Equipmentwechsel zu GoTo

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Peglicher

Mitglied
Hallo Community,

stehe im Moment vor einem Scheideweg und wollte mal ein paar Expertenmeinungen zu meinen Überlegungen hören...
Folgende Situation:

Eigentümer eines EQ3-2 150/750 Newton, >10 Jahre alt. Zubehör überschaubar.Standort mit Bortlewert 4.
Da ich nun als nichtmehr-Student mehr Geld zur Verfügung habe als vorher, würde ich mir gerne ein GoTo-System zulegen und je nachdem auch ein anderes Rohr kaufen. Darüber hinaus würde ich auch gerne ein wenig mit Astrofotografie herumexperimentieren - rein visuell ist GoTo ja wirklich nur eine Bequemlichkeitslösung - und da stehe ich im Moment vor 2 Lösungen:

- Teleskop verhökern, 12 Zoll Dobson mit GoTo anschaffen
Vorteile: Der Skywatcher Flextube, den ich ins Auge gefasst habe, passt gut ins Auto, hat doppelte Öffnung zu dem, was ich momentan habe. Visuell natürlich ne andere Klasse.
Nachteile: Da azimutal montiert, bekomme ich Bildfelddrehung bei langen Aufnahmen. Was in meinen Augen aber für simpel gehaltene Astrofotografie aber kein so großes Problem sein sollte, ich will ja nicht direkt voll mit Autoguiding und wasweißich einsteigen, sondern nur mal die Messier und NGC-Objekte abklappern und wenn ich da genug Aufnahmen mache und die nicht zu lang belichte, sollte doch die Stackingsoftware damit umgehen können - oder nicht? Vor allem anderen will ich ja immer noch selbst durchgucken.

- Teleskop behalten, andere Montierung kaufen
Vorteile: Spare etwas Geld. Recherche hat ergeben, dass für diese Teleskopgröße mit Kamera etc. EQ5 ideal wäre, um noch halbwegs mobil zu sein, insofern würde es wohl auf eine HEQ5 oder EQ5 Pro oder AZ-EQ-5-GT hinauslaufen (wobei ich mir noch nicht ganz klar bei den Unterschieden bin). Keine Bildfelddrehung.
Nachteile: Habe immer noch mein altes Teleskop, was bei meinem Standort visuell "ausgelutscht" ist. OAZ ist nicht ganz so stabil, wie ich es mir für etwas Astrofotografie wünschen würde.

Was tun? Ehrlich gesagt, favorisiere ich die erste Option, will nur alle Optionen abklopfen, bevor ich etwas kaufe, was mir hinterher keine Freude macht. Sollten beide Optionen dämlich sein, bin ich für andere Vorschläge immer offen.
Viele Grüße,

Pascal
 
Hey Pascal
Eine EQ5 damit meine ich alle Versionen
Ist mit einem 12 Zöller Visuell wie Fotografisch vollkommen überfordert
Für einen 12 Zöller bräuchtest du Fotografisch schon etwas Richtung eq8 die trägst du aber nicht so einfach Rum.

Clear Skies
Felix
 
Hallo Felix,

Das ist mir klar, ich meinte dass ich entweder meinen 6 Zöller behalte und eine EQ5 dazu kaufe ODER ein 12 Zoll kaufe, das seine eigene (Dobson)Montierung hat.
12er + EQ5 haut nicht hin, das weiß ich :D

-Pascal
 
Hallo,

ein 12"er ist schon nicht mehr ganz so klein und mit motorischer Nachführung sicher nicht ganz so billig. Ehrlich gesagt hätte ich bei so einer Lösung ein wenig Bauchschmerzen was die mechanische Genauigkeit angeht. Das werden mit ziemlicher Sicherheit Plastikgetriebe sein und damit ein echter Alptraum falls mal was kaputt geht. Für kurze Belichtungszeiten von wenigen Sekunden könnte so ein Ding aber durchaus was taugen. Wichtig wäre dann nur, das bei so kurzen Belichtungszeiten auch genug Feldsterne sichtbar sind um die Rückzentrierung durchzuführen.
ich glaube ich würde vielleicht doch auf den kleinen Newton und ein tragfähige Montierung setzen. Damit kommt man dann relativ sicher zu einem Ergebnis. Später kann man dann immer noch einen größeres Spiegelteleskop kaufen oder bauen. Damit kann man dann visuell auch an bessere Standorte ausweichen.


