Entscheidungshilfe MAK oder Dobson

Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

oliver1

Neues Mitglied
Hallo,

bin absoluter Neuling und würde mir gerne ein Teleskop zum "Reinschnuppern" anschaffen. Es sollte natürlich nicht allzuviel kosten, aber Spaß machen sollte es auch (ca. 300,-).
Ich würde gerne erstmal Mond und Planeten beobachten und wenn möglich auch mal ein Foto schiessen. Standort wäre hauptsächlich auf dem Balkon, ich könnte aber auch in 1/2h auf einen Berg (1200-1500m) hochfahren, d.h. etwas mobil sollte es auch sein.

Bei den Threads was ich bisher hier gelesen habe, würde in meine engere Auswahl ein 6'' bzw. 8'' Dobson oder ein Skywatcher MAK 90/1250 GoTo kommen.

Das Dobson wäre wohl besser? Das MAK dafür mobiler?
Dann wäre da noch die GoTo-Montierung inkl. Kameraadapter was beim Dobson wohl nicht möglich ist.


Tendentiell würde mir das MAK eher zusagen obwohl die GoTo wohl nicht universell für andere Teleskope benutzbar wäre? Skywatchter MAK

Was meint ihr?

Gruß Oliver

 
Hallo Oliver!
Also um ehrlich zu sein, ich würde mir keinesfalls den Goto-Mak kaufen. Für einen Einsteiger ist eine Goto-Montierung wahrscheinlich das allerletzte das man sich zulegen sollte. Wer die Energie nicht hat, den Himmel "zu Fuß" kennen zu lernen, der kann mit einer Goto-Montierung erst recht nichts anfangen- das Zeug steht dann nur rum.

90 mm Öffnung ist recht wenig, wenn Goto um 300€ dabei ist kann das Teleskop nur völliger Schund sein. Bei dieser geringen Größe würde ich lieber gleich auf Qualität setzen und zu einem 80er APO greifen, Skywatcher hat durchaus feine Geräte in der Preisklasse. Das ist dann was für lange Zeit, kaum jemand wirft einen guten 80er weg.

Ich bin der Meinung man braucht langfristig visuell eigentlich 3 Teleskope:
1) Einen kleinen extrem mobilen 80er Apochromaten zum Schnellspechteln
2) Ein Mond/Planetengerät (größerer Apo, oder 6-8 Zoll langsamer Newton/Dobson bzw. Mak)
3) Einen fetten Dobson für DeepSky (ab 12 Zoll)

Im Prinzip ist es egal womit du anfängst, es sollte nur gleich Qualität sein - sonst kaufst du 2x.

Das ist meine Meinung,
lg
gerald
PS: Vielleicht schaust du dich mal um eine Sternwarte in deiner Nähe um, dort kannst du Geräte testen

 
Hallo Oliver,

den 90mm goto Mak habe ich mal in der Nähe von München erleben dürfen. Den hatte ein frustrierter Einsteiger, der nix finden konnte. Mein Dob hatte ich leider schon abgebaut, hab dem armen Kerl dann ein wenig unterstützt. Objekte jeweils knapp ausserhalb des Bildfeldes positioniert. Dem Jungen Mann konnte ich helfen, so dass er wenigstens M57 und M13 durch sein Teleskop sehen konnte. Er allein hätte keine Chance gehabt, die Objekte zu sehen (verliess sich aufs goto). Hoffentlich habe ich damals meine Entäuschung darüber, wie wenig von den Objekten zu sehen war, nicht zu deutlich zum Ausdruck gebracht. M57 war bei fst~5m nur der Hauch eines Matschflecks, kein Ring wie schon im 5" Refraktor oder 6" Newton. Auch M13 war noch nicht einmal körnig (das schafft schon mein 70mm Refraktor).
Vergiss den Mak und schau dich erst mal auf Teleskoptreffen um (in Freiburg sind einige sehr aktive Beobachter).

Sternfreundliche Grüße,

Gottfried
 
Hallo Oliver,

ich würde den GoTo Mak auch nicht kaufen. Zu viel Technik und zu wenig Öffnung.

