Auch dafür benötigt man ein funktionierendes Raumfahrtprogramm. Teilweise sogar bemannt, um Servicemissionen im Orbit (oder darüber hinaus) durchführen zu können. Derzeit außerdem noch um die ISS am leben zu halten.
Du kannst sagen was du willst. Auf Null kann man einfach nicht mehr zurück ;-)
Völlige Zustimmung. Auf 0 soll man auch nicht zurück. In unserem Erd-Orbit ist das alles notwendig - hat aber auch nicht das Geringste mit Marsmissionen zu tun.
zu 1)
Asteroidengefahr: Im Vergleich zur Erde hat der Mars keine nennenswerte Atmosphäre. Da verglüht nichts, die kosmische Berieselung erfolgt ständig und ungebremst.
Außerdem ist der Mars in viel größerer Nähe zum berüchtigten Asteroidengürtel - ob hieraus nochmal eine größere "Asteroidenquote" resultiert entzieht sich meiner Kenntnis.
Spätestens auf dem Mars sollte man jedenfalls zwingend wissen, wie man Asteroiden begegnet.
zu 2)
Woher will ich das wissen? Ich weiß es gar nicht, aber es ist eine ernst zu nehmende Variante, die man nicht ignorieren sollte. Aber festlegen kann ich mich da natürlich nicht, aber
spätestens die 3. Generation auf dem Mars hat keinen persönlichen Bezug mehr zur Erde. Die Menschen werden sich als Marsbewohner definieren.
zu 3)
Willst du jetzt auf der Erde auch systematisch dicht besiedelte Landschaften ausdünnen, weil dort Aggressionen herrschen?
Konfliktpotenzial entsteht in dicht besiedelten Gebieten, z.B. auch in Raumschiffen. Hier kommt es darauf an, ob alle Beteiligten einen so ausgeglichenen Charakter haben, die Dinge ohne Eskalation lösen zu können.
Die 1. Mannschaft wird man unter diesem Aspekt auswählen, da wird man keine "Choleriker" nehmen - für nachfolgende Generationen kann aber keiner garantieren.
Auf eine Regelung von außen (etwa Ausdünnung) kommt es gar nicht an und das wird bei solchen Missionen auch nicht möglich sein.
zu 4)
Und manches kann vielleicht auch per (langatmige) Kommunikation mit der Erde geklärt werden. Oder eine riesen Datenbank im Raumschiff bebildert alles schön ;-)
jeder Passagier muss vorher mehrere Berufe erlernt haben
Und manches auch nicht. Wenn z.B. etwa jemand ernsthaft erkrankt oder einen Unfall hat, dann wird demjenigen sicher nicht wohl sein, wenn ein Besatzungsmitglied, welches im 5. Beruf mal etwas von Medizin gehört hat, mit der Erde kommuniziert (Signal braucht eine halbe Stunde hin und zurück) um sich schlau zu machen oder irgendwo sein Halbwissen in einer Datenbank zu ergänzen versucht und dann zum Operationsbesteck greift - gruselige Vorstellung.
Hier auf der Erde kommt als Zahnarzt auch nicht der Hausmeister, weil er grundsätzlich weiß, wie man eine Zange benutzt.
Nein, für wichtige und spezielle Sachen müssen Spezialisten an Bord sein - und es gibt viele wichtige Sachen, man braucht also viele Spezialisten und weniger Personal mit mehreren Berufen, die vieles können aber nichts richtig.
Regelmäßige Versorgungsflüge könnten sicher dann auch rein Computer-gesteuert ablaufen
Es geht bei solchen Versorgungsflügen dann nicht um 300 km bis zur ISS sondern um 300 Millionen km.
(Zahlen gerundet, es geht nur um die Größenordnungen.)
Ich mag mich irren, aber bzgl. regelmäßiger Versorgung bin ich skeptisch.
Um es modellmäßig zu beschreiben: Es ist etwas anderes, ob ich zur Korrektur oder Versorgung eines Gegenstandes mit ausgestrecktem Arm hinlangen kann ohne aufstehen zu müssen (Entfernung 1m) oder ob das zu versorgende Objekt 1000 km weit weg ist.
Möglicherweise hat man allerdings in der Zukunft andere Antriebsmöglichkeiten.
zu 5)
Bei vernünftigem ökologischen Umgang mit den Ressourcen und entsprechenden globalen Korrekturen an der Gesellschaftsordnung könnte die Erde noch ein Mehrfaches der derzeitigen Bevölkerung tragen ohne dass sie hungern müsste. Aber das nur annähernd zu diskutieren käme dem Schreiben eines utopischen Romans nahe.
Was die Erschließung von Lebensraum betrifft: Wie schon weiter oben erwähnt, ist die Marsoberfläche grob 1/4 so groß wie die Erdoberfläche. Selbst bei Terraforming ist der Zugewinn an Lebensraum mit dem Mars sehr begrenzt.
Was dort flächenmäßig dazugewonnen werden kann, das kann mit weniger logistischem und finanziellen Einsatz gewiss auch auf der Erde realisiert werden, etwa durch Besiedelung der Wüstengebiete.
Ein anderer Himmelskörper außer unserem Mond oder dem Mars
kommt zur Besiedelung im Sonnensystem nicht in Frage - nicht nur, weil wir derzeit die technischen Möglichkeiten nicht haben, sondern weil es kein entsprechend großes geeignetes Objekt gibt.
Und um endlich wieder auf das Ausgangsthema zurückzukommen:
Erdähnliche Planeten außerhalb des Sonnensystems haben wir noch nicht entdeckt und wenn wir welche gefunden haben (ich schätze die ersten in den nächsten 10 Jahren, da bin ich mal optimistisch) ist deren Besiedelung endgültig ein Thema, dass derzeit nur im SF-Bereich zu diskutieren ist.
Es geht bei der Erforschung erdähnlicher Exoplaneten doch eigentlich im Wesentlichen nur um 2 fundamentale zugegebenermaßen höchst interessante Fragen:
1) Lebt da schon jemand?
2) Kommt der Planet in irgendeiner sehr fernen Zukunft für die Menschen zur Besiedelung in Frage?