EQ5 DEC Schnecke sitzt fest

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Luziferase

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Hallo zusammen,

habe nach längerer Zeit mal wieder meine EQ5 aus dem Schrank geholt und festgestellt dass sich die DEC Achse nicht mehr "entklemmen" lässt.

Ein Verstellen mit dem Drehknopf war noch möglich, jedoch nicht mehr das freie Schwenken bei gelösten Klemmhebel.

Ich hab sie dann anhand der bekannten Anleitungen hierzu auseinander genommen und musste feststellen dass die Schnecke sich nicht mehr vom DEC-Aussengehäuse trennen lässt. Der Rest der Achse ließ sich problemlos entfernen.

Dunkel dämmerte mir dass dies schon vor ein paar Jahren so gewesen sein muss. Überlastet war die EQ5 nie, ich hatte maximal eine Russentonne darauf.

Kurzum, ich habe eine evtl. verkantete / festgefressene DEC Schnecke. WD40 war schon genug dran, leichte Schläge mit dem Kunststoffhammer brachten auch nix, Drehversuch mit Ölfilterzange auch nix... beim rumspielen mit der auseinandergenommen RA-Achse habe ich gelernt dass sich sowas ruckzuck verkanten kann.

Bevor ich mir jetzt die Schnecke noch ruiniere habe ich jetzt aufgehört und suche bei euch Rat.

Hat jemand einen Trick auf Lager?
Hat jemand eine DEC-Achse über?

Grüssle Luziferase



 
Hi Luziferase,

ich kann Deiner Beschreibung grad net so recht folgen. Kannst mal bitte ein Bild machen, wo es beim Auseinanderbauen genau hakt?

Mein erster Gedanke ist schlicht, daß das Fett mittlerweile kräftig verharzt ist und ausgetauscht werden müßte. Daß Du versucht hast, die Monti auseinanderzunehmen, ist der richtige Weg. :)

Siehst Du schon das Schneckenlager?

Link zur Grafik: http://avionis.de/eq5/DeSchneck.jpg

oder bist schon weiter und hast die Schrauben auf und den Drehknopf weggemacht? Zwischen Drehknopf und Lagerbock sitzt die Kontermutter. Die mußt jetzt lösen...

Link zur Grafik: http://avionis.de/eq5/Schnecke.jpg

Wenn die Kontermutter sich z.B. durch stark verharztes Fett selber zu fest angezogen hat, kann sich nix mehr drehen... Also, die Mutter mal so weit lösen, daß Du die Mutter selber mit der Hand auf dem Gewinde der Gewindehülse bewegen kannst. Dann noch die Justierschrauben lösen, so sollte sich eigentlich die Schnecke wieder drehen lassen. Dann alles auseinander nehmen zum reinigen, neu fetten, justieren und in der richtigen Reihenfolge wieder zusammenbauen. ;)
 
Ah, sehe muss präzisieren: Es geht um das DEC Schneckenrad! (Das mit den 135/144 Zähnen welches auf Fee's zweitem Bild am oberen Bildrand zu sehen ist)

Dieses sitzt im DEC Aussengehäuse fest.

Hab mich ungenau ausgedrückt.

Danke Fee für den Hinweis.

 
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So hier mal ein Bild der Situation:
Link zur Grafik: http://www.pictureupload.de/originals/pictures/040313131438_EQ5_DEC_Schneckenrad_fest.jpg

Im linken Teil ist das DEC-Aussengehäuse mit festsitzendem Schneckenrad zu sehen, rechts die ausgebaute DEC-Achse.

Mittlerweile denke ich ein Ersatz der DEC-Achse wäre das Beste.

Falls jemand ein intaktes DEC-Teil einer EQ5/baugleich versilbern möchte würde ich mich über Kontaktaufnahme freuen!

Grüsse Luziferase
 
Hallo,

ich hab beim wieder zusammenbauen (nach Neufettung) meiner AS-GT (Gussteile Baugleich mit EQ5) das gleiche Problem gehabt. Ich wollte nur mal "testen" ob das Schneckenrad mit einem neuen Kunstoffring drunter richtig passt und hab es testweise erst einmal ohne Fett eingesetzt. Großer Fehler! Beim Rausziehen hat es sich verkantet. Ich hab ne halbe Stunde daran herum gewürgt. Seitliche Gummihammerschläge haben geholfen.
Beim Bearbeiten mit dem Gummihammer verkippt das Schneckenrad gelegentlich in eine andere Position, das merkt man durch einen kurzen Ruck. Dann immer mal wieder versuchen zu ziehen... kräftig! ;)

Klingt kritisch, dabei ist aber nichts zu Schaden gekommen. Neu gefettet flutscht das Schneckenrad nun wunderbar und läuft wunderbar rund.

