Erfahrung mit Faltkuppeln?

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MartinElsaesser

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Hallo Kollegas,

Immer mal wieder liest man von Faltkuppeln: Dauerhaften Strukturen aus Stoff und Streben, die vor der Beobachtung aufklappen, sich dann zB auf den Boden legen und dann Beobachtung in alle Richtungen erlauben. Von PrimaLuceLab gib es sowas auch als Schutzbau für ihr Radioteleskop zu kaufen. Auch bei Sonnenteleskopen wie GREGOR kommt sowas zum Einsatz.

Hat jemand Erfahrungen mit solchen Konstruktionen, an den professionellen Instrumenten oder von kommerziellen Anbietern? Sowas müsste sich ja auch selber bauen lassen, auch wenn es nicht für jede Situation geeignet sein wird.

Kennt jemand andere Anbieter?

Grüße,
Martin

PS: Ich meine keine temporären Zelte, sondern was dauerhafteres.
 
Hallo Martin,

ich habe 6x8 cm starke U-förmige Holzspanten mit 0,8 mm starker gewebeverstärkter LKW-Plane bespannt und in der Art eines Cabriodachs zum Auf- und Zuklappen montiert.
Materialkosten 250 Euro.
Windböen bis 60 km/h hat die Konstruktion schon gut überstanden.
Mehr möchte ich ihr nicht zumuten.
Bei richtigen Sturmwarnungen muss man also abbauen.
Ob die beschriebenen Konstruktionen das aushalten, wage ich zu bezweifeln.

Viele Grüße
Uwe
 
Hallo Martin,

aus festem Material gibt es noch folgende:

Baader Allskydome
http://www.baader-planetarium.de/kuppeln/allsky.htm

Avalon Merlino
http://www.avalon-instruments.com/products/merlino-personal-remote-observatory

Da müsste sich im Internet zu jedem der Beiden was finden lassen. Mir erschließt sich allerdings bei diesem Design nicht, wieso man es rund aufbauen sollte. Hier wird nichts gedreht, es wird ja nur heruntergeklappt. Gut, es mag in rund windstabiler sein.... aber der Aufwand! Beim Merlino gefällt mir, dass es ein wenig an ein Zwischending aus Mülltonne und Nähkästchen erinnert.

Um was geht es Dir eigentlich? Soll es eine Sternwarte sein, in die auch Beobachter reinpassen oder nur etwas für das fern zu steuernde Teleskop? Wieso muss es so extrem platzsparend und aufwändig werden? Ich meine, dass Rolldächer schon sehr einfach zu bauen sind im Vergleich und rundum auch genug zu sehen ist.

Ich hatte mal überlegt wegen etwas auf dem Balkon, was extrem platzsparend ist und gefallen hat mir dann am ehesten diese Konstruktion (wieder ähnlich einem Nähkästchen):
http://www.teleskop-austria.at/bild/goto-fornax-fx-3.jpg

Vielleicht ist dieses Design ja was für Dich? Toll finde ich auch, dass sich der Schutzbau in jeder Teleskopposition schließen lässt. Was ja schon eine Herausforderung ist wenn man was konstruiert, das den Horizont (annähernd) komplett freigibt. Das Fornax Teil hätte ich gerne so gehabt, dass es von selbst zugehen möchte (Gegengewichte) und nur mit einem Elektromagnet aufgehalten wird. Bei Stromausfall gehts dann einfach zu.

Für mich aber lohnt es sich am Ende doch nicht. Der Aufwand ist schon extrem groß und das Thema Klima in der Sternwarte/Box noch gar nicht durchdacht worden.

VG,
Robse

Edit: Mit dem Nähkästchen-Vergleich meine ich, dass der Deckel (oder besser der übergestülpte Kranz) aufgrund der Position des Hebearmes immer zuerst angehoben wird, eher er wieder hinter der gesamten Konstruktion schräg und platzsparend herabgesenkt wird. Am Hebearm dann liesse sich das Gegengewicht anbringen um den Kranz, bzw. das Dach per Schwerkraft sanft zufahren zu lassen ohne das Teleskop zu berühren.



