DieterBrümmer
Aktives Mitglied
Beobachtungsbericht
Beobachtungsort: GMV Meppen
Beobachtungszeit: 26.05.2004, 22:25 - 22:50 Uhr MESZ
Beobachtungsgerät: 70/700 Skylux Lidlscope Refraktor "Melusine"
Okulare: K 20mm (35fach), K 4mm (175fach)
Sonstiges Zubehör: Kosmos "Der Mondführer"
Wetter: etwas aufgeklart, ab und zu durchziehende Wolken, leichte Luftbewegung
Temperatur: Anfang: +9,5° C Ende: +8,8° C
Objekt: Mond
Themengebiet: Rings um die Alpen
Bericht:
Es ist unglaublich, seit heute morgen und den ganzen lieben Tag lang tummelten sich etliche Wolken, teilweise sogar sehr dunkle. Ich sah also keine Möglichkeit für heute, zu beobachten. Aber ich muss ordentlich Glück haben, denn wieder so gegen 20:00 Uhr MESZ riss der Himmel etwas auf und es zeigten sich Lücken, die grösser wurden, so dasz ich doch noch gegen halb elf eine Mondbeobachtung heute nachschieben konnte. Heute ist bekanntlich der siebte Abend nach Neumond und der Mond nähert sich dem ersten Viertel, was er exakt morgen gegen 09:57 Uhr MESZ erreicht. Nun gut, auch heute hatte ich mich wieder am Terminator entlang für die Nordregion entschieden, wobei diesmal die Gegend um die Alpen dran war. Zur Identifizierung benutzte ich wieder den Kosmos Mondführer und als Vergrösserung nahm ich wieder die 175fache, die 35fache benutze ich nur zur Ersteinstellung, nicht zur Beobachtung. Den ersten Bereich, den ich mir vornahm, war die Gegend nördlich und nordöstlich vom Meer der Kälte (Mare Frigoris). Hier konnte ich sehr schön vier Krater identifizieren. Diese vier Krater bilden eine Kette, die nach Südosten zum gestern beschriebenen Krater Aristoteles hinweisen. Der erste ist auch der nördlichste und grenzt an eine Wallebene namens W Bond (Bezeichnung aus dem virtuellen Mondatlas), der zweite ist dann südöstlich von ihm, einen Tick kleiner und nennt sich Archytytas. Dann geht es noch südöstlicher zu einem noch kleineren Krater namens Protagoras und dann ist noch ein kleinerer Krater südöstlich von ihm zu finden, der auch im virtuellen Mondatlas keine Bezeichnung hat. Von diesem muss man noch einen kleinen Bogen machen und man kommt zu einer kleinen Wallebene namens Egede, die mir ganz schön Schwierigkeiten machte, denn sie war nur immer für Sekundenbruchteile zu sehen und auch nur ganz eben. Das liegt daran, dasz hier die Sonneneinstrahlung schon mächtig drauf zeigt und diese Wallebene sowieso sehr flach ist, ist sie nicht einfach zu entdecken. Wenn man diese Krater entlanggegangen ist, hat man praktisch den Nordosten vom Mare Frigoris durchquert. Von Egede geht man dann Richtung Südwesten auf die Alpen zu und man sieht dann das Alpental, das sich mir als heller, weisser Strich offenbarte. Unterhalb dieses Tal befindet sich ein ganz winziger Krater namens Trouvelot. Und auch dieser Krater war von mir nur mit Mühe zu entdecken, denn er ist sehr klein. In Sekundenbruchteilen zeigte er sich mir im wabbernden Bild. Aber immerhin entdeckt. Laut dem virtuellen Mondatlas misst er 9 x 9 km und er hat eine Höhe von 1150 m. Bei dem Alpental erstrecken sich auch die Alpen, die ích aber nur teilweise sehen konnte, weil der westliche Teil sich noch im unbeleuchteten Gebiet befand. Im südlichen Bereich des Gebirgszuges konnte ich aber immerhin die Bergspitze von Montblanc erkennen sowie ganz die beiden Kaps Deville und Agassiz. Die Alpen bilden auch die nördliche Grenze des Regenmeeres (Mare Imbrium). Von Agassiz kommt man südöstlich zu einem doch grossen Krater, der einem auch sofort auffällt. Dieser Krater heisst Cassini und ist ein sehr merkwürdiger mit sehr flachen Kraterwänden und er besitzt zwei Innenkrater, wobei ich den einen grösseren sofort sah, den andren, nun ja, da musste ich wieder nah mit dem Auge an´s Okular gehen und in Sekundenbruchteilen erschien ein Punkt, mehr nicht. Immerhin gesichtet, wobei diese Winzlinge mir schon die Grenze der Auflösung offenbaren, noch kleiner geht wohl