Endlich mal ein dunkler Himmel

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aro

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Hallo zusammen,

endlich habe ich die Gelegenheit gehabt, einen guten dunklen Himmel geniessen zu können - wenn auch nur im Urlaub.

Hier mein Bericht:

Equipment: Celestron Nexstar 127 SLT, Skywatcher SP32mm, Skywatcher SP12,5mm, Karkoschka
Ort: Domburg (Zeeland/NL)
Zeit: 16.04.2012, 2120-2300 MESZ
Temperatur: 5°C-2°C
Beobachtete Objekte: Planeten, ISS und Messier-Objekte

Die Vorbereitung bestand dieses Mal im Wesentlichen darin, das Teleskop neben den obligatorischen Drachen, Schaufeln und Sandeimern mit nach Holland zu nehmen und vorher mit Google Maps einen guten Spechtelplatz auszuwählen. Gegen 21.00 Uhr fuhr ich dann mit dem Wagen zu eben diesem Platz in den Feldern zwischen Westkapelle und Domburg. Die Realität sah genau so aus wie in Google Maps. Schon mal gut. Also alles aufgebaut und los.
Weil es noch nicht richtig dunkel war, habe ich mit Venus, Mars und Jupiter angefangen - mit dem 12,5er Super-Plössl. Anschliessend zum ersten Mal in dieser Oppositions-Saison (und mit dem MAK) ein Blick auf Saturn. Der Ringplanet stand noch recht niedrig über dem Horizont, daher störte noch recht starkes Flimmern den klaren Blick. Ein Wolkenband in der Atmosphäre, Rhea, Titan sowie die Cassiniteilung konnte ich dennoch erkennen. Letztere allerdings nur "mit gutem Willen" und wenn man wusste, was man sehen sollte. Aber die Saison hat ja erst angefangen und ich war ja schliesslich nicht wegen der Planeten gekommen.
Gegen 2200 Uhr zog die ISS über den Himmel...
Mittlerweile (gegen 22.15 Uhr) war es auch dunkel genug. Im Vergleich zu meinem sonstigen Großstadt- und flughafenverseuchten Lichterhimmel war es sogar sehr dunkel.
Also das 32er Super Plössl drauf und als erstes M51 anvisiert. Sowohl die Kernbereiche von M51 als auch der Begleitgalaxie NGC5195 waren erkennbar umgeben von einem dunstigen Fleck. Spiralarme habe ich (natürlich) nicht gesehen - zu wenig Öffnung, denke ich.
Als nächstes M49: Ein diffuser Fleck. Sieht ein wenig so aus wie ein defokussierter Stern.
Jetzt M101, die Pinwheel-Galaxie: Hier war ein recht bildfüllender, flächiger Dunstfleck erkennbar.
M106 und M104 waren eher unspektakular - halt Nebelflecken...
Jetzt noch mal ein Versuch am Eulennebel M97. Den hatte ich zu Hause schon mal vergeblich probiert aber hier war er als kreisrunde, diffuse Scheibe erkennbar.
Gleiches galt auch für den Krebsnebel M1, an dem ich mir zu Hause schon mehrfach die Zähne ausgebissen habe. Hier in der Pampa auch als rundlicher Nebelfleck erkennbar.
Um kurz vor Elf wurde es mir dann aber doch fusskalt und ich begann einzuräumen. Hierbei erkannte ich mit bloßem Auge einen Nebelfleck im Krebs. Nachsehen mit dem Teleskop und siehe da: Dutzende Sterne - M44, die Krippe. Da sieht man bei mir zu Hause am Düsseldorfer Flughafen mit bloßem Auge gar nix von.

Fazit:
Der MAK ist mit Sicherheit kein Deepsky-Spezialist aber eben portabel. Einen Dobson hätte ich wohl nicht mehr ins Auto gekriegt -- Reisedobsons natürlich ausgenommen.

CS,

Achim
 
Hallo Achim

Schöner und vor allen Dingen mit Freude geschriebener Beobachtungsbericht ! Man merkt das Du auch mit Deinem kleinen Maksutov Spass hattest.

P.S. Auch mit meinem 10Zöller Newton und 6,1mag stellare Grenzgrösse sehe ich bei M51 nur indirekt schwach die Spiralarme . :Trost:

Grüsse
André
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Achim.

