Entäuschender M13 in 130/650

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas karim
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

karim

Aktives Mitglied
Hallo Leute

Ich schon mehrmals mit meinem 130/650 newton auf slt monti, M13 im Okular. Doch der Kugelsternhaufen erscheint nur als sehr schwaches Wölkchen. War gar nicht sicher ob es überhaupt M13 war.
Kaum was zu erkennen mit 25mm oder 10mm plössl.

Ist das normal mit einem solchen 130mm Spiegel ? Das Galaxien kaum erkennt weiss ich schon, doch bei m13 hab ich mir mehr erhoft. Das Gerät hab ich mit Laser kolimiert.

gruss karim
 
Moin Karim!

Deine Enttäuschung hat mehrere Ursachen:

1. zu geringe Vergrößerung (26x und 65x).
2. bei dieser Vergrößerung Störung durch Mondlicht --> Himmelsaufhellung. Am 25. ist Vollmond, warte lieber die mondlose Zeit ab!
3. Falscher Zeitpunkt: Wahrscheinlich stand M13 auch zu tief. Vor Mitternacht - eher zwei Stunden später - lohnt sich das momentan überhaupt nicht. Warte, bis M13 seinen möglichst höchsten Stand am Himmel erreicht hat!

Mit dem Teleskop ist ansonsten alles in Ordnung.

> 25mm oder 10mm plössl.

BTW: Das sind keine Plössl, sondern "Super"-Okulare, also reversed Kellner (3-Linser). Die liegen üblicherweise den Skywatcher-Teleskopen bei. Nix dolles also.
 
Hallo Karim,

Zitat von karim:
Doch der Kugelsternhaufen erscheint nur als sehr schwaches Wölkchen.

Ich kenne den M13 noch mit dem 114/900er und auch im 120/600, wobei bei letzterem, da FH-Linsenteleskop ohnehin kaum Vergrößerung möglich ist und daher der M13 mal besser ein Fluff bleibt.

Ich denke, es liegt vllt auch an Deinen Vorstellungen? Im 130/650er wird es ein Wölkchen mit schwach ausgeprägten Sternchen zum Rand hin sein, für mehr Auflösung als Sternhaufen braucht es dann auch mehr Öffnung.

War gar nicht sicher ob es überhaupt M13 war.

Nun, Du brauchst eigentlich nur der Linie der beiden rechten Kastensterne im Herkules folgen, der Fluff, der Dir im oberen Drittel der Strecke zwischen den beiden Sternen begegnet, das isser dann auch.
 
hi,

bei Vollmond ja. Im 12,5" Dobson gestner war er immerhin schon aufgelöst bei 189x

Gruß
Lothar
 
Hallo Karim,

Vollmondzeit ist eben keine Deep-Sky-Zeit, das gilt auch für Sternhaufen. Wegen der Himmelsaufhellung sinkt die Grenzgröße und das heißt, dass die Erkennbarkeit von Einzelsternen in Kugelsternhaufen abnimmt und nur ein matter Fleck übrig bleibt.
 
hallo

Vollmond, warte lieber die mondlose Zeit ab!
3. Falscher Zeitpunkt: Wahrscheinlich stand M13 auch zu tief
Vor Mitternacht - eher zwei Stunden später - lohnt sich das momentan überhaupt nicht. Warte, bis M13 seinen möglichst höchsten Stand am Himmel erreicht hat!

Das gestern natürlich ein schlechter Zeitpunkt war, ist mir auch klar. aber ich hatte das Teleskop auch schon bei mondloser Nacht draussen und ziemlich das selbe ergebnis, sieht aus wie ein dunkles Wölcken. Auch bei M3 war nichts zu erkennen.



BTW: Das sind keine Plössl, sondern "Super"-Okulare, also reversed Kellner (3-Linser). Die liegen üblicherweise den Skywatcher-Teleskopen bei. Nix dolles also.

Doch , ich hab waschechte Plössl, extra gekauft.
Auch ein Vixen 5mm LV

ch denke, es liegt vllt auch an Deinen Vorstellungen? Im 130/650er wird es ein Wölkchen mit schwach ausgeprägten Sternchen zum Rand hin sein, für mehr Auflösung als Sternhaufen braucht es dann auch mehr Öffnung.

Ja ein paar Sternchen auflösen wäre nicht schlecht, das war von Anfang an meine Vorstellung.
 
Ich beobachte aus dem Garten in einer Vorortsiedlung.
Könnte schlimmer sein mit der Lichtverschmutzung.

Aber ich denke das Problem ist die geringe Vergrösserung, das hab ich unterschätzt.
 
Moin Karim!

> Ja ein paar Sternchen auflösen wäre nicht schlecht, das war von Anfang an meine Vorstellung.

Dafür brauchst Du mehr Vergrößerung. Das geht schon mit 130 mm Öffnung.
 
Hallo Karim,

ich kann den anderen Sternfreunden nur zustimmen. Du solltest höher vergrößern, wenn die Bedingungen es zulassen. Ab 200x kommt M13 richtig gut. Das sollte dein 130er Newton locker verkraften, wenn insbesondere das Seeing passt.

Viele Grüße & CS
Stefan
 
Hi Karim,

dieser stets fluffige M13, der sich in meinen alten Teleskopen eben auch so ähnlich präsentierte (mit Ausnahme 10ner Dobson, da zeigte er sich wohl gut....aaaber...) hat mich veranlasst einen 16ner Gitterrohr zu ersteigern. Ehrlich, M13 war der Grund, weil ich den mal durch einen 16 Zöller an einer Privatsternwarte gesehen habe, danach war ich für alle Optiken, die ich bis dato hatte verdorben (was den M13 angeht). Nun sehe ich ihn (wie überhaupt alle Kugelsternhaufen), auch bei Mondlicht und sogar noch tief im Osten voll aufgelöst, in idealer Stellung dann einfach nur noch : ja, so muss es sein! Aber mein 152/1200 FH zeigt ihn auch ganz nett, doch da muss das Seeing gut sein. Beobachte ebenfalls aus einem Garten, umgeben von dörflicher Idylle, wo aber um 01 Nachts brav die meisten Lichter ausgehen.
Ich denke auch, wie die anderen schon geschrieben haben: einfach auf bessere Bedingungen warten und mit anderen Okularen herumprobieren.
Gruss von Anette
 
Hallo Anette,

kann deine Begeisterung für den Anblick der hellen Kugelhaufen in größeren Geräten natürlich nachvollziehen. Das macht richtig Spass!

Nun sehe ich ihn (wie überhaupt alle Kugelsternhaufen) auch bei Mondlicht und sogar noch tief im Osten voll aufgelöst,

Allerdings wirst du nicht alle auflösen können. Es gibt auch welche jenseits von 10-11 mag und dann wird's auch im 16" schwierig, auch unter sehr guten Bedingungen noch etwas mehr als ein Wölkchen zu sehen. Von "Auflösung" wollen wir dann besser nicht sprechen... ;)

Viele Grüße
Werner
 
Hallo Karim,

Kugelsternhaufen sind meiner Meinung nach die Parade DS-Objekte schlechthin, an denen man jede kleine Steigerung der Öffnung signifikant wahrnimmt. Schon ein Wechsel von 4" zu 6" macht da einiges aus. Gleiches gilt analog zu größeren Öffnungen. Das hängt einfach mit der meist ungeheuren Anzahl der Sterne in einem solchen Haufen zusammen, welche ein weites Spektrum verschiedenster Helligkeiten besitzen. Jedes Stückchen mehr Öffnung zeigt dann gleich eine viel höhere Anzahl an Sternen.

Ich weiß natürlich nicht, welchen Anspruch du an den Anblick definitiv hast, aber so richtig Spaß machen die helleren Kugelsternhaufen ab 8" und mehr, was natürlich nicht heißen soll, dass sie nicht auch in kleinen Geräten attraktiv sein können. Ich geniese bisweilen den sehr ästhetischen Anblick von M13 im 4" Apo.

Viele Grüße
Werner

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin zusammen!

Die Beobachtung des Kugelsternhaufens M3 (Jagdhunde) vor einigen Wochen mit einem ausgeliehenen Bino-Ansatz im 12"-ACF der Vereinssternwarte hat uns veranlaßt, uns jetzt auch einen mit drei Sätzen Okularen anzuschaffen. Das ist nochmal ein Wahrnehmungsschub, von dem ich auch nicht gedacht hätte, daß er so auffällig ist. Klar, denn nicht mit den Augen sieht man, sondern mit dem Gehirn.
Ohne Mond und hoch am Himmel ist M13 natürlich noch wesentlich eindrucksvoller als unter Mondlicht und knapp überm Horizont.

Den Heritage 130 hätte ich nun nach so einer einmaligen Enttäuschung auch nicht gleich weggegeben. Aber manchmal ärgert man sich halt, und dann muß die Optik weg. Ging mir auch schon so.

