entspannte Fernglasbeobachtung in Zenitnähe?

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Deister

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Der Mann, der diese Zeilen schreibt, wird nicht jünger – und mit den Jahren wird die Beobachtung der Objekte am Himmel in Zenitnähe in der freien Natur mit geradesichtigen Ferngläsern frei Hand oder auf einem Einbeinstativ auch für meinen Nacken zunehmend zu einer Tortour.

Ich bin nun fast 50 Jahre alt und möchte die Himmelsbeobachtung mit den geradesichtigen Ferngläsern der Vergrößerungen zwischen 7- bis 12-fach zukünftig auch weiter betreiben.

Gibt es hier im Forum Sternfreunde, die positive Erfahrungen mit einer Nacken- oder Schultergymnastik haben? Gibt es so etwas zur Lockerung / zum Aufbau einer besseren Nackenmuskulatur überhaupt? Oder besteht die Lösung darin, den Körper in die Horizontale zu verlegen und mit Hilfe eines Liegestuhles oder einer Isomatte zu beobachten?

Meine Frage an die Himmelsbeobachter der reiferen Semester: welche konkreten Lösungen haben Sie / habt Ihr ausgetüftelt, um diese Tortour der Beobachtung in Zenitnähe mit geradesichtigen Ferngläsern für den Nacken erträglicher zu gestalten?

Ich bin auf die Rückmeldungen (auch in Neudeutsch willkommen) sehr gespannt.

Beste Grüße und CS wünscht

Dr. Paul Deister
 
Hallo Paul,
ich war im August zum motorradeln in den Dolomiten und hatte mein 15x70 mit.
Dabei kam mir ein genialer Liegestuhl zu gute, der auf dem Balkon meines Hotelzimmers stand.
Ein Metallgestell mit beidseitiger einer halbkreisförmigen Auflage in die der eigentliche Liegestuhl eingelegt wurde.
Damit konnte ich fast jede Beobachtungsposition einnehmen.
Die Ellenbogen passten dabei so auf die Armlehnen, dass ich das Fernglas lange ruhig halten konnte. Ein Genuss!
Leider konnte mir der Wirt nicht sagen, wo er diese Stühle her hatte...
 
Zitat von Deister:
Oder besteht die Lösung darin, den Körper in die Horizontale zu verlegen und mit Hilfe eines Liegestuhles oder einer Isomatte zu beobachten?

Warum nicht? Eine Liege, auf der man sich zur Winterzeit dick einpacken kann oder sich auch gleich in einem Schlafsack einpacken könnte, ist die einfachste Lösung. Oder ein verstellbarer Liegestuhl tut es auch.

Die Luxusvariante: ein umgebauter Zahnarztstuhl mit Joystick.

Die von Robin verlinkte Lösung ist ebenfalls interessant, aber dann ist alles gespiegelt.


Grüße, Amin

PS: Sag mal Detlev, warum mußt Du mir eigentlich mit der Antwort um Sekunden zuvor kommen? :biggrin:
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Parallelogramm Montierung

Siehe hier:
http://teleskope.de/GAT BINOKULARE.htm
(unten auf der Seite)

Auf Dauer lohnt es sich aber auf jeden Fall, mal ein Fernglas mit Schrägeinblick anzuschaffen. Der Vorteil: Wenn man von oben oder schräg oben einblickt, dann beschlägt das Okular in einer kalten Nacht nicht so leicht. Bei allen anderen Lösungen hängt die Okularlinse über dem Auge, und Dampf steigt nach oben, so dass die Linse schnell beschlägt.

Viele Grüsse,
Holger

 
Re: Parallelogramm Montierung

Hinlegen scheint zwar eine gute Lösung. Durch die eingeschränkte Beweglichkeit des Oberkörpers nicht immer die beste.

Ich mache es so: Ich lehne mich schräg ans Auto und schaue dann. So bis zum Schwan komme ich dann ohne Verrenkungen. Einfach mal ausprobieren, das funktioniert gut! Außerdem kann man den Kopf anlehnen, was für eine größere Bildruhe sorgt.

Schrägeinblick ist was für größere geräte, die auf ein Stativ müssen. Man büßt das spontane frei Schauen ein.
 
