Equipment für Mondfotografie ...

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SiriusBeta

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Guten Abend ...

ich würde gerne zur Abwechselung mal den Mond fotografieren (ansonsten fotografiere ich Landschaften, Blumen, Menschen etc.) und wollte hier mal bei den Profis nachfragen, was ich dazu sinnvoller Weise vor meine Kamera schraube.
Ich knipse mit einer Fuji X-Pro1 und für die gibt es momentan maximal ein 230mm Zoom, welches nur flaue Bildchen liefert.

Gibt es eine Möglichkeit, den Mond mit meiner Kamera scharf und detailliert abzubilden, welche nicht gleich total Budgetsprengend ist ? wie würdet ihr das angehen, mit Blick auf das Preis - Leistungsverhältnis ? was bräuchte ich dafür ?

Vielen Dank schon mal ...

Gruß,

Mats
 
Hallo Mats,

Du brauchst nur ein Teleskop mit passender Brennweite, welches genügend Backfokus sowie einen T2-Anschluß (bzw. 2" und dann einen entsprechenden Adapter) mitbringt.

Ein 90-mm-Maksutov-Cassegrain oder eine 100/1000-Russentonne reichen bei höherer Sensorempfindlichkeit aus, ansonsten brauchst Du eine Montierung mit Antrieb. Andere Teleskope sind zum Teil deutlich lichtstärker.

Grüße

fquadrat
 
Hi Mats,

wenn Du mit einer X-Pro1 und einem 230mm-Objektiv (Bildwinkel wäre ja ~350mm an Film) nur flaue Bilder bekommst machst Du was falsch.

- Kamera auf Stativ? Muß nicht sein, hilft aber beim Scharfstellen auf dem rückwärtigen Display mit Vergrößerung
- Weißabgleich auf Sonne? Muß auch nicht sein, wenn Du mehr in Richtung Kunstlicht gehst wird der Mond halt blauer, höhere Kelvin-Werte machen ihn gelblicher
- mal versucht das Zoom nicht bis an die Grenze zu fahren? Beim maximalen Zoom sind solche Optiken oft nicht optimal, versuch mal in Stellung 200mm
- optimale Blende rausgefunden? Wenn's bei maximalem Zoom 5,6 hat versuch mal Blende 8 oder 11 (oder alles dazwischen)
- Belichtung war korrekt? Der Mond ist heller als man glaubt, ein Vollmond kann mit Pi mal Daumen f/8 und 1/250s belichtet werden (bei meiner Micro Four Thirds letztens warens bei ISO200 sogar 1/320s und Blende 16)
- 2s-Timer gegen Verwackeln duch das Auslösen hilft auch, genau wie eine Belichtungsreihe so wie 3 Aufnahmen hintereinander oder so

Ich hab mich heut mal am kleinen Skywatcher 76 Heritage der Tochter versucht, Kamera mit T2- und 1,25"-Adaptern und einer 2x Barlow-Linse in den Okularauszug. Der Mond war damit fast schön formatfüllend auf dem rückwärtigen Display zu sehen (Micro Four Thirds hat einen Crop-Faktor von 2 statt ca. 1,5 bei APS-C (oder 1,6 bei Canon), bin aber kläglich am Fokussieren gescheitert. Wenn Du also was kaufst, versuch's mal in der 600-, 650- oder 750mm Brennweitenklasse und achte vor Allem auf eine gute stabile Montierung (parallaktisch ist m.M.n. einfacher nachzuführen als Dobson) und auf einen Fokussierer mit 1:10-Untersetzung. Skywatcher 130PDS wär ein günstiges Rohr für sowas; ein "Volksapo" (so wie der SW 80/600 ED Apo) wär teurer, aber den könntest Du auch tagsüber als langes Fernrohr und Spektiv einsetzen. Beide haben einen 2"-Auszug mit 1:10-Untersetzung.

Tja, und hier im Forum heißt es immer der Mond sei easy... ;-)

Hoffe das hilft,
und Gruß,
Wolfgang
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Hi Wolfgang !

ich habe beim Fotografieren wirklich alle Möglichkeiten durchprobiert ... und auch zig Kollegen aus meinem Fotografenforum ist nix Besseres gelungen ... vielleicht ist mein Anspruch auch einfach nur zu hoch, weil ich die Bilder eben mit dem vergleiche, was ich hier teilweise zu sehen bekomme.

Vielen Dank jedenfalls für Deine Tipps bezüglich passenden Materials ... ich werde mir Deine Vorschläge gleich mal näher betrachten und sehen, was davon mit meinem Budget möglich ist.

Werde dann sicherlich nochmal wegen dem Anschluss der Kamera an die Optik auf euch zukommen, da ich davon wirklich keinen Schimmer habe ...

