Bernd Limburg
Aktives Mitglied
Hallo zusammen,
ich beobachte bei meiner neuen EQ6-R ein paar Seltsamkeiten im Gleichlauf der RA-Achse. Ich arbeite mit PHD2, Off-Axis-Guiding, 1470 mm Brennweite und einer ASI290MM als Guiding-Cam. Das Ganze läuft auf einem Raspi 4 mit Ekos/Indilib und Indi-EQMOD-Treiber.
Angefangen hat alles damit, dass ich mir den Schneckenfehler anschauen und ggf. eine PPEC aufnehmen wollte.
Die Kalibrierung hat noch einigermaßen gut geklappt, PHD2 meldete zumindest keinen Fehler oder Warnung:

Dann habe ich den Guiding-Output ausgeschaltet und die Montierung laufen lassen, um den Schneckenfehler zu sehen. Das kam dabei raus (erstmal nur linke Hälfte vom Bild betrachten):

RA driftet mit ca. 2" pro min nach Westen, die Achse scheint also zu schnell zu drehen! Überlagert sieht man sowas wie einen Schneckenfehler, aber recht unregelmäßig. Die Polausrichtung war einigermaßen, DEC driftet pro min ca. 0.4" (wobei DEC anfangs stärker, dann praktisch gar nicht mehr driftet(?)).
Die Frequenzanalyse (mittels phdlogview) zeigt die Hauptperiode der Schnecke (480 s), aber auch noch ein paar schwächere, höhere Frequenzen:

Danach habe ich den Leitstern wieder zentriert und das Ganze erneut ohne Guide-Impulse laufen lassen: Da kam dann das raus:

Die ersten 4 min driftet gar nichts, weder RA noch DEC, auch keine Oszillationen auf RA. Dann beginnt RA auf einmal wieder an nach Westen zu driften, auch wieder mit Oszillationen, aber auch wieder sehr unregelmäßig.
Am meisten wundert mich die Drift in RA. Der RA-Antrieb müsste doch so genau sein, dass er im Mittel über 30 min nicht merklich vor- oder nachläuft? Der Leitstern war nahe des Äquators und Polar Align auch nicht so schlecht, wie die geringe DEC-Drift zeigt.
Und generell finde ich das mechanische Verhalten sehr unbefriedigend. Ich überlege, die Achsen zu zerlegen, zu säubern, zu entfetten, neu einzufetten und wieder neu einzustellen, traue mich da aber mangels eines entsprechenden Tutorials speziell für die EQ6-R nicht richtig ran, zumal das Ding nagelneu ist. Oder sollte ich es zum Optimieren geben? Wer macht sowas, und was kostet sowas?
Eigentlich ein Unding bei einer 1600-EUR-Montierung, finde ich. Fürs Zurückschicken fehlen mir aber irgendwie auch die Argumente, die Montierung funktioniert ja prinzipiell, und mit Guiding bekomme ich auch einen RMS-Fehler von 0.7" - 1" hin. Aber trotz des eigentlich gar nicht soooo üblen RMS sind auch immer mal größere Spikes in meinen standardmäßigen 3-min-Subs, die mich dann die Auflösung kosten und der Frame Schrott ist.
Bin gerade gefrustet. Habe von der HEQ5 aufgerüstet, weil die mit meinem 10-kg-C9.25 doch überlastet war. Das hat beim leisesten Lüftchen gewackelt. Die EQ6-R passt deutlich besser zum Teleskop, die trägt das spielend und auch die Windempfindlichkeit ist viel geringer. Von daher alles gut. Nur dieser Achsengleichlauf, generell dieses unregelmäßige mechanische Verhalten, das stört mich doch schon sehr.
Für Tipps und Hinweise bin ich sehr dankbar,
CS, Bernd
ich beobachte bei meiner neuen EQ6-R ein paar Seltsamkeiten im Gleichlauf der RA-Achse. Ich arbeite mit PHD2, Off-Axis-Guiding, 1470 mm Brennweite und einer ASI290MM als Guiding-Cam. Das Ganze läuft auf einem Raspi 4 mit Ekos/Indilib und Indi-EQMOD-Treiber.
Angefangen hat alles damit, dass ich mir den Schneckenfehler anschauen und ggf. eine PPEC aufnehmen wollte.
Die Kalibrierung hat noch einigermaßen gut geklappt, PHD2 meldete zumindest keinen Fehler oder Warnung:

Dann habe ich den Guiding-Output ausgeschaltet und die Montierung laufen lassen, um den Schneckenfehler zu sehen. Das kam dabei raus (erstmal nur linke Hälfte vom Bild betrachten):

RA driftet mit ca. 2" pro min nach Westen, die Achse scheint also zu schnell zu drehen! Überlagert sieht man sowas wie einen Schneckenfehler, aber recht unregelmäßig. Die Polausrichtung war einigermaßen, DEC driftet pro min ca. 0.4" (wobei DEC anfangs stärker, dann praktisch gar nicht mehr driftet(?)).
Die Frequenzanalyse (mittels phdlogview) zeigt die Hauptperiode der Schnecke (480 s), aber auch noch ein paar schwächere, höhere Frequenzen:

Danach habe ich den Leitstern wieder zentriert und das Ganze erneut ohne Guide-Impulse laufen lassen: Da kam dann das raus:

Die ersten 4 min driftet gar nichts, weder RA noch DEC, auch keine Oszillationen auf RA. Dann beginnt RA auf einmal wieder an nach Westen zu driften, auch wieder mit Oszillationen, aber auch wieder sehr unregelmäßig.
Am meisten wundert mich die Drift in RA. Der RA-Antrieb müsste doch so genau sein, dass er im Mittel über 30 min nicht merklich vor- oder nachläuft? Der Leitstern war nahe des Äquators und Polar Align auch nicht so schlecht, wie die geringe DEC-Drift zeigt.
Und generell finde ich das mechanische Verhalten sehr unbefriedigend. Ich überlege, die Achsen zu zerlegen, zu säubern, zu entfetten, neu einzufetten und wieder neu einzustellen, traue mich da aber mangels eines entsprechenden Tutorials speziell für die EQ6-R nicht richtig ran, zumal das Ding nagelneu ist. Oder sollte ich es zum Optimieren geben? Wer macht sowas, und was kostet sowas?
Eigentlich ein Unding bei einer 1600-EUR-Montierung, finde ich. Fürs Zurückschicken fehlen mir aber irgendwie auch die Argumente, die Montierung funktioniert ja prinzipiell, und mit Guiding bekomme ich auch einen RMS-Fehler von 0.7" - 1" hin. Aber trotz des eigentlich gar nicht soooo üblen RMS sind auch immer mal größere Spikes in meinen standardmäßigen 3-min-Subs, die mich dann die Auflösung kosten und der Frame Schrott ist.
Bin gerade gefrustet. Habe von der HEQ5 aufgerüstet, weil die mit meinem 10-kg-C9.25 doch überlastet war. Das hat beim leisesten Lüftchen gewackelt. Die EQ6-R passt deutlich besser zum Teleskop, die trägt das spielend und auch die Windempfindlichkeit ist viel geringer. Von daher alles gut. Nur dieser Achsengleichlauf, generell dieses unregelmäßige mechanische Verhalten, das stört mich doch schon sehr.
Für Tipps und Hinweise bin ich sehr dankbar,
CS, Bernd