Erfahrung „Ausdrucken“ von Astrofotos - Digital belichten

astro_alex80

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Hallo zusammen,

aller Jahre lasse ich mal ein Astrobild ausdrucken. Zuletzt meine TGU H994 / LDN 1399 Aufnahme hier:

Ich habe die Aufnahme von Saal Digital auf Alu-Dibond 120x40 cm drucken lassen, bin aber mit der Zeichnung der Dunkelnebel absolut nicht zufrieden, da die einfach nur schwarz sind:

Saal Digital
IMG_0634.jpeg


Soll nicht als Kritik an Saal verstanden werden, gut möglich, dass ich da noch eine Schleife „soft proof“ etc hätte drehen müssen. Was mich aber „stört“ bei Saal, Dateigröße maximal 200 MB und 8bit pro Kanal, selbst nach Rücksprache mit dem Kundenservice wegen einer individuellen Anfertigung.


Durch weitere Recherche, bin ich jedoch auf eine Firma in Essen, Polycolor www.polycolor.de gestoßen, daher im Titel „ausdrucken“ in Anführungszeichen, die Digitalbilder auf Fotopapier belichtet und chemisch entwickelt. Aufziehen auf Alu-Verbund geht auch oder halt einfach das Fotopapier und man rahmt sich die Aufnahme.

Ich denke selbst hier bei dem Vergleich „Foto vom Foto“ einer Probebelichtung sieht man sehr deutlich den Unterschied, dass die Zeichnung und Auflösung ungleich besser ist als gedruckt.

Das belichten/anfertigen als 153 x 50 cm Panorama auf Alu-Dibond dauert jetzt nochmal etwas über zwei Wochen. Kein Schnäppchen in der Größe, aber preislich gleich den „Druckereien“.

Polycolor, digital belichtet
IMG_0635.jpeg



Mir persönlich war dieses digital belichten bisher nicht bekannt, daher möchte ich meine Erfahrung, da dass übertragen von Astrofotos ja immer mal wieder ein Thema ist, mit euch teilen.

Viele Grüße,
Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
nicht ganz passend zu Astro, aber ich lasse auch meine Fotos zu Bilder (Leinwandbilder) drucken. Was ich selbst bemerkt habe, ist, das die Fotos auf den gedruckten Wandbilder meist immer etwas dunkler sind.
Mir wurde dann angeraten, die Fotos vorher etwas aufzuhellen, damit sie beim Drucken wieder so schön anzusehen sind, wie auf den Fotos.
 
Hi Alex,

danke für die Mühen. Interessant wäre es, wenn Du Deinen Workflow beschreiben würdest. Welchen Farbraum hat das Bild? Gibt es von den Druckereien ICC-Profile? Hast Du einen Soft-Proof gemacht?

Astro-Bilder haben halt einen großen Dynamikumfang und den kann das Papier nicht abbilden. Irgendwo muss man was abschneiden/stauchen. Und da denke ich, dass die Systeme das eher in den Tiefen tun, weil sie eben für den Rest der Foto-Gemeinde weniger wichtig sind wie die hellen Bereiche.

Grundsätzlich finde ich, dass beide Bilder sich recht stark in ihren Farben unterscheiden. Mehr als dass ich vielleicht von unterschiedlichen Papieren/Oberflächen erwarten würde. Da scheint was nicht zu passen im ganzen Farbprozess.

nicht ganz passend zu Astro, aber ich lasse auch meine Fotos zu Bilder (Leinwandbilder) drucken. Was ich selbst bemerkt habe, ist, das die Fotos auf den gedruckten Wandbilder meist immer etwas dunkler sind.
Mir wurde dann angeraten, die Fotos vorher etwas aufzuhellen, damit sie beim Drucken wieder so schön anzusehen sind, wie auf den Fotos.

Das liegt häufig daran, dass die Monitore zu hell eingestellt sind. Kalibrierung ist da wirklich Pflicht. Aber man muss auch die Lichtsituation berücksichtigen, die beim betrachten der Bilder üblicherweise vorhanden ist und entsprechend gegensteuern, wenn es nicht passt.

Beste Grüße
Thomas
 
Hallo Thomas,

danke für deine Anmerkungen.
Der Farbunterschied ist mir auch aufgefallen, die belichtete Aufnahme wirkt deutlich natürlicher.

Die Aufnahme ist im sRGB Farbraum, mein Monitor ist dieser https://www.lg.com/de/monitore/uhd-4k-5k/32un880k-b/

Neben der angegebenen Hardware-Kalibrierung habe ich diesen mit einer Datacolor Spyder kalibriert.

Soft-Proof habe ich, wie geschrieben, vor Druck, keinen gemacht. Erst im Nachhinein habe ich die ICC Profile von Saal entdeckt. Wie wäre damit der Ablauf, damit habe ich keine Erfahrung? In Pixinsight lassen sich unter Color Management die auf dem PC vorhandenen Farbprofile auswählen, da gibt es auch einen Abschnitt Soft-Proof. Wenn ich dort das Alu-Dibond ICC Profil von Saal einstelle, legt sich eine Art weiß-grauer Schleier über das dadurch deutlich hellere Bild.

Grüße,
Alex
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo zusammen,
Ich hatte mir vor kurzem auch mal wieder ein Bild drucken lassen. In der Vergangenheit habe ich immer die günstige Variante der Drogerie-Kette genommen. Zuletzt brauchte ich jedoch ein anderes Format und habe im Netz einen „Premium“ Anbieter gefunden und mein Tif-Bild mit dem eingebetteten ICC Profil aus PI verschickt. Leider war ich mit dem Ergebnis überhaupt nicht zufrieden. Die Rottöne hatten keine Abstufung und die dunkleren Nebelbereiche waren einheitlich schwarz.
Ein Softproof mit dem ICC Profil des Anbieters zum entsprechenden Papier habe ich im Nachgang in Capture One durchgeführt. Die Abweichung war nur minimal heller.
Habe mir dann in der Familie weiterhelfen lassen. Ein Familienmitglied arbeitet in einer Druckerei. Sein erster Eindruck von meinem bestellten Bild war „zu kalt und zu blau“. Er hat mir dann zwei Bilder als verbindlichen Andruck geschickt. Damit bin ich absolut zufrieden. Demnächst werde ich aber die Helligkeit der Dunkelnebel in der digitalen Bildbearbeitung für den Druck noch erhöhen wollen. Da ist dann Feintuning und herantasten nötig.
Er hat mir den Hinweis gegeben dass ich zukünftig die Bilddatei in den Farbraum CMYK wandeln soll. So wurde es bei meinem Bild auch vor seinem Druck gemacht. Vielleicht hilft dieser kleine Tipp ja weiter.
Ein Vergleich beider Druckergebnisse hier einzustellen gestaltet sich leider schwierig, da das Papier des ersten Drucks so stark glänzt dass beim fotografieren zu starke Lichtreflexe entstehen.
Zum Abschluss das Original als JPG. Grüße MIchael


Pferdekopfnebel.jpeg
 
Hallo,


Das habe ich in gimp auch festgestellt.
Schwarz wird grau dargestellt, also generell auch tiefes schwarz. Das ist doch total unrealistisch.

Gruß,
Holger

Es kommt auf das Zielmedium an. Bei mattem Papier sieht man diesen Effekt am stärksten. Das Schwarz ist einfach nicht so schwarz und die Farben so brillant. Stellt man noch die Papiersimulation beim Softproof ein, dann nimmt der Kontrast noch mehr ab. Grundsätzlich sehen aber matte Papiere so aus. Deswegen gibt es die unzähligen glänzenden Papiere.
Schaut man sich so ein mattes Bild ohne direkten Vergleich mit einem glänzenden Papier an, dann ist es fürs Auge trotzdem ansehnlich. Und hat halt die Vorzüge totaler Reflexionsfreiheit.
Ha ist schwierig. Da rutscht man ggf. in Bereiche rein, die abgeschnitten werden.

Das angesprochene Herantasten ist auch meiner Erfahrung nach leider notwendig, da häufig doch an irgendeiner Stelle merkwürdige Sachen mit dem Farbraum passieren.

Es gibt im Netz unzählige Farb- und Grau-Keile, die man sich als kleines Bild mit der gleichen Drucktechnologie drucken lassen kann (aber auch das kann schon schwierig sein, wenn es unterschiedliche Drucker sind).
Sind die Tiefen ohne Abstufungen, dann hat irgendwo die Farb-Kette versagt und man sollte das klären. Ich habe auch schon mal meine Eingangsdaten "umgebogen", damit sie dann besser aus dem Druck kommen, aber eigentlich macht man den ganzen Profilaufwand, damit man das nicht mehr braucht.

Beste Grüße
Thomas
 
Zuletzt bearbeitet:
Hallo,
interessante Erfahrungsberichte sind hier zu lesen, danke dafür.

Ich habe auch ein paar Fotos drucken lassen. Ich habe das bei der Drogerie machen lassen, über das Fotolabor. Da sind dann auch Abzüge in 30x40 bezahlbar.
Mein Eindruck war, dass die Vorschau am Monitor in der Filiale schon einen guten Eindruck für das spätere Ergebnis liefert, vor allem was die Problemzonen angeht.

Ich habe bei meinen Bildern gemerkt, dass dunkle Bereiche wie Staub etc, die auf dem Monitor daheim noch ganz gut rauskommen, auf dem Foto schnell zu schwach sind, was mich dazu gebracht hat, die Dynamik untenrum nochmal soweit es geht anzuheben.
Helle Bereiche, vor allem blau, werden dafür zu hell dargestellt, quasi überbelichtet. Vielleicht auch ein spezifisches Problem meines Workflow. Das verrät die Vorschau aber ganz gut.
Außerdem habe ich für mich gemerkt, dass mattes Papier besser geeignet ist als glänzendes, ich finde das gibt den Bildern mehr Tiefe.
Mit der Schärfe bin ich sehr zufrieden, da sind m.E. bereits jpg Dateien mit 5 MB ausreichend, um alle Details aufs Papier zu bringen.

Und was ich auch gelernt hab: Bilderrahmen mit entspiegeltem Glas kaufen!

Gruß Moritz
 
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