Endlich ein Fernglasadapter für das Swarovski NL Pure

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ReneM

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Liebe Fernglasfreunde,

ich habe einen Freund, den Steffen, das ist ein richtig Guter!
Vor zwei Wochen habe ich ihm mein Swarovski 10x32 NL Pure und den Swarovski SLC-Stativadapter (siehe Bild unten) in die Hand gedrückt und ihn gebeten, diese Mechanik auch für das NL Pure zu adaptieren.
1 (Individuell) (3).jpg

Das Geniale an der SLC-Kombination ist, dass Zapfen und Fernglashalter geklemmt werden. Dort zieht sich am Halter eine Spannzange zusammen, wenn der Hebel nach oben umgelegt wird.
Zudem gibt es am SLC-Zapfen eine Madenschraube, um diesem nach dem Festschrauben am Fernglas dort auch zu fixieren.


Das NL Pure ist ja leider ohne Stativadapteranschluss konstruiert, Hoffnung hatte ich aber dennoch geschöpft, weil vorn an der Brücke eine Blende angebracht ist, die man einfach abbekommt und darunter noch eine kleine Abdeckung eingeschraubt ist, die mit einem Torx Bit/Schlüssel Größe 15 abgeschraubt werden kann.
2 (Individuell).jpg

Meine Hoffnung bestand darin, dass das freigelegte Gewinde für den Adapter-Zapfen genutzt werden kann.


Und nun schaut euch das Ergebnis von Steffen an, hier in dreifacher Ausfertigung :D:D:D:
3 (Individuell).jpg

Ein aus Edelstahl gefertigter Adapter für das NL Pure, dessen Zapfen perfekt zum SLC-Fernglashalter passt.
Damit nicht genug. Steffen hat sich richtig viele Gedanken gemacht.
Er hat statt einer gleich zwei Madenschrauben zur Fixierung platziert.
Und hat eine flache Plastikunterlegscheibe dazu gefertigt, damit die Madenschrauben nicht ins Metall greifen und Spuren hinterlassen.


Also, Unterlegschaube drauf ...
4 (Individuell).jpg



Nur noch Adapter eingeschraubt ... ah, ein Detail habe ich vergessen. Steffen hat dem Zapfen für einen besseren Drehmoment auch ein Torx 15 Innenprofil (ich hoffe, das heißt so) verpasst.
5 (Individuell).jpg

Jetzt ja nach Geschmack eine oder beide Madenschrauben angezogen und der Zapfen lockert sich nicht mehr unfreiwillig.
Einen Nachteil will ich nicht verschweigen, je nachdem, wie fest der Adapter festgeschraubt wird, desto schwerer geht die Knickbrücke, aber sie natürlich weiterhin und manche sehen das auch als Vorteil.


Und so sieht das fertige Konstrukt aus:
6 (Individuell).jpg

Ergebnis: Ein Swarovski NL Pure mit einem SLC-Fernglas-Adapter :love::cool:!

Ich kann euch nicht beschreiben, wie ich als Extremvielfernglasaufstativbeobachterundmitunterauchzeichner mich über diese Lösung gefreut habe.

Glückselige Grüße

Rene
 
Hallo Rene,

eine wirklich sehr feine Lösung, die von Steffen gekonnt umgesetzt wurde.
Ich kann mir gut vorstellen wie begeistert Du bist, wurden ja nun zwei geniale Teile zusammengeführt.
Bestimmt bekommst Du jetzt einige Anfragen von Pure-Nutzern.

Danke für den schönen Beitrag
Frank
 
Hallo Frank, Kurt und Wintergatan,

vielen lieben Dank euch Dreien.

super umgesetzt. Da fragt man sich warum Swarovski so eine Lösung nicht anbietet, zumal sie bei den SLC umgesetzt wurde.
Die fehlende Bereitschaft der drei Großen zu FG-Adapterlösungen finde das genauso schade wie du.
Vermutlich verstoßen die Adapter gegen den guten Geschmack und verschandeln die schönen Gläser nur.
Die SLC´s sind ja auch wunderschön, aber bei 15x im Sortiment hatte Swarovski sicherlich ein Einsehen. Und was für eines. Für mich eine der besten Adapterlösungen, die ich kenne.

eine wirklich sehr feine Lösung, die von Steffen gekonnt umgesetzt wurde.
Ich kann mir gut vorstellen wie begeistert Du bist, wurden ja nun zwei geniale Teile zusammengeführt.
Bestimmt bekommst Du jetzt einige Anfragen von Pure-Nutzern.
Ja Frank, ich habe noch zwei Tage später ein freudiges Grinsen im Gesicht.
Falls andere NL-Pure-Besitzer das auch gut finden, ich habe das Thema natürlich auch bei Steffen angesprochen. Das war zwar ein Einzelsonderauftrag für einen guten Freund, aber er könnte sich natürlich vorstellen, auch mal eine Serie zu fertigen, das ist im Grunde seine Berufung und seine Leidenschaft. Viele kennen sicherlich Steffens genialen ADK.
Und die Adapterlösung mit dem SLC-Zapfen ist nur eine von vielen möglichen. Die Konstruktionszeichnung ist ja nun dank meines Auftrags vorhanden.