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Re: entspannte Zenitbeobachtung mit dem Fernglas

Hallo Robin, hallo Detlev, hallo Holger, hallo Uwe,

besten Dank für Eure auch sehr unterschiedlichen Beiträge :smile: .

Ich nutze auch ein Miyauchi 20x / 37 x 100 iB auf einer GiroII mit Berlebach-Holzstativ. Natürlich ist der 45 Grad Einblick sehr angenehm und schont den Nacken. Und ein ergonomischer Astrostuhl ist auch vorhanden. Jedoch baue ich diese Anordnung eher selten auf. Wenn ich des Nachts kurz für 1 Stunde nach draußen gehe, dann sind doch meistens die kleinen Fujinons 7 x 50 oder 10 x 50 an der Reihe. Dafür habe ich auch ein Manfrotto-Einbein-Stativ mit Video-Neiger. Die Beobachtung in Zenitnähe ist damit nur im Sitzen angenehm, wenn man sich auch etwas nach hinten lehnen kann. Also eine sogenannte rückwärtige Lümmelhaltung einnehmen und das Stativ ebenfalls geneigt von vorne ansetzen.

Die mobile Plattform mit Zahnarztliegestuhl und Joystick ist nicht ganz mein Favorit, aber nur wegen dem geringfügig höheren Gewicht und der Lautstärke des Notstromaggregats, welches ja für die Spannungsversorgung zwingend notwendig ist .

Die ideale Liege für die Beobachtung in Zenitnähe ist die Liege LC1 von Corbusier. Diese gibt es in Leder, Stoff und Fellbespannung. Funktioniert mit der Nackenrolle prima – allerdings geht das nur auf der Terrasse, solch ein Teil ist einfach zu schwer für einen mobilen Einsatz :Trost:.

Ich habe einen sehr leichten, zusammenklappbaren Regiestuhl (Angelstuhl) mit stoffbespannten Armlehnen, auch der ist noch gut mobil und funktioniert mit dem Einbeinstativ ganz ordentlich ;). Die leichteste Lösung ist die Rettungsfolie vom Wintersport für die horizontale Lage, gepaart mit einem kleinen Luftkissen für den Kopf – außerhalb von Wiesen meist sehr hart für den restlichen Körper :krank:.

Die Anordnung eines Bino-Mount (Paralellogramm) auf einem Stativ habe ich bis vor zwei Jahren mit einem geradesichtigen Glas (20 x 100) genutzt. Das war nicht gerade angenehm für meinen Nacken und zudem ist diese Anordnung sperrig und bringt zusätzlich noch einiges mehr an Gewicht auf die Waage als das Glas.

Die Lösung mit dem 45 Grad Spiegelhalter hat den Charme, auch auf einem Einbeinstativ den Dienst zu verrichten und ist zudem universell auf verschiedene Varianten von Ferngläsern zu adaptieren :applaus:. Diese Anordnung funktioniert auch gut im Stehen. Ich glaube, an einer solchen mechanischen Lösung werde ich noch etwas weiter tüfteln. Da dürfte gewichtsmäßig mit Alu und Multiplex eine ordentliche Konstruktion zu machen sein. Einziges Problem: einen wirklich guten Planspiegel zu bekommen. Kennt hierzu jemand eine konkrete Bezugsadresse für einen solchen Spiegel?


Ich möchte nochmals zurückkommen auf meine Eingangsfrage: kennen Leser des Forums Möglichkeiten zur Stärkung / Lockerung der Nacken- / Schulter-Muskulatur, so dass mit zunehmendem Alter auch die Zenitbeobachtung mit dem Freihand-Fernglas weiterhin erträglich bleibt? ?)

Grüße und CS

Paul


 
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Re: entspannte Zenitbeobachtung mit dem Fernglas

Hallo,

... oder Feldenkrais. Schätze ich nach einem Cerviko- Brachialgie-Syndrom wegen bandscheiben prolaps im Halswirbelbereich.

Im Fernglas-Forum bei Jülich wurde mal über ein Spiegelsystem für (geradsichtige) Ferngläser berichtet.

Ich bevorzuge jedoch eine Liege und ein Stativ.

Klaren Himmel
Peter
(54 Jahre)
 
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