Ein 8“ f/5 Dobson zeigt dir mehr als jeder 150 mm Mak, ist aber auch wesentlich sperriger und ohne GoTo. Wenn es etwas transportables sein soll, solltest du über einen 127mm Mak auf einer Giro Mini oder ähnlichem nachdenken. Damit hast du doppelt soviel Lichtsammelfläche wie bei dem 90 mm Gerät (aber immer noch 2,5x weniger als beim 8“ Dobson) und musst dich nicht auf die GoTo-Montierung verlassen.

Die Sternbilder wirst / musst du mit der Zeit lernen, sonst wirst du mit oder ohne GoTo nicht zurechtkommen. Wenn möglich, solltest du dich vor deinem Kauf mit anderen Beobachtern treffen um verschiedene Instrumente zu vergleichen. Beim gemeinsamen Beobachten lernt man auch prima den Himmel kennen.

Viele Grüße

Carsten
 
Danke für eure Antworten, da scheint wohl das MAK auszuscheiden. Dann doch wohl eher ein Dobson 6'' oder 8''.

Gruß Oliver
 
Habe gerade aus Gründen der Transportabilität einen 127er MaK gekauft und gestern bekommen. Sieht mir sehr transportabel aus, dank 33 cm Länge. Kommt also wohl auf die genauen Rahmenbedingungen bei Dir an. Bei komplett freier Wahl (also ohne Reisetauglichkeit etc.) hätt ich wohl auch den 8" Dobson gekauft. Aber wenn er dann nur daheim gestanden wäre,hätts auch nix genutzt.
 
Naja, ne eierlegende Wollmilchsau, noch dazu günstig, ist ja immer schwer zu finden. Radfahren macht ja auch nur auf einem guten Rad Spaß :-)

Wie gesagt, in erster Linie natürlich ein gutes Teleskop zum Ausprobieren, aber mal ein einfaches Foto wäre schon schön gewesen. Zum Beobachten in der Preisklasse wäre wohl das Dobson ganz gut, jetzt hab ich aber noch das hier gesehen. Wäre zumindest eine gute Montierung, für "kleine" Astrofotos vorbereitet und das Teleskop wäre doch auch nicht schlecht. Später kann man ja noch ein anderes Teleskop auf die Montierung hieven.
 
Hi Oliver,
Du musst doch dein Teleskop nich wegschmeißen wenn du dann mal mit NAchführung fotografieren willst. Einfach eine parallaktische Montierung später nachkaufen. Für Planetenfotos und Fotos vom Mond reicht ein Dobson auch aus. Nur DS wird halt schwer, aber da bedarf es dann eben sowieso weit mehr als ein Teleskop auf einer halbwegs starken Montierung.
Mein Rat nimm ein Dobson!


Gruß Deadlock
 
Hi Oliver
Zitat von oliver1:
...aber mal ein einfaches Foto wäre schon schön gewesen.
"Einfach" ist in dem Bereich leider recht wenig. Was gut geht bzw. mit sehr hohen Erfolgsaussichten gleich zu Beginn sind Nachgeführte Aufnahmen bis ~100mm ohne Nachführkontrolle sowie Mond/Planetenaufnahmen, letztere mit Webcam.

Was die NEQ3 angeht: Ist die kleinste, die sich fotografisch aufrüsten ließe. Allerdings von der Tragfähigkeit arg eingeschränkt - vielleicht mal ein sehr kleiner ED oder ähnliches. Mit dem angebotenen 150/1200 schätze ich sie selbst visuell als überfordert ein. Von der Masse her könnts noch klappen, aber das Teil hat einen so langen Hebel, dass es aus dem Schwingen gar nicht mehr herauskommt....
Vielleicht mit etwas Bauchscherzen möglich, wenns absolut windstill ist und ein Motorfokussierer angesetzt ist oder man fast schon Chirurgenartig fokussiert.
Mit etwas Kürzerem wärs aber ein denkbarer Unterbau.
Wobei man auch bedenken sollte, dass einen das Gewackel und Gezitter erst so richtig stört, wenn man mal was Wackelfreies benutzt hat - d.h. wer nur Wackeldackel kennt verzweifelt daran weniger schnell als jemand, der solide Kombis gewohnt ist. Empfehlen würd ichs dennoch nicht.

cs
Jürgen
 
OK, dann werde ich mir wohl doch ein 8'' Dobson zulegen. Die Fotoversuche die ich machen möchte (Mond und event. Planeten) dürften ja auch so funktionieren :). Hauptsache erstmal beobachten und erkunden. Mit dem 8'' dürfte es wohl auch mehr Spass machen vom Berg aus die ersten Gehversuche in DS zu testen.

