Entwicklung CMOS Astro-Kameras | Astronomie.de - Der Treffpunkt für Astronomie

Entwicklung CMOS Astro-Kameras

Winzi

Mitglied
Bislang ist offensichtlich nur QHY auf den Zug aufgesprungen, CMOS Farbkameras mit hochwertigen APS-C bzw. Vollformat-Sensoren in breiter Palette anzubieten.

ZWO hat mit der ASI094MC Pro eine Farb-Vollformat-Kamera im Angebot.

Glaubt Ihr, dass andere Hersteller (z.B. SBIG, ATIK usw.) auch auf diesen Zug aufspringen werden?

 

Winzi

Mitglied
Stimmt, die 128er von ZWO hatte ich noch gar nicht auf dem Schirm und die von Finger Lakes ist offensichtlich KEIN Sensor aus einer bekannten Consumer-Kamera...
 

MeisterDee

Mitglied
Hallo Heiko,
angesichts der Ankündigung von Sony, die Produktion von CCD-Sensoren
einzustellen, und Sonys Investition von deutlich über 1 Milliarde $
in die Entwicklung neuer CMOS-Sensoren, läßt schon erahnen,
wohin der Zug künftig fahren wird.
Daher ist damit zu rechnen, daß über kurz oder lang die meisten
Kamerahersteller - wenn nicht alle - CMOS-bestückte Geräte
anbieten werden, möglicherweise sogar schwerpunktmäßig.
Sony ist nicht der einzige Hersteller von Kamerasensoren,
aber auch keine unbedeutende Größe auf dem Markt.
Da auch Kodak - schon seit langem- auf CMOS setzt,
ist der Trend schon unübersehbar.

CS

Dietmar








 

Optikus

Mitglied
Moin,

der Weg zum CMOS-Sensor ist allein deswegen schon sinnig, da die Energieaufnahme der CMOS-Technik deutlich unter der der klassischen CCD's mit NMOS-Beschaltung liegt. Das erleichtert das Energiemanagement und reduziert das thermische Rauschen.

Von der reinen Empfindlichkeit her wäre für beide Techniken sicher das Ende der Fahnenstange noch lange nicht erreicht und in bestimmten Anwendungen wird die CCD sich sicher auch noch halten, im Massenmarkt aber eher nicht.

Wer weiss heute noch, dass die ersten Canon-Profi-DSLR einen CCD-Chip hatten (EOS 1D)?

(Meine Einschätzung)

CS
Jörg
 

NGC_2024

Mitglied
Hier auch noch ein paar Vorteile von CMOS-Sensoren:
- kein Blooming (man kann gezielt überbelichten)
- einzeln adressierbare Pixel (schnelles Auslesen von Teilbereichen für z.B. Autofokus oder Liveview)
- Global-Shutter implemetierbar

Gruß Norbert
 

PeterundFrank

Mitglied
Es gibt schon einige Vorteile der CMOS-Sensoren gegenüber den CCDs, wie z.B. Rauschverhalten und den Dynamikbereich. Beides lassen sich über Parameter, die man, je nach Anwendung und fotografisches Ziel, in der Bildaufnahme-Software verändern und einstellen kann. Da hat man mehr Flexibilität und Optimierungsmöglichkeiten gegenüber CCD Sensoren. Es verändern sich dadurch Arbeitsweisen bei der Bildaufnahme, Summenbilder werden danach aber die gewohnt (CCD) bearbeitet. Ein wichtiges Kriterium ist letztendlich der Preis, und die CMOS Sensoren werden günstiger hergestellt und das kommt der Astrofotografie letztendlich zu Gute und wird das CCD-Marksegment im Lauf der Zeit sicher weiter beeinflussen. CCD ist nicht out, hat nur Konkurrenz bekommen...

cs
Peter
 

nobby

Mitglied
Hallo Peter,

da muss ich widersprechen. Bei den meisten CMOS ist die Bittiefe des A/D Wandlers zu klein, um das minimal mögliche Ausleserauschen mit der vollen Kapazität des Sensors unter einen Hut (also in einen Auslesevorgang) zu bringen.

Bei vielen CCDs ist das möglich, ohne dass man sich Gedanken um den Gain machen "muss". Die Anzahl der Anfragen in Foren nach "optimalen" Gain Settings bei den ASI Kameras spricht Bände.

Richtig ist natürlich, dass der minimal mögliche Read Noise bei den heutigen CMOS Modellen deutlich unter dem minimalen CCD Rauschen liegt, und das bei höheren Geschwindigkeiten.
Besser wäre es aber , man müsste sich mit Gain und Offset nicht herumplagen, wie es ja bei einigen "ISO-less" Nikon und Sony Kameras ja schon fast erreicht ist.

Viele Grüße
Norbert









 

PeterundFrank

Mitglied
Hi Norbert,

was Du sagst sehe ich im Grunde auch so. Mit den veränderbaren Gain Settings läßt sich Dynamik, FullWell und letztendlich das Ausleserauschen in einen gewissen Rahmen steuern, je nach astrofotografische Anwendung. Es gibt aber hier keinen Goldenen Weg, und das ist für Anfänger oftmals schwierig, die richtigen Parametersettings zu finden. Bei CCD - Kameras ist das in der Regel alles fix, was auch gut ist, denn damit werden für die Standardanwendung, z.B. langbelichtete CCD-Aufnahmen, das Optimum herausgeholt. Für Kurzbelichtungen ist es ideal, mit veränderten Gain-Werten, ggf. je nach Objekttyp, zu variieren, um Dynamik, FullWell und das Ausleserauschen optimal anzupassen. Mit anderen Worten, wenn (mehr) Flexibilität gewünscht ist, darf es auch CMOS sein.

Auf der anderen Seite wird der Astromarkt als Nische von Sony und Co. beeinflusst, und die CCD Herstellung wird seitens Sony eingestellt, sicherlich mit Konsequenzen für den Markt...

cs
Peter
 
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martinflori

Mitglied
Ein verspäteter Kommentar: die CMOS Kameras eines bestimmten Herstellers haben auch einfach eine super universelle Software welche ich bei CCD Herstellern vermisse. Desweiteren kann ich den grossen Vorteil im Endresultat der CCDs nicht erkennen. Meine Aufnahmen mit der Spiegelreflex haben immer mehr Spass und weniger Arbeit als bei einer sehr bekannten CCD (83000) gemacht.
Martin
 
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