Erfahrungen mit Nikon Aktion VII 10x50 gesucht

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AstroCarsten

Aktives Mitglied
Hallo,

hat jemand Erfahrungen mit dem Nikon Aktion VII 10x50 Fernglas? Wie sieht es mit der Verarbeitung und der Abbildungsleistung aus? Ist es sowohl für Beobachtungen der Natur als auch des Sternenhimmels einsetzbar?

Bisher benutze ich ein Vixen Apex Pro 8x32. Würde sich der Aufstieg lohnen und bei der astronomischen Beobachtung bemerkbar machen?

Viele Grüße

Carsten
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Das hatte ich mal 3 Tage.
Die Brücke des Okularträgers war wackelig wie ein Lämmerschwanz.

Das Glas hat einen starken Globuseffekt, nicht so schlimm bei astronomischem Einsatz, aber am Tage ist´s nicht mein Fall.

Der Blick bei Licht in Baukronen ergibt ein purpurnes Farbwunder. So ähnlich muss LSD wirken ;-)

Reflexionen waren da, ist aber nicht so schlimm gewesen.

Die Erfahrungen waren Grund dafür, weswegen ich seit einiger Zeit ein Dekarem besitze.

Grüße
Carsten
 
Hallo AstroCarsten,

ich hab das Nikon Action VII 10x50 vor ca. 2 Wochen bei einem gemeinsamen Spechteln mit anderen Sternfreunden in der Hand gehabt und kurz angetestet. Das was BremerStern schreibt, stimmt im großen und ganzen mit meinem Eindruck überein. Die Okularbrücke wackelte zwar (noch) nicht, macht aber keinen sehr vertrauenserweckenden Eindruck. Ansonsten war die Verarbeitung recht ordentlich. Die Abbildung war relativ sauber in der Mitte, Farbe ist mir vor allem aufgefallen, wenn der Einblick nicht so ganz optimal war und natürlich wenn man weiter am Rand des Gesichtsfeldes beobachtet. Mir persönlich ist es für den normalen Preis von > 100 EUR zu teuer.

Ach ja, die Augenmuscheln fand ich schlecht.

Meine subjektiven Eindrücke ...

Gruß
Adson
 
Hallo Carsten,

habe u.a. das Nikon Aktion VII 10x50 sowie das 7x35. Kann mich den beiden Vorrednern in wesentlichen Teilen nicht anschließen.

Von allen Ferngläsern dieser niedrigen Preisklasse, die ich testen konnte, bieten diese beiden Nikons das mit Abstand beste Preis-Leistungs-Verhältnis: Die Abbildungsleistung beider Gläser ist gut bis sehr gut: Helle, kontrastreiche Bilder, die man eher bei deutlich teureren Porro-Gläsern findet. Farbsäume kann ich bei allerbesten Willen nicht feststellen, weder bei Tag noch bei Nacht! Reflexe halten sich in Grenzen. Die Verzeichnung ist allerdings beträchtlich, die Randschärfe nicht gut, aber im Bereich bis etwa 50° ist sie sehr gut.

Die Verarbeitung ist recht gut, das Einblickverhalten auch für mich als Brillenträger sehr gut. Der Mittelsteg ist in der Tat eine Schwachstelle, aber bei keinem Fernglas unter 100 EUR besser. Im Niedrigpreissegment gibt es keine besseren Ferngläser als diese Action-Gläser von Nikon! Klar, wenn ich den direkten Vergleich mit meinen Fujinons, v.a. dem 10x50 habe, ist klar, welches Glas das bessere ist (v.a. Randschärfe und Verzeichnung), aber dafür bekommt man für den Preis eines Fujinons auch 5-6 Nikon-Gläser, mit denen man sicher lange Jahre seinen Spass haben kann. Und das niedrige Gewicht prädestiniert die Action-Reihe von Nikon, um sie bei Tag immer dabei haben zu können.

Mein Tipp: Im direkten Vergleich von Ferngläsern im Niedrigpreissegment sehen, was Nicht-Nikon-Gläser nicht ansatzweise bringen.

CS

Serenitatis
 
Hallo Carsten,

ich habe vor einiger Zeit einige Ferngläser dieser Preisklasse in die Hand genommen und
bin schließlich bei einem Nikon Aktion VII hängen geblieben, da es mir den besten
Eindruck vermittelte.
In einem recht ausführlichen Test (zw. 8x40 und 10x50) in und vor dem Laden habe ich mich dann
für das 8x40 Glas entschieden, weil es handlicher und ruhiger zu halten ist.
Ich habe noch ~90 € bezahlt und empfand das als preiswert im Wortsinn, inzwischen sind die Gläser
sogar noch etwas günstiger zu haben.
Mein 12jähriger Neffe hat das Glas nun schon länger im häufigen Gebrauch, ich konnte kürzlich
noch Mal durchsehen. Das Glas hat ihm standgehalten, es ist nach wie vor ok. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/cool.gif" alt="" />

CS
*entfernt*
 
Hallo,

wenn ich das so lese, habe ich fast die Vermutung, dass es verschiedene "Generationen" dieses Modells gibt? Ich habe durchaus auch schon mit einem 10x50 Meade vom LIDL beobachtet und hatte mir eigentlich von dem Nikon mehr erwartet. Ein ähnlich teures Minolte in meinem Bestand macht irgendwie "mehr her". Mit zunehmendem Alter komme ich aber immer mehr zu der Überzeugung, dass man sich ein paar Gläser der geplanten Preisklasse einfach mal im direkten Vergleich ansehen muss und nichts auf Meinungen anderer Leute geben kann und sollte <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Gruß
Adson
 
Hallo Adson,

ich hatte auch das zu der Zeit aktuelle ~100 € Minolta in der Hand. Das Glas ist auch sein Geld wert.
Gut möglich, dass mein Einzelstück von Minolta nicht ganz so gut innerhalb der Serientolleranzen war
wie mein Einzelstück von Nikon, außerdem habe ich sie nicht direkt vergleichen können sondern mit
zeitlichem Abstand.
So lassen sich unterschiedliche Eindrücke schon erklären, ohne dass es gleich Hauen und Stechen gibt. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
"Mein" Nikon fiel durch ein sehr klares, scharfes, farbneutrales Bild und guten Kontrast
auch an harten Kanten auf und hatte dort auch auf der Achse keinen nennenswerten Farbfehler.
Das Lidl hatte ich seinerzeit auch zu Hause, da lagen Welten dazwischen.
Ich sehe ohnehin zu, dass ich genau das Glas kaufe, welches ich für gut befunden habe.

CS
*entfernt*
 
Hallo,

das ist ja immer das Problem, weshalb man mit zunehmender Erfahrung und Erkenntnis der eigenen Anforderungen nur selbst bestimmen kann, ob ein konkretes Glas für die geplanten Anwendungen geeignet ist. Das geht eben nur durch Anfassen, Ausprobieren und vor allem Durchschauen.

Die einzigen "Testberichte" oder besser gesagt: Meinungsäußerungen zu Ferngläsern die ich einigermaßen ernst nehmen würde, sind die von