Viele Grüße und besten Dank
Oliver
 
Hi,
also ich empfele ganz klar einen Dobson, 90mm sind einfach zu wenig Öffnung als Erstinstrument da ist entäuschung vorprogramiert.
Mit dem 8'' Dobson wirst du sehr viel mehr sehen als mit dem kleinen 90mm Mak.
Der 90mm Mak hat nur ein Vorteil, das er transportabel ist, aber das ist ein Dobson bis 10'' meiner Meinung nach auch.

Der 90mm Mak müsste am Planeten ungefähr mit einem 80mm ED Apo zu vergleichen sein.

Zwischen dem was ein 90mm Mak zeigt und zwischen dem was ein 8'' Newton zeigt liegen Welten,
dem 90mm Mak geht schnell das Licht aus , wenns gerade anfängt interessant zu werden.
Das Lichtsammel und Auflösungsvermögen eines grossen Dobsons ist sehr viel grösser.

Ich versuche es mal am Beispiel von Saturn und M13 zu beschreiben.
Saturn im 90mm Mak zeigt den Ring und wenn Seeing und Optik gut sind auch die Cassiniteilung.
Auf der Planetenkugel selbst ist die dunkle Bauchbinde zu sehen.
Im 8'' und gutem Seeing zeigt die Planetenkugel feine Helligkeitsabstuffungen uvm.

M13 am Stadtrand dürfte leicht granuliert erscheinen bei 5mag Himmel,
im 8'' ist M13 gut am Rand aufgelöst, da sieht man dann was für ein Objekt man beobachtet.
M57 ist im 90mm Mak wohl eher schwierig sichtbar man sieht einen schwachen Rauchring,
im 8'' ist M57 nicht zu übersehen, selbst am Stadtrand nicht.

Bei dem 90mm Mak bezahlst du am meisten für die meiner Meinung nach völlig überflüssige Goto Montierung, investiere besser in einen Dobson ab 8''.

Der 8'' Dobson ist DAS Teleskop was einem Universalteleskop am nächsten kommt, mit dem kannst du Visuell alles gut beobachten,
das einzigste was kaum geht sind Fotos.

Irgendwo hab ich letztens gelesen das ein 90mm Mak ein Planetenspezialist sein soll ( war glaub ich eine Werbung ), dem kann ich nur wiedersprechen,
ein Planetenspezialist ist meiner Meinung nach ein Farbfehler freies Teleskop mit wenig Obstruktion ab 6'' Minimum, für Deepsky ist ein möglichst grosser Dobson ideal in Kombination mit möglicht wenig Lichtverschmutzung.

Gruss Patrick
 
Hallo Patrick,

hast Du schon einen 90mm Mak in Händen gehabt oder durchgesehen? M13 granuliert oder körnig kannst Du vergessen! Am Planeten wie ein 80mm ED? Kannst Du vergessen, selbst der gurkigste 80mm ED zeigt wesentlich mehr Details und auch Kontrast als ein 90mm MAK. Das Bild im 80mm ED ist heller, kontrastreicher und schärfer!

Gruß,

Gottfried
 
Definitiv 8" (6" ist grad etwas zu wenig), damit man auch Objekte wie Galaxien, Nebel, Kugelsternhaufen ordentlich sieht. 90mm sind grad OK für helle Planeten, Mond und offene Sternhaufen, es bleibt dir aber der Rest des Universums ziemlich "verschlossen".
Und das mit dem Fotografieren vergiß erst mal, da braucht es weit mehr an Ausrüstung (Geld!) und vor allem Erfahrung und viel, viel Zeit.
Ein Dobson mit einem guten Sucher (Rotpunkt, Telrad und ein RACI) sowie eine gute Sternkarte (z.B. DeepSky Reiseatlas) werden dir lange Zeit Freude bereiten, bis du eventuell zur nächsten Stufe gehen willst (mehr Öffnung, Fotoausrüstung, usw).
 
