EQ5 Montierung mit loser Ra Skala bzw. Polsucher Bautoleranzen

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Ehemaliges Mitglied

Bing gerade dabei meinen Polsucher zu zerlegen. bei Lieferung der Montierung war bereits die RA Skala lose. das Spiel beträgt 2mm. Die Skala hängt schief in der Befestigung und ist nicht wirklich zu gebrauchen. ich bin dann auf diese Seite gestossen:
https://www.astrotreff.de/forum/index.php?thread/137483-eq-5-polsuchermontage/

Der User beschreibt wie er das Problem durch abdrehen des Okularträgers gelöst hat. Die Teile liegen nun auf dem Tisch und ich warte bis ich einen Termin zum abdrehen bekommen.
 

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In der Zwischenzeit beschäftige ich mich mit einer Anleitung zum Zusammenbau mit Justage. Einmal nicht nach der klassischen Methode, die man so im Netz findet.
1. Teil
Vorbereitung
Die Strichplatte muss so eingesetzt und justiert werden, dass der mittig ausgerichtete Polarstern (im Fadenkreuz) nach einer Drehung der RA Achse um 180 Grad am selben Ort bleibt. Falls er das nicht tut, haben wir Toleranzen in der Lage der Strichplatte oder in der Ausrichtung des Suchers zur RA Achse.

Die Strichplatte wird in ihrer Fassung auf einem karierten Papierblatt unter einer Lupe ausgerichtet. Dann markiert man ohne die Platte zu bewegen oben und unten mit einem dünnen Farbstiftstrich. Die Markierungen sollten, die Strichplatte im Okularträger eingelegt, unter einer Lampe, gut zu sehen sein.​
 

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2. Teil
Zusammenbau Strichplatte und Okularträger

Bei dieser Übung verzichten wir auf das Teleskop und das Gegengewicht. Die Montierung steht in der RA Achse in der Home Position auf dem Flur.

Wenn wir den Okularhalter in das Gewinde der RA Achse eindrehen, ist es dem Zufall überlassen unter welchem Winkel das Teil fest wird, vor allem nach dem er modifiziert wurde. Darum müssen wir die Strichplatte nachträglich senkrecht ausrichten. Den Vorgang können wir beschleunigen, indem wir uns am Okularträger eine Markierung machen, die uns zeigt wo im festgeschraubten Zustand oben ist.

Die Markierung sollte am Rand des Okulargewindes gemacht werden, um später die Strichplattenmarkierungen daran ausrichten zu können.

Zunächst muss man die Strichplatte am Schreibtisch in den Okularträger einbauen, dabei beachten wir unsere Markierung am Okularträger (oben). Die Madenschrauben dazu lose eindrehen, bis sie innen sichtbar werden. Jetzt die Strichplatte in den Okularträger einsetzen und im Uhrzeigersinn die Madenschrauben jeweils 1/4 Umdrehung festziehen, bis die Strichplatte fest sitzt, das bringt uns die Strichplatte schon recht gut in die Mitte. Nun schraubt man den Okularträger mit eingesetzter Strichplatte in die RA Achse und zieht ihn leicht fest. Die übrigen Bauteile lassen wir zunächst weg. Jetzt eine Madenschraube wieder ¼ Umdrehung lösen. Mit einer spitzen Pinzette kann nun die Strichplatte noch leicht bewegt werden, bis sie genau senkrecht ausgerichtet ist (12 oben 6 unten). Zur besseren Kontrolle muss das Okular eingeschraubt und auf die Strichplatte scharf gestellt werden. Das Okular liefert ein aufrechtes Bild. Die gelöste Madenschraube der Strichplatte kann man jetzt wieder fester anziehen (nur die, die vorher gelöst wurde).Wenn dieses Geduldsspiel beendet ist, wenden wir uns dem nächsten zu:

Fokus von Objektiv und Okular auf der Strichplatte zusammenbringen

Wir bringen die Montierung nach draussen. Zunächst müssen wir die Montierung nicht justieren.

Wir bauen das Objektiv des Polsuchers mit dem Okularträger zusammen und versuchen mit dieser kleinen Fernrohrkonstruktion gleichzeitig ein möglichst weit entferntes Objekt (es darf auch gerne ein Stern sein) und die Strichplatte scharf zu stellen. Um die Genauigkeit zu erhöhen, montieren wir die Konstruktion auf unserem Schwalbenschwanz des Teleskops, Mit einer Beilage 2.5x2.5x5cm aus Holz klemmen wir das Objektiv so fest, dass es hinten über den Schwalbenschwanz herausragt und wir den Okularträger gegenüber dem Objektiv verstellen können. Der Fokus des Objektivs muss mit dem des Okulars zusammenfallen. Das kennen wir doch schon von woanders her. Idealerweise treffen sich die beiden Fokuspunkte auf der Strichplatte. Wenn nicht ist entweder später beim Durchschauen der Polarstern oder die Strichplatten Zeichnung unscharf. Wir fangen mit dem Okular an und stellen die Strichplatte scharf. Dann folgt das Objektiv, der Okularträger wird am Objektiv so lange verdreht, bis unser Objekt ebenfalls scharf auf der Strichplatte erscheint. Das Objektiv hat auf dem Gewinde eine Kontermutter, mit der man den Fokuspunkt fixieren kann. Das war noch nicht unser letztes Geduldsspiel:​
 
