Equipment für den Einstieg

  • Ersteller des Themas Ersteller des Themas burns
  • Erstellungsdatum Erstellungsdatum
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.

burns

Neues Mitglied
Hallo zusammen,

nachdem ich hier schon viel mitgelesen habe, habe ich jetzt ein paar konkrete Fragen.
Ich bin Einsteiger in die Astronomie und mein Schwerpunkt soll irgendwann mal bei der Deep Space Fotografie liegen.
Ich versuche bereits seit einiger Zeit mir ein Equipment zusammenzustellen, muss aber erkennen, dass ich erst mal praktische Erfahrungen sammeln muss. Deshalb meine Überlegung, mir vorerst nur ein Teleskop mit Montierung/Stativ und Okulare zuzulegen und rein visuell zu beobachten. Dabei lerne ich sowohl den Umgang mit dem Equipment und kann mich gleich tiefer mit der Astronomie beschäftigen. Danach weiß ich wohl besser, was ich noch brauche für die Fotografie. Ich möchte allerdings auch kein Geld verbrennen, also sollte das was ich mir jetzt anschaffe auch später zur Fotografie geeignet sein. Budget für das Visuelle um die 2k€

Meine Idee als Anfangsequipment:

Montierung: EQ6 SynScan Pro
Teleskop: 10‘‘ Newton f/5
Okulare: TSWA32 + Baader Hyperion Zoom Kombi mit Barlow (3,5-24mm)

Fragen dazu:

1. Sind meine Überlegungen überhaupt sinnvoll so?
2. Ist es besser das f/5 durch ein 10‘‘ f/4 zu ersetzen? Dann hätte ich allerdings knapp 200mm Brennweite weniger ...
3. Ist das mit dem Zoom Okular eine gute Idee?
4. Die Montierung ist denk ich passend?
4. Habe ich irgendetwas übersehen, was ich noch dringend benötige?

Vielen Dank schon mal für die Antworten.
Viele Grüße

Ralph
 
Hallo Ralph,

es könnte sein, daß der Newton an der Montierung fotografisch zuviel Last darstellt. In schwerer Ausführung könnte er schon visuell grenzwertig sein. Ansonsten:

zu 1: Ja!
zu 2: Jein. Man braucht bei 1:4 einen sehr guten Korrektor. und evtl. auch teurere Okulare.
zu 3: Baader hält lichtschwächere Optiken für besser passend.
zu 4: Siehe oben. Prinzipiell ist sie passend.
zu 5: Karkoschka und Rotlichtlampe. ;)

Das TSSWA32 wird die Sterne am Rand unscharf zeigen. Als Übersichtsokular ist es aber in Ordnung. Das Zoom würde ich einfach ausprobieren und nötigenfalls zurückschicken.

Der Newton sollte möglichst einen Auszug mit Untersetzung haben.

Sternfreundliche Grüße

fquadrat
 
Hallo Ralph,

willkommen hier im Forum und im Hobby!!
Der 10" auf EQ6 ist sicher ein Equipment fürs Leben, und für ne Mange Leute eine Traumkombination.
ABER:
- dein Equipment ist sicher NICHT einsteigerfreundlich, du wirst dich da erstmal ganz schön einarbeite müssen.
Ein paar Sachen sind (eventuell) noch nicht ganz rund:
- von Wo willst du beobachten/photographieren? Wenn du in einer Stadt wohnst, musst du um die Leistung des Equipments ausnutzen zu können aufs Land fahren, und die EQ6 ist mit ihren insgesamt gut 20 Kilo nicht mehr soooo transportabel ( Plus 30kg Teleskop + Gegengewicht + weiteres Zubhör) ,und dann kann man mit einem mobilen 6" vom Land durchaus mehr sehen als mit 10" aus der Stadt.
- Es kann inteligenter sein Photographie und Visuell zu trennen, fürs visuelle kann man dann auch sehr schön einen Dobson nutzen. Dann kann man nämlich während das eine Teleskop Photos macht gemütlich selbst beobachten. Außerdem währe ein Dobson um einiges Mobiler, sollte dieser Punkt zum tragen kommen.
- Deine Okularparlette spielt preislich nicht grade in der selben Liga wie dein Teleskop. Das kann zum Problem werden weil nunmal beides für die Leistung zuständig ist. So wird das TSWA an f/5 nicht zufriedenstellend abbilden, und so die Ästhetik schmälern. Auch das Zoom ist ein Kompromiss, da es in den Oberen Brennweitenbereichen ein sehr kleines Gesichtsfeld hat, welches du durch den auftretenden Tunnelblick nicht gerne Nutzen wirst. Die Okularparlette kann gut und gerne mal fast soviel kosten wie das Teleskop, ich selbst bin vom SuperPlössl zum Nagler gekommen. Die Perfekte Okularparlette für dein Teleskop würde das Budged schon wieder sprengen, dennoch würde ich mehr in die Okulare investieren. Das TSWA würde ich mindestens durch ein Hyperion Aspheric ersetzen, für eine fast Randscharfe Abbildung solltest du auf z.B. Meade UWA oder natürlich das 31 Nagler (leider sehr viel Teuer)zurückgreifen. Auf solltest du ein vernünftiges Okular, wenn nicht das beste, in den Mittelbereich legen weil es das bei DeepSky meist genutzte ist. Hier würde ich an deiner Stelle nach einem Nagler oder auch 14mm Meade UWA 4000 ausschau halten.