Ich glaube, ich könnte in meinem Bericht oben etwas missverständlich formuliert haben:
Einen Nachteil will ich nicht verschweigen, je nachdem, wie fest der Adapter festgeschraubt wird, desto schwerer geht die Knickbrücke, aber sie natürlich weiterhin und manche sehen das auch als Vorteil.
Es handelt sich wirklich nur um die Knickbrücke zur Einstellung des Augenabstandes. Die Fokussierung gelingt weiterhin butterweich.


Im blauen Forum habe ich mal die vormals von mir genutzte Alternative vorgestellt, das will ich hier auch tun:
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Alle Ferngläser ohne Stativanschluss schnalle ich auf mein Zeiss Binofix. Besser als nix, aber mit folgenden Nachteilen behaftet:
  • das Fernglas muss am LPS ausgerichtet werden, bei der besonderen Ergonomie des NL Pure gibt es nur ganz wenige Stellungen
  • der Spanngummi lässt sich nachts draußen im Kalten mitunter schlecht spannen und entspannen
  • der Spanngummi drückt auf das Fokussierrad und die Knickbrücke (siehe Bild unten), was häufiges Nachfokussieren oder Nacheinstellen zur Folge hat
  • meist gehe ich deswegen einen Kompromiss ein hinsichtlich der Spannung des Gurtes, was dann aber auch zur Folge hat, dass das Glas zu locker sitzt und in der Montierung hin und her wackelt
8 (Individuell).jpg

Jetzt könnt ihr sicher noch besser verstehen, warum ich über die neue Lösung so glücklich bin.

Viele Grüße

Rene
 
Wenn ich es richtig verstanden habe, werden beim originalen SLC-Stativadapter die Spannbacken über den Hebel zusammengedrückt. Ziehen sich die Backen dabei auch ein wenig in das Gehäuse zurück? - Ist nur interessehalber -

Die beiden Gewindestifte wirken als Druckschrauben und ziehen das große Gewinde des neuen Adapters gegen das lnnengewinde des Fernglases.
Leider ist an der Stelle, an dem die Gewindestifte wirken, die Knickbrücke zweigeteilt und die Kunststoffscheibe (KS) ermöglicht eine noch gleitende Bewegung der Knickbrückenteile. Wäre es nur eine Metallscheibe, wäre eine Verstellung der Brücke wohl nicht mehr möglich.
Wenn machbar, positioniere den neuen Adaper so, dass beide Gewindestifte am selben Knickbrückenteil wirken. Evtl. reduziert auch ein Schmiermittel unter der KS die Reibung.

Dazu noch ein Gedanke: Die beiden Gewindestifte drücken ja besonders an zwei Stellen die KS gegen die Knickbrücke. Evtl. wird die KS an diesen Stellen bald durchstoßen. Wenn nun direkt über der KS eine dünne Metallscheibe (z.b aus VA) platziert wird, wäre eine Beschädigung der KS durch die Gewindestifte nicht mehr möglich und ein nicht so "einseitiger" Druck auf die Knickbrücke gewährleistet.

Dies alles aber auch nur, falls es Probleme geben sollte.
Ich habe mir während der jahrelangen Wartungsarbeiten an älteren Mikroskopen so einiges abgeschaut.

Viele Grüße
Frank
 
Hallo Frank,

vielen Dank für deine Gedanken. Jetzt wird das noch runder. Ich habe mich gerade noch einmal genauer angeschaut.
Wenn ich es richtig verstanden habe, werden beim originalen SLC-Stativadapter die Spannbacken über den Hebel zusammengedrückt. Ziehen sich die Backen dabei auch ein wenig in das Gehäuse zurück? - Ist nur interessehalber -
Bei dir klingt das gleich viel fachmännischer. Ja, der Hebel drück die Spannbacken zusammen und sie rücken 1,1 mm ins Gehäuse:
9b (Individuell).jpg


Die beiden Gewindestifte wirken als Druckschrauben und ziehen das große Gewinde des neuen Adapters gegen das lnnengewinde des Fernglases.
Leider ist an der Stelle, an dem die Gewindestifte wirken, die Knickbrücke zweigeteilt und die Kunststoffscheibe (KS) ermöglicht eine noch gleitende Bewegung der Knickbrückenteile. Wäre es nur eine Metallscheibe, wäre eine Verstellung der Brücke wohl nicht mehr möglich.
Wenn machbar, positioniere den neuen Adaper so, dass beide Gewindestifte am selben Knickbrückenteil wirken. Evtl. reduziert auch ein Schmiermittel unter der KS die Reibung.

