Entscheidung RedCat91 vs Askar Fra600

Dirk56

Mitglied
Liebes Forum,
Ich stehe kurz davor eine Entscheidung zu treffen welches Teleskop für mich jetzt das Beste ist. Entweder das neue
  1. William RedCat91 WIFD 91mm f/4,9 Flatfieldrefraktor für Astrofotografie Bildkreis 50mm Brennweite 448mm
  2. ASKAR FRA600 108 mm f/5,6 Quintuplet Flatfield Apo für Astrofotografie Bildkreis 66mm
AskarFRA 600 aber dann mit Reducer o,7 Brennweite dann von 600 auf 421mm.
Betreiben möchte ich das Teleskop mit einer ZWO ASI 2600 pro Vollformat Kamera.

Mit beiden Teleskopen würde ich das Vollformat der Kamera abdecken. Beide Schein von optischer ausgezeichnete Qualität zu sein. In Astro bin sehe ich weitgehend nur sehr gute Aufnahmen.

Welchen Tipp könnt ihr mir geben um eine Entscheidung zu erleichtern

Alles wird auf eine ZWO AM5N stehen.

Danke Euch recht herzlich und viele Grüße von Dirk
 
Hallo Dirk, betrachtet man die Spot Diagramme beider Teleskope bekommst du mit dem WO die deutlich bessere Optik! Unter Berücksichtigung des Reducers nochmal mehr! Die Asi2600 ist keine Vollformat Kamera sondern eine APSC cam. Oder ist hier ein Zahlendreher und du meintest die 6200er. Mit dem FRA bekommst du jedoch die Möglichkeit zwei Brennweiten mit einem Teleskop abzudecken, was ich an meinen fra400 bzw. Omegon ProApo 72 sehr geschätzt habe. Was für dich schwerer wiegt musst du wissen. Beide sind auf einer AM5 mit Sicherheit bestens aufgehoben.
Viele Grüße Ben
 
Ben, vielen Dank für die Klarstellung das die 2600 keine Vollformat Kamera ist und deine Einschätzung zum Fra und WO :)
 
Vielleicht ist der Skywatcher Esprit 100 da noch eine Alternative, besonders bei den derzeitigen Sonderpreisen.

Die Esprits sind aber kein Petzval Design und Vollformattauglichkeit müsste noch verifiziert werden.

Von der Optik her (Triplet mit FPL53 wie der WO) sind die Esprits nach meinen Recherchen in der Preisklasse nicht zu schlagen, nach einigen Testern auch nicht von APM, Tec & Co. Wellenfrontanalysen gibt es jede Menge von Thommy, Strehl Werte auf sehr hohem Niveau.

Von den beiden zitierten Instrumenten würde ich auch den WO nehmen.

Viele Grüße,

Günther
 
Es gibt einen wesentlichen Unterschied zwischen dem RedCat und SW Esprit 100 oder ähnliche:
Bei den Standard-Refraktoren und Reducer/Flattener kommt es extrem auf den Abstand zum Kamerasensor an. Ein mm daneben und die Sternabbildung ist schon negativ beeinflusst.
Bei einem Petzval-System wie dem RedCat ist das bei weitem unproblematischer. Insofern, wenn man Bilder machen möchte und weniger Testen und ausprobieren, optimieren, frustrieren, ... Dann führt praktisch kein Weg am RedCat vorbei.
Wobei, wenn es mit dem Probieren, Optimieren, Frustrieren gut funktioniert, liefern die Dreilinser durchaus vorzeigbare Ergebnisse.
 
Moin,

schau dir alternativ zur Redcat die SQA Serie von Askar an.
Die Redcats haben nach wie vor eine starke Schwankung in der Qualität.
Askar ist da momentan wesentlich besser.

Sonst würde ich den Post vor mir zustimmen.
Mit einem Esprit 100 machst du nichts falsch.
Durch einen Flattener und diverse Reducer bekommst du auch ein großes Spektrum an Brennweiten.
Außerdem kann so ein Dreilinser hier justiert werden.
Bei den Flatfields müssen die Dinger oft zurück zum Hersteller.

Grüße
Brian
 
Hi,
also ich würde eher zu dem Cat91 oder dem sqa-85 anstatt dem Fra 600 tendieren. Oder wenn es mehr Öffnung sein sollte auf den Ultra-Cat warten.
Klar ist ein Esprit 100 oder 120 auch nicht verkehrt, aber man liest auch nicht immer gute Berichte darüber. ( Fassung und niedrige Temperaturen.... )
Von den Cat91 oder dem SQA85 habe ich noch nichts negatives gelesen. Gut gibt auch noch nicht so viele.....
Ich kann nur für mich sprechen, aber ich bin restlos zufrieden mit meinem Cat91.