nicht mehr. Südöstlich von Cassini, alos praktisch nebenan, ist noch ein kleinerer Krater zu sehen namens Theaetetus. Wenn man von Theaetetus nach Westen geht, trifft man auf den Berg Piton, der sehr hell strahlte, hierbei angemerkt, die extreme Helligkeit bezieht sich auf die Ostseite des Berges, der westliche Teil lag im Schatten. Trotzdem konnte ich ihn gut erkennen, der strahlte förmlich. Vom Berg Piton ging ich Richtung Süden durch das Mare Imbrium (Regenmeer) hindurch und hätte eigentlich auf den kleinen Gebirgszug Spitzbergen treffen müssen, nur zeigte sich hier wieder die zeitliche Diskrepanz zum Buch, denn Spitzbergen lag noch vollständig im unbeleuchteten Teil. Das einzige, was ich von Spitzbergen schon sah, war eine helle Bergspitze, die aus dem unbeleuchteten Teil herausragte. Wenn man von Spitzbergen aus wieder gen Osten geht, trifft man auf einen weiteren grossen Krater namens Aristillus. Arisstillus zeigte einen sehr deutlichen Innenschatten und muss auch sehr tief sein. Von Arisstillus aus gen Süden gleich nebenan ist ein weiterer, wenn auch kleinerer Krater namens Autolycos zu finden auch mit einem grossen Innenschatten. Und von Autolycos wieder gen Westen konnte ich schon die östliche, etwas zerklüftete Kraterwand von Archimedes sehen. Nach dieser letzten Beobachtung beendete ich diese, zumal sich vom Westen her schon wieder eine grössere Wolkenwand gen Mond schob. Aber immerhin, es hatte sich gelohnt.
Fazit:
Auch heute hatte ich wieder mit einer Luftbewegung zu kämpfen, die sich besonders bei einer so hohen Vergrösserung bemerkbar macht. Die heutige Beobachtung des Mondes zeigte mir, wie weit ich noch Details auf dem Mond auflösen kann. Da ich den kleineren Innenkrater noch als Punkt sah, ist wohl 8 km die Grenze des Machbaren, denn so gross ist dieser, noch weiter runter geht es mit dem Lidl wohl nicht mehr. Oder doch? Vielleicht ein noch besseres Seeing und ich kann noch 1 - 2 km raushauen? Mal schauen beim nächsten Mal.
Beobachtungsort: GMV Meppen
Beobachtungszeit: 26.05.2004, 22:25 - 22:50 Uhr MESZ
Beobachtungsgerät: 70/700 Skylux Lidlscope Refraktor "Melusine"
Okulare: K 20mm (35fach), K 4mm (175fach)
Sonstiges Zubehör: Kosmos "Der Mondführer"
Wetter: etwas aufgeklart, ab und zu durchziehende Wolken, leichte Luftbewegung
Temperatur: Anfang: +9,5° C Ende: +8,8° C
Objekt: Mond
Themengebiet: Rings um die Alpen
Bericht:
Es ist unglaublich, seit heute morgen und den ganzen lieben Tag lang tummelten sich etliche Wolken, teilweise sogar sehr dunkle. Ich sah also keine Möglichkeit für heute, zu beobachten. Aber ich muss ordentlich Glück haben, denn wieder so gegen 20:00 Uhr MESZ riss der Himmel etwas auf und es zeigten sich Lücken, die grösser wurden, so dasz ich doch noch gegen halb elf eine Mondbeobachtung heute nachschieben konnte. Heute ist bekanntlich der siebte Abend nach Neumond und der Mond nähert sich dem ersten Viertel, was er exakt morgen gegen 09:57 Uhr MESZ erreicht. Nun gut, auch heute hatte ich mich wieder am Terminator entlang für die Nordregion entschieden, wobei diesmal die Gegend um die Alpen dran war. Zur Identifizierung benutzte ich wieder den Kosmos Mondführer und als Vergrösserung nahm ich wieder die 175fache, die 35fache benutze ich nur zur Ersteinstellung, nicht zur Beobachtung. Den ersten Bereich, den ich mir vornahm, war die Gegend nördlich und nordöstlich vom Meer der Kälte (Mare Frigoris). Hier konnte ich sehr schön vier Krater identifizieren. Diese vier Krater bilden eine Kette, die nach Südosten zum gestern beschriebenen Krater Aristoteles hinweisen. Der erste ist auch der nördlichste und grenzt an eine Wallebene namens W Bond (Bezeichnung aus dem virtuellen Mondatlas), der zweite ist dann südöstlich von ihm, einen Tick kleiner und nennt sich Archytytas. Dann geht es noch südöstlicher zu einem noch kleineren Krater namens Protagoras und dann ist noch ein kleinerer Krater südöstlich