Equipmentzusammenstellung ?

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AstroTJ

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Hallo erstmal,

mein Name ist Thomas, bin 46 Jahre alt -und komme aus Bremen. Vor ca. 15 Jahren hatte ich schon eine
größere Ausrüstung, bestehend aus einem 90/1000 Vixen-Achromaten, parallaktischer DX-Montierung, Nachführung, spezielles Astrofotogehäuse -naja und allem halt, was so dazugehört. Aus privaten Gründen musste ich dann leider alles verkaufen.

Damals hat mir das Hobby zwar viel Freude bereitet,
dennoch war ich so manchesmal gefrustet, als ich dann Planeten, Nebel -oder gar Galaxien beobachtete.
Ich sah halt nur den Saturn mit kleinem Ring, ein paar Streifen auf dem Jupiter, mal die Sichel der Venus -und eben den guten alten Mond. Nebel, Sternhaufen (M13 u.ä.) -oder Galaxien waren eigentlich nur durch indirektes Sehen zu erkennen (Von Strukturen in den Objekten ganz zu schweigen).
Also im Endeffekt alles nicht so der Bringer, weil eben die Öffnung einfach nicht reichte.

Ich habe nun vor mir eine Anfänger bzw. Fortgeschrittenenausrüstung zusammen zu stellen.
Wobei es mir nicht so auf die Fotografie ankommt sondern darauf, endlich mal was zu SEHEN.

Nach langem recherchieren im Web kam ich auf Folgendes:


Skywatcher Dobson Teleskop N 254/1200 Pyrex Skyliner Classic DOB f/4,7

Omegon Newton Justierlaser 1,25'' mit Sichtfenster

Omegon SWA 32mm Okular 2''

Seben Nebelfilter/Stadtlichtfilter 2''


Wobei ich mir bei den Filtern und Okularen auch noch anderes vorstellen könnte. Z.B. UHC, OIII Filter und vor allem vernünftige aber nun nicht exorbitant teure Okulare (insg. 3 Stück würden schon reichen). Das o.g. SWA als Übersichtsokular würde mir schon zusagen. Nur welche am besten zur Plantenbeobachtung? Gerade im Hinblick auf das Öffnungsverhältnis des Dobsons.

Ich danke Euch schonmal für Vorschläge, bzw. Meinungen

Grüße,

Thomas

P.S.: Das Budget sollte 1000 € mögl. nicht überschreiten.
 
Hi Thomas,

viel Spaß beim Wiedereinstieg.
Für hohe Vergrößerungen am Planeten ist ein Speers Waler 8-5mm Zoom empfehlenswert. Es hat ein großes Gesichtsfeld und ist im Preis-/Leistungsverhältnis unschlagbar, wenn auch teuer (ersetzt aber 2-3 Okulare). Hat aber auch bei f/4,7 eine gute Abbildungsleistung.
Neben dem 32mm wäre noch etwas im Bereich 13mm (evtl. auch Speers) sinnvoll.

CS
Chris
 
Hi, Thomas...

Meinem Vorredner rede ich direkt hinterher ;)
Das 13,4er Speers Waler und das passende 5-8mm Zoom sind feine Glasstückchen.
Bei Günther *entfernt* gibt´s auch feine Lösungen.
Ich besitze und benutze das kleine 82° Lacerta UWA Zoom
(in meinem Fall ein William UWAN Zoom, von mir liebevoll ZoomWAN genannt :) )
Auch so kann man die Hochvergrösserungen abdecken.

Den "Stadtlichtfilter" lass´ im Laden...
Einen (Baader- ?)OIII finde ich da sinniger.

Wünsche einen schönen Wiedereinstieg !


Gruß und CS

Der Jan

 
Hallo,

Mit 10" hast du sicher eine Größe gewählt, mit der Du schon richtig viel sehen kannst.

Ich konnte zwischen 06.04 bis 08.04.2010 einen 10" 254/1200 Pyrex Skyliner Flextube DOBSON f/4,7 ausgiebig testen.

Der 9x50 Standard-Sucher wurde durch einen Leuchtpunktsucher ersetzt, mit dem sich die Objekte sehr gut auffinden lassen.

Verwendet habe ich folgende Okulare: 31er Nagler Typ 5, 13mm Nagler Typ 6, Explore Scientific UWA Okular 14mm 2", Speers Waler Zoom 5-8mm. Nagler 3,5mm Typ 6. Alle verwendeten Okulare kamen an diesem Gerät ohne Probleme in den Fokus.

Mit dem 31er Nagler zeigt der Flextube nadelpunktfeine Sterne bis zum äüßersten Gesichtsfeldrand.

....ebenso das 13mm Nagler,
....das Explore Scientific UWA Okular 14mm 2" zeigt jedoch, was mich gewundert hat deutliche Koma, die Sterne sind ab ca 80% des Gesichtsfeldes in die Länge gezogen, das Bild jedoch ist heller als im Nagler. Ich habe mit dem 13er Nagler und dem 14er Explore Scientific das Gesichtsfeld an M 108 und M97 verglichen, die beiden Objekte waren im Nagler gerade noch so gleichzeitig erkennbar, beim Explore Scientific war dann doch noch ein klein wenig Luft zum Gesichtsfeldrand. Ich habe mir den Unterschied von 82° zu 100° Gesichtsfeld im Vorfeld größer vorgestellt, es würde mich interessieren ob dass Explore Scientific tatsächlich 100° Gesichtsfeld hat.

.... auch das 5-8mm SW bildet am F 4,7 in allen Brennweiten bis zum Rand sehr sauber ab.

Sehr beeindruckend war mit dem 10"er und dem 31er N die entspannte Übesichtsbeobachtung und das Beobachten von offenen Sternhaufen wie M 35 oder M 44.

Große Stärken hat das Teleskop auch bei der Beobachtung von Galaxien, wie M 106 bei dieser war Staubstruktur erkennbar, west, nordwest waren z.B. auch die beiden Begleiter NGC 4217/4220 deutlich zu sehen.

Highlight war aber M 51 und N5195, bei dem Galaxienpaar war bei SQM-L 21,3 die Brücke, Sterne in M 51 und die Spiralstruktur schon deutlich sichtbar.

Auch M 101 war im 13er Nagler mit Ansatz von Spiralstruktur direkt zu erkennen.

Im PN M 97 waren im Ansatz auch die Dunkelhöhlen erkennbar.

Im Großen und Ganzen hat mich der 10" Flextube sehr positiv überrascht, er hat eine starke Performance, ist nicht schwer, lässt sich gut transportieren und braucht im zusammengefahrenen Zustand sehr wenig Platz.

Einzig nicht begeistert bin ich von den Klemmschrauben der Okulare im Ukularauszug, hier wäre eine Ringklemmung schöner gewesen.

Mit guten Okularen ist es ein tolles Spaßgerät, ich würde auf Grund der Kompaktheit zum Flextube raten und nicht zum Classik.

 
Ich danke Euch erstmal für die super Infos!

Habe mir schon gedacht, dass vernünftige Okulare oft mehr kosten können als das eigentliche Teleskop. Aber was solls... ich sag mir:"Wer schön durchsehen will muss leiden." ;)
Außerdem werden ja Okulare nicht schlecht bzw. "müssen" ständig aufgerüstet werden wie PC's.
Denn was nützt mir das schönste Equipment, wenn ein Teil der Kette dazu führt, dass ich die eigentliche Leistung garnicht nutzen kann.

Gruß,

Thomas
 
Hallo Thomas,

wenn Du M13 mit dem Vixen nur indirekt gesehen hast, solltest Du über Deinen Beobachtungsplatz nachdenken.

Ich habe die von Dir avisierte Optik seit Februar im Einsatz und bin sehr angetan. Einzig die Okularklemmung ist suboptimal. Seit kurzem gibt es bei Wolfi aber Möglickeiten die Klemmung zu verbessern. 50-100 Euro solltest Du dafür (+ einiger zusätzlich notwendiger Adapter) noch einplanen.
Als Okulare habe ich ein Baader Aspheric 36 mm, ein Baader Zoom und ein zum Zoom umbebautes TSWA 6mm im Einsatz. Es ist nicht so, dass ich die Kombination uneingeschränkt empfehlen kann. Sie ermöglicht mir aber einen großen Spielraum an Beobachtungsmöglichkeiten und ist bezüglich des Öffnungsverhältnisses durchaus brauchbar. Im Netz gibt es auch ein Vielzahl Seiten die sich dem Thema Okularwahl widmet.
Ob Du den Volltubus oder den Flextube nimmst hängt meiner Meinung nach vom zu erreichenden Packmaß ab. Ich würde den Volltubus bevorzugen.
Überleg Dir auch, ob Du die Skywatcher Rockerbox nimmst.
Ich habe eine von D. Martini. Von Günther *entfernt* weiß ich, dass er auch an einer 10" Variante bastelt.

Gruß
Lutz
 
Hallo Thomas,

der Dobson mit f/4,7 ist recht anspruchsvoll was Okulare angeht. Trotzdem sind teure Okulare nicht allein das Rezept. Nadelpunktfeine Sterne bis an den Gesichtsfeldrand? Dazu muss man sie mit einem Komakorrektor kombinieren - den kann man aber auch gut später noch anschaffen.
Jedenfalls zeigen diejenigen Okulare die mit f/4,7 nicht gut klar kommen am Rand Unschärfe durch Okularastigmatismus und Bildfeldwölbung. Erst Okulare die damit klar kommen zeigen dann Koma vom schnellen Newton - die geht nämlich sonst quasi unter. Ein Komakorrektor verbessert Bildfeldwölbung und eben Koma.
Ich persönlich habe die Erfahrung gemacht, dass richtig gute (Weitwinkel-)Okulare sich nur mit einem Komakorrektor richtig lohnen - jedenfalls wenn man sich eine gute Randabbildung wünscht. Das hängt übrigens an den Sehgewohnheiten. Ich persönlich schaue im Bild eines Weitwinkelokulares umher und ich bin gewohnt, mit mir unbewussten Kopfbewegungen das Rollen (und die Iris-Verschiebung) des Augapfels auszugleichen. Wer das nicht gewohnt ist, bekommt Kidney-Beaning zu sehen, dass heißt es entstehen im Bild schwarze, "blinde Flecken", meist in Nieren-Form. Dann schaut man im Okular vielleicht nur in die Bildmitte und kann wegen der zum Rand nachlassenden Auflösungsfähigkeit des Auges eine Randunschärfe gar nicht wahrnehmen.

Zum Nebelfilter sei bemerkt, dass alle Nebelfilter nur bei Emissionsnebeln eine Wirkung zeigen können. Bei Sternen, Galaxien und Sternhaufen kann man visuell keine besondere Bildverbesserung erwarten. Die Bewerbung von sogenannten Deepsky-Filtern als "Stadtlicht-Filter" halte ich für irreführend. Ich würde diese Filterklasse eher unter gutem Himmel einsetzen - bzw. ich mache das genau so.
Ich bin hier dazu ausführlich geworden: http://www.svenwienstein.de/HTML/nebelfilter.html

Clear Skies
Sven
 
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