Entwurfsgedanken zum einem Foto-Newton

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W_Melder_Wolff

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Hallo liebe Mitstreiter!

Nach ein paar Jahren Abstinenz komme ich jetzt doch wieder zur Astronomie.
Immer schon wollte ich Das Fotografieren des Himmels beginnen, weshalb sich mittlerweile auch schon einige Komponenten eingefunden haben. Dazu zählen:

eine CANON EOS 1000d (unmodifiziert)
Ein 6" f/5 Newton mit älterem 1:10 2" Crayford JMI Auszug (46mm Bauhöhe)
LIDL Scope als Leitrohr

Zur EOS gibt es auch entsprechende Objektive, die da wären:

TAMRON 135/2,8
Ein 200'er Tele f/3,5

Aber so richtig geht es wohl jetzt erst los, weil meine bisherige Montierung eine alte VIXEN GP (nicht Polaris) jetzt durch eine Losmandy G11 abgelöst werden soll.
Dieser Unterbau wird mein Ziel gute Aufnahmen des Himmels zu bekommen hoffentlich gut unterstützen. ;)
Jetzt aber zu meinen Entwurfsgedanken...
beziehen sich auf eine ordentliche, unkritische Optik für eine mittlere Brennweite.
Vorab:
Ich bin ein Fan von Newton Teleskopen.

Jetzt die Idee:

Ist es eurer Meinung nach vernünftig folgendes Projekt anzugehen:

Einen GSO 8" Dobson kaufen....F/6
Den Fangspiegel in dem Teil, mit eine 60mm FS ersetzen.
Hauptspiegelzelle im Rohr nach vorne versetzen - das wird viel Messerei!
JMI Crayford drauf bauen...
Rohrschellen drum herum geschnallt und eine Losmandyschiene dran.

Das ganze für ein Budget von ca. 580€.

Nach den Berechnungen von myNewton hat diese Schleuder dann 100% Ausleuchtung für 24mm bei einem Backfokus von 55mm ab OAZ Oberkante.

Meine Fragen, die noch unklar sind:

Wie Stabil ist der Tubus (GSO-Dobson) in einer deutschen Montierung?
Braucht man bei F/6 schon einen Komakorrektor?
Wie gut kann man ein solches System fokussieren?
Ist ein F/6 System unter Vorstadthimmel vernünftiger als eine schnelleres System?

Gruß
Winfried





 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Winfried,

ehe Du loslegst, solltest Du erstmal für Dich klären, welche Motive Du überhaupt fotografieren möchtest.

Je nach Objektklasse (Größe (Ausdehnung in Bogenminuten oder Grad) am Himmel, in welcher Wellenlänge ist es besonders hell?) sind das dann die Eckdaten, nach denen die Kamera, Filter und die Brennweite auszusuchen sind.

Also, was konkret möchtest Du fotografieren?

Solange die Kamera nicht auf Astro umgebaut ist, fallen all die hübschen bunten Nebel weg.

Vorstadthimmel schreit jetzt nicht unbedingt nach ner unmodifizierten Kamera. ;)

Erst wenn die obigen Fragen geklärt sind, macht es Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, ob man da nen 5, 6 oder 8" Newton nimmt...
 
Hallo Fee!

Also wenn ich jetzt mal richtig rumspinne, was ich eigentlich fotografieren möchte...

Dann sind es
Galaxien
Galaxienhaufen z.B. im Leo, Virgo, Pegasus-viereck
Hickinson-Gruppen
Abbel Galaxien

und so ein Zeug!

Für die Nebel muss ich den Filterumbau der Kamera noch machen, aber dann weerd ich erstmal mit dem 200 Tele und dem 750mm Newton auf Pirsch gehen.
Also für das angesprochene Projekt nehme ich obige Liste als Zielobjekte.Hierbei ergibt sich auch dass die G11 echt die Grenze ist, weil ich dann auch in die Eifel fahren kann (dunklerer Himmel).
Ich will allerdings auch nicht sofort mit voller Wucht in das Nachführproblem F>1500mm laufen ;)

Gruß
Winfried
 
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Hi Winfried,

Also wenn ich jetzt mal richtig rumspinne, was ich eigentlich fotografieren möchte...

Dann sind es
Galaxien
Galaxienhaufen z.B. im Leo, Virgo, Pegasus-viereck
Hickinson-Gruppen
Abbel Galaxien

und so ein Zeug!

ok, das ist ne konkrete Aussage.

Allerdings würde ich das jetzt nicht "rumspinnen" nennen. Sondern zu dem Ziel stehen. ;)

Also wenn es ernsthaft Galaxien werden sollen, dann brauchst vorläufig noch keinen Basteleinsatz. Denn Du hast schon fast alles, was Du brauchst:

Ein 6" f/5 Newton mit älterem 1:10 2" Crayford JMI Auszug (46mm Bauhöhe)

den schnallst auf die G11, so wie er ist. Die EOS muß auch nicht umgebaut werden. Besorg Dir ne Bahtinovmaske (kaufen oder selber schnitzen) zum korrekten Scharfstellen, installier das EOS Utility und PHD auf Deinem Rechner, steck ne Guidingcam in einen 8x50 Sucher und leg los.