MfG

Rainmaker
 
Hallo Rainmaker,

hatte mir dieses Modell herausgeguckt, und komme mit dem Preis gut zurecht. Hab mal versucht, etwas über die Getriebe etc. herauszufinden, leider ohne Erfolg. Der kleine Newton ist halt für die optische Verwendung etwas ausgelutscht, hab so ziemlich alles abgeklappert und würde gerne mehr Objekte sehen + bekannte Objekte besser sehen. Fotografie eher nebenbei und ohne große Ansprüche.

viele Grüße,
Pascal
 
Hallo Pascal,

das Dobson GoTo System hat keine motorische Nachführung. Die brauchst Du aber bei 12" Öffnung. Sonst wandern die Objekte zu schnell aus. Erfahrene Beobachter kriegen das ggf. nach langem Training auch ohne Nachführung hin:


Gruß,
Peter
 
Hallo Peter,

in der Beschreibung des Flextubes steht aber

Die integrierte Nachführung erlaubt die Fotografie heller Objekte.

oder stimmt deren Beschreibung nicht?
-Pascal
 
Hallo,

Ich finde die Flextubes nicht so toll. Sie sind für mich nur was halbgares. Weiterhin sehr schwer.
Sie tun nur so als ob sie ein Gitterrohr-Dobson wären. ;)

Wenn dann gleich einen richtigen, deutlich leichteren Gitterrohr-Dobson mit niedriger Rockerbox:


Oder das:


GoTo würde ich bei Dobson weglassen und stattdessen in eine niedrige Equatorial-Plattform investieren:

Dann hat man auch Nachführung.

Oder eine PushTo Nachrüstung mit digitalen Kreisen:


Oder beides! ;)

Gruß
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,

@Peglicher,
klar, man kann natürlich diesen Weg gehen. Im Moment würden aber wegen des Gewichtes die Warnglocken angehen. In der Beschreibung steht was von 20kg für den Tubus und 25kg für die Montierung. ich würde sagen, das ist etwas arg heftig, zumal nicht ersichtlich ist ob sich Tubus und Montierung leicht trennen lassen.
Eine Andere Möglichkeit wäre der von AstroPZ vorgeschlagene Weg mit einem besseren Gittertubus und einer äquatorialen Plattform, wobei ich dann eher nicht gerade dieses Modell nehmen würde. Goto würde dann aber ohne weiteres Zubehör wegfallen und auch nicht ganz unkritisch, es gibt keine Klemmen und Feinbewegungen.
Mein Vorschlag wäre daher noch ein anderer. Bau dir deinen 12er mit Gittertubus und sieh eine Nachführung mittels Teenasto und entsprechenden Vorgetrieben und großen Riemenscheiben vor. So kannst Du das Gerät leicht zerlegen und auch entkoppelt als visuellen Dobson nutzen. Preislich dürfte es auch einiges unter dem von dir verlinkten Gerät liegen, ABER es wird natürlich Arbeit machen und etwas dauern.
Im Herbst werde ich wohl auf diese Art einen 14,5er aufbauen. Das angestrebte Kampfgewicht liegt bei max. 25kg, mal sehen ob ich es schaffe.

@ AstroPZ,
wenn ich mich recht erinnere beschwerte sich ein Bekannter mal über diese doch sehr leichte Plattform die unter seinem 10" Dobson etwas die Grätsche machte und auch durchrutschte. Ein weiteres Problem bei der Fotografie mit kleinen Chips dürften die Positionierung und fehlenden Klemmungen sein, was das Arbeiten nicht einfacher macht.


MfG

Rainmaker
 
Hallo,

@Peglicher,
klar, man kann natürlich diesen Weg gehen. Im Moment würden aber wegen des Gewichtes die Warnglocken angehen. In der Beschreibung steht was von 20kg für den Tubus und 25kg für die Montierung. ich würde sagen, das ist etwas arg heftig, zumal nicht ersichtlich ist ob sich Tubus und Montierung leicht trennen lassen.
Eine Andere Möglichkeit wäre der von AstroPZ vorgeschlagene Weg mit einem besseren Gittertubus und einer äquatorialen Plattform, wobei ich dann eher nicht gerade dieses Modell nehmen würde. Goto würde dann aber ohne weiteres Zubehör wegfallen und auch nicht ganz unkritisch, es gibt keine Klemmen und Feinbewegungen.
Mein Vorschlag wäre daher noch ein anderer. Bau dir deinen 12er mit Gittertubus und sieh eine Nachführung mittels Teenasto und entsprechenden Vorgetrieben und großen Riemenscheiben vor. So kannst Du das Gerät leicht zerlegen und auch entkoppelt als visuellen Dobson nutzen. Preislich dürfte es auch einiges unter dem von dir verlinkten Gerät liegen, ABER es wird natürlich Arbeit machen und etwas dauern.
Im Herbst werde ich wohl auf diese Art einen 14,5er aufbauen. Das angestrebte Kampfgewicht liegt bei max. 25kg, mal sehen ob ich es schaffe.

@ AstroPZ,
wenn ich mich recht erinnere beschwerte sich ein Bekannter mal über diese doch sehr leichte Plattform die unter seinem 10" Dobson etwas die Grätsche machte und auch durchrutschte. Ein weiteres Problem bei der Fotografie mit kleinen Chips dürften die Positionierung und fehlenden Klemmungen sein, was das Arbeiten nicht einfacher macht.


MfG

Rainmaker
Hi @Rainmaker ,

ich bin kein Fotograf (ändert sich vielleicht).
Was ist das Problem mit der Positionierung und fehlenden Klemmungen bei einer EQ-Plattform?

Danke und Gruß
 
Hallo Pascal,

also ich weiß nicht - 12" Goto Dobson auf EQ-Platform zum Astrofotografieeinstieg oder wie soll ich das verstehen? Da handelst Du Dir die kombinierten Nachteile von allem ein - vor allem bei Deep-Sky-Objekten. Ich würde so was mal probieren, nur um mal zu sehen wie weit man damit kommt (ist mir nur zum Probieren aber zu teuer), aber damit einsteigen - um Gottes Willen nein.
An Deiner Stelle würde ich Dein jetziges Setup verkaufen, einen "normalen" Dobson fürs Visuelle holen und zum Einstieg in die Fotografie eine EQ-5 und einen kleinen Fotonewton oder Refraktor mit DSLR plus Zubehör nehmen. Damit solltest Du auch in Deinem Budget bleiben. Dann wird ein Schuh daraus. Das oben ist weder Fisch noch Fleisch.

Gruß

*entfernt*
 
@Rainmaker
@casati
@AstroPZ

Hallo in die Runde,
kurze Frage an Euch: Wer von Euch hat schon einmal mit einem FlexTube SynScan Dobson gearbeitet? Wer hat praktische Erfahrung mit einem solchen Gerät?

Ich hatte beim letzten Teleskoptreffen (leider 2019) mehrere Platznachbarn , die diese Dobsons hatten. Einer mit der 10“ Variante, die anderen zwei hatten -wenn ich mich richtig erinnere- die 12-Zöller. Alle waren mit ihren Geräten zufrieden. An einem Gerät wurde zwar heftig herumgeschraubt, aber das gehörte bei dem Besitzer offenbar irgendwie dazu......

Im Verein kommt regelmäßig ein 16“ Dobson dieser GoTo-Familie zum Einsatz.
Bisher nur mit guter Resonanz. Allerdings beschränkt sich hier der Einsatz auf Beobachtung.
Daher kann ich zu den fotografischen Eigenschaften nicht viel sagen.

Auch wenn ich beinahe ausschließlich mit parallaktisch montierten Teleskopen zu tun habe, sehe ich die Vorteile eines GoTo-Dobsons. Schließt das GoTo-Dobson doch gerade die Lücke, die sich durch die Unterschiede von parallaktisch montierten Teleskopen und Dobsons auftut.

„Bei parallaktisch montierten Teleskopen fließt ein großer Teil des investierten Geldes in die Montierung, erlaubt aber exclusiv selbständiges Anfahren und Nachführung“
„Dobson Teleskope liefern viel Öffnung fürs Geld, müssen aber manuell bewegt werden“


Das war einmal.

Das GoTo-Dobson verbindet diese unterschiedlichen Lager sehr gut, und der Übergang wird zunehmend fließend.

Dass das bei fotografischer Anwendung zu unüberwindbaren Problemen kommt, glaube ich nicht, dafür werden hier zu viele, wirklich atemberaubende Bilder gezeigt, die mit manuell nachgeführten Dobsons gemacht wurden.

@Peglicher
Hallo Pascal,
Deine Überlegungen bezüglich Ausbau kann ich sofort und gut nachvollziehen.
Beide Richtungen haben ihren Reiz. Rüstest Du heute unter Beibehaltung der „kleinen“ Optik mit einer parallaktischen GoTo-Montierung nach, sei es in der EQ-5 Klasse oder EQ-6 Klasse, kannst Du sofort visuell und fotografisch loslegen, und bist flexibel eingerichtet für späteres Anschaffen anderer Teleskope, die dann passen.

Mit GoTo-Dobson hast Du direkt die größere Öffnung zur Verfügung, bist aber auf dieses Teleskop und die Montierungart festgelegt.

Ich kenne Deine handwerklichen Möglichkeiten nicht, auch nicht Deine Bereitschaft zu Bastelprojekten. Ein gutes Dobson Teleskop mit PushTo oder Nachführung zu pimpen ist schon keine schlechte Idee, aber das kann eben nicht Jeder.
Das braucht nicht nur Geschick und Werkzeug, sondern auch Geduld und Leidensfähigkeit......

Flextube SynScan bedeutet ein fertiges System. Alles passt, alles funktioniert.
Vom ersten Moment an.

Ganz klar: Wenn Dein Schwerpunkt in Richtung Fotografie wandert, bist Du mit einer parallaktischen Montierung viel besser aufgestellt, denn Du hast alle Möglichkeiten der Steuerung bis hin zum Autoguiding, was bei Langzeitbelichtungen ein Muss ist.

Meine Empfehlung: Schau Dir die Optionen mal an. Gehe zu einem Händler, der Dir beide Versionen zeigen kann, mit Anfassen und Probieren.
Oder nimm Kontakt mit einem Verein auf, der mit beiden Systemen arbeitet.
Dein Eindruck wird entscheidend sein. Du wirst sehr schnell wissen, worauf Du mehr Wert legst.

CS

Dietmar
 
Hallo Dietmar,

ich habe das Gerät mangels gutem Himmel bisher nur als Trockenschwimmer erlebt. Ich sage nicht das es schlecht ist, ich rate nur aufgrund des recht hohen Gewichtes zur Vorsicht. Außerdem gibt es da noch das Problem des visuellen Beobachtens ohne Nachführung, einige wollen ja auch mal richtig rumdobsen. Ich glaube hier oder im blauen Forum gab es neulich jemanden der aus dem Grund die Mechanik von seinem Gerät entfernen wollte.
Das der Selbstbau ist natürlich nichts für jedermann, andererseits lohnt es sich auch sich mal selbst etwas zu quälen und Hirnschmalz und Schweiß in eine Sache zu investieren. Das muss aber jeder selbst entscheiden. Deshalb habe ich ja auch nur vorgeschlagen und nicht gesagt er solle dies oder jenes unbedingt machen.


MfG

Rainmaker
 
... dafür werden hier zu viele, wirklich atemberaubende Bilder gezeigt, die mit manuell nachgeführten Dobsons gemacht wurden.

Hallo Dietmar,

wenn ein jahrelang erfahrener Dobson-Haudegen hier klasse Bilder von Mond und Planeten mit manuellen Dobsons zeigt, ist das eine Sache. Sich einzubilden man kann damit als Anfänger in Deep-Sky loslegen, ist etwas komplett anderes.
Jeder darf sich selber aussuchen, wo er sein Lehrgeld ausgibt. Ich würde es zum Fotografieeinstieg nicht empfehlen.

Gruß

*entfernt*
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Außerdem gibt es da noch das Problem des visuellen Beobachtens ohne Nachführung, einige wollen ja auch mal richtig rumdobsen. Ich glaube hier oder im blauen Forum gab es neulich jemanden der aus dem Grund die Mechanik von seinem Gerät entfernen wollte.
.....der ist gut....

Da ist auch der, der sich ein E-Bike kauft, und den Motor ausbaut......:LOL:

CS

Dietmar
 
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