Entschädigung trotz Mond

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Andreas_Scheid

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Hallo,
es war höchste Zeit:

Datum: 29.May 2009
Zeit: 22:30 bis 2:30 Uhr
Ort: Feld im Taunus
Wetter: Klar, windstill
Grenzgröße: ~5,5m (natürlich erst nach Monduntergang)
Gerät: Newton 8" f/5, parallaktisch auf Astro 5
4" Refraktor f/7 auf GIRO 3
Fernglas 15x50

Nachdem ich mich immer noch ärgerte am letzten Wochenende keine Zeit zum Beobachten gehabt zu haben und einen tollen Himmel verpasste, wollte ich mich heute dafür entschädigen. OK, das war so nicht möglich, war doch der Mond fast den ganzen Abend präsent. Aber wenigstens schien der Himmel recht klar zu werden.
Der Versuch, auf die schnelle noch ein paar Mitbeobachter anzuwerben war leider nicht von Erfolg gekrönt. So fuhr ich also auf Verdacht an den üblichen Beobachtungsplatz. Unterwegs begegneten mir noch zahlreiche Rehe, und sogar eine ganze Rehfamilie mit ganz jungen Kitzen mitten auf der Straße. Endlich angekommen, traf dann tatsächlich noch ein weiterer Sternfreund ein und es konnte losgehen.

Die Sonne stand um 22:30 Uhr kurz unter dem Horizont und färbte diesen rot und südlich davon befand sich die nicht minder helle Mondsichel. Meinen Mitbeobachter kannte ich schon mit einem 8" SC mit Goto, heute war er eher manuell mit einem 4" Apo f/7 (glaub ich) unterwegs.

Nach dem Aufbau war es immer noch recht hell, so machte ich mich daran, seit längerer Zeit wieder einmal genüsslich auf dem Mond spazieren zu gehen. Nach den ersten kurzen Ausflügen habe ich ganz bald einen Filter als „Sonnenbrille“ eingeschraubt. Ich hatte fast vergessen wie hell diese schöne Kugel sein kann. Danach habe ich so ziemlich alles an Vergrößerungen ausprobiert. Das kürzlich erstandene 3,5er LVW, das meine LVW-Sammlung nach unten abrundet, hatte so das first Light in meinem Besitz. Es hat mich nicht enttäuscht. Danach war sogar mit meinem 2,5er LV-Mauerblümchen noch ein schönes Bild zu erzeugen. Auch bei den hohen Vergrößerungen war nur ein sehr leichtes und langsames Wabern zu beobachten. Freilich zeigte gleichzeitig meine Astro 5 ihre Grenzen auf.

Danach ging der Schwenk auf Saturn um mein rechtes Auge so langsam an die Dunkelheit zu gewöhnen. Hier störte das Seeing interessanterweise mehr als am Mond. Aber immerhin gab es immer wieder für einen Moment ein scharfes Bild mit einigen Details. Mehr als 125-fach mit dem 8er brachte nichts und die Monde sah man hiermit auch am schönsten.

Danach dann langsames Steigern in Richtung Deepsky:
M13, Epsilon Lyrae, Albireo, M57
Besonders der Ringnebel trotz des Mondes im Newton mit fast 300-fach noch deutlich und schön in seiner leicht ovalen Form zu sehen.
Sehr interessant war hier der schnelle Vergleich zwischen den beiden Geräten.
Die Okus am Refraktor waren allerdings auf den sonst benutzten SC mit 2m Brennweite ausgelegt. Das ließ aber besonders einige Vergleiche mit dem Fernglas zu, doch davon gleich, denn…

der Mond näherte sich jetzt langsam dem Horizont und verschwand schließlich ganz:
Cr399/Kleiderbügelhaufen, M27, M71, M81, M82, M51
Immer wieder verglich ich den Eindruck, speziell der Galaxien bei ähnlicher Vergrößerung zwischen dem Apo und meinem stabilisierten 15x50 Fernglas. Da soll noch mal jemand behaupten, ein gutes Ferngas wäre kein astronomisches Instrument. Ein Unterschied war praktisch nicht vorhanden! Im Newton natürlich alles wesentlich heller und deutlicher, aber der passt ja auch nicht ins Handgepäck.

Jetzt, wo der Mond weg war, offenbarte sich ein recht brauchbarer Himmel, den wir auf immerhin mindestens 5,5mag bestimmten. Die Milchstraße ging an beiden Seiten bis fast zum Horizont und ich verbrachte noch einige Zeit mit staunen mit und ohne Fernglas.

Zum Abschluss duften natürlich Ha & Chi nicht fehlen, die trotz der tiefen Position immer einen Besuch wert sind.

Die Zeit verging wie im Flug. Es war mit 4,4°C doch noch recht kalt und auch feucht geworden. Heute hatte ich zwar nichts Neues gesehen aber doch einiges an Erkenntnissen in netter Gesellschaft gewonnen. Gegen 2:30 Uhr bauten wir ab und ich fuhr zufrieden und mit wenig Wildkontakt nach Hause.

Gruß und klaren Himmel
Andreas





 
Hallo Andreas

ein schöner Bericht von dir !
Der Mond wird uns die nächsten Tage den Spaß verderben?!
Solange noch ein Terminator, klarer Himmel und Wolken freie Nächte vorhanden sind, nutze ich auch gerne die noch vorhandene Dunkelheit, aber ohne vernünftigen Filter mag ich den Mond nicht mehr allzu lang beobachten :D

Gruß und Clear Sky
Markus
 
Hallo Andreas

Stimme Markus seinem betrag zu.

Gruß von Manfred
 
Hi Andreas,

an besagten Tag war ich auch draußen alleine im OdW. Den Ringnebel, M13, Epsilon Lyrae sowie M81/M82 hatte ich auch drinnen. Dazu natürlich noch M92 und NGC6633, M11 u.s.w. Nach Monduntergang, der so um 1:35 war, war der Himmel dann richtig dunkel. Bis um 2 Uhr hielt ich noch durch. Ich tobte noch ein wenig im Uma bei Xi Umajoris rumm und fan die Galaxie NGC3938, NGC4051, NGC4013, NGC3583, NGC3726.

Gruß
Lots
 
Hallo Lots,

ja, immer wieder beeindruckend, wie es nach Monduntergang von Minute zu Minute dunkler wird. Als ich mit kalten Füßen schließlich abbaute waren es immerhin fast 6mag.
Aber eben auch nur noch 4 1/2°C.

Gruß und klaren Himmel
Andreas
 
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