Hallo,

auch wenn hier wieder jeder nach dem 8" Dobson schreit, möchte ich nochmal anmerken, dass das Packmaß und Gewicht weit häufiger darüber entscheiden, ob man das Teleskop mal eben nutzt oder doch zu faul zum Transportieren ist, als manche glauben.

Lieber mit dem 90mm Mak 2x die Woche beobachten als mit dem 8" Dobson 2x im Monat oder dem 20" Dobson 2x im Jahr. Natürlich müssen hier auch die Standortvatianten berücksichtigt werden und es gibt noch viele, viele Zwischengrößen etc, aber im Prinzip hat diese Aussage Gültigkeit.

Viele Grüße

Carsten

 
Hallo Carsten,

das habe ich mir auch schon überlegt, das Dobson ist ja nicht gerade für die Jackentasche. Aber was bringt es mir, wenn ich dann doch öfters auf den Schauinsland (Hausberg) mit einem schwachen Teleskop fahre und dann doch wieder gefrustet nach Hause gehe.
Wie schon bereits erwähnt, Radfahren macht auch nur auf guten Rädern (mehr) Spaß.
Kritscher sehe ich eher die Rockerbox wenn ich das Teleskop "querfeldein" stelle.

Gruss Oliver
 
Hallo Oliver,

jetzt geb ich auch mel meinen "Sempft" dazu. Ich wollte eigentlich einen Dobson und bin dann bei einem 4" Mak gelandet. Ich beobachte auch vom Balkon in der Stadt und fahre höchst selten mal raus. Es ist jetzt nicht so, dass man mit einem kleinen Gerät nichts sieht, man sieht es eben nicht so schön, soll heißen mit wenig Details und man muss das Sehen wirklich gut üben (Nebel und Galaxien in der Stadt kannst eh zum Großteil vergessen, andere DS-Sachen gehen ganz gut). Der Vorteil für mich ist einfach, dass ich den platzsparend wegstellen kann und den bei Bedarf einfach ins Auto bekomme. Und zwar ohne Bandscheibenvorfall ;) und günstig war er auch.

Ein Teil des Spaßes macht für mich das Aufsuchen der Objekte aus, weswegen ich persönlich nicht in Richtung Goto gehen möchte. Es ist für mich eine riesige Freude, wenn ich wieder was fitzelig kleines Deepspaciges gefunden habe. Außerdem ist es keine Hexerei, sich am Himmel zurecht zu finden, das hat man bald raus und ohne Goto-Schnickschnack bleibt mehr Budget übrig.

Wie oben bereits mehrfach geraten: versuch mal, ob du durch Vergleichsgeräte schauen kannst. Und vor allem: versuch die mal rumzuwuchten und weitere Strecken zu tragen (wenn dich jemand läßt). Und überleg mal, ob der Dobson am Balkon auch seinen Platz findet (denn aus Faulheit wirst du hauptsächlich von dort beobachten, sag ich jetzt mal so).

Viel Erfolg bei deiner Entscheidung!
Markus
 
Hallo Oliver,

neulich wollte mein älterer Sohn (8Jahre) mal den Saturn sehen. Also habe ich schnell den 4" Mak mit einer azimutalen Nachführung aufgebaut. Bei 125facher Vergrößerung war der Saturn schön, aber ich solle ihn doch weiter heranholen. Bei 170x war es dann okay (aber der Saturn ist verdammt schnell aus dem Bild).

Auch bei unseren Führungen in der Sternwarte sollte das Objekt meistens etwas besser rauskommmen, sonst sieht der geneigte, aber recht unerfahrene Sternenfreund kaum etwas.

Wenn du als Einsteiger Spaß haben willst und mit Planeten/Mond beginnen möchtest, dann ist Öffnung aus meiner Sicht wichtig. Viel Reserve beim noch unbekannten DeepSky und am Planeten geht einfach mehr. Wenn du gaaaanz sicher bei den Planeten und dem Mond bleibst, dann geht auch eine 80er Linse - aber ehrlich, du wirst auch DeepSky sehen wollen.

