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Erfahrungen mit "First Contact" Polymer zur Optikreinigung

anco1976

Mitglied
Hallo,

nachdem beim letzten Außeneinsatz meine Optik stark unter Taubildung gelitten hat,
bin ich nun bei der Suche nach einem schonenden und leicht anwendbaren Reinigungsmittel auf diese "First Contact" Polymer Lösung gestoßen.
Diese wird auch von der US AIR FORCE und diversen Observatorien zur Optikreinigung eingesetzt und ist in Deutschland erhältlich.
Auf dieser Website PCT – First Contact – MountainPhotonics findet man weiter führende Informationen.

Vielleicht hat jemand von euch schon damit gearbeitet und kann ein paar Tipps hierzu geben.
 

anco1976

Mitglied
Danke Andreas!

Du hast nicht soviel versprochen. Ich möchte mein Televue NP101 damit reinigen. Was denkst du reichen 15 ml oder sollte ich das Starterset zu 114 Pfund nehmen?
 

Andreas-TAL

Mitglied
Ich habe eine 30ml Fläschchen für meinen Spiegel und die Korrektoreinheit verbraucht. Da konnte ich sehr, sehr großzügig auftragen und arbeiten.
In der Summe waren das 534 Quadratzentimeter. Das ergibt also einen Verbrauch von ca. 15-20 Quadratzentimeter pro 1 ml.
Wenn sich das Verhältnis bei dir ähnlich einstellt, dann brauchst Du maximal 7-10 ml.
CS, Andreas
 

Rainmaker

Mitglied
Hallo,

das Zeug mag gut funktionieren, aber der Preis ist echt nicht nach meinem Geschmack. Vielleicht bin ich ja nur ein armer Proll der nicht weiß was gut für seine Optik ist, aber Discofilm hat mich bisher nicht entäuscht. Einfach mit einem weichen Nylonpinsel dünn aufbringen, über Nacht trocknen lassen und abziehen. Preislich bewegt sich das Zeug mit knapp €20,- für 500ml eher in der Dorfliga. ;)


MfG

Rainmaker
 

Andreas-TAL

Mitglied
Keine Chance mit Discofilm (bei mir) - viel zu starke Adhäsion im Vergleich zum FirstContact Polymer. Hab’ das Zeug auch hier. Bei meinem Klevtsov würde Discofilm Teile der HS-Beschichtung mitnehmen. Ergo: In dem Fall alternativlos.
 

P_E_T_E_R

Mitglied
Früher haben wir größere Optiken auch mit Collodion= Kollodium gereinigt, das ist eine sirupartige Lösung von Nitrozellulose in Äther und Alkohol. Das Lösungsmittel verdampft und hinterlässt einen Film, der sich dann mit dem darin eingeschlossenen Schmutz leicht abziehen lässt. Sollte aber wegen dem Äther und der Feuergefahr nur unter einem guten Luftabzug im chemischen Labor angewendet werden.

Collodion is used in the cleaning of optics such as telescope mirrors. After the collodion dries and forms a solid sheet covering the optic, it is carefully peeled away taking contamination with it.

Vermutlich funktioniert FirstContact (mit einem anderen weniger gefährlichen Lösungsmittel als Äther) auf ähnliche Weise.

 

Rainmaker

Mitglied
Hallo,

eigenartig, bei mir geht der Film recht leicht ab und hat noch nie für Beschädigungen gesorgt. Von der Reinigung mit Kollodium habe ich vor einer kleinen Ewigkeit glaube ich bei Oberndorfer auch mal gehört, aber für meine damals noch sehr kleinen Optiken hat Isoprop damals gereicht. Heute würde ich es glatt mal ausprobieren, aber in den letzten Jahren ist extrem viel verboten worden, weil wir angeblich alle zu Terroristen geworden sind. Selbst bei Kleinmengen von Aceton (50ml) stellt man sich inzwischen extrem an. So langsam macht es keinen Spaß mehr, wenn man als Normalbürger ständig für das Böse in Person gehalten wird. Ich warte noch auf den Tag wo Geschirrspühlmittel nur noch an Leute abgegeben werden, die Geheimdienstlich überprüft wurden und einen vierwöchigen Kurs über den richtigen Einsatz und korrekte Entsorgung des Restwassers gemacht haben.


MfG

Rainmaker
 

joetaiga

Mitglied
Hallo,

das Zeug mag gut funktionieren, aber der Preis ist echt nicht nach meinem Geschmack. Vielleicht bin ich ja nur ein armer Proll der nicht weiß was gut für seine Optik ist, aber Discofilm hat mich bisher nicht entäuscht. Einfach mit einem weichen Nylonpinsel dünn aufbringen, über Nacht trocknen lassen und abziehen. Preislich bewegt sich das Zeug mit knapp €20,- für 500ml eher in der Dorfliga. ;)


MfG

Rainmaker
Hallo Rainmaker

Würde damit auch Schmierfett von Filteroberflächen weggehen? Ich habe leider den Fehler gemacht, meine T2 Gewinde einzufetten, weil sich diese immer festgesetzt haben und in der Sommerhitze hat sich das munter verteilt. Mit den gängigen Reinigungssets auf Alkoholbasis schiebt man das Zeug leider nur hin und her.

