Epidon 3.6/420 ??¿¿??

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Martin

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Hallo,

ich habe auf unserer Sternwarte beim rumstöbern ein paar Epidon 3.6/420 Linsensysteme gefunden. Hersteller ist Meyer Optic Görlitz. Wenn die jemand kennen sollte die Frage: lohnt es sich daraus ein kleines Deep Sky Fernrohr zu bauen oder ist die Optik dafür nicht geeignet. Wofür wurden die Dinger mal benutzt?

viele grüße
Martin
 
Hallo Martin,
ein Versuch lohnt bestimmt. Die Objektive stammen mit großer Sicherheit aus Episkopen. Ich habe mir aus einem 400/4 Leitz epis ein Richfieldteil zusammengestoppelt, wenn man das auf f 5 abblendet, sind Überstrahlungen bei hellen Objekten weg und es macht sogar am Planeten bis etwa 80fach noch Spass. Für großes Feld habe ich schon mal ein 50/0,75 Rayxxar Objektiv als Okular benutzt (bitte nicht nachrechnen, ist eigentlich Unsinn) ´: ca 10 grad am Himmel bei 8facher Vergrößerung und entsprechend viel zu großer Austrittspupille , hat aber trotzdem Spass gemacht!

Na denn, probieren geht über theoretisieren...

CS
Rainer
 
Hallo Martin,

der Teil „Epi“ im Namen des Objektivs kommt aus dem Griechischen und bedeutet soviel wie „auf“, „darauf“, „darüber“ und finden sich z.B. in Begriffen wie Episkop (= Aufsichtsbildprojektor, wofür dieses Objektiv geschaffen wurde) oder Epidermis (Oberhaut) oder Epizentrum (der Punkt an der Erdoberfläche über dem Zentrum eines Erdbebens - daher muß ich immer lachen, wenn im Radio oder Fernsehen z.B. gesagt wird „das Epizentrum des Bebens befand sich in 2000 m Tiefe“). Bei den Aufsichtsbildern (im Gegensatz zum Dia oder Durchsichtsbild) handelte es sich überwiegend um Buchseiten, die z.B. vom Lehrer im Unterricht an die Leinwand projiziert wurden. Das waren also großformatige, selten unter DIN A4 große Vorlagen, manchmal auch Doppelseiten in DIN A3. Dementsprechend sind solche Objektive für einen sehr großen Bildwinkel oder, wenn man den Strahlengang wie beim Einsatz für ein Teleskopobjektiv umkehrt, für ein riesiges Bildfeld gerechnet, das mindestens die 100fache Fläche des Gesichtsfeldes eines hier adäquaten Okulars hat.

Die Konsequenz ist, daß man kein Super-Auflösungsvermögen und Farbreinheit erwarten darf, denn diese Eigenschaften standen gegenüber der Bildfeldgröße (hier genauer der Vorlagengröße) weit zurück. Allerdings darf man im Zentrum des Bildkreises wie üblich höhere und für Deinen Einsatzzweck vielleicht noch brauchbare Schärfe erwarten. Aber es wird wegen der Konzeption für einen großen Bildwinkel sehr wichtig sein, das nicht zum Bild innerhalb der Gesichtsfeldblende des Okulars beitragende Licht durch Blenden (¡„Baffles“) innerhalb des Rohres abzuschirmen. Also nur innen schwärzen oder mit schwarzem Velour auskleiden, dürfte für gute Ergebnisse nicht reichen.

Die schon in der vorigen Antwort erwähnte leichte Abblendung kann in der Tat helfen, denn üblicherweise ist der Randbereich des Objektivs besonders fehlerträchtig (sphärische Aberration!). Wer allerdings stark abblendet, fährt besser mit einem von Hause aus weniger lichtstarken Objektiv, auch wegen der damit verbundenen Volumen- und Gewichtsersparnis. Ich würde daher beim Testen nicht mehr als 15 bis 20% des Durchmessers abblenden, aber ausprobieren lohnt sich bestimmt, wenn man nicht auf hohe Vergrößerung zielt.

MfG Walter E. Schön
 
Hallo Rainer und Walter,

vielen Dank für eure Antworten. Irgendwo aus der Ecke wird das Ding schon kommen. Ich möchte es eigentlich nur für Deep Sky bei geringer Vergrößerung nutzen. Wenn ich ein 40mm Okular dahinterhalte bekomme ich immerhin ein fast randscharfes Bild. Ich glaube ich werde versuchen so einen Hartpapiertubus zu bauen wie vor kurzem hier im Forum beschrieben, das Objektiv ist nämlich recht schwer.

tschüß
Martin
 
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