 
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Hallo Marin,

Man kann sowas selbst bauen, hiermit!

https://www.mcm-systeme.de/PVC-Rohr-25-mm-PN-10-5-m?gclid=CIep9Ym40ccCFcHnGwodXt4NTw

Solches PVC Rohr, wird in Dänemark und Spanien zum Bau von Treibhäusern verwendet dort werden Erdspieße auf die Enden gesteckt.

Daraus werden die 9 Kuppel - Spriegel passend gefertigt

An die Spriegel werden aus ca. 160mm langem 29 mm Dm Alurohr
http://www.aluservice.de/lieferprogramm/rundrohre.html
je 2 Halter, passender Länge gefertigt.

Die in einem Presswerkzeug, ( bestehend aus einem Stück U - Eisen 45 x 35 x 5mm mit ca. 30- 32 mm Innenmaß und einem Stück 30x 20mm Flachstahl, mit stark abgerundeten Kannten besteht, ( damit ein sanfter Übergang zum Rohr zustande kommt + um Knick - Kannten zu vermeiden. ) > http://thumbs.ebaystatic.com/images/m/mmwWJlb8zyKSAYBA21JglIA/s-l225.jpg )
> Darin wird das Alurohr auf einer länge von 60mm zusammengedrückt. Zum einlegen in das Presswerkzeug, wird das Rohr vorher mit einem großen Hammer = >500g etwas platt geklopft!

Zum pressen kann ein sehr großer Schraubstock, oder ein Balken, ein Wagenheber zwischen zwei stabilen Wänden ( Kellerflur ) verwendet werden!

In die so gefertigten Halter, werden in die platte Seite 12mm Löcher gebohrt, dann diese Halterösen am Schleifstein etwas runden!

Dann diese Halterösen auf das angeraute saubere PVC Rohr stecken und verkleben
http://bindulin-shop.de/de/produkt/kleber/bindulin_sofortkleber-gel_3g_tube__SK3G.html
http://bindulin-shop.de/de/produkt/kleber/bindulin_sofortkleber_3g_tube__SK3.html

Zur Verstärkung kann man vorher in die PVC Rohre, ein gut passendes Stück ( mit Leinöl geschütztes ) Rundholz einpassen / einkleben.


Für die Montage der Spriegel, wird auf je einem 700mm langen Stück U - Eisen 60 x 40 x 6mm >
http://thumbs.ebaystatic.com/images/m/melr6TO1GdvDAhbvpy4XYHw/s-l225.jpg >
Eine U - Förmige 10 mm dicke Stahlplatte, oben halbrund mit 500mm Radius, mit der geraden Seite mittig, der Länge nach aufgeschweißt.

In die 600mm U - Eisen werden an den Enden 12mm Bohrungen angebracht!

In diesen Spriegel - Träger werden auf den Halbkreis der Stahlplatte, 15 mm vom Rand je 9 X 12mm Bohrungen verteilt gebohrt.

( OPTION für den mobilen Einsatz :
Der Spriegelhalter kann mit der offenen U - Seite in der Boden gedrückt und mit Bodennägeln gesichert werden! )


Für eine Sternwarte werden die Spriegelhalter über eine ca. 1,20 -1,50m hohe Sternwarten - Brüstung gestülpt und an einem besonders stabil ausgeführtem Teil davon, daran befestigt!

Die einzelnen Spriegel können nun an den Spriegelhalter mit geeigneten Schrauben und Distanzstücken befestigt werden.
Eine Seit bekommt einen 5. Spriegel, 150 mm vom 4ten!

Zur Beplanung kann man gut LKW Planen verwenden,
https://www.google.de/search?client...&oe=UTF-8&gfe_rd=cr&ei=QOPgVczkLaih8wek9rq4DA

Die man Selber, oder passend nähen lassen kann!

Zur Dichtung der beiden Kuppellhälften, wird in einer Seite der Plane hinter dem 5ten Spriegel ein 20 x 1mm breites Stahlband eingenäht!

