Entwicklung von Be-Scheiben

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blue_scape

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Hallo,

ich habe eine Frage zur Evolution von Be-Scheiben, was ja auch ins Gebiet der Amateurspektroskopiker fällt.

Ich frage mich gerade, wie bzw. warum sich diese Scheiben eigentlich auflösen können. Könnte dabei z.b. ein kompakter Begleiter eine Rolle spielen, der die Materie akkretiert? Wenn ein Neutronenstern durch Akkretion das Wachstum der Scheibe beeinflusst, könnte er doch auch für das Verschwinden verantwortlich sein, oder?
 
...die physikalischen Mechanismen der Scheibenbildung sind bis heute nicht ausreichend gut verstanden. Das Be-Phänomen ist sowohl im einzelnen B-Typ wie auch in X-ray-Doppelsternen mit einem massiven B-Typ als Begleitstern vorhanden.

Reig et al. (A&A, 322,193) fand 1997 ein Verhältnis zwischen den Eigenschaften der Scheibe und der Bahn des Neutronensterns.

Eine ausgezeichnete Studie ist darüber hinaus in der Publikation
"DISK-LOSS AND DISK-RENEWAL PHASES IN CLASSICAL Be STARS" gegeben.
Sie ist zu finden in:
"The Astrophysical Journal, 709:1306–1320, 2010 February 1

Ich hoffe, dass diese Auskünfte weiter helfen.

Ernst Pollmann
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Active Spectroscopy in Astronomy
http://www.astrospectroscopy.de
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Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
... mehr als 200 Besuche dieses threads lassen vermuten, dass dieses Thema von größerem Interesse zu sein scheint. Darum hier ein wenig mehr:

Be Sterne sind stark variable Sterne, deren Scheibenbildung und Scheibenverlust oft eine Funktion der Zeit sind. Am Stern alpha Eri (Achernar) ist zwischen 1991 und 2002 die Bildung und der Verlust einer zirkumstellaren Scheibe von Vinicius et al. (A&A, 446, 643) beobachtet, und von Kanaan et al. (A&A, 486, 785-798, 2008) sehr ausführlich analysiert worden (sehr lesenswert!).
Es würde keinen Sinn machen, die Resultate hier nur stichwortartig widerzugeben, dazu sind die Gesamtzusammenhänge zu komplex.

Auch der Be-Stern zeta Tauri - ein von einer internationalen Amateurgemeinschaft intensiv beobachtetes Langzeitobjekt - scheint seine zirkumstellare Gasscheibe z. Zt. weitgehend verloren zu haben. Die hier angehängte Abbildung beschreibt zeta Tauri´s Halpha-Emissionsstärke (Ordinate) als Indikator für das Vorhandensein einer Gasscheibe in Abhängigkeit von der Beobachtungszeit (Jul. Datum auf der Abszisse).

Diese, u. a. durch Amateurbeobachtungen festgestellte Erscheinung, wird auch Gegenstand einer Präsentation auf einer einwöchigen Profi-Fachtagung im Juli auf der Insel Hvar (Kroation) sein.

Ernst Pollmann
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