auch okay, die einfacher erreichbare große AP ist aber in der Stadt vordergründig nicht von so hohem Nutzen und man handelt sich, zugunsten höherer Transportabilität und günstiger Montierbarkeit größere Justier- und Okularanforderungen ein.
Die Justierung ist ein einmaliges Problem, wenn man es ein Mal sinnerfassend angeht. Wenn man nur rummurkst wird das natürlich ein Dauerbrenner. F/6 oder F/8 ist aber wirklich gut zu machen, denn man hat da quasi ein breiteres Band innerhalb dessen die Justierung okay ist, während das bei F/4 ein sehr schmaler Grat ist.
Ekkehard beschreibt und erklärt die Justierung sehr umfänglich
http://www.pteng.de/astro/justage/justage.htm
man könnte fast Angst kriegen, aber man kann das eben auch verstehen und dann fällt es leicht.
Dieser Film illustriert die Sache sehr gut und einfach
http://www.andysshotglass.com/Collimating.html

In der Summe hängt es eigentlich davon ab, ob Du dem Knaben zutraust, dass er den 8-Zöller auch wirklich nutzt. Das größte und schönste Teleskop nutzt in der Wohnzimmerecke ebenso wenig wie ein kleines Teleskop. Unterschiedlich sind dann nur die Gründe für die Nichtbenutzung.

Gruß und CS
*entfernt*
 
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