Nur die Größe, die sollte passen und da wäre es nicht schlecht, du wüsstest, ob ein 8" Dobson wirklich passt. Da helfen keine Beschreibungen im Forum, wenn es möglich ist, so schau dir solch ein Teil in Natura an.

Übrigens: Bei 300€ Budget wird außer einem 8" Tubus auf der rockerbox nicht viel gehen - entweder zu erhöhst für das Zubehör (Okulare, Atlas, Rotlich) ein wenig das Budget oder ein 6" Dobs passt doch besser.

CS,
Stefan

P.S.: Einen 90er Mak kann ich als Einstiegsgerät auch nicht empfehlen. Noch weniger Licht, als bei meinem 4" Mak ist wirklich nicht viel, außer eben an großen Planeten oder dem Mond.
 
Hallo Oliver,

Wie die anderen schon sagen, versuch mal deine Motivation einzuschätzen das Ding inkl. Zubehör zum Beobachtungsplatz und zurück zu schleppen. Hab auch einmal gedacht ich wär dazu motiviert, Fakt ist das auch ich mit dem kleinen Instrument bedeutend öfter beobachte als mit dem großen und den sperrigen Dobson hab ich sowieso nach einem Jahr wieder verkauft. Da das Seeing in 50-80% der Fälle sowieso nicht passt kommt das große Instrument bei mir erst raus wenn ich mal einen Kontrollblick durchs kleine Scope geworfen habe. Der Aufand hierfür ist nichtmal 5 Minuten.

Prinzipiell ist gegen Öffnung natürlich nichts einzuwenden, auch bei der Planetenbeobachtung sind 8" super. Mit dem Dobson kannst du aber Planetenfotografie gleich vergessen, dazu benötigst du eine motorische Nachführung sprich parallaktische Montierung mit Motor. Das Problem hierbei ist den Planeten auf dem winzigen(!) Webcamchip zu platzieren, bei höchster Vergrößerung scharfzustellen und dann noch die Phasen ruhigen Seeings für die Aufnahme abzuwarten. Diese Prozedur dauert zumindest Minuten, ist extrem wackelanfällig und das Ganze ist schon mit Nachführung ein nicht sehr einfaches Unterfangen!

Du hast jetzt ja schon einige Anregungen bekommen, entscheiden musst du selber. Ich würde auch ein 5" Mak auf EQ3 in die Entscheidungsfindung mit einbeziehen, der kostet ja auch nicht so viel mehr als das "90mm Goto-Minitelesköpchen" da. Speziell für Deepskybeobachtung (Galaxien, Nebel...) würd ich gegebenenfalls gleich ein richtig großes Instrument anschaffen weil da zählt sowieso nur Öffnung, Öffnung, Öffnung! Hier kommt man dann um einen Dobson meist ohnehin nicht mehr herum und Nachführung ist hier auch nicht so sehr notwendig.
 
Hallo,

ich glaube, am Anfang ist man immer sehr motiviert, bereit das schwerste Teleskop kilometerweit zu tragen und sich die Nächte um die Ohren zu schlagen.

Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, diese Motivation, besonders der Transport schwerer Geräte über weite Stecken, lässt schnell nach. Genau aus diesem Grund habe ich meinen 12" Dobson verkauft. Der kleine Mak (5") ist schnell aufgebaut, man kann im Garten mal ne Stunde spechteln und ist dann wieder in der warmen Wohnung.

Wenn ich dann mal mehr brauche, fahre ich zur Sternenwelt Vogelsberg, die u.a. einen 24" Dobson ihr Eigen nennt. Der ist schon da, ausgekühlt und muss im schlimmsten Fall nur noch vor die Tür geschoben werden.

Man sollte sich diese Punkte im Vorfeld gut überlegen, sonst ist Frust vorprogrammiert.