Hoffe ein wenig geholfen zu haben,
Lg
Leon
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Erst mal vielen Dank für eure Antworten.

Dann wirds wohl das f/5 werden.

Ich wohne auf dem Land und möchte das Teleskop erst mal auf meiner Terrasse oder im Garten verwenden. Es wäre auch möglich ein paar km zu fahren, dann bin ich wirklich alleine und weit (deutlich ausser sicht) weg vom nächsten Haus. Mein Auto ist groß genug, also Platz oder Gewicht ist denke ich nicht ganz so wichtig.

Das mit dem TSSWA hatte ich befüchtet. Das 31er Hyperion würde schon noch ins Budget passen, aber (z.B. genau da brauch ich eben praxis) braucht man das wirklich so häufig? Spielt bei der Brennweite die Randunschärfe eine so große Rolle, oder dient das Okular eher der Übersicht und die eigentliche Beobachtung findet bei Deep Sky zwischen 8 und 20mm statt und für Planeten/Mond darunter?
Das Zoom hatte ich so gedacht, dass ich mich erst mal an die Brennweiten herantaste, also welche Vergrößerung brauch ich für welches Objekt, was gefällt mir am Besten etc. Ich würde wahrscheinlich die für mich passenden Brennweiten dann durch Festbrennweitenokulare ersetzen. Oder sollte ich mir gleich Festbrennweiten zulegen?

Viele Grüße
Ralph

Achja eine Frage noch wegen dem Karkoschka. Ich habe auf dem iPhone/iPad Redshift. Reicht das für die Planung und im Feld?
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Leon,

Zitat von leon1996:
Auch das Zoom ist ein Kompromiss, da es in den Oberen Brennweitenbereichen ein sehr kleines Gesichtsfeld hat, welches du durch den auftretenden Tunnelblick nicht gerne Nutzen wirst.
ist IMHO etwas hart. Das Baader beginnt bei 50° scheinbarem Gesichtsfeld, das würde ich nicht unbedingt als Tunnelblick bezeichnen.

Das 32er hat zwar Randunschärfe, aber ein Teil ist wahrscheinlich auf Bildfeldwölbung zurückzuführen und durch eine wohldosierte Defokussierung des Okulars in den Bereich zu bringen, in dem das Auge akkomodieren kann. Na gut, bei mir wird bei solchen Okularbrennweiten inzwischen auch gerne genaglert, aber sowohl ein 35er Panoptic als auch ein 32er SWA kommen weiterhin zum Einsatz - beide haben ihre Vorteile.

Ansonsten umfaßt meine Okularpalette hauptsächlich Plössl und diverse Weitwinkel zwischen 66 und 70°. Am 150/750 wirken die alle nicht peinlich, besonders das 20-mm-Nonameweitwinkel.

Grüße

fquadrat
 
Hi,

vorweg: Mit den Apps wirst du nicht glücklich werden, wenn keinen Atlas dann schon ne PC Software.
Bezüglich der Okulare: es gibt ne Menge DeepSky Objekte, die man eher im großen Feld beobachtet, da sie das entweder ausfüllen, oder einfach besser wirken. Vor allem aber sind die Dunkleren mit der Größeren AP einfach besser zu beobachten, ich nutze den Übersichtsbereich bei schwachen Galaxien fast genauso viel wie den mittleren Vergrößerungsbereich.
Zum Zoom: Das Problem ist hier das kleine Feld. mit ca. 50 Grad scheinbarem Gesichtsfeld bei 15mm, hast du dann mit nur 0,6 Grad nich unbedingt viel Feld. Ein 82° UWA zeigt da mit fas 1° deutlich mehr. Deshalb ist das auch nicht einfach zu vergleichen. geeigneter wäre es, auf einem Teleskoptreffen die Okulare auszuprobieren, und dann noch eine Festbrennweite im mittleren Segment anzuschaffen. Für den Hochvergrößerungsbereich sollte das Zoom eine gute Lösung bieten.
Lg
Leon
 