von ihm zu finden, der auch im virtuellen Mondatlas keine Bezeichnung hat. Von diesem muss man noch einen kleinen Bogen machen und man kommt zu einer kleinen Wallebene namens Egede, die mir ganz schön Schwierigkeiten machte, denn sie war nur immer für Sekundenbruchteile zu sehen und auch nur ganz eben. Das liegt daran, dasz hier die Sonneneinstrahlung schon mächtig drauf zeigt und diese Wallebene sowieso sehr flach ist, ist sie nicht einfach zu entdecken. Wenn man diese Krater entlanggegangen ist, hat man praktisch den Nordosten vom Mare Frigoris durchquert. Von Egede geht man dann Richtung Südwesten auf die Alpen zu und man sieht dann das Alpental, das sich mir als heller, weisser Strich offenbarte. Unterhalb dieses Tal befindet sich ein ganz winziger Krater namens Trouvelot. Und auch dieser Krater war von mir nur mit Mühe zu entdecken, denn er ist sehr klein. In Sekundenbruchteilen zeigte er sich mir im wabbernden Bild. Aber immerhin entdeckt. Laut dem virtuellen Mondatlas misst er 9 x 9 km und er hat eine Höhe von 1150 m. Bei dem Alpental erstrecken sich auch die Alpen, die ích aber nur teilweise sehen konnte, weil der westliche Teil sich noch im unbeleuchteten Gebiet befand. Im südlichen Bereich des Gebirgszuges konnte ich aber immerhin die Bergspitze von Montblanc erkennen sowie ganz die beiden Kaps Deville und Agassiz. Die Alpen bilden auch die nördliche Grenze des Regenmeeres (Mare Imbrium). Von Agassiz kommt man südöstlich zu einem doch grossen Krater, der einem auch sofort auffällt. Dieser Krater heisst Cassini und ist ein sehr merkwürdiger mit sehr flachen Kraterwänden und er besitzt zwei Innenkrater, wobei ich den einen grösseren sofort sah, den andren, nun ja, da musste ich wieder nah mit dem Auge an´s Okular gehen und in Sekundenbruchteilen erschien ein Punkt, mehr nicht. Immerhin gesichtet, wobei diese Winzlinge mir schon die Grenze der Auflösung offenbaren, noch kleiner geht wohl nicht mehr. Südöstlich von Cassini, alos praktisch nebenan, ist noch ein kleinerer Krater zu sehen namens Theaetetus. Wenn man von Theaetetus nach Westen geht, trifft man auf den Berg Piton, der sehr hell strahlte, hierbei angemerkt, die extreme Helligkeit bezieht sich auf die Ostseite des Berges, der westliche Teil lag im Schatten. Trotzdem konnte ich ihn gut erkennen, der strahlte förmlich. Vom Berg Piton ging ich Richtung Süden durch das Mare Imbrium (Regenmeer) hindurch und hätte eigentlich auf den kleinen Gebirgszug Spitzbergen treffen müssen, nur zeigte sich hier wieder die zeitliche Diskrepanz zum Buch, denn Spitzbergen lag noch vollständig im unbeleuchteten Teil. Das einzige, was ich von Spitzbergen schon sah, war eine helle Bergspitze, die aus dem unbeleuchteten Teil herausragte. Wenn man von Spitzbergen aus wieder gen Osten geht, trifft man auf einen weiteren grossen Krater namens Aristillus. Arisstillus zeigte einen sehr deutlichen Innenschatten und muss auch sehr tief sein. Von Arisstillus aus gen Süden gleich nebenan ist ein weiterer, wenn auch kleinerer Krater namens Autolycos zu finden auch mit einem grossen Innenschatten. Und von Autolycos wieder gen Westen konnte ich schon die östliche, etwas zerklüftete Kraterwand von Archimedes sehen. Nach dieser letzten Beobachtung beendete ich diese, zumal sich vom Westen her schon wieder eine grössere Wolkenwand gen Mond schob. Aber immerhin, es hatte sich gelohnt.
Fazit:
Auch heute hatte ich wieder mit einer Luftbewegung zu kämpfen, die sich besonders bei einer so hohen Vergrösserung bemerkbar macht. Die heutige Beobachtung des Mondes zeigte mir, wie weit ich noch Details auf dem Mond auflösen kann. Da ich den kleineren Innenkrater noch als Punkt sah, ist wohl 8 km die Grenze des Machbaren, denn so gross ist dieser, noch weiter runter geht es mit dem Lidl wohl nicht mehr. Oder doch? Vielleicht ein noch besseres Seeing und ich kann noch 1 - 2 km raushauen? Mal schauen beim nächsten Mal.