Viele Grüße

Carsten
 
Wenn ich so drüber nachdenke und das lese und mich selbst ehrlich einschätze - dann bin ich wieder einmal sehr froh, dass ich mich für den Mak entschieden habe :)
 
Hallo Leute,

und wenn ich das lese, dann frage ich mich, warum ich nach Jahren guter Beobachtungen mit einem 114/900er Newton fast erfroren wäre, als ich an einem eiskalten Winterabend nur mal schnell meinen gerade angekommenen 8" F/6 Dobson zum Testen rausgestellt habe.
Ich war fast besoffen vor Glück darüber, was da alles zu sehen war und konnte mich nicht losreißen.
4" Öffnung sind okay, aber ich schäme mich nicht für meinen 8" Gigantismus.

Gruß
*entfernt*
 
Wer hinterm Haus einen Berg mit ca. 1500m hat, auf dem er in einer halben Stunde ist, und dann ersthaft überlegt ob Mak oder DS-Ofenrohr....

Ich würde da nach dem lichtstärksten Teil greifen, das gerade noch transportierbar ist.

Gruß,
Tilo
 
Hallo "mavo0013",

hier beraten sich Leute den Wolf mit Dir, und Du hast Dich längst für den Mak entschieden?
Naja, den wird es dann bald auf dem Gebrauchtmarkt geben, vielleicht braucht dann gerade jemand ein günstiges Leitrohr.

kopfschüttelnd

Gottfried
 
Zitat von FireWok:
Wer hinterm Haus einen Berg mit ca. 1500m hat, auf dem er in einer halben Stunde ist, und dann ersthaft überlegt ob Mak oder DS-Ofenrohr....

Ich würde da nach dem lichtstärksten Teil greifen, das gerade noch transportierbar ist.

Gruß,
Tilo

Hallo Tilo,

tja, das ist die crux: kann man jetzt schon abschätzen, ob man diese 1/2 Stunde für die An- und Abfahrt oft in Kauf nimmt? Kommt auch auf die familiäre Situation an, ob man dann am Abend alleine 1 Stunde nur für An- und Abfahrt investiert, Auf- und Abbauzeit noch nicht eingerechnet, geschweige denn die Beobachtungszeit. Ich hatte ursprünglich auch öfter vor, mal rauszufahren zum Spechteln. Jetzt ist es so, dass ich meist nicht mal vors Haus gehe, sondern am Balkon aufbaue. Wie das bei Oliver sein wird? Da muss man schon die Glaskugel bemühen...

Nimmt er nen kleinen Mak und hat aber die Ausdauer, diesen Weg oft zu gehen, beißt er sich in den Hintern, dass er keinen 8"er genommen hat. Das mußt du, Oliver, jetzt mal abschätzen. Und, wie oben Stefan schon geschrieben hat, plane vom Budget auch was für zusätzliches Zubehör ein. Mit den Originalokularen wirst nämlich zumeist keine große Freude haben.

Frohes Entscheiden!
Markus
 
Zitat von Gottfried:
Hallo "mavo0013",

hier beraten sich Leute den Wolf mit Dir, und Du hast Dich längst für den Mak entschieden?
Naja, den wird es dann bald auf dem Gebrauchtmarkt geben, vielleicht braucht dann gerade jemand ein günstiges Leitrohr.

kopfschüttelnd

Gottfried

Hallo Gottfried,

"mavo0013" ist nicht der Fragesteller, sondern nur ein Mak-Besitzer, der sich in die Diskussion eingeklinkt hat.

Ich glabe, dass sich Oliver (der Thread-Starter) noch nicht entschieden hat.

Viele Grüße

Carsten
 
Hallo Leute,

also ich denke wie man's macht, macht man es falsch oder richtig :) , am besten ich kaufe beide, nein Quatsch.
Mich hat schon immer Astronomie fasziniert, kommt vielleicht auch von meinem naturwissenschaftlichen Beruf her.
Ich habe mich für den Dobson entschieden, obwohl da eher das Problem mit meiner Frau war wegen dem Platz :).

