Tom310
Aktives Mitglied
Guten Tag!
Das ist mein erster richtiger Beitrag in diesem Forum und danke schonmal für eure Zeit
Falls ihr nicht meinen kurzen Vorstellungsbeitrag gelesen habt, hier noch ein paar Eckdaten: Ich Fotografiere seit März 2019 mit spiegellosen Kameras von Sony. Im Dezember 2019 begann ich mit dem Star Adventurer und kurzen tele-Brennweiten meine ersten Deepsky Objekte aufzunehmen (Orion Nebel, Andromeda, Plejaden) . Im März modifizierte ich meine alte A6000 und begann erste H-Alpha Nebel abzulichten. "Fachwissen" habe ich mir bisher durch deutsch und englischsprachige Lektüre (zB. der "Deep-Sky Imaging Primer ") selbst angeeignet und mich durch Forenbeiträge über Probleme die ich mal hatte beholfen. Ich lese nach wie vor weiterhin aus Magazinen und Büchern die mir empfohlen werden. Ich bin noch kein Experte, aber ich habe Spass, bin sehr engagiert und weiss auf was ich mich einlasse
Genug von mir, kommen wir zum ersten Thema.
Ich habe dieses Jahr sehr viele Nächte draußen verbringen können, habe viele Fehler gemacht und vieles gelernt.
Ich habe einiges über den SA gelesen in Foren und möchte meine Erfahrung mal teilen.
Zunächst das war mein Ausgangs-Setup:
- Star Adventurer Pro (L-Winkel und Gegengewicht inkl.)
- Sony A6000 (astromod)
- 70-200mm F/4 Sony
- Carbon Stativ Rollei Rock Solid Gamma
Der SA Pro enthält im Grunde alles was man braucht, um erste Versuche zu wagen mit kurzen Brennweiten. Trotz immer präziser werdender Polausrichtung, präziser werdender Ausbalancierung des Equipments konnte ich mit einer Brennweite von 200mm auf ca. 4 Minuten Belichtungszeit nur kommen (mit FF Sensor) und hatte schon eiernde Sterne am Rand. Mit der Apsc waren es etwa 2 Minuten (300mm äquivalent durch 1,5 Cropfaktor). Ich hatte einen Ausschuss von etwa 40-60% (Sternenzieher oder Verwacklungen durch Wind). Mir war klar, dass ich längere Belichtungszeiten und weniger Ausschussbilder nur durch Aufrüsten erzielen kann. Nur wie weit? Der SA schafft 5kg Ausrüstung, wobei theoretisch empfohlen sollte er lieber nur zu 66% ausgelastet werden (ca. 3,3 Kg). In dem Tempo wie es bisher zuging, wurde mir klar, dass ich bestimmt bald Größeres aufbauen würde, jedoch ich erstmal noch weiter Erfahrung sammeln muss.
Daher entschied ich mich den SA voll auszureizen. Also: es kam ein stabileres Edelstahl Stativ (1,75“), der Mgen3 (Leitrohrkamera war inklusive), das Orion Sucherfernrohr Ultra-Mini 30mm, Arcaswiss Prismen-schiene und ich wechselte zu meinem 100-400mm F/4.5-5.6 GM Objektiv (der Originalfuß wurde ausgetauscht mit einem integrierten Arcaswiss-kompatiblen Fuß). Kamera, Objektiv, Leitrohr, etc. bringen ein Gesamtgewicht von ca. 2,3 Kg (1kg unter dem was ich Maximal dem SA zumuten will). Ich habe mir ein 2,5kg schweres Gegengewicht anfertigen lassen damit der ganze Kram möglichst nahe an der Rotationsachse anliegt/ausbalanciert werden kann. Der Mgen ist ein Overkill an dem Setup, das ist mir klar. Die Ansprechpartner von Astroshop und Teleskop-express waren beide am Telefon köstlich amüsiert xD Aber haben mich bestätigt, dass es klappen sollte was ich vorhabe. Weil ich auch zukünftig weiter aufrüsten möchte ist es für mich die sinnvollere Investition, als einen billigen Autoguider zu kaufen den ich später wieder gegen was Besseres ersetzen würde.
Ich war mit dem Setup auf dem Feld bisher drei Mal und kann mich sehr zufrieden stimmen. Ich kann mit 240mm (mit APSC Sensor 360mm äquivalent) 8 Minuten ohne Eiernde Sterne (im gesamten Bild) belichten. Bei 10 Minuten bekomme ich leicht eierförmige Sterne in den Ecken, aber noch keine richtigen Zieher (was für mein Anspruch derzeit mehr als ausreichend ist). Mit 300mm (mit APSC Sensor 450mm äquivalent) komme ich auf 5 Minuten ohne eiernde Sterne (im gesamten Bild), wobei ich glaube, dass ich in der letzten Nacht beim Test mit der Polausrichtung nicht genau genug war. Ich glaube der SA ist noch nicht ganz am Limit des Möglichen, aber ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis. Die Bildbearbeitung führe ich mit Photoshop durch, dort besitze einige Plug-in’s die mir bei der Bearbeitung helfen und ich habe den „Deep-Sky Imaging Primer“ zum Nachblättern. Jedoch gibt es da noch viiiiiiiieeeeeel zu lernen
es macht Spaß altes Material mit dem neu gelernten immer mal wieder aufzuarbeiten.
Was mich zu dem nächsten Punkt bringt.
Ich habe beim Bearbeiten der Fotos mit kleinen Krankheiten zu kämpfen, was Fotografie Equipment halt nachts so mit sich bringt (nicht optimaler Fokus von Blau und Rot, Probleme beim Erstellen von Flatframes wegen elektronisch gekoppelten Fokus, Sterne in den Ecken zeigen richtung Bildmitte, Bayer Matrix, Star eater Sony issue, etc…). Zum Lernen und Üben nehme ich das aber gerne hin, ich hab auch nicht vor mit den Bildern groß an die Öffentlichkeit zu treten, eher für mein Fotobuch J
Ich werde auch erstmal weiter mit dem SA arbeiten wollen bis irgendwann ne EQ-6 kommt oder so… Jedoch spiele ich mit dem Gedanken mir ein Flatfield triplet APO Refraktor Teleskop zu kaufen im nächsten Jahr mit na kleinen mono oder farb Astro-cam (Filter etc. trau ich mich eigentlich noch nicht zu kaufen, daher tendiere ich zu na farb Astrocam). Ich habe da das eine oder andere schon im Blick mit einer Brennweite bis ca. 300mm und einem Gewicht maximal 1kg höher das 100-400mm GM. Ich habe auf meinem IPAD Pro das „Skysafari 6 Pro“ und könnte darüber die Astro-Kamera bedienen, wenn ich mich nicht irre (je nach Modell werde mich da noch intensiv einlesen was für Software man benötigt, um sicher zu gehen). Daher wäre die Investition nicht sooooo unklug, für das was ich erhalte und ich könnte immer noch später damit Widefield Deepsky Aufnahmen machen (Wo auch mein Fokus derzeit liegen bleiben wird).
Mich verwirrt aber der oft niedergeschriebene Hinweis, bezüglich dem Sensor: Sensor sollte an das zu verwendende Teleskop angepasst sein. Nicht das Warum beschäftigt mich sondern finde ich nichts Konkretes über Angaben/Aussagen ab welcher Brennweite oder welchen abzulichtenden Objekten das Ganze ernst zu nehmen ist.
Muss ich mir bei der Brennweite von maximal 300mm so viele Gedanken drum machen wenn ich eine Astro-cam mit Apsc Format nehmen würde? Was wären evtl. Nachteile falls es doch wichtig ist? (Einer der mir einfällt, wäre das nahe beieinanderliegende Sterne sich zu einem Stern aufblähen könnten, oder?) Über Seeing, Gain und andere Themen die da eine Rolle mitspielen bin ich etwas eingelesen, aber ich bin an diesem Gedanken hängen geblieben und finde dazu keine konkrete Antwort gerade. Ich will mich bei der Sensor Wahl nicht vergreifen ^^
Ich würde mich freuen wenn ihr mir da helfen könnt.