An der anderen Kuppelseite hat die Plane einen 180 mm Überhang, in der bei 130 mm beginnend ein Gummimagnetband und davor eine starke Schnur eingenäht wird.
http://www.planmagnet.net/magnetbaender/?gclid=CP6msdHT0ccCFagKwwodRhUH8g

Für den 4ten = letzten Spriegel wird eine nach unten leicht verschobene Tasche genäht, dadurch stehet der Überhang leicht hoch, so das
Er über die 5 Spriegelseite ( andere Kuppel ) gleiten kann.

Der 4te Sprigel ist etwas länger so das Er leicht über den 5ten der Anderen Kuppelhälfte reicht!

Dann wird mit dem Seil das Magnetband zum Stahlband gedrückt!
Die ganze Sternwarte sollte von unten gut belüftet sein den Lufteintritt kann man mit
hier mit gegen ungeziefer schützen:
http://www.insektenschutz-systeme.eu/Edelstahlgewebe

Zur Absicherung einer solche Sternwarte kann man 3 frei monierte Bewgungsmelder verwenden,
> https://www.google.de/search?q=bewe...X&ved=0CC4QsARqFQoTCNfKkrrR0ccCFaOPcgodPIgA_A > die dann an ein Handy den Alarm melden, gleichzeitig kann man auf die Kuppel gerichtete IR - Kameras starten! Nach 30-45 sec, wenn es nicht per handy gestoppt wird, erhellen dann Scheinwerfer das Gelände!

Das dürfte sicher Preiswerter, als eine gekaufte Planenkuppel sein!
Wenn ich mir die Beschläge von "den zu Kaufenden" so anschaue, dann sicher auch noch stabiler!

Ich hoffe, die extra knapp gehaltene Anleitung ist trotzdem verständlich und alle Links funktionieren!

Ich stehe für Nachfragen gerne zur Verfügung


Gruß Günter

 
Hallo Günter,

Danke für die ausführliche Bauanleitung! Mit Spriegel durfte ich auch ein neues Wort kennenlernen.
Hast du auch ein paar Bilder von den spannenden Teilen? Der Stelle wo sich all die Spriegel unten treffen und der Stelle wo das dann dicht abschliessen soll?

Frohe Grüße,
Martin
 
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Hallo Martin,

da ich 36 Jahre lang als technischer Berater gearbeitet habe, hab davon gelebt, dass mir zu einmal Gesehenem auch eine Umsetzung dazu einfällt!

Das hab ich erst gestern Nachmittag erarbeitet, nein Bilder habe ich dazu nicht, kann aber gerne einige einfache Skizzen dazu machen!

Es ist aber möglich, dass ein Astro - Freund, den ich gestern auch angeschrieben habe, der eine Behausung für seinen 25" Dobson sucht, das umsetzen möchte!
Das wäre dann neben meiner Eigenen, die 5. Sternwarte an der ich mitbaue!

Gruß Günter

 
Hallo Martin,

gerne zeige ich mein Cabrio ;-)
Leider kriege ich es aus dem Dateimanager nicht in mein Post hinein. Deshalb ein Dropbox-Link.
https://www.dropbox.com/sh/ctxj4y83ptgwl7y/AACBLN3MDL7rCtIZoCwHRnBta?dl=0
Aber es ist ein Provisorium bis zum Bau einer richtigen Rolldachhütte an einem anderen Standort. Und wie schon gesagt, wahrscheinlich nicht sturmtauglich. Ich werde es nicht darauf ankommen lassen und baue es dann ab. Das dauert ca. 30 Minuten.
Baut man diese Konstruktion am Boden mit etwas stärkeren Hölzern, hält sie sicher auch heftigere Sturmböen aus.
Die Konstruktion steht hier auf einem Ziegeldach mit ca 30-40° Schräge.
An den Sparren wurden Stahlbänder angebracht und unter den Ziegeln herausgeleitet. Diese tragen links und rechts in 2m Abstand einen Holm. An diesem sind 3 umgekehrt U-förmige Spanten beweglich angeschraubt aus 6x4 cm Konstruktionsholz.
Darauf wurde die gewebeverstärkte LKW-Plane gespannt und mit dünneren Klemmleisten verschraubt. Das Ganze klappt dann nach unten bzw. wird zum Schließen nach oben gezogen und mit 4 Spannhaken verzurrt.

Viele Grüße
Uwe
 

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