Und wo kann man das bestellen? In den gängigen Webshops habe ich das nicht gefunden. Ich habe im Internet noch Senorfilm gefunden. Das scheint mir aber deutlich teurer zu sein. Große Oberflächen muss ich nicht reinigen. Nur 1,25" Filter und den Klarglasfilter der Kamera.

Danke und Grüße,
Joachim
 

Andreas-TAL

Mitglied
Die Filter sind doch (eher) klein und nicht fest verbaut. Was hindert es die in ein verdünntes, lauwarmes Bad aus Isopropanol und / oder Spüli zu legen, dort (wenn es sein muss 1-2-3 ... Stunden) liegen und entfetten zu lassen, danach großzügig abzuspülen und die letzte Runde mit destilliertem Wasser zu erledigen?
Das Filmzeug ist doch nur die UltimaRatio wenn es einen Bereich betrifft, den man nicht feucht oder mit Wischen reinigen kann/soll.

Sensorfilm haftet nach meiner Erfahrungen noch stärker als Discofilm und der meinige Sensorfilm ließ sich beim ersten Mal auf dem Klarglas des CCD Chips nicht abziehen (bzw. Abziehlasche ist abgerissen) und der Film konnte beim zweiten Ansatz auch nicht komplett rückstandsfrei abgezogen werden. Auf dem Klarglas über dem CCD-Chip blieben im Randbereich kleine Reste von Sensorfilm (ähnlich zu Kalkrändern beim Trocknen von Wassertropfen). Da war er wohl zu dünn aufgetragen und ist abgerissen.

Bei der dann notwendigen, dritten Runde, ging es dann. War aber in der Summe viel nerviges Kleinklein ...

Andreas.TAL
 

Rainmaker

Mitglied
Hallo Joachim,

ich schätze das wird mit Discofilm und Konsorten nicht gehen. Mit Alkohlen kann es funktionieren, aber man braucht wohl etwas mehr Lösemittel und den richtigen Alkohol. Das einfachst dürfte sein die Filter aus der Fassung zu nehmen, wenn möglich, und sie in warmem Spühliwasser zu waschen. Vielleicht auch in so einem kleinen Waschbad für Brillen mit Ultraschallunterstützung. Das Bad ruhig mehrfach mit frischem Wasser wiederholen, dann löst sich meist Öl und Fett. Falls nicht muss man mit etwas größerem Geschütz ran ...


MfG

Rainmaker
 

Hoschie

Mitglied
Moin,
kleine Anmerkung zur Menge: Dein Reinigungslappen / -Büschel / Whatever sollte im Idealfall nass sein, also gut durchtränkt und nicht nur feucht. 15 ml kommen mir dafür recht wenig vor, das reicht vielleicht für einmal wischen.
Reinigungsmittel auf den Lappen kippen, den Lappen einmal mit einer Schwenkbewegung ausschütteln, dann hast du die richtige "Nässe".
Mit Ultraschall wäre ich eher vorsichtig, wenn dann nur kurz und nicht zu häufig. Auf mikroskopischer Skala ist das eine recht große Belastung für die Oberfläche.
 

anco1976

Mitglied
Nochmal vielen Dank an Andreas-TAL für die Erfahrung mit First Contact. Optik gereinigt mit Zahnseide Abreisslasche und perfekt. Habe ca. 12 ml verbraucht. Ein Versuch ein Treffer! Teuer aber empfehlenswert(y).
Vorrat reicht mind. für 3 weitere Reinigungen. Hoffen nicht zu schnell!!!
 

Andreas-TAL

Mitglied
Gern geschehen!
Freut mich sehr, dass sich das problemlos darstellen ließ.
Du bringst es auf den Punkt: „Teuer, aber empfehlenswert“ - das unterschreibe ich auch.

Andererseits - manchmal denke mir: „Ich leiste mir Optiken im (unteren, mittleren, oberen ...) vierstelligen Bereich und dann jammere ich, wenn ich 0,25 - 1% des Kaufpreises für eine Prozess ausgeben soll, muss ..., der dieses teure Teil wieder in Richtung seiner optimalen Leistung schriebt“.
Ist ja auch irgendwie seltsam, die Relation ...

(Wenn die Flaschen ungeöffnet sind, altert das Polymer nicht (in unseren zeitlichen Maßstäben), sonst für sehr guten Luftabschluss sorgen, damit nichts diffundieren kann. Lichtgeschützt lagern, UV Licht baut dessen rote Farbe ab. Es funktioniert zwar trotzdem, aber man sieht dann den Auftrag und die Auftragsdicke weniger gut. Es gibt einen Verdünner um nach längerer Lagerung ggf. die Viskosität neu einzustellen.)

Ach ja - und dass das mit Zahnseide klappt ist schön zu lesen. Das hatte ich mir, ob der unzugänglicheren Korrektoreinheit nicht getraut, sondern habe wesentlich dickere Schnüre verwendet.

CS, Andreas.TAL
 
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