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EQ6-R Pro

Tobias_KL

Mitglied
Hallo, ich habe gestern mal im Zenit 600s Aufnahme gemacht, Komisch ist, dass die Sterne leicht verzogen sind, bei allen Aufnahmen. Bei anderen Aufnahmen (600s) ist alles super.
Frage: Muss ich da mal PPEC durchführen? Hat da jemand Erfahrung?
Grüße Tobias
 

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JürgenN

Mitglied
Ich hatte mit der EQ6-R so ca. 300s einigermassen rund geschafft, bei 760mm Brennweite. Das PPEC hilft da schon weiter. Aus dem Alter bin ich aber mittlerweile raus ;) und mach das ganze mit OAG und Kstars&Co (Astroberry bzw. Stellarmate)... Ich denke ums Autoguiding kommt man bei den Belichtungszeiten nicht rum.

Es kann auch sein, dass gerade im Zenit oder allgemein in der Nähe des Meridians sich die Hebel verändern (grob gesagt von Zug- nach Druckbelastung oder umgekehrt), das macht sich ohne Guiding auch negativ bemerkbar

Interessant wäre auch gewesen, welche Brennweite Du einsetzt...
 

joetaiga

Mitglied
Mit einer Guidingkamera kannst du den PE über PHD2 einfach aufzeichnen und dann in Tools wie PecPrep vorbereiten.

Die Kurve einfach so über die Synscan-Bedienung aufzuzeichnen würde ich nicht machen. Dazu muss die Kurven schon sehr homogen sein und auch die Bedingungen und das Guiding müssen extrem gut laufen.

Einfacher geht es mit dem EQMOD Tool AutoPec. Da drückst du einfach auf go, das Tool berechnet aus mehreren PE Zyklen eine gemittelte und geglättete Kurve und wendet diese danach automatisch an. Du kannst dann das Guiding ausschalten und auch in EQMOD über ein Häkchen diese PE Kurve permanent in der Montierung speichern.

Das ganze hat natürlich einen Pferdefuß: der PE muss sehr homogen sein und möglichst einer Sinuskurve entsprechen. Wenn steile Flanken oder Sprünge in der PE Kurve sind, kann man das kaum modellieren. Meine EQ6-R hat z.B. einen PE von 8" ptv am Himmelsäquator. Davon kommen aber nur 2-3" von der Schnecke direkt. Der Rest kommt wo anders her und hat eine eher unregelmäßige Form. Das ist natürlich blöde, weil mein PE viel schneller schwingt und ich dadurch zwar kleine Schwankungen habe, die aber dafür schneller schwingen. D.h. du kannst den Schneckenfehler mit seinen 479s Periode relativ gut ausgleichen, aber die höheren Frequenzen bekommst du nicht so einfach modelliert. Und du kannst mit einem großen PE Glück haben und mit einem kleinen PE Pech.

Mit einem Sampling von 1" pro Pixel kann ich am Himmelsäquator 15s Belichten mit <1% Ausschuss. Ausschus ist bei mir, wenn die Rundheit, d.h. 2a/(a+b)<0,8 ist (a ist der keinere Sterndurchmesser), bei 30s ist der Ausschuss allerdings schon 20-30% je nach Wind. Bei 45s kann ich schon einen Gutteil wegwerfen. Wenn ich im Zenit belichten, d.h. bei 50° Dec und dazu noch das Sampling etwas entschärfe, komme ich bei 30s auf <1% Aussschuss. Es kommst also immer drauf an, was du wie machst.

Wenn du Glück hast und keine großen PEs auf höheren Frequenzen hast, dann kriegst du die Kurve so flach, dass du bei etwas undersampling auch ohne Guiding sehr lange belichten kannst. Über die EQ6-R habe ich aber von grausam bis super fast alles schon gelesen. Die Qualitätsstreuung ist wohl entsprechend groß. 15" PE ptv ist wohl so etwa der Normalfall. Ist im Prinzip aber egal, denn guiden kannst du damit allemal. Beim Guiden siehst du nur richtige Sprünge in der PE.
 
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