Meine Gründe:
1. Vor ein paar Jahren, hatte ich mal so ein Plastikkaufhausteleskop, das mir jeden Spass nahm, Ende vom Lied = Ablage P, daher wollte ich schon eines haben wo man richtig was sehen kann oder nach den anfänglichen Mond- und Planetenbeobachtungen noch Reserve hat, daher das Dobson. Soll jetzt nicht heissen dass das MAK schlecht ist, aber wie bereits gesagt, wenn man nebenan sogar 2 Berge mit 1500m hat, sollte man sich schon das grösstmögliche, noch tragbare anschaffen

2. Nimmt das 8'' fast genausoviel Stellplatz auf dem Balkon ein, wie ein anderes "handelsübliches" Teleskop.

3. Werde ich bestimmt anfangs mehr auf den Berg fahren und später weniger, aber das dürfte dann nicht am Gewicht des Teleskopes liegen, sondern an den Umständen (Laden, Fahren usw.). Mit meinen 1,90m werde ich das Ofenrohr schon noch bis zum Auto schleppen können, am Aufstellort sieht es vielleicht anders aus, aber ich habe ja noch eine begeisterte Tochter die mir dann hilft :biggrin: .

4. Das Budget von 300,- war ne Richtlinie für den Einstieg, denke schon wenn ich angebissen habe, dass ich noch Zubehör brauche, was für eins wird sich noch herausstellen.

5. Das Dobson ist für mich "upgradefähiger", d.h. irgendwann eine NEQ5 oder NEQ6 und ein schönes Teleskop hätte ich dann schon

Ich werde bestimmt Freude an den Beobachtungen haben und mich über das Schleppen ärgern :/ aber das ist der Preis.


Viele Grüße und vielen Dank nochmals allen
Oliver


 
Richtig, ich bin nicht der Threadstarter - ich hatte lediglich exakt die gleiche entscheidung vor wenigen Tagen vor mir, und habe mich eben anders entschieden (für den Skymax 127). In diesem Thread kamen neue Argumente auf, die meine Entscheidung nochmal untermauert haben (von wegen "Motivation zum Schleppen"), daher mein Post oben.

Meine Voraussetzungen waren aber auch anders - Reisetauglichkeit ist bei einem 1,20 Meter Rohr bei 20 cm Durchmesser auch durchaus fraglich. Aber das war ja auch keine Bedingung des Threadstarters, und so hätte ich mich wohl ebenfalls für den Dobson entschieden (auch wenn ich hoffe, mit dem Mak auch Spaß zu haben - leider seit Lieferung noch keine freie Sicht auf die Sterne :(

Glückwunsch zur Entscheidung, Oliver!

P.S.: @Gottfried: "Günstiges Leitrohr"? Ich persönlich finde 300 Euro für nen Tubus so günstig nicht... Und der Wiederverkaufswert ist auch nicht sooo schlecht.
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hall zusammen,

ich habe in den 90er Jahren mit der Astronomie angefangen und bin erst mal in eine nahegelgenen Sternwarte gefahren um mich beraten zu lassen. Dort konnte ich die verschiedenen Teleskope ansehen, durchsehen und ihre Handhbung ausprobieren. Das empfehle ich heute jedem Anfänger.
Damals habe ich mir, nach der Beratung, einen klassischen Fraunhofer (80/900) von Vixen auf einer ausreichend tragenden NewPolaris Montierung angeschafft. Dieses Teleskop hat mir sehr viel Freude bereitet und ich konnte damit den Nachthimmel kennenlernen. Diese Teleskope eignen sich sehr gut für Anfänger und werden des öffteren bei Ebay angeboten. Der Preis liegt zwischen 150 und 250 Euro. Das wäre mein Tip.
Das ganze Teleskop kann man in einer größeren Sporttasche tranportieren. Zur Fotografie lässt sich später auch ein Nachführmotor anbringen.

Die Optik eines Dobsons muß von Zeit zu Zeit justiert werden - das möchte ich einem Einsteiger nicht zumuten.

Ein Mak im Rahmen der oben angegebenen 300 Euro mit Montierung kann nichts taugen.

Ich meine auch, daß man mit einem Goto-Teleskop den Himmel nicht wirklich kennen lernt. Dieses lernt man eher durch Suchen und Finden der Beobachrungsobjekte und unter Anleitung eines erfahrenen Astronomen.

Ein Einsteiger braucht keinen Apo!

Viele Grüße
Torsten
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben