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Lascaux

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Hallo Forum,

mein Name ist Patrick. Seit meiner Kindheit bin ich an der Astronomie interessiert und nun soll sich endlich der Traum von einem eigenen Teleskop erfüllen. Wie viele andere auch, hätte ich gern ein Teleskop das alles kann und wenig kostet. Mir ist natürlich klar, dass das nicht so einfach geht.

Anstatt nun krampfhaft ein "Universal-Teleskop" zu suchen das alle Anforderungen befriedigt, dachte ich mir deshalb ein Teleskop fuer Deep Sky und ein zweites fuer Mond und Planeten anzuschaffen. Beide sollten nicht zu teuer und Okularunkritisch sein, so dass sich die Gesamtinvestition im Rahmen haelt. Als Deep Sky Spezialist dachte ich daher an einen Dobson nebst einem Maksutov/Cassegrain fuer Mond und Planeten. Waere das eine sinnvolle Kombination oder ist das Unsinn?

Hier noch ein paar Eckdaten. Mein Budget fuer eine Erstaustattung, also Teleskope, Montierung und erste Okulare betraege etwa 1000 bis 1500 EUR. Beobachten kann ich Sichteingeschraenkt mal im Garten, ansonsten fahr ich raus. Beobachtungsbedingungen sind ok, kein voellig dunkler Landhimmel, aber die naechste grosse Stadt ist einiges Entfernt. Grosser Kombi vorhanden. Danke schon mal fuer Eure Tipps.

Gruss Patrick
 
Hallo Patrick,

willkommen im Forum.

Warum sollen es zwei Teleskope sein? Mit einem Dobson für Deep Sky und einem Mak für Planeten würdest du bei Planeten Leistung (sprich: Auflösung und Details bei entsprechendem Seeing) verschenken, da ich mal davon ausgehe, dass der Mak eine kleinere Öffnung als der Dobson haben würde.

Auch bei gleicher Öffnung ist der Newton überlegen. Hier vor allem wegen der besseren Thermik (Luftaustausch, ggf. kann später ein Lüfter hinzugefügt werden) und Optimierbarkeit. Bei Planeten und auch Deep Sky ist vor allem eine Kontraststeigerung mit Velours-Auskleidung interessant. Das ist beim Newton recht einfach, beim Mak schwer bis unmöglich.

Beim Newton kann für visuelle Auslegung auch ein kleinerer Fangspiegel eingebaut werden.

Wenn also ohnehin ein Dobson angeschafft werden soll, halte ich einen großen und leistungsfähigen Mak ab fünf Zoll aufwärts für überflüssig.

Anders sieht es aus, wenn der Mak ein Zweitgerät zum "Schnellspechteln" sein soll. Hier habe ich mit Maksutovs der 90mm-Klasse sehr gute Erfahrungen gemacht.

Im Falle eines 8" f/6-Dobsons wärst du mit guten Okularen und Zubehör (Justierlaser, Sternkarte etc.) mit ca. 600-700 Euro dabei. Kein Teleskop bietet mehr Lichtsammelvermögen UND Auflösung fürs Geld.

VG Christian
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Patrick,

ich sehe es ähnlich wie Christian.
Ein Dobson erfüllt deine Ansprüche voll und ganz. Und dein Budget ist so hoch, dass auch hochwertige Okulare mit drin sind.

Da der Transport offenbar nicht so das große Problem ist, rate ich dir zu einem 10" Dobson (GSO oder SkyWatcher). Da diese Geräte ein Öffnungsverhältnis von f/5 bzw. f/4.7 haben, wirst du nicht mit ganz günstigen Okularen auskommen. Aber wenn du die 1.500€ ausreizen magst, passt das mit dem nötigen Zubehör gut.
Soll es günstiger werden, nimm einen 8" f/6. Da werden die Okulare günstiger, bei DeepSky wird dir aber eventuell ein klein wenig durch die Lappen gehen. Aber keine Sorge, das was du dir in den ersten zwei Jahren anschauen wirst, geht auch Bestens mit 8". Und Planeten / Mond sind sowie kein Problem.

Ich habe einen 10" Skywatcher Flextube Dobson, da ich Baulänge sparen musste und bin mit dem Teil bis heute hochzufrieden. Mittlerweile habe ich einiges dran verbessert (Velours im Tubus, Lüfter, Gegengewichte, Lagerung der Rockerbox, Filterschieber, Komakorrektor, beheizbare Taukappe), aber auch von der Stange hat das Teleskop sehr gut Dienst geleistet.


Viele Grüße
Alex
 
Hallo Patrick,

ich meine vor allem, dass Du bei diesem Budget vor allem dadurch in allen Disziplinen Vorteile hast, wenn Du Dich auf ein Gerät nebst ordentlichem Zubehör beschränkst. Dabei ist nicht so wichtig, dass ein als Dobson aufgebauter Newton (den ich favorisiere) die optimale Leistung im Bereich Planeten oder Deepsky bringt, sondern dass der von Dir gewählte Newton einfach besser ist, als das, was mit Deinem Budget an Alternativen möglich wäre. Denn, das will ja bedacht sein, dass Du den Preis für eine Komplettausrüstung im Blick hast.

Die von Dir gefürchtete Suche nach einem Universalteleskop bezieht sich auf die Fragestellung, wie alles ohne jede Einschränkung und ohne jeden Abstrich unter einen Hut zubringen wäre. Diese Frage ist eigentlich praxisfremd.

Im Prinzip kann Deine Anforderung sehr schön von einem Dobson erfüllt werden. Optisch wunderbar funktioniert ein Newton mit f/6. Das findet aber schnell seine Größenbegrenzung und ist kaum mit mehr als 200mm Öffnung anzutreffen. Mit 10" Öffnung oder gar 12" Öffnung kommt dann also f/5 heraus. Die Frage ist da einfach nur, wieviel Masse man bewegen will. Einen Flextube würde ich aber für die Planetenbeobachtung doch nicht heranziehen, weil man sich bei einem Gerät mit zu weichem Tubus ab einem gewissen Anspruch nur damit herumärgern wird, dass nach jedem Schwenk die Justage nicht ganz optimal ist. Das stört schon bei f/6 und wird bei f/5 deutlich spürbarer. Wenn man auf eine Stangenkonstruktion setzt, sollte man sich mal den Eiffelturm oder einen Baukran anschauen.

Was Okulare angeht, kann man erst etwas sagen, wenn klar ist, was für ein Gerät kommt. Trotzdem wäre hier Lesefutter, was auch bei einer Entscheidung für ein f/5-Gerät hilft: http://www.svenwienstein.de/HTML/okulare_fur_den_8_zoll_dobson.html

Clear Skies
Sven
 
Zitat von Sven_Wienstein:
... Einen Flextube würde ich aber für die Planetenbeobachtung doch nicht heranziehen, weil man sich bei einem Gerät mit zu weichem Tubus ab einem gewissen Anspruch nur damit herumärgern wird, dass nach jedem Schwenk die Justage nicht ganz optimal ist. Das stört schon bei f/6 und wird bei f/5 deutlich spürbarer. ...

Och, das kann ich aber nun wirklich nicht bestätigen.

Ich kontrolliere die Justage meines 10" Flextube ab und an per Concenter und vor jedem Einsatz per Laser.
Bei der Concenter-Kontrolle hatte ich nie eine nennenswerte Abweichung und der Laserpunkt liegt IMMER innerhalb oder auf der Mittenmarkierung des Hauptspiegels. Also mehr als 1-2mm Korrektur sind nicht nötig. Das ändert sich auch nicht, wenn ich den Dobson schwenke.

Mag aber sein, dass das bei 12" anders ist.


Viele Grüße
Alex
 
Ergänzend:

Wenn keine Not dazu besteht, einen Flextube zu wählen, würde ich aber auch auf jeden Fall zum Volltubus greifen!
 
Hallo Alex,

das ist eigentlich schon zünftig viel und viel empfindlicher ist die Ausleuchtung des 1. Beugungsringes als Indikator. Da hat schon 8" f/6 Abweichung gezeigt und es gibt Planetenbeobachter, denen das zuviel ist. Wenn man einfach nur einen Volltubus-Dobson hernehmen muss, um den nicht behebbaren Ärger gar nicht erst zu haben, scheint mir das der bessere Weg. Warum nur baut der Rest der Welt Dreiecke, um Kräfte aufzunehmen?

Clear Skies
Sven
 
Hi Patrick,

wie schon erwähnt beissen sich deine Anforderungen nicht wirklich.
Mit dem Budget geht ja schon einiges, dennoch würde ich entweder nicht alles verpulvern oder aber mit weiteren Investitionen rechnen, je nachdem, wie sich deine Vorlieben und Ansprüche entwickeln. "Typisch" sind - abgesehen von Literatur, Okularen, Justierhilfe(n) und Optimierungen wie Innenausschwärzung - bessere Sucher, also statt dem Geradsichtigen ein Winkelsucher bzw. eine Kombination aus so einem Sucher und einem Telrad oder Leuchtpunktsucher. Da hat jeder andere Vorlieben. Ferner könntest Du zumindest im Garten noch etwas mehr Komfort wünschen - in Form einer motorisierten EQ-Plattform. Lässt sich zwar selbst Basteln, aber das Material möchte auch bezahlt werden. Vielleicht möchtest Du auch nicht "nur" Beobachten, sondern zumindest Mond/Planeten/Sonne mal Fotografieren etc.

Wichtig finde ich eben, dass man sich einerseits den (finanziellen) Freiraum lässt, verschiedene Vorlieben weiterentwickeln zu können und andererseits nicht gleich zu Beginn alles Mögliche kauft, weil es ja mal interessant werden könnte bzw. andere das eben für ihre Vorlieben für erforderlich halten.
Wenn es auch ein paar Euro nicht ankommt bzw. die "schlechten" Okulare eh wieder verkauft werden, könntest Du auch einfach mit einem 8" bis max. 12" Dob und einem 2" Erfle ab 30mm und einem 08/15 Zoomokular starten, und erstmal schauen,worauf es dir wirklich ankommt.

cs
Jürgen
 
Hallo und danke erst mal für die schnellen Antworten.

Schön zu hören, dass ich mit einem Dobson fürs erste was Planeten und Deep Sky betrifft gut aufgestellt bin. Das genannte Budget war eigentlich für zwei Optiken gedacht, so dass ich den 8" f/6 favorisiere. Mir ist durchaus Bewusst, was ich noch an diversen Zubehör einplanen muss.

1200mm Brennweite am DOB ist ja schon was. Also sehe ich das richtig, dass ich z.B. auch an einem Maksutov-Cassegrain im angegebenen Preisrahmen mit deutlich mehr Brennweite - sagen wir mal 1900mm f/15 - am Planeten visuell keinen Vorteil zum Newton habe?

Rein interessehalber: Wie viel müsste man denn Ausgeben - oder konkreter gefragt - welches Instrument käme denn in Frage, das einen deutlichen visuellen Mehrwert an Mond und Planeten im vergleich zum genannten Dobson hätte?

Gruß Patrick
 
Hallo Patrick,

Ja, die längere Brennweite des Mak macht die optischen Vorteile des Newtons nicht wett. Der einzige Vorteil, den ich ggf. sehe, ist die bessere Erreichbarkeit höherer Vergrößerungen mit längerbrennweitigen Okularen: Mit Plössls und Orthos hat man dann ein bequemeres Einblickverhalten, wenn man keine Barlow-Linse verwenden möchte.

Das mit dem deutlichen Mehrwert ist in sofern problematisch, da in unseren Breiten die Auflösung an Mond/Planeten visuell letztendlich durch das Seeing begrenzt wird. Große Öffnungen von 12 Zoll aufwärts kann man bezüglich der Auflösung nur in ganz wenigen Nächten im Jahr nutzen, auch wenn die Teleskope noch so gut optimiert sind.

VG Christian
 
Hallo Patrick,

meine Vorredner haben schon vieles geschrieben. Obwohl ich selbst keinen habe, möchte ich Dir auch zu einem Dobson raten, vielleicht ein 200/1200. Der Anspruch an die zu verwendenen Okulare ist noch nicht so hoch und Du musst noch nicht Dein komplettes Budget ausgeben. Mit diesem Gerät lernst Du dann den Himmel und (ganz wichtig!) Deine persönlichen Vorlieben kennen. Ich beobachte Planeten mit meinem Zehnzöller beispielsweise ausschließlich motorisiert, da mich das händische Nachführen bei hohen Vergrößerungen nervt. Anderen Beobachtern macht das aber gar nichts aus.
Wenn Du dann Deine Vorlieben mit der Zeit kennengelernt hast, kannst Du ja den Rest der Kohle verpulvern (für einen größeren Dobson oder eine motoriesierte Äquatorialplattform). ;)
 
Hallo Patrick,

beziffern lässt sich das nur schlecht. Ich will mal zwei Beispielrechnungen machen, um das zu zeigen:

a)
Du kaufst den Newton von der Stange, 200/1200, nimmst die Beilege-Okulare und lässt Dir vom Händler noch ein 4mm für maximale Vergrößerung aufschwatzen. Dann kommt das Teil, Du stellst es raus und willst beobachten. Mit 20mm Beilege-Oku ist das Bild zu klein, mit 10mm ganz nett aber noch immer zu klein und mit 4mm unscharf. Nach 20 Minuten baust Du ab, nach 40 Minuten bist Du wieder im warmen.
Du kaufst einen 100mm Mak für ähnliches Geld, dazu ein 24-8mm Zoom Okular und siehst mehr als im Dobson, bist begeistert und hältst alle für vernebelt, die Dir den Newton aufgeschwatzt haben. Dass Dein Newton neben den ganzen anderen Problemchen durch einen in der Plastikfassung verklemmten Fangspiegel himmelschreienden Astigmatismus hatte, erfährst Du nie. Das Gerät ging für einen Spotpreis bei Ebay weg und eigentlich denkst Du, dass der Typ, der es gekauft hat, sein Leben lang damit nichts sehen wird.

b)
Du kaufst einen anderen Newton von der Stange, auch 200/1200, nimmst nach etwas Forendiskussion eines von mehreren zur Auswahl stehenden 6mm Okularen hinzu, kaufst noch Zubehör zur Justage, übst justieren im Zimmer und hast draußen im Dunkeln das Gefühl, du lernst es nochmal neu. Dann bringt das 6mm Okular mit 200x ein tolles Bild, bei dem Du merkst, dass an einigen Abenden mehr geht. Nach einer Weile nutzt Du häufig ein 5mm Okular und ganz selten ein 4mm Okular, beide nach Deinem Geschmack ausgesucht. Derweil hast Du einen Lüfter selbst montiert, der das Gerät schon binnen 20 Minuten zu hoher, wenn auch nicht höchster Vergrößerung befähigt, und das Gerät, was diesen 200/1200 toppen sollte, müsste ein 10" oder besser 12" Dobson sein oder aber ein schwindelnd teurer Apo mit 7" oder eher mehr. Auch ein 9" Maksutov könnte das sein.

Das soll aufzeigen, dass man sich mit einem Newton etwas mehr beschäftigen kann und soll, während andere Geräte von der Stange weg in manchen Fällen mehr können. Es gibt Sternfreunde, die werden mit so einem Newton einfach nicht warm und sind mit einem anderen Gerät, obwohl das viel weniger Öffnung hat, viel zufrieden und sie sehen auch mehr. Wer einen Newton beherrscht, mag das manchmal gar nicht glauben...

Clear Skies
Sven
 
Hallo Patrick,

was Sven sagt, ist soweit schon sehr richtig.

Ich möchte aber noch ergänzen, falls du jetzt unnötigen Respekt vor Newtons bekommen haben solltest, dass das Beherrschen eines solchen Gerätes keine Raketenwissenschaft ist und man dafür auch nicht fünf Semester Physik studiert haben muss.

Sicher, man sollte sich unbedingt mit der Justage beschäftigen, aber wenn man das mal begriffen hat, ist es ein Klacks und man schmunzelt darüber, dass man mal Angst davor hatte...

Wenn sich jemand überhaupt nicht mit der Technik auseinandersetzen mag, ist ein Newton aber tatsächlich nicht das richtige Gerät.