3. Teil
Einbautoleranzen überprüfen und ausgleichen

Jetzt bauen wird den Polsucher in die RA Achse ein und richten das Teleskop aus (Horizontal mit der Dosenlibelle, N und Polhöhe) und kontrollieren ob die 12 immer noch oben ist. Dann zentrieren wir einen Stern (Polaris) auf der Strichplatte, dabei verwenden wir die Stellschrauben für Azimut und Polhöhe. Drehen wir nun die RA Achse um +- 90 Grad, sollte der angepeilte Stern noch genau in der Mitte liegen. Falls das nicht der Fall ist, müssen wir die Strichplatte wieder lösen und verschieben. Das machen wir aber nur mit ¼ Umdrehung einer Madenschraube und dann ziehen wir die gegenüberliegenden beiden Madenschrauben etwas fester an. Wenn wir erfolgreich waren, können wir die restlichen Skalenscheiben wieder mit einbauen. Das hat doch Spass gemacht oder?

Nun können die Stellschrauben der Montierung wieder zur Polaris Positionierung verwendet werden. Polaris sollte nun dort stehen wo ihn uns die APP Polaraligner zeigt.​
 
Statt auf klaren Himmel zur Justage des Polsuchers zu warten, was im Zweifel unnötig Beobachtungszeit kostet, ist das eine Aufgabe tagsüber an einem entfernten Objekt, entsprechend freie Sicht vorausgesetzt. Ist auch ergonomisch einfacher.
 
Hallo Alex, ja das habe ich auch überlegt. Leider habe ich nichts spitzes in der Gegend und der Horizont ist ziemlich verbaut. Das mit dem Fokus auf einen fixen Punkt ist so eine Sache, die Entfernung unterscheidet sich dann doch erheblich von unendlich.
 
Leider habe ich nichts spitzes in der Gegend und der Horizont ist ziemlich verbaut. Das mit dem Fokus auf einen fixen Punkt ist so eine Sache, die Entfernung unterscheidet sich dann doch erheblich von unendlich.

Hi,

bei mir hat das damals eine Strassenlampe mit 50-60 Meter Entfernung aus meinem Wohnzimmer auch getan. Hast du so etwas nicht im Umfeld? (Wäre ja bei unserem Hobby eigentlich eher von Vorteil! :D )



Hier habe ich mal eine Einstellarbeit auf 100 Meter gemacht. Da kann es auch wieder recht klein werden. Weit ist also nicht unbedingt besser. Es ist ja nur ein Polsucher, und kein richtiges Teleskop.



Oder man hat ein Matterhorn in der Umgebung. Leider hatte ich das nur auf einer Reise, bei der ich aus dem Hotelzimmer den Polsucher justiert habe. Bedauerlicherweise kein dauerhafter Anblick. :LOL:

Avalon-M-Zero-Polsucher.jpg
 
Zuletzt bearbeitet:
Erreichbare Genauigkeit der Justierung

Die Strichplatte hat in der Fassung einen Durchmesser von 23mm, die Hülse zur Aufnahme der Strichplatte hat einen Innendurchmesser von 24 mm und eine Wandstärke von 3mm. Wir haben also im Radius +-0.5mm für die Justierung zur Verfügung. M3 hat eine Gewindesteigung von 0.5mm. Also bewegen wir die Madenschraube mit ¼ Umdrehung um 0.5mm/4 = 0.125mm. Da unser Raster auf dem Papier 4mm gross ist, beträgt der Abstand zwischen 2 Punkten der Linienstruktur 4mm/13 = 0.3mm. Der Radius des Zahlenkreises kann somit mit 4* 0.3mm = 1.2mm angegeben werden. ¼ Umdrehung einer Madenschraube bewegt also die Strichplatte um ca. 1/10 des Radius.

Der Polarstern hat eine JNow declination von 89 Grad 22 Minuten 32.8 Sekunden. Der Teilkreisradius der Strichplatte beträgt demnach die Differenz zu 90 Grad, das sind 37 Bogenminuten 27.2 Sekunden. Unsere Einstellgenauigkeit bewegt sich also bei +- 3.7 Bogenminuten. Das können wir erst mit einem Dreipunkt Polaralignment (z.B. mit NINA) verbessern.​
 
Das ist ja eine bekannte Tatsache, dass die Genauigkeit des Polsuchers für Astrofotografie nicht ausreicht. Ganz so genau muss man das Thema Einnorden, Guiding vorausgesetzt, aber auch nicht nehmen.

Neben dem TPPA in N.I.N.A ist SharpCap (Pro Lizenz) zum Einnorden sehr empfehlenswert.
 
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