Danke nochmal und Gruß,

Mats
 
Hallo Mats,

hier gibt es noch ein gut verständliches Tutorium, wie man Summenbilder vom Mond generiert:

http://www.mondfotografie.de/

Der Qualitätszuwachs ist mit jedem Equipment enorm.

Die halbe Miete ist die elektronische Bildverarbeitung. Das gilt auch beim Mond.

Grüße,

Klaus
 
Zitat von SiriusBeta:
... vielleicht ist mein Anspruch auch einfach nur zu hoch, weil ich die Bilder eben mit dem vergleiche, was ich hier teilweise zu sehen bekomme.

Hallo Mats,

naja hier sind Leute die sowas seit Jahren (teils Jahrzehnten) machen. Und jede Spezialisierung innerhalb eines Fachgebiets bringt ihre neuen Herausforderungen mit.

Ich dachte auch mal ich hätte zumindest ein wenig Ahnung von der Fotografie. Bis ich hier (und im blauen Forum und bei den Balkonauten) landete...

Egal, üben. Der Mondfotokurs den Klaus empfohlen hatte ist übrigens wirklich klasse.

Hoffe das hilft,
Wolfgang
 
So ... nochmals vielen Dank für die vorgeschlagenen Gerätschaften und auch der "Fotokurs" ist hochinteressant. Die benötigte Software habe ich mir gerade heruntergeladen und werde direkt mal einen Stacking - Versuch starten.

Trotzdem möchte ich natürlich am liebsten eine leistungsfähige Optik besitzen. Der 80/600 APO von Skywatcher gefällt mir da eigentlich am besten, sprengt allerdings mein Budget doch deutlich, zumal ich gesehen habe, was die weiteren benötigten Teile wie Stativ und Kameraadapter kosten.
Da bin ich ja gaaaanz schnell vierstellig.

Habe mich hier auch schon mal im Gebrauchtmarkt umgetan, blicke aber bei all den vielen Zahlen und Bezeichnungen noch nicht annähernd durch.
Ich würde mich daher sehr über den ein - oder anderen hilfreichen Hinweis bezüglich gebrauchter Optiken freuen !!

Gruß und schönen Abend euch ...

Mats
 
Zitat von SiriusBeta:
Ich würde mich daher sehr über den ein - oder anderen hilfreichen Hinweis bezüglich gebrauchter Optiken freuen !!

Hi Mats,

mir hat bei den Balkonauten - wo ich mich vorgestellt hatte - gerade Jemand eine motorgesteuerte NEQ3 angeboten:

http://www.balkonsternwarten-netzwe...6023-Hallo-aus-Hessen/?postID=49923#post49923

Einen kleineren Refraktor (also ein Linsenteleskop mit nicht allzu langer Brennweite und Hebel durch die Länge) dürfte die für den Anfang ganz gut tragen. Bei einem Newton wie dem SW 130PDS wird's dann fotografisch vielleicht schon eng. Rechne für die Montierung fotografisch etwa die Hälfte bis maximal zwei Drittel der angegebenen maximalen (optischen) Traglast.

Für den Mond und die Planeten könntest Du wie weiter oben schon empfohlen auch einen kleinen Mak (so wie SW 102/1300) für etwa 250 Teuro (neu) nehmen, aber die haben wenig Öffnung, eine relativ hohe Obstruktion und sind durch die elend lange Brennweite halt schon sehr speziell, da sollte die Montierung auch bombenfest stehen. Kleiner Refraktor wäre also besser, vielleicht findest Du ja einen Gebrauchten.

Um eine Idee für den Bildwinkel zu bekommen: Mond mit 130PDS auf NEQ3 siehst so aus:

https://www.flickr.com/photos/131961214@N04/16639606300/in/faves-99713555@N00/

und Andromeda so:

https://www.flickr.com/photos/131961214@N04/16640303939/in/faves-99713555@N00/

Es geht also, wie Annemieke zeigt. Hier nochmal eins mit 300mm an APS-C zum Vergleich:

https://www.flickr.com/photos/130977349@N03/18652247713/in/faves-99713555@N00/

Hoffe Du findest was und hast Spaß daran.

Gruß,
Wolfgang
 
Hallo Mats,

Falls Du auch Interesse an der weiteren Beobachtung astronomischen Objekten hast, bringe ich einen Dobson ins Spiel. Da gibt es viel Öffnung für wenig Geld.

Ich mache meine Fotos mit einer Digicam durchs Okular eines 8'' F6 Dobson. Dieser steht auf einer selbstgebauten EQ-Plattform.
Für Mond und helle Planeten reicht das aus.
Kannst Dir ja mal ein paar Fotos von mir hier im Forum ansehen um zu sehen was damit schon möglich ist.

Gruß,
Holger
 
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