Bei großen Dobsons ist leider der Schleppfaktor und die Überwindung des inneren Schweinehundes das Haupthindernis, so ein Trümmer "kurz mal" aufzubauen. Naja, das muß jeder selbst wissen, wie er/sie damit klar kommt. Mir war schon ein 12-Zöller zu unhandlich. Seitdem nutze ich die Deckung unserer Vereinnsternwarte. Mit Nachführung ist das alles auch wesentlich angenehmer für die alten Knochen... ;)
 
Hallo Micha,

meine Knochen sind zwar auch nicht mehr die jüngsten, aber der "Schleppfaktor" hält sich bei meinen größeren Instrumenten noch einigermaßen in Grenzen. Beim 18" wiegt das schwerste Einzelteil nicht viel über 20kg. Klar, in 10 oder 20 Jahren ist das dann vielleicht für mich irgendwann zu viel. Momentan komme ich noch gut klar damit und die Schlepperei sowie der gesamte Aufbau incl. Justage (braucht ohnehin nur wenige Minuten) lohnt sich (fast) immer. M13 ist damit ein Supergenuß!

Mittlerweile habe ich Goto-fähige Nachführung für das größere meiner Instrumente und kann bei Bedarf per Mausklick aus Guide 9.0 heraus die Objekte wireless anfahren. Man wird halt doch manchmal bequem auf die alten Tage... ;)

Viele Grüße
Werner
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Moin Werner!

"Nicht viel über 20 Kilo" ist für meine WS leider schon ein bißchen viel. Ich hatte seinerzeit auch "nur" zwei Teile ein paar Schritte in den Garten zu tragen (12"-Lightbridge-Tubus und RB), aber das reichte schon, die Beobachtungsfrequenz ggü. meinem vorherigen 8-Zöller auf weniger als die Hälfte zu reduzieren. Daher: Ein kleines Teleskop kann auch Vorteile haben.
 
Moin Nico!

...vielleicht war das gerade der entschreidende Tropfen, der das Faß zum Überlaufen brachte?! Leider versuchen einige Anfänger ja auch, schlechte Sichtbedingungen, fehlende Geduld oder mangelnde Beobachtungserfahrung durch massive Aufrüstung des *entfernt*s zu umgehen. - (oder: zu erzwingen?)

Ich find' M13 schon im kleinen Refraktor ganz toll. Hier mit meinem 90er Skywatcher, den ich am häufigsten einsetze, habe ich auch schon die kleine Galaxie NGC 6207 nordöstlich davon gesichtet. Das sind natürlich Objekte, die einem mit derartiger Optik nicht -peng- ins Auge springen. :augenrubbel:
 
Hallo Karim,

eigentlich wurde schon alles gesagt und mich wundert der Verkauf des Heritage auch ein wenig. Im 114/900er Newton sind aber definitiv Einzelsterne bei entsprechender Vergrößerung zu sehen. Nach meinen Berichten zufolge konnte ich bei ca. 60x schon die Randbereiche auflösen, ab 100x waren dann auch Einzelsterne bis nahe ins Zentrum möglich. Zumindest die körnige Struktur sollte sichtbar sein. Allerdings war das unter einem 6.0m Himmel, wo M13 gut 75° über dem Horizont stand. Wie gut die Optik des Heritage ist, bleibt allerdings noch offen. Einige Berichte darüber waren recht durchwachsen.

Ansonsten denke ich, dass auch die Erfahrung im Beobachten eine sehr große Rolle spielt. Am Anfang schien mir M13 im 4.5"er auch nicht viel zu bieten, jetzt sehe ich ihn mit anderen Augen :augenrubbel:

Also einfach Beobachten und viel Geduld mitbringen :Trost:

Gruß, Robert
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Robert hat noch auf etwas entscheidenes hingewiesen! Neben dem Objektivdurchmesser und einem möglichst dunklen Nachthimmel ist die Beobachtungserfahrung etwas, was viele Einsteiger unterschätzen. Es gilt sich Zeit zu lassen mit einem Objekt und das astronomische Sehen zu erlernen, denn schon Herschel wusste: "Erwarten Sie nicht, beim Schauen schon zu sehen. Sehen ist eine Kunst, die erlernt werden muss!" Und nach ein paar Jahren Beobachtungspraxis kann man schließlich selber sagen: "Am Anfang schien mir M13 im 4.5"er auch nicht viel zu bieten, jetzt sehe ich ihn mit anderen Augen." Eben alles eine Frage der Geduld.
 
Hi Nico,

in unseren schnelllebigen Zeit ist sowas fast unmöglich...

Ein Anfänger hat halt diese Hubble Bilder im Kopf und denkt unter einem hellen Satdthimmel mit ein paar Zentimeter Öffnugn, das fast genauso zu sehen.

Gruß
Lothar
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben