Erfahrungen mit dem Bresser 102/1000

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Anette_Aslan

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Hallo Astrogemeinde!
...nach langem Hin-und Herüberlegen, ob ich mir einem Dobson zuliegen soll oder nicht, habe ich mir über E-Bay nun doch wieder einen Refraktor geschnappt, einen f10. Der Dobson macht micht beim Anblick nicht sehr glücklich, denn ich möchte so gern auf meinem Anglerstuhl beim Beobachten sitzen und von Kind an bin ich azimutal gewöhnt, einmal so Laufen gelernt, geh ich gerne weiter...
äusserlich ist diese Röhre schon recht beeindruckend! Nicht gerade ein Schnellspechtelgerät wie der f5. Da ich noch kein gescheites STativ und Monti habe, trägt dieses Monstrum nun meine bescheidene AZ-3. Weit ausgespreizt geht es sogar besser, als ich gedacht habe. Auch wenn eine größere Monti irgendwann mal angeschafft werden soll, dann wieder nur azimutal...das Rumgefummele mit der parallaktischen nervt mich persönlich.
Die schwarze Farbe des Tubus gefällt mir, das hat was! Gestern habe ich diese Röhre dann gleich mal auf den Balkon im warsten Sinne des Wortes durch den Hausflur balanciert und geschleppt....um ihr das sogenannte First-Light zu geben. Als gebrauchtes Instrument dürfte man diese Bezeichnung wohl doch nicht benutzen oder?
Bei Cirren-verschmierten HImmel und Vollmond hatte ich natürlich keine idealen Bedingungen. Da ich auf die Sichtbarkeit der Cassini-Teilung neugierig war, mußte ich alles vom Balkon runter in den aller-hintersten Winkel des Gartens schleppen, um Saturn, der kanpp über Nachbars Hausdach im Westen zu sehen war, noch zu erwischen. Ich sah Saturn wohl größer als in allen Instrumenten, die ich bisher besaß, aber wieder ohne Cassini! Dabei probierte ich alle Okus aus, die ich besitzte. Es war schon 23:30h, also ausreichend Dunkel, doch die horizontnahe Dunstschicht, der Vollmond wird wohl wirklich dran Schuld gewesen sein.
Diesen Vollmond sah ich dafür so beeindruckend wie noch nie. Schon im 32mm sah die Sache fast wie in der STernwarte aus!Ich probierte alle möglichen Vergrößerungen aus und fand heraus, dass der Mond sich im 9mm am schönsten macht! Bei 6mm wird er schon leicht unscharf und mit Barlow noch mehr! Bei 4mm sah ich nur noch Details, die mir befremdlich vorkamen. Im 7-21 Zoom sollte man nicht bis 7 rauf gehen, dann sieht alles wunderbar aus!
Jupiters Bänder sah ich trotz schlierigem Himmel auch sehr beeindruckend! Mein f5 zeigt diese Bänder zwar auch,aber nicht so deutlich. Das 9mm bewährte sich als wiedermal das Beste am Planeten. Ich bin ein bissel enttäutscht, dass man bei dieser enormen Brennweite und dem langen Okularauszug nicht mehr Details rausholen kann! Im 6mm oder mit Barlow sah alles wie im f5 aus, nur halt größer. Lag aber wohl am schlechten Seeing, denke ich mal.
Auf der Az-3 schwingt die Sache ganz schön nach, doch vorerst trägt sie ihn. Ich glaube ein Huchenfelder würde sich bestimmt gut machen. Welche azimutale Monti würded Ihr mir empfehlen können für ein Huchenfelderstativ?
Also den Bresser muß ich noch weiterhin austesten und vor allem auf dunkle, klare Nächte warten. Bei Googel fand ich einen sehr positiven Bericht.
Gruß von Anette
<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/confused.gif" alt="" />
 
Hallo Frau Annette,
ich habe im Fernrohrland diese GiroII Montierung gesehen. Eine sehr praktische montierung. Genau für Parallaktisch hasser. Mann kann sogar zwei Teleskope zusammen montieren.
Aber für ihre stative brauchen Sie eine extra Adapter oder machen lassen von einem Feinmechaniker.
Oder kaufen Sie extra eine stativ für GiroII. So geht es auch. Ich habe es im Fernrohrland mit stativ gehoben wirklich leichtgewicht. Eine große gepolsterte tasche samt stativ und montierung und Teleskop, und ein Stuhl, fertig.
Also so habe ich es probiert. Es war praktisch, jedenfalls für mich.
Ich habe es nicht live gesehen aber ich denke diese Ayo montierung ist sogar noch besser oder hochwertig.
Aber wie geschrieben live habe ich es nicht gesehen.
Ich habe im Sterne und Weltraum gelesen für ein f/10 Refraktor (es war Celestron 102/1000mm) und da steht auch:
"Ein Refraktor mit spaß potential".
Aber für manche ist es immer noch farbig und unangenehm. Für mich ist das ok.
Mit freundlichen Grüßen
Cihan
 
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Hallo Cihan,
Danke für die Antwort. Eine Giro II, ist die nicht irre teuer? so ein Ding habe ich mal in einem Astrobuch gesehen und ich muss sagen, es hat mich als Azimutalfreundin begeistert. Ich dachte auch an sowas, aber beim Googeln fand ich mal Preise und die waren nicht unter 500€! Gibt es hier im Forum irgendwo Bilder von dieser MOntierung? Mit mehr Details meine ich .....Gruß von Anette
 
Hallo Anette,
hier ist ein Link zur Giro II,
die ist nicht so teuer, wie Du befürchtest.
http://www.teleskop-service.de/Antares/Montierung/montierung.htm#Giro

Ich habe sie auch und benutze sie für die verschiedensten Instrumente, eine sehr universelle Montierung.

Bei Deinem Refraktor liegst Du mit dem 9mm wirklich an der Grenze der möglichen Vergrößerung (111-fach), bei höherer Vergrößerung schlägt dann der Farblängsfehler schon zu und das Bild verliert an Kontrast und Schärfe. Du kannst Das sehr gut testen, indem Du tagsüber mal eine weiße Hauswandkante oder einen weißen Fensterrahmen betrachtest und dann mal gant kritisch durchfokussierst.
Da siehst Du dann die unterschiedlichen Schärfepunkte für die verschiedenen Lichtwellenlängen.
 
Moin Detlev!

> Bei Deinem Refraktor liegst Du mit dem 9mm wirklich an der Grenze der möglichen Vergrößerung

...kann ich so nicht unterschreiben! Nicht, daß der Eindruck entsteht, mehr an Vergrößerung sei mit so einem 4" f/10 FH nicht möglich. Ich habe so einen Chinesen über 4 Jahre lang besessen und damit ganz hervorragende Beobachtungen an Planeten und Doppelsternen gemacht. Der Farblängsfehler wirkte sich nicht besonders störend aus und bei gutem Seeing sind da auf alle Fälle 200fach drin gewesen. Das auch ist die übliche Leistungsfähigkeit einer solchen Öffnung. Am Mars zur Oppo'99 konnte ich es sogar bis 400x treiben und immer noch Details auf dem Planeten erkennen, und das gar nicht mal so schlecht. Allerdings war auch das Seeing damals spitzenmäßig.
Ein leichter Blausaum muß einen nun wirklich nicht in Panik verfallen lassen.

Meinen damaligen Bresser FH habe ich vor ein paar jahren aus Platzgründen weggegeben, dennoch hat das Gerät einen bleibenden Eindruck bei mir hinterlassen. Deshalb bin ich jetzt froh, seit kurzem wieder einen 4" f/10 zu besitzen (Vixen 102M). Hinter so einem Teil fühle ich mich einfach wohl. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/laugh.gif" alt="" />
 
Hallo Micha,
vielleicht sind das auch "Einzelschicksale"!

Mein langjähriger 120/1000 Danubia (Bresser) FH hat mir auch nicht viel Freude am Planeten oder Mond gebracht. Alles über 100-fach hat das Bild nur noch aufgebläht. Man wusste eigentlich nicht so recht, wo der Focus nun wirklich war.

Unglaublich dagegen die Vergrößerungsmöglichkeiten an meinem kleinen "Formel-1" Refraktor (Du weißt schon...)!
 
Hallo Anette,

äh, was ich nicht ganz verstanden habe, was, glaubst Du, hält Dich ab, beim Dobson auf einem Hocker zu sitzen? Das machen doch wohl die meisten. Und was ist ein Dobson anderes als ein azimutal nachgeführtes Teleskop?

Viele Grüsse

Bernhard
 
Moin Detlev!

> vielleicht sind das auch "Einzelschicksale"!

Denke ich auch. Eine gewisse Streuung ist bei den Chinesen dabei. So schlimm, wie Du das beschreibst, war mein Bresser Uranus seinerzeit nicht, obwohl das Teil bestimmt auch nicht Spitze war. Hat trotzdem gereicht und lange Spaß gemacht.
 