Dazu noch ein Gedanke: Die beiden Gewindestifte drücken ja besonders an zwei Stellen die KS gegen die Knickbrücke. Evtl. wird die KS an diesen Stellen bald durchstoßen. Wenn nun direkt über der KS eine dünne Metallscheibe (z.b aus VA) platziert wird, wäre eine Beschädigung der KS durch die Gewindestifte nicht mehr möglich und ein nicht so "einseitiger" Druck auf die Knickbrücke gewährleistet.
Die Knickbrücke wirkt zweigeteilt, hat aber einen durchgehenden Ring (siehe Bild 2 im ersten Beitrag). Die Gewindestifte wirken also in jedem Fall immer als Widerstand auf die Knickbrücke.
Und ja, die KS könnten bei häufigem Verstellen des Augenabstandes irgendwann verschleißen. Eine dünne Metallscheibe wäre vermutlich schon zuviel das Guten, Ggf. kann diese den KS ersetzend genommen werden.
Ich habe die Gewindestifte und den KS mal weg gelassen, dann lässt sich die Knickbrücke weiter wie gewohnt bedienen, denn der Adapter setzt auf dem silbernen Innenring auf, dann ist alles fein.
Einziger Nachteil dabei ist eben, dass der Adapter bei Bewegungen mit dem Fernglas unbeabsichtigt leicht gelöst werden kann, was aber auch nicht dramatisch ist. Einen der beiden kleinen Nachteile muss man sich dann nur aussuchen.
Der Druck/ erhöhte Widerstand auf die Knickbrücke ist im Übrigen bei meinem 10x32 nicht so groß wie beim 12x42.

Beim SLC-Adapter setzt der Gewindestift im Übrigen so eng auf dem Ring an, dass die Knickbrücke nicht getroffen wird. Das könnte beim NL Pure im Übrigen auch so gemacht werden (Gewindestifte enger nach innen versetzt), dann auf dem silbernen Ring aufsetzend. Vielleicht ein Verbesserungsvorschlag, sollten noch weitere Adapter wie dieser gefertigt werden.

Viele Grüße

Rene
 
Ein guter Tipp aus dem blauen Forum, ich zitiere mich mal schnell selbst:
Beim SLC-Adapter setzt der Gewindestift im Übrigen so eng auf dem Ring an, dass die Knickbrücke nicht getroffen wird. Das könnte beim NL Pure im Übrigen auch so gemacht werden (Gewindestifte enger nach innen versetzt), dann auf dem silbernen Ring aufsetzend. Vielleicht ein Verbesserungsvorschlag, sollten noch weitere Adapter wie dieser gefertigt werden.
Ein wenig mittelfeste Schraubensicherung auf das Gewinde des Adapters, das könnte auch genügen, um unbeabsichtigtes Lösen zu verhindern.

Beste Grüße

Rene
 
Hallo noch einmal allerseits,

ich habe den Adapter jetzt in zwei Nächten testen können. Einmal am 10x32 und einmal am 12x42 NL Pure. Der Adapter war jeweils nur festgeschraubt über das Innengewinde des Fernglases. Ich habe in den Nächten viele Fernglas-Wechsel vorgenommen. Die Verbindung wurde also dadurch auch beansprucht.

Beim 10x32 hat der Adapter gehalten, beim 12x42 war er ziemlich schnell locker, was in der Nacht aber nicht weiter störend war. Insgesamt gesehen finde ich es aber schon besser, wenn nicht gelockert werden kann.

Gestern habe ich dann bei beiden Ferngläsern Loctite 243 als mittelfeste Schraubensicherung speziell für Edelstahl verwendet, äußerst sparsam, so meine Erfahrung mit einer Probeschraube.

Der Kleber dürfte bei beiden Ferngläsern heute Abend ausgehärtet sein, dann will ich einen neuen Versuch wagen, bin jetzt aber schon sehr zuversichtlich.

Vielen lieben Dank euch allen für euer Interesse, eure Fragen und Tipps, die mir bzw. uns (Steffen auch) in dem Prozess weiter geholfen haben.

Beste Grüße

Rene
 
Gut zu wissen, dass es Loctite auch extra für VA gibt Rene.
Habe hier Flaschen von Weicon und Nutlock und da steht neben dem Härtegrad nur was von Schraub-/Stehbolzen und die Spaltüberbrückung.

Viel Erfolg für heute Abend
Frank
 

Und die Kombination obiger Teile in bewegten Bildern:
 
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