Grüße
 
Hallo Luziferase

Der Schneckenradzylinder ( Aluzylinder ) sollte sich leicht im Außengehäuse drehen lassen. Leider läuft hier Aluminium auf Aluminium. Billiger gehts nimmer. Das neigt bei Schmiermittelmangel leider sehr leicht zum festfressen und es sieht hier ganz danach aus das der Aluzylinder im Außengehäuse gefressen hat. Ob es gefressen hat sieht man aber erst wenn man den Aluzylinder wieder hinausgebracht hat. Nur nicht jetzt versuchen den Zylinder mit Gewalt weiter zu drehen. Dann wird´s nur noch schlimmer. Ohne viel Erfahrung mit gefressenen Teilen wird man das leider nicht mehr vernünftig herausbringen . Wenn es gefressen hat kriegt man den Aluzylinder ohne massive Beschädigung leider nur noch sehr selten heil heraus. Das ist dann meist der Gau. Meist helfen da nur noch Neuteile oder man verzichtet auf die Schnellverstellung. Am besten Du setzt Dich mal mit einem versierten Metallhandwerker in Verbindung der Erfahrung mit gefressenen Gleitsitzen hat. Manchmal ist es nur ein kleiner Fleck der das alles blockiert und es lässt sich vielleicht noch was retten.

Gruß Peter
 
Hi Luziferase,

besteht das Problem immernoch? Wenn ja kannst du es mit Kälte und Hitze versuchen.

Du braucht eine Heißluftpistole und dein Gefrierfach. Außerdem eine Möglichkeit das Gehäuse einzuspannen (gegen Verdrehung zu sichern) und ein Werkzeug um die Hülse mit der Schnecke zu drehen. Da könnte dein Ölfilterschlüssel helfen.

Umwickle die Gänge des Schneckenrades mit mehreren Lagen Textilklebeband damit du keinesfalls die Verzahnung beschädigst und trotzdem genug Grip bekommst. Dann kommt das Ganze über Nacht in den Gefrierschrank und wenn es komplett durchgekühlt ist muss es schnell gehen.

Du spannst das kalte Gehäuse fest, zum Beispiel mit einer Schraubzwinge so wie es auf dem letzten Foto liegt am Rand einer Tischplatte. Anschließend setzt du deinen Filterschlüssel bereits auf und klemmst ihn fest. Nun erwärmst du das Gehäuse im Bereich der Schneckenhülse von außen und rundum mit Heißluft. Der Filterschlüssel hilft auch hier weil er auf dem Klebeband die Erwärmung der Hülse verlangsamt. Am Ende drehst du dann die Schneckenhülse heraus.

Das funktioniert weil bereits eine minimale Änderung des äußeren Umfangs genügend Spiel erzeugt um die Verbindung lösen zu können.

Viel Erfolg!


 
Hallo Luziferase und Peter

Umgekehrt wird ein Schuh draus!
Man bekommt in diesem Fall das Außengehäuse nicht schnell genug warm. Das dauert viel zu Lange. Der Wärmefluß zum Innenteil ist schneller als der Aufwärmvorgang von Aussen. Aluminium leitet die Wärme extrem schnell weiter. Man macht sowas anders. Zuerst erwärmt man die ganze Geschichte auf etwa 80-100 Grad, der Farbe wegen nicht mehr. Dann kühlt man das Innenteil mit einen kalten nassen Lappen in sekundenschnelle herunter. Das ganze lebt vom Themperaturunterschied beider Teile, das kalte Teil wird kleiner und der Schnelligkeit beim Abkühlen des Innenteils. Genau so aber mit höheren Themperaturen entfernt man auch eingeschrumpfte Gußlaufbuchsen aus Aluminiumzylinderkörper. Das geht ratz-fatz, wie gesagt Schnelligkeit beim Abkühlen ist dabei alles!

Gruß Peter
 
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Hi Peter,

nunja... gehen wir davon aus, dass die Ausbreitung von Wärme (oder Kälte) in Aluminium gleich schnell vonstatten geht, dann macht das wohl keinen großen Unterschied. Dabei spielt aber auch die Materialstärke der beiden Teile eine Rolle und der innere Zylinder mit dem Schneckenrad ist etwas massiver als das Gehäuse -> die Trennstelle wo der Temperaturunterschied benötigt wird kann also von außen besser erreicht werden. Ich bezweifle auch, ob man mit einem nassen Lappen genügend Kälte schnell genug einbringen kann wie im umgekehrten Fall Wärme mit der Heißluftpistole.