Hallo Astrofreunde,
lieben Dank für die vielen Hinweise...
zunächst mal zur Montierung. So eine Säule macht ja auch Eindruck und ist sogar noch billiger als ein Holzstativ. Ob darauf eine Giro II, die wirklich überzeugend ist, passen würde habe ich aber noch nicht herausgefunden....hat da jemand Erfahrung?
Zur Vergrößerung: nun habe ich gestern bei (vom Vollmond mal abgesehen), sehr klarem Himmel am Jupiter gerade mal bei 6mm noch was rausgeholt, Barlow kann man dann aber total vergessen! Da macht mein f5 aber besser mit! Im 9mm sehe ich den Planeten dann aber wieder klarer im f10 als im f5. Also man muß mir bitte verzeihen, ich habe ja absolut keine Ahnung. Wenn dieser 102/1000 das sogenannte astronomische Arbeitspferd sein soll, ist mein Gaul recht faul....ich hatte ganz ehrlich gehofft, dass mir dieses Gerät im 6mm mit Barlow den Planeten so zeigt, wie er ihn ja auch an Größe nun darbietet, aber eben klarer, dann wärs mein Traumteleskop. Das mit dem Dobson möge man mir auch verzeihen: ich sehe ja immer die Bilder, wo die Beobachter daneben stehen, bei dem hohen Einblick, so komme ich als Nullahnungfrau auf die Idee, das Dobson nur im Stehen geht. Auf Astrotreffs kann ich ja nicht, habe keinen Führerschein, den Rest kann man sich schon denken. Ist es letztendlich so, dass die Okulare mit den hohen Vergrößerungen nur bei Reflektoren einen Sinn machen? Bitte nicht hauen, bin bereit noch viel, viel zu lernen....und freue mich immer riesig auf eure Antworten....Gruß von Anette
 
...ich muss noch was hinzufügen:
Udo Schirpke (Google: Test am Bresser)hat 1999 den Bresser getestet und sah die Cassiniteilung tiefschwarz schon im 10mm ohne Barlow! Das heißt also bei 100 fach kann man, so muß ich als Neuling fragen, in einem f10 mehr sehen als bei 100 fach in einem f5? Und 100 im Lidl sieht ja gleich nur noch mini aus! Bedeutet das, dass eine 100 fache Vergrößerung bei unterschiedlichen Öffnungen und Brennweiten jeweils unterschiedliche Bilder liefert? Ist nicht gleich 1kg Blei genauso schwer wie 1kg Federn? Ich blick da nicht mehr durch....den Optiktest an der weissen Hauswand vom Nachbarn (ca.100m weit) habe ich auch gemacht. Ich muss sagen, dass da der Bresser bei allen Okularen mit oder ohne Barloweinsatz sogar noch im 4mm mit Barlow (!) die Körnung des Fassadenanstrichs deutlich wie eine Mondkraterlandschaft gezeigt hat. Abgesehen von den immer größeren Farbfehlern, die mal mehr oder weniger gelblich, bläulich schimmerten, mich aber nicht störten, denn alles kam trotzdem ziemlich klar raus. Bei Tannennadeln sieht´s dann allerdings jahrmarktmässig aus: fast kitschig umrandet mit einer "Aura" will ich mal höflich sagen. Bei Google fand ich Leute die haben ein Traumequiptment (Andreas Mueller/München) und bezeichnen trotzdem noch ihren zusätzlichen Bresser als ihr Lieblingsteleskop. Das soll es eigentlich für mich auch werden....nun bin ich gespannt, was sich noch zeigen wird.
Für weitere Tipps bezüglich dieses Scopes wäre ich sehr, sehr dankbar! Gruß von Anette
 
Moin Anette!

- 100fache Vergrößerung sind 100fache Vergrößerung - egal, welches Teleskop.
- Ein 70 mm Lidl hat bedingt durch seine Öffnung nicht das Auflösungsvermögen eines Vierzöllers.

Daß die C-Teilung vor Jahren bei 100x erkennbar war, liegt an zwei Dingen: Die Erfahrung des Beobachters - man muß das teleskopische Sehen üben - und zweitens höchstwahrscheinlich an der größeren Saturn-Ringöffnung. Momentan schließt sich der Ring wieder, und das Beobachten der C-Teilung wird immer schwieriger in den kommenden Jahren. Seeing spielt dann auch noch eine Rolle.
 
...danke Dir Winnie, das muss man halt auch alles wissen. Das Saturn nun einfach so verschwindet ist schwer zu verkraften! DAs mit dem teleskopischem Sehen verstehe ich so langsam...Gruß von Anette
 
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