Du wirst erstmal mehrere Abende brauchen, bis Du die Autoguidingparameter für das Setup rausgefunden hast und mit funktionierendem Autoguiding auch nach 5 Minuten runde Sterne hast.

Das ist die Grundvoraussetzung für Astrofotografie. Und dann lernst die Bildbearbeitung. Du hast jetzt 5 Monate Zeit bis die Galaxien im Löwen und in der Jungfrau zu "arbeitnehmerfreundlichen Zeiten" am Abendhimmel stehen. Also 5 Monate, um das Setup aus 6" Newton, EOS und Autoguider kennenzulernen und erste Schritte in der BB zu machen.

Als Übungsziele für "jetzt" nimm erstmal die Sternhaufen im Fuhrmann, oder h&chi, sowie die in der Cassiopeia.

Lern sehr exakt einzunorden (hast bisher als "Visueller" net müssen), ist jetzt für Fotografie aber zwingend notwendig.

Mit diesen Übungsbildern wirst sehen, ob Dein Vorstadthimmel 3-5 Minuten Belichtungszeit zuläßt, wie stark sich die Koma vom Newton bei f=6 auswirkt, wie sich die Vignettierung bemerkbar macht. Und ob der OAZ das Gewicht der Kamera trägt.

Hierbei ergibt sich auch dass die G11 echt die Grenze ist, weil ich dann auch in die Eifel fahren kann (dunklerer Himmel).

Dann plan auch gleich die passende Stromversorgung mit ein. Für die Nachführung (Autogeguidet braucht die Montierung mehr Strom als bei reiner Nachführung), den Läptop fürs Scharfstellen, die Autoguidersoftware und die Kamerasteuerung nicht vergessen. Dann bist schnell bei 88 Ah oder so für ne ganze Nacht...

Wenn Du Glück mit dem Wetter hast, bist im Frühling für die ersten Galaxienaufnahmen (M 95/96, M65/66,NGC 3628, ...) gerüßtet und hast Dir Übung im Umgang mit dem Geraffel erarbeitet. :)


 
Hallo Winfried,

@ Blechtubus: in meinem Bekanntenkreis sind die meisten ausgetaucht worden z.B. durch Hartpapiertuben von Neumann.

@ Komakorrektor bei F/6: mit dem DSLR-Format solltest du den auf jeden Fall einplanen, außer du schraubst deine Anforderungen ziemlich runter. Mit meinem 12" F/6 hatte ich damals mit einem Chip mit ca. 8mm Seitenlänge noch ohne Korektor arbeiten können, aber am Rand waren die Sterne auch schon leicht längiich.

Informiere dich auch über die Fokuslage des möglichen Komakorrektors. So legt z.B. mein alter Paracorr den Fokus um einiges weiter raus als ohne Korrektor....

@ Fokusieren: ist bei F/6 gut möglich, wobei aber ein Motorfokus das Leben ziemlich erleichtert. Im Netz gibts Anleitungen, wie man sowas günstig selber bastelt....

Noch was zur Nachführung: Leitrohr hat ein hohes Potential, dass es längliche Sterne gibt. Eine Nachführkammera/Autoguider an einen ordentlichen OAG ist eine Investition, die deinen Nerven zu gute kommt.

Sammle doch mal Erfahrungen mit deinen Fotoobjektiven und eventuell mit dem 6" Newton. Wenn dann die Astrofotografie und die BB wirklich so viel Spaß machen wie gedacht, kannst du dich z.B. um gebrauchte Teile (Dobson, Korrektor,...) umschauen, um dein Budget zu schonen.

CS
Wolfgang
 
Hallo!

@Fee: Danke für deine klärenden Worte. Also den 6" Newton werde ich auf jeden Fall nutzen...Aber das Teil ist ein Eigenbau (diesmal nicht mit selbstgeschlieffenem Spiegel) und ich weiß nicht ob das Teil justierstabil ist. Das Ding ist noch nie richtig ausprobiert worden, aber es ist für das Fotografieren Konstruiert worden. Also werde ich mich damit noch auseinander setzen. Erster Schritt !! Hauptspiegel mit Silikon festkleben (Meine Spiegelzelle ist nicht robust genug, der Hauptspiegel wackelt immer beim Schwenken :)) also das geht soooo nicht!!)
Aber danach sollte die Kollimationsarbeit doch hinzukriegen sein. Ach ja mir fehlen auch noch ein zölliger Inbusschlüsselsatz (Brauch ich wegen dem OAZ und die ab Weihnachten vorhandene G11 eh noch)
Man sieht ich wusele noch ganz basal mit dem Equipment herum.

@wolfgang: Also Blechtubus ist blöd, deshalb lass ich das projekt wohl erstmal fallen (s.h. auch Fee)

Gruß
Winfried
 
Hallo Winfried,

man kann leider zur Zeit keine PN schicken (" W_Melder_Wolff ist über dem Limit an privaten Themen.").

Da ich eine Frage zu deiner Canon 1000D habe, kannst du bitte mir eine PN schreiben?

Gruß aus Dresden

Julien
 
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