Schoener Beobachtungsbericht.
Wenn ich an Holland und Deepsky denke wirds mir schwindelig - da haettest du auch zu Hause im Rheinland bleiben koennen. ;)
Hoechtwahrscheinlich hast du aber einen guten dunkelen Beobachtungsplatz auf den Halbinseln gefunden...

Gruesse
m.m.
 
Hallo Achim,

da schließe ich mich meinen Vorrednern an...ein Bericht, aus dem die Begeisterung an der Sache hervorgeht - das sind die schönsten!

Ein wenig Drumherumerzählen macht das Ganze schön lebendig - anders als wenn man nur die Objekte selbst auflistet und beschreibt. War interessant zu lesen, da ist man gleich fast dabei :)

Schöne Grüße,
Norman
 
Hallo Achim,

jou sehr schöner Bericht, auch mit kleiner Öffnung geht was.
Dass man in Holland einen Flecken findet, wo M 44 freiäugig geht, ist mich in der Tat auch neu.

André > 10" und 6,1er Himmel, da sollte an M 51 mehr gehen als Spiralarme indirekt. Schon mal mit höheren Vergrößerungen probiert, so 2-4 mm AP?
Zumindest bei guter Transparenz (Durchsicht hat nicht immer nur was mit Grenzgröße zu tun) müsste mehr drin sein.
Lichtverteilung auf größere Fläche, aber noch schwärzerer Hintergrund, das rechnet sich bei guter Dunkeladaption.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Achim,

schöner Bericht. Hast Du eventuell die GPS-Koordinaten, damit ich mir das mal auf der Karte anschauen kann? Ich mache nämlich auch mindestens einmal im Jahr in der Gegend Urlaub (Kamperland).

Gruß
Christian
 
Hallo Günther

Also von der AP her beobachte ich M51 am liebsten mit 2,7 und 1,6 (13mm und 8mm Ethos). Das heisst bei 92facher und 150facher Vergrösserung. Das Teleskop ist immer optimal justiert und auch bei guter Transparenz kann ich dem 10Zoll f4,7 Skywatcherspiegel nicht mehr entlocken als eine nur indirekte Sichtung der Spiralarme. ;(

Es ist zum Mäuse melken

Grüsse
André
 
Hallo zusammen,

danke für Eure Antworten. Ich war auch überrascht, M44 mal so mit freiem Augo zu sehen. Zu Hause krieg ich ja noch nicht mal den Andromedanebel ohne Fernglas hin.

Zum Spechtelplatz: Ich habe hier in einer Feldeinfahrt gestanden. Im Gegensatz zu NRW ist hier angenehmerweise nicht jeder Feldweg für alle Fahrzeuge verboten. War aber nicht wirklich viel Verkehr. In der Zeit, die ich da gestanden habe sind vielleicht 5-6 Autos vorbeigekommen. Einzig der Leuchtturm von Westkapelle hat etwas gestört. Ich habe das Teleskop im Schatten meines Wagens aufgebaut und dann ging's.

CS,

Achim
 
Hallo Achim,


ein schön geschriebener Bericht, bei dem man förmlich dabei war. Und ja, als Reisescope sind 5" doch schon ordentlich. Ich bin urlaubstechnisch - nach dem 70/700er Lidlrefraktor und einem ED80/600 mittlerweile bei einem 130/650er Newton auf ner EQ-2 gelandet, das läßt sich auch schön noch so irgendwo im Kofferraum verstecken...

Viele Grüße

Markus


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Quidquid agis, agas prudenter et respice finem!
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Juniper Hill Observatory

Markus A. R. Langlotz
Dr.-Bruno-Sahliger-Str. 8
D-93096 Köfering

Die Astroseite: www.N-T-L.de
Die Sternwarte: sternwarte.N-T-L.de
Die Mailadresse: ntl.observatory (at) freenet.de


 
Hallo Achim,

Danke für die Informationen!

Gruß
Christian
 
Hallo Christian,

bitte sehr. Ich denke, dass es gar nicht sooo genau darauf ankommt. Wahrscheinlich ist jeder Feldweg in etwas Abstand vom Dorf und von den Bauernhöfen genauso gut geeignet.

Grüße,

Achim
 
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