Alternativ käme noch ein Kältespray in Frage. Man könnte auch beide Teile in eine Schale mit Wasser stellen und dann einfrieren damit sich im Inneren ein Eiszylinder bildet welcher den Innenteil kalt genug hält. Das Eis außen würde man natürlich entfernen bevor man mit dem Erwärmen beginnt.
 
Hallo,

das ganze Teil anwärmen wie Peter sagt, dann einen mit Wasser gefüllten Plastikbeutel ins Innenteil stecken und den mit Kältespray einfrieren!
Dann weiter nach Peter´s Anleitung!

So lösen wir Lagerpassungen im Maschinenbau!

Gruß Günter
 
Hallo Peter

Zum anwärmen mit der Heißluftpistole brauchst Du in diesem Fall ein paar Minuten zum abkühlen mit einem nassen Lappen 1 bis 2 Sekunden! Etwas vergleichbares haben wir beim Härten. Das anwärmen auf 840 Grad erfordet je nach Materialdicke im Schnitt etwa 40-60Minuten bei größeren Querschnitten über 50MM auch noch deutlich länger. Beim Abschrecken in Öl dauert das Abkühlen nur wenige Minuten und in Wasser nur wenige Sekunden. Glaub es mir, ich hab`s schon tausende male gemacht.

Gruß Peter
 
Das kommt darauf an, wie Du die Wärme ins Werkstück bringst. Induktives Härten geht mit ordentlich Leistung extrem schnell.
 
Hallo alle zusammen,

ich habe mehrere Tage nicht reingeschaut und kam erst gestern Abend dazu einen Versuch zu starten.

Ich habe das Gehäuse mit durch 15 Lagen Klebeband geschütztem Schneckenrad und aufgesetztem Ölfilterschlüssel in heissem Wasser auf sagen wir 95° gebracht.

Dann raus in den Schraubstock und mit Kältespray draufgehalten... bewegt sich kein Stück.

Derselbe Vorgang nochmal wiederholt, dabei noch etwas energischer mit dem Kältespray, geprüft aussen noch recht heiss innen kühl, leider kein mechanischer Effekt.

Ok was tun, ich hab dann den Tipp mit dem Wasserbeutel umgesetzt. Aber das Kältespray hatte nicht genug Power um das Wasser zu gefrieren. Ich hatte mir auf die Schnelle noch Kältespray aus der Apotheke geholt, ich denke dieses eignet sich nicht wirklich dafür, aus dem Berufsleben kenn ich technische Kältesprays mit denen man Frostschutzthermostaten testet die erscheinen mir irgendwie potenter!

Wenn man davon ausgeht dass Kältespray egal welcher Ausführung mehr Kühlleistung bringt als ein nasser Lappen dann bin ich jetzt aber schon ziemlich am Ende.

Warnen muss ich alle vor der Lösung mit dem Klebeband und dem Ölfilterschlüssel! Die Zähne sind derartig weich dass ich trotz Klebebandumhüllung etliche Schäden verursacht habe!

Man müsste sich ein geeignetes Werkzeug dafür erst noch bauen um ohne Beschädigungen am Zahnkranz auch wirklich Kraft ausüben zu können.

Ich muss überlegen was ich jetzt mit der EQ5 anstelle, wahrscheinlich werde ich versuchen so wie sie ist weiter zu benutzen mit der Einschränkung nicht frei schwenken zu können.

Wenn dann mal eine größere Montierung da ist, werde ich vielleicht noch einen weiteren Versuch wagen.

Vielen Dank an Alle für eure Tipps!

Luziferase







 
Hallo Luzifer,

warum versuchst Du nicht mal mit einem schlanken, schräg gehaltenem Durchschlag oder Dorn, von der anderen Seite her auf die Zahnbüchse zu klopfen? Wenn die wirklich nur verklemmt ist oder nur leicht gefressen hat müsste Sie eigentlich rausgehen. Der Durchschlag darf zb. auch aus Holz oder Alu sein.

Grüße
Hans

PS. wollte Dir gerade ein PM senden, aber das geht noch nicht. Wollte Dir anbieten dass ich mir das Ding mal ansehen würde.
 
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