Objekte mit großer Flächenausdehnung, z.B. Gasnebel, verlangen nach viel wahrem Gesichtsfeld. An meinem 150/750er Newton kann ich mit den drei 2"-Okularen (31-mm-Nagler, 32-mm-SWA und 35-mm-Panoptic) sowohl den Nordamerika- als auch den Cirrusnebel komplett sehen. Auch der Andromedanebel als Galaxie hat nichts gegen solche Gesichtsfelder. Bei 1250 mm Brennweite werden die ersten beiden Objekte herausfallen, aber es gibt andere Nebel und eine Reihe von Sternhaufen, welche nach viel wahrem Gesichtsfeld verlangen. Gerade offene Sternhaufen wirken aber weniger schön, wenn ihre Mitglieder wie Flecken aussehen. Von daher braucht man langbrennweitige Okulare nicht nur für die Übersicht, sondenr auch zum Beobachten, und bei Sternhaufen dürfen sie ruhig randscharf sein.

Hinzu kommt, daß man beim Aufsuchen Galaxien am Rande des Okulars leichter erkennen kann, wenn die Sterne nicht ähnlich diffus erscheinen.

Grüße

fquadrat
 
OK, wie wärs mit 2 Ideen:

TSSWA raus, Zoom raus.

1. Idee Baader Hyperion 5, 10, 17, 21 + 31
Hier bin ich dann allerdings ca. 150€ über Budget
2. Idee TS HR5, HR9, HR15, HR20 + Hyperion 31
Passt so lala ins Budget

Dazu evtl. gleich ein Baader Hyperion 2,25x Barlow

Sind die Brennweiten so OK oder tuns auch weniger? Irgendwie liebäugel ich immer noch mit dem Zoom, um herauszufinden welche Brennweiten ich bevorzuge :)

Einen Sternatlas werde ich mir wohl noch zulegen.

Viele Grüße
Ralph
 
Hallo Ralph

Meine Meinung:

Wenn Du für Dich herausfinden willst welche Brennweiten bei welchen Objekten Dir am meisten zusagen , kauf Dir ein gebrauchtes Zoomokular und probiers einfach aus.
Du kannst danach das Zoom problemlos nahezu zum gleichen Preis wieder verkaufen und hättest keine Nassen gemacht.

Ansonsten sind jedoch die von Dir vorgeschlagenen Brennweitenabstufungen voll in Ordnung bis vieleicht auf das 17ner das wäre mir viel zu dicht an 20mm dran.

P.S.
Wenn Du gebraucht kaufst, könntest Du Dir statt Hyperion oder Planetarys auch Vixen LVW oder andere höherwertige Okulare holen.

Gruss
André

 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hallo Ralph,

die Hyperions an f/5 sind vielleicht nicht so dolle.
Die HR sind hier besser bzgl der Randschärfe.
Dafür neigen die HRs, welche ich kannte (besaß oder duchgeschaut habe) zu Reflexen, bei Lichtquellen von außen (Straßenlaterne, Fenster,...).

Frag auch nochmals explizit nach Erfahrungen mit dem 31mm Ashperic und f/5. An f/5 ist in diesem Brennweitenbereich etwas Geld in die Hand zu nehmen, wenn es viel Gesichtsfeld sein soll. Ansonsten sind auf jeden Fall Einbußen bei der Randschärfe in Kauf zu nehmen.

CS,
Stefan
 
Hallo Ralph,

ich persönlich würde im oberen Brennweitenbereich relativ grob staffeln und im unteren feiner. Also: 17er raus, ein 7er (oder 8er) rein. Bei meinen Plössl und am 1:8-er Newton wurden das 25-mm und das 12,5-mm oft nacheinander benutzt, während das 17-mm übersprungen wurde. Nach dem 12,5er kamen dann 9er, 6,5er, 5-mm-Ortho und eventuell noch 4er.

Grund: Bei geringen Vergrößerungen geht es hauptsächlich um Austrittspupille und das (wahre) Gesichtsfeld, bei höheren auch um Seeing, Kontrast und Nachführungsqualität. Die Wahrnehmung dieser drei Eigenschaften ändert sich aber mitunter schon bei kleinen Änderungen der Vergrößerung stark.

Das Budget läßt sich dadurch entlasten, daß man erst nur einen Teil der Ausrüstung kauft und später ergänzt. Letzteres kann man auch auf dem Gebrauchtmarkt oder dem ATT vornehmen, was Geld spart.

Grüße

fquadrat
 
Status
Es sind keine weiteren Antworten möglich.
Zurück
Oben