Gruß
Jörg
 
Das Petzval Design hat nicht nur Vorteile, wenn der verbaute Korrektor nicht genau justiert ist, kann es sportlich werden. Die Frage ist, ob man hier ständig Kameras wechselt und Lichtwege anpassen muss. Wenn nicht, ist der praktische Vorteil marginal.

Dass "Dreilinser durchaus vorzeigbare Ergebnisse" liefern, ist schon ein interessantes Statement. Alle mir bekannten High End Apos sind Dreilinser. Bildfeldebener sind dann zwar immer erforderlich, man hat aber eine große Auswahl an hochwertigen Korrektoren.

Zudem kostet ein Esprit 100 derzeit unglaubliche 1600€ anstatt des normalen Preises von 2400€, der Flattner 300€. Das WO kostet 1000€ mehr.

Hier gibt es einige interessante Informationen:


Am Ende muss man das immer für sich selbst entscheiden.

Viele Grüße,

Günther
 
Zuletzt bearbeitet:
Zum SQA 85 gibt es Video von Cuiv, the lazy Geek. Fand ich doch angesichts der begrenzten Öffnung und des abgerufenen stolzen Preises etwas ernüchternd. Im Gegesatz zu dem wohl sehr guten SQA 65.

Man sollte nicht vergessen, dass die grundsätzlichen Designs und Materialien schon seit recht langer Zeit bekannt sind und es da auch nicht viel erwartbare Neuerungen geben wird. Die Hersteller versuchen die Herstellungskosten zu senken und die Gewinne zu maximieren. Was seit geraumer Zeit Trend ist, ist farbenfrohe Designs zu entwickeln um den Käufer anzuziehen. Daneben gibt es aber auch die langweiligen, aus der Zeit gefallenen Designs wie bei Takahashi oder auch bei den Esprits.

Lobenswert sind die schönen Rotatoren, die z.B. mein 65PHQ und mein 80 PHQ haben.

Viele Grüße

Günther
 
Falls das Gewicht ein relevanter Faktor sein sollte: Der Redcat 91 wiegt Tubus only 4,7 kg, der Esprit dagegen 6,3 kg. Mich interessiert der Redcat vor allem (auch) für Reisetätigkeiten; da wäre der Esprit wohl schon zu schwer (im Hinblick auf das Handgepäck im Flieger).
 
Wie gesagt, ich finde den 100er für die Reise schon etwas schwer. Mein Epsilon wiegt Tubus Only 4,9 kg und das war schon nicht einfach. Die dicke Hummel passt auch nicht so einfach in einen Rucksack.
 
Hallo zusammen,

ich habe zwar keine hands-on Erfahrung mit dem Gerät, aber in dem 4“ APO Vergleich von Nico Carver (Nebula Photos) hätte mich der Esprit 100ED nicht überzeugt:


Gerade der sehr umständliche Rotator, das Case usw. wirken auf mich nicht wirklich durchdacht. Natürlich sind das nicht die wichtigsten Punkte, aber das machen andere Hersteller heutzutage deutlich besser.
Man merkt eben, dass die Esprits schon länger auf dem Markt sind…

Ich würde mich wohl auch Richtung SQA oder RedCat orientieren.


CS
Johannes
 
Servus, ich besitze sowohl einen SQA85, als auch zwei 4" Triplets von APM. Meine Erfahrung mit dem SQA85 ist noch sehr limitiert, aber er bildet extrem scharf und sauber ab. Die Verarbeitung ist mechanisch erstklassig, wie bei Askar üblich. Die APMs können mechanisch da nicht mithalten. Von der Abbildung konnte ich noch keinen direkten Vergleich ziehen wobei die Triplets, vorausgesetzt der Reducer oder Fattener sind gut eingestellt mit Sicherheit vergleichbar, wenn auch nicht zwingend besser. Das Petzval Design ist insbesondere mit OSC cams beim wechselnden Einsatz von Filtern oder nicht Filtern extrem praktisch, da es keine Anpassung des Backfokus bedarf.
Viele Grüße Ben
 
Ich vertraue den Esprit Interferometrie Tests von Tommy Nawartil:



Tommy hat zahlreiche Esprits getestet und die Resultate sprechen für sich. Die Wellenfrontanalysen sind die ausagekräftigsten Tests, da sie standardisiert sind und quantitative Vergleiche ermöglichen.

Viele Grüße,

Günther
 
Klar ist ein Esprit 100 oder 120 auch nicht verkehrt, aber man liest auch nicht immer gute Berichte darüber. ( Fassung und niedrige Temperaturen.... )
Ja, da gibt es hin und wieder wohl leichte Verspannungen. Aber wenn man so ein Exemplar hat, kann Abhilfe geschaffen werden.

Generell ist aber das zumindest das Esprit 120er Triplet in einer temperaturkompensierten Fassung. Zum Esprit 100 habe ich dazu kein Aussage gefunden.


Viele Grüße,

Günther
 
Hallo zusammen,

beim Esprit 100 sollte man bedenken das dieser für ein Triplet extreme F5,5 hat.
Bei einem solchen Extrem kann der Gaußfehler nicht mehr so gut korrigiert werden.
Die sphärische Korrektur ändert sich hier also spürbar mit der Wellenlänge.
Das zeigt sich beim Esprit 100 auch schon schön im Ronchi wenn man es in R-G-B zerlegt.

Bei einem Design mit hinten liegender Linse/ Linsengruppe wie zb. Petzval lässt sich der Gaußfehler auch bei sehr schneller Optik noch sehr gut korrigieren.

Und dann sollte man beim Vergleich mit dem Esprit auch das ausgeleuchtete Feld und die Qualität der Feldkorrektur nicht vergessen.
Da sind RedCat91 und SQA85 eben für größere Felder ausgelegt.

Zum Fra600 wäre zu sagen das dieser vor allem einen deutlich größeren Farbfehler als RedCat91 und SQA85 aufweist.

Bezüglich Fertigungsqualität würde ich keinen Unterschied zwischen RedCat91 und SQA85 erwarten da diese vermutlich in der gleichen Fabrik gefertigt werden.

Grüße Gerd
 
Ich hatte einen Thread zum WO CAT 91 gestartet:
Die Ergebnisse sind sehr überzeugend
CS Thomas
 
Hallo Dirk,

wenn du nur fotografieren möchtest würde ich den Redcat (cat 91) nehmen. Der hat übrigens keinen Korrektor sondern das Gesamtsystem ist eine korregierte Optik für scharfe Sterne auf das gesamte Bildfeld. Bei APS-C ist das Gerät unterfordert, aber man kann ja später eine Vollformatkamera ergänzen.

Wenn du auch mal durchgucken willst, ist der Redcat nichts, denn die Strecke zwischen Kameraanschluss und Fokuspunkt ist recht kurz. Ich denke da jetzt an Zenitprisma oder Binokularansatz.

Wenn du kleine Galaxien aufnhemn willst, musst du beachten, dass das Gerät ca 1.25 arcsec auflöst (grüne Wellenlänge) und die von dir genannte asi2600 nur 1,73 arcsec antastet. Die Brennweite ist eben recht kurz. Bei Benutzung der Farbversion der 2600er ist das vielleicht noch schwächer. Mit einer asi294mm in bin1 bekommst du immerhin schon 1,07 arcsec Abtastung, also ein kleines bischen besser als die Auflösung der Optik hergibt. Eigentlich fährt man gut, wenn man etwa doppelt so gut digital abtastet wie die gewünschte Auflösung, bzw die technisch mögliche Auflösung - also Luftruhe, Durchmesser und Qualität der Optik inklusive. Aber ...

Aufnahmen mit einer Auflösung von 2 arcsec sehen schon recht gut aus, wie Beispiele im Internet ja zeigen. Und in dieser Brennweitenklasse werden ja vor allem Felder aufgenommen und nicht einzelne kleine Galaxien. Wenn man sich aber zu einem anderen Zeitpunkt ein zusätzliches Gerät in der Brennweitenklasse 1000 - 1500 mm zulegt, wird man den Redcar 91 vermutlich kaum weggeben wollen, denn der ist ja ein tolles Objektiv für grössere Felder - mit schärferen Sternpunkten als die der Rowe Ackermänner. Dennoch haben letztere auch Vorteile, zum Beispiel wenn man viel in wenig Zeit schaffen will, oder wenn man mit den Ackermännern nur Schmalband macht und das mit den Aunahmen der Grosskatze zusammenrechnet.

Tom.
 
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