Lg Tom
Das ist mein erster richtiger Beitrag in diesem Forum und danke schonmal für eure Zeit
Falls ihr nicht meinen kurzen Vorstellungsbeitrag gelesen habt, hier noch ein paar Eckdaten: Ich Fotografiere seit März 2019 mit spiegellosen Kameras von Sony. Im Dezember 2019 begann ich mit dem Star Adventurer und kurzen tele-Brennweiten meine ersten Deepsky Objekte aufzunehmen (Orion Nebel, Andromeda, Plejaden) . Im März modifizierte ich meine alte A6000 und begann erste H-Alpha Nebel abzulichten. "Fachwissen" habe ich mir bisher durch deutsch und englischsprachige Lektüre (zB. der "Deep-Sky Imaging Primer ") selbst angeeignet und mich durch Forenbeiträge über Probleme die ich mal hatte beholfen. Ich lese nach wie vor weiterhin aus Magazinen und Büchern die mir empfohlen werden. Ich bin noch kein Experte, aber ich habe Spass, bin sehr engagiert und weiss auf was ich mich einlasse
Genug von mir, kommen wir zum ersten Thema.
Ich habe dieses Jahr sehr viele Nächte draußen verbringen können, habe viele Fehler gemacht und vieles gelernt.
Ich habe einiges über den SA gelesen in Foren und möchte meine Erfahrung mal teilen.
Zunächst das war mein Ausgangs-Setup:
- Star Adventurer Pro (L-Winkel und Gegengewicht inkl.)
- Sony A6000 (astromod)
- 70-200mm F/4 Sony
- Carbon Stativ Rollei Rock Solid Gamma
Der SA Pro enthält im Grunde alles was man braucht, um erste Versuche zu wagen mit kurzen Brennweiten. Trotz immer präziser werdender Polausrichtung, präziser werdender Ausbalancierung des Equipments konnte ich mit einer Brennweite von 200mm auf ca. 4 Minuten Belichtungszeit nur kommen (mit FF Sensor) und hatte schon eiernde Sterne am Rand. Mit der Apsc waren es etwa 2 Minuten (300mm äquivalent durch 1,5 Cropfaktor). Ich hatte einen Ausschuss von etwa 40-60% (Sternenzieher oder Verwacklungen durch Wind). Mir war klar, dass ich längere Belichtungszeiten und weniger Ausschussbilder nur durch Aufrüsten erzielen kann. Nur wie weit? Der SA schafft 5kg Ausrüstung, wobei theoretisch empfohlen sollte er lieber nur zu 66% ausgelastet werden (ca. 3,3 Kg). In dem Tempo wie es bisher zuging, wurde mir klar, dass ich bestimmt bald Größeres aufbauen würde, jedoch ich erstmal noch weiter Erfahrung sammeln muss.
Daher entschied ich mich den SA voll auszureizen. Also: es kam ein stabileres Edelstahl Stativ (1,75“), der Mgen3 (Leitrohrkamera war inklusive), das Orion Sucherfernrohr Ultra-Mini 30mm, Arcaswiss Prismen-schiene und ich wechselte zu meinem 100-400mm F/4.5-5.6 GM Objektiv (der Originalfuß wurde ausgetauscht mit einem integrierten Arcaswiss-kompatiblen Fuß). Kamera, Objektiv, Leitrohr, etc. bringen ein Gesamtgewicht von ca. 2,3 Kg (1kg unter dem was ich Maximal dem SA zumuten will). Ich habe mir ein 2,5kg schweres Gegengewicht anfertigen lassen damit der ganze Kram möglichst nahe an der Rotationsachse anliegt/ausbalanciert werden kann. Der Mgen ist ein Overkill an dem Setup, das ist mir klar. Die Ansprechpartner von Astroshop und Teleskop-express waren beide am Telefon köstlich amüsiert xD Aber haben mich bestätigt, dass es klappen sollte was ich vorhabe. Weil ich auch zukünftig weiter aufrüsten möchte ist es für mich die sinnvollere Investition, als einen billigen Autoguider zu kaufen den ich später wieder gegen was Besseres ersetzen würde.
Ich war mit dem Setup auf dem Feld bisher drei Mal und kann mich sehr zufrieden stimmen. Ich kann mit 240mm (mit APSC Sensor 360mm äquivalent) 8 Minuten ohne Eiernde Sterne (im gesamten Bild) belichten. Bei 10 Minuten bekomme ich leicht eierförmige Sterne in den Ecken, aber noch keine richtigen Zieher (was für mein Anspruch derzeit mehr als ausreichend ist). Mit 300mm (mit APSC Sensor 450mm äquivalent) komme ich auf 5 Minuten ohne eiernde Sterne (im gesamten Bild), wobei ich glaube, dass ich in der letzten Nacht beim Test mit der Polausrichtung nicht genau genug war. Ich glaube der SA ist noch nicht ganz am Limit des Möglichen, aber ich bin sehr zufrieden mit dem bisherigen Ergebnis. Die Bildbearbeitung führe ich mit Photoshop durch, dort besitze einige Plug-in’s die mir bei der Bearbeitung helfen und ich habe den „Deep-Sky Imaging Primer“ zum Nachblättern. Jedoch gibt es da noch viiiiiiiieeeeeel zu lernen
Was mich zu dem nächsten Punkt bringt.
Ich habe beim Bearbeiten der Fotos mit kleinen Krankheiten zu kämpfen, was Fotografie Equipment halt nachts so mit sich bringt (nicht optimaler Fokus von Blau und Rot, Probleme beim Erstellen von Flatframes wegen elektronisch gekoppelten Fokus, Sterne in den Ecken zeigen richtung Bildmitte, Bayer Matrix, Star eater Sony issue, etc…). Zum Lernen und Üben nehme ich das aber gerne hin, ich hab auch nicht vor mit den Bildern groß an die Öffentlichkeit zu treten, eher für mein Fotobuch J
Ich werde auch erstmal weiter mit dem SA arbeiten wollen bis irgendwann ne EQ-6 kommt oder so… Jedoch spiele ich mit dem Gedanken mir ein Flatfield triplet APO Refraktor Teleskop zu kaufen im nächsten Jahr mit na kleinen mono oder farb Astro-cam (Filter etc. trau ich mich eigentlich noch nicht zu kaufen, daher tendiere ich zu na farb Astrocam). Ich habe da das eine oder andere schon im Blick mit einer Brennweite bis ca. 300mm und einem Gewicht maximal 1kg höher das 100-400mm GM. Ich habe auf meinem IPAD Pro das „Skysafari 6 Pro“ und könnte darüber die Astro-Kamera bedienen, wenn ich mich nicht irre (je nach Modell werde mich da noch intensiv einlesen was für Software man benötigt, um sicher zu gehen). Daher wäre die Investition nicht sooooo unklug, für das was ich erhalte und ich könnte immer noch später damit Widefield Deepsky Aufnahmen machen (Wo auch mein Fokus derzeit liegen bleiben wird).
Mich verwirrt aber der oft niedergeschriebene Hinweis, bezüglich dem Sensor: Sensor sollte an das zu verwendende Teleskop angepasst sein. Nicht das Warum beschäftigt mich sondern finde ich nichts Konkretes über Angaben/Aussagen ab welcher Brennweite oder welchen abzulichtenden Objekten das Ganze ernst zu nehmen ist.
Muss ich mir bei der Brennweite von maximal 300mm so viele Gedanken drum machen wenn ich eine Astro-cam mit Apsc Format nehmen würde? Was wären evtl. Nachteile falls es doch wichtig ist? (Einer der mir einfällt, wäre das nahe beieinanderliegende Sterne sich zu einem Stern aufblähen könnten, oder?) Über Seeing, Gain und andere Themen die da eine Rolle mitspielen bin ich etwas eingelesen, aber ich bin an diesem Gedanken hängen geblieben und finde dazu keine konkrete Antwort gerade. Ich will mich bei der Sensor Wahl nicht vergreifen ^^
Ich würde mich freuen wenn ihr mir da helfen könnt.
Lg Tom