Grüße
Alex
 
Also ich habe meine Mülltonne ganz schnell wieder verkauft.
Sie hat zwar ein sehr gutes Bild gemacht aber der Newton auf der Rockerbox ist einfach viel zu unflexibel, schwer und versperrt einem den Weg, nutzt man ihn mal nicht.
Ich habe inzwischen einen 10" SC von Meade für den Balkon und für unterwegs einen Bresser Mak 100/1400. Selbst der 10" ist wesentlich handlicher als das 8" Dobson was ich vorher hatte.
Alles in allem haben ich für 10" SC, 6 Stück Baader Hyperion Okulare und Montierung auch gut 1500 Euro bezahlt. Das ganze war zwar nicht neu, aber wieso musss man immer neu kaufen ?
Das soll keine Kritik an eurer Empfehlung sein, bei mir ging es jedenfalls voll nach hinten los mit der Mülltonne.
 
Hallo Neuge,

so etwas ist in der Tat individuell verschieden. Deshalb soll man sich ja auch vor dem Kauf nach Möglichkeit die verschiedenen Teleskope live anschauen.

Mich würde interessieren, in wiefern du das 10" SC als handlicher als den Dobson empfindest. Bezüglich des reinen Tubus stimme ich dir zu. Aber das Geraffel mit Montierung und Stativ nimmt doch mindestens genauso viel, wenn nicht sogar noch mehr Platz weg wie ein in der Ecke stehender Dobson mit vertikal ausgerichtetem Tubus. Und beim Verladen in ein Auto muss man öfters "rennen" als mit dem Dob.

VG Christian
 
Hallo Christian,

ja das mit dem anschauen wollte ich auch noch schreiben. Das haben wir bisher jedem geraten, der ein neues Teleskop kaufen wollte. Bei uns im Verein haben wir ne Menge verschiedender Teleskope, da geht das immer ganz gut.

Ich habe mir für den Transport 2 Alukisten besorgt. In einer ist die Montierung samt Stativ und in der anderen der Tubus mit Zubehör. Die Kisten sind stapelbar und passen genau in einen Smart in den Kofferraum. Das war mit dem Dobson keinesfalls möglich. Da war der Tubus schon größer als das Auto lang ist ;-)
Aber ich gebe dir Recht, aufgebaut ist der Dobson schneller als das jetzige Modell. Mich hat immer gestört dass die Nachführung fehlt. Es gibt zwar auch Modelle die das können, waren aber viel zu teuer. Meist bleibt es eben nicht bei einem Teleskop. Wenn ich mal tagsüber in die Sonne schaue, kann ich die Montierung auch für das H-alpha nutzen.

Tino
 
Hallo Tino,

also... es findet sich für jedes beliebige Auto ein Dobson, der dafür zu groß wäre. Allerdings muss ich umgekehrt für einen 8" f/6 Dobson darüber nachdenken, was dies für ein Auto sein könnte. Messerschmidt Kabinenroller? Ich habe das dumpfe Gefühl, dass Trabbi wie Wartburg den schlucken würden. Nein, Smart, der wird jetzt verallgemeinert. Im Ford Fiesta der 1990er Jahre habe ich schon den 300/1500 Dobson erlebt, mit Beifahrersitz vorgezogen und Rückbank geteilt umgelegt. Und im Smart würde ich das Ding als Reisedobson unterbringen - wäre selbst als 12" billiger und optisch leistungsfähiger, als das 10" SC.

Ich denke, dass Du mit Deinen beiden Kisten keinen wirklichen Vorteil gegenüber einem Dobson hast. Das sei Dir überlassen, aber man muss auch nicht die Pferde scheu machen.

Clear Skies
Sven
 
Hallo Patrick,

Du hast einen großen Kombi, Platz zum Transportieren ist also kein echtes Problem und Du hast ein passables Budget, auch da ist also Spielraum. Du wirst Dich ein bisschen eingelesen haben und willst Dich nun hier umhören. Was also möchtest Du gerne hören? Ein Dobson bietet die größte Öffnung fürs Geld und ist an viele Einsatzzwecke anzupassen und wird deswegen hier gerne als Universalsempfehlung propagiert, mit der man nichts falsch machen könne. Im übrigen müsse man halt lernen mit den Nachteilen umzugehen und seine Bedürfnisse an diese Teleskopwahl anzupassen, das gelänge anderen schließlich auch. Das ist nicht grundverkehrt - aber wer sagt, dass das auch für Dich die beste Lösung sein muß? Wer sagt, dass Du nicht auch den Spiess umdrehen und versuchen kannst, umgekehrt die Teleskopwahl an Deine Bedürfnisse anzupassen?

Ich z.B. würde mich nicht nur von theoretischen Erwägungen und der Maxime maximaler Lichtsammelfähigkeit leiten lassen. Und ich würde mich auch nicht nur fragen, WAS will ich sehen und was macht und empfiehlt mir dazu der Mainstream. Sondern ich würde mich an erster Stelle fragen, WIE, d.h. auf welche Art will ICH beobachten, wie finde ich das am besten heraus, und was geht mit bestimmten Geräten NICHT oder NICHT SO GUT. Mit einem großen Dobson gehen zum Beispiel keine weiten Felder für große Nebel oder Übersichtsbeobachtungen, und nicht gut geht z.B. ein schwerer Binoansatz, der viel Backfocus und zwei Okulare braucht, an einer noch dazu wechselnden Einblickposition. Und mit "WIE" ist z.B. gemeint: wie gut und wie erreichbar sind meine Beobachtungsorte, wie liegt mir das Handling eines Geräts, gucke ich vorn oder hinten rein, im Sitzen, im Stehen, wieviel Aufwand mag ich treiben, (Optimieren, evt. sogar Umbauen, Auskühlen, Justage, Aufbau, Objekte finden), wieviel Gewicht und Zubehör herumschleppen, bis das Beobachten losgehen kann, und wie komfortabel soll es beim Beobachten selber zugehen. Will ich lieber schnell, oder spontan und auch mal zwischendurch ohne großen Aufwand gucken können, oder liegt mir eher der geplante Beobachtungsabend mit systematisch ausgewählten Zielen, oder wechselt das zwischen beidem. Werde ich eher breite oder eher spezielle Beobachtungsinteressen entwickeln, oder ist das nur phasenweise so? Will ich monokular oder binokular gucken, mit oder ohne Brille, motorisch oder händisch nachgeführt, azimutal, parallaktisch, mit Goto oder ohne. Wie sehr oder wenig stört mich ein Farbfehler, wie wichtig ist mir bei welchen Vergrößerungen ein weites Sehfeld oder hohe Randschärfe, bin ich detailversessen und liebe das Hochvergößern mit maximaler Öffnung an der Leistungsgrenze, auch wenn das Bild seeingbedingt zwischendrin mal wabert, oder genieße ich lieber den niedriger vergrößerten scharfen, brillianten und ruhigen Überblick einer umso hochwertigeren, aber dafür lichtärmeren weil kleineren Optik.

Weil man das alles unmöglich nur rein theoretisch abschätzen kann, sondern es für sich selbst im Vergleich gesehen und erprobt haben muß, würde ich vor einer Anschaffung immer unbedingt empfehlen: geh zu einem Teleskoptreffen, einem astronomischen Verein, einer ortsansässigen Sternwarte, oder finde private Sterngucker in Deiner Nähe u.s.w., hör Dich vor Ort um und lass Dir bei Nacht zeigen, was wie womit geht. Lern einzuschätzen welcher Aufwand für Dich vertretbar ist, welche Art Bildqualität Dir gefällt, was für ein Beobachtertyp Du bist, indem Du irgendwo mitbeobachtest oder leih Dir mal ein paar verschiedene Geräte aus. Justier und schubs einen Dobson, norde eine parallaktische Monti ein, probier den Unterschied zwischen parallaktischem und azimutalen Navigieren am Himmel, vergleiche das Aufsuchen mit einem Goto, teste, wie gut das Fokussieren klappt. Lerne zu erkennen, was eine gute Optik ist und überleg Dir, welche Eigenschaften Dir wieviel Geld wert sind und wo Du das Schwergewicht Deiner Investition platzierst: Montierung, Okulare, Teleskop. Manche sagen: ohne einen stabilen Unterbau ist alles nichts, eine Monti braucht ordentlich Stabilitätsreserve. Andere sind da toleranter, legen Wert auf geringeres Gewicht und kommen visuell auch mit längeren Ausschwingzeiten klar. Puristen ist das Suchen und Finden der Objektie eine besondere Herausforderung und Freude, andere haben weniger Zeit, begeistern sich für Goto und wollen danach nie mehr was anderes. Viele stören sich am Farbfehler eines Achromaten, einigen meinen, dass der im Grund nur an Mond und Jupiter relevant ist, und manche stören sich nicht einmal dort groß daran, weil ihnen die Vorzüge Preis, Gewicht, Auskühlverhalten und die sonstige Bildqualität attraktiv erscheinen, oder eine zeitlang tolerabel, bis was besseres herkommt. Nicht wenige wiederum sagen: Teleskope kommen und gehen, Okulare bleiben. Usw, usw.

Überleg Dir, ob auch Gebrauchtkaufen in Frage kommt. Statt nach der eierlegenden Wollmilchsau zu suchen überleg Dir, wo Deine Prioritäten liegen und wo Du Kompromisse machen kannst und wo nicht. Frag Dich, ob Du das mit ein oder besser zwei oder mehreren Geräten erreichen kannst und ob es von Anfang an eher der dickstmögliche Trümmer sein muß, oder auch ein Beginn mit klein, aber fein und evt. späterem Ausbau im Frage kommt. Ein mittlerer d.h. 6" Newton plus ein kleinerer leichter Halbapo für Schnellspechteln und Reise, mit dem man Planeten- oder Übersichtsbeobachtungen machen kann, während der Spiegel noch aukühlt, wären in Kombination und als GoTo m.E. einem 8" Dobson in punkto Anwendungsvielfalt klar überlegen. Und für die ganz große und schnelle Übersicht noch ein Fernglas dazu. Das alles sind aber Dinge, die nur Du selber klären kannst, und im Vorfeld einer konkreten Kaufentscheidung auch klären musst - niemand hier im Forum kann schließlich wissen, was Dir im Einzelnen mehr oder weniger zusagt, auch wenn sich manche Posts so lesen, als gäbe es im Grunde da gar nicht viel zu überlegen, und die einzig vernünftige Lösung läge auf der Hand und wäre sonnenklar ein Dobson. Die Wahrheit ist: viele Wege führen nach Rom, und Du mußt Deinen selber finden. Sobald Du etwas klarer siehst, welcher Gerätetyp oder welche Typen in Frage kommen, können Dir dann hier im Forum erfahrene User auch konkrete Tips bei der Auswahl geben und sagen, worauf man achten sollte und wo die unvermeidlichen Nachteile liegen, über die oft weniger gern geredet wird.. Und erst dann solltest Du entscheiden, wie Du Dein Geld auf welche Ausrüstungsteile verteilst.

Allerdings wird nicht jeder so bedächtig und effizient vorgehen wollen, es gibt auch ganz andere Strategien. Manche lieben den Aufwand, das große Tamtam (und brüsten sich damit gern vor anderen) manche ziehen eine kleine aufs unbedingt Nötigste reduzierte Ausrüstung vor (und genießen im Stillen). Manche sind einfach eher "Machertypen", die orientieren sich kurzerhand am Mainstream oder legen irgendwie los, und das möglichst bald. Auch mit so einer Hauruck-Strategie kann man weiter kommen und wird seine Erfahrungen machen. Nur kostet das nachträgliche Ändern und Herumprobieren vielleicht mehr Zeit und Lehrgeld, bis man am Ziel ist. Aber wer sich das leisten kann und will - warum nicht? Suum cuique.

Gruß,
Mathias
 
Hallo Patrik,

du hast schon mal die ersten Informationen in Deine Einstiegsfrage einfließen lassen und bist auf Dobson + Mak gekommen.
Man hat Dir zu Recht und praxisgerecht gesagt, dass Du Deine genannten Ziele unter Deinen genannten Umständen auch nur mit einem Dobson erreichen kannst. Ein zweites Teleskop ist (zunächst) absolut entbehrlich.
Dein Budget reicht aus, einen 8" f/6 Dobs erstklassig und annähernd komplett für einen komfortablen Einstige auszustatten und sogar für einen ordentlichen Einstieg mit größeren Dobsons.

Ich rate auch ganz klar zum Dobson, neige aber dazu, dass eine Grundausstattung für den Einstieg Dir noch ein paar Reserven für spätere (Zubehör)Anschaffungen aufgrund eigener erkannter Bedürfnisse lassen soll und auch locker kann. :cool:
Da gibt es eine ganze Menge, z.B. passende Okulare zu den erkannten Beobachtungsvorlieben, Filter für Nebelbeobachtungen, Binoansatz, Nachführplattform und so weiter.

Klar ist, dfass nun viele Leute kommen, die selbst den Dobson nicht wollten oder konnten und es gibt auch viele mögliche Aussagen oder Argumente die scheinbare Unvereinbarkeiten mit Dobsons thematisieren. Tatsächliche Unvereinbarkeiten gibt es auch, die sind allerdings auf technischer/praktischer Seite extrem selten, auf persömlicher Ebene etwas häufiger.
Es ist normal, dass jeder seine eigenen Vorlieben und Bedürfnisse anträgt und wer liebend gerne einen Haufen Gerödel in zusätzliche Kisten packt, aufbaut, ein wenig schaut und wieder packt, wird nie den Vorteil von zwei Teilen erkennen, die man schnell in nahezu jedes Auto bekommt und noch schneller beobachtungsfertig hat.
Ein Bild meines Dobsons mit Binoansatz zur Sonnenbeobachtung im Weißlicht von einem schmalen Balkon aus greift von diesen Unvereinbarkeiten so in etwa Zehn heraus.

Link zur Grafik: http://vangestel.de/astrozoom/images/simplelists/neu/img_0957.jpg

Es geht halt doch und wenn etwas eventuell mit einem anders montierten Teleskop oder gar einem anderen Telekopsystem besser geht, geht dafür wieder manches Andere deutlich schlechter.

Nun gut, die Hälfte Deiner Anfangsidee kann Dir einen sehr guten, brauchbaren Allrounder mit viel Potenzial bringen und Du kannst noch Geld übrig lassen, für die Kompensation der anfangs unvermeidlichen eigenen Fehleinschätzungen.

Näheres zur Ausstatung eines Teleskops zu sagen wird erst nach der konkreten Entscheidng fürs "Rohr" interessant.

Gruß
*entfernt*
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo Patrik,

konfokal hat sicherlich recht. Man sollte sich überlegen, wie man die gewünschten Objekte gerne sehen möchte. Vielleicht ist Dir dieser Vergleich an Jupiter hilfreich:
http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_jupiter.htm
Da bekommt man in etwa eine Ahnung, wie sich Jupiter im jeweiligen Teleskop offenbart. Natürlich ist dabei der Blick auf den Bildschirm stets einfacher, als der Blick ins Teleskop. Man braucht Beobachtungserfahrung und wird es nie so leicht finden, wie der Blick auf den Monitor es erscheinen lässt.
Ein ganz ähnlicher Vergleich für Deepsky-Objekte ist übrigens auch zu finden:
http://www.binoviewer.at/beobachtungspraxis/teleskopvergleich_deepsky.htm

Clear Skies
Sven
 
Hallo und danke nochmals an alle für ihre Meinungen und Tipps. Das waren jetzt doch einige sehr Aufschlussreiche Antworten für mich!

So wie es aussieht, werde ich mich wohl auf das "Abenteuer" Newton einlassen und mich aufgrund seiner Vielseitigkeit für einen 8" f/6 Dobson entscheiden.

Gruß Patrick
 
Moin Patrick

spare nicht an den Okularen.
merke: das Teleskop wechselt, die Okulare bleiben.
Oft, jedenfalls ;)

mit dem 8'' bist du gut bedient für den Anfang...
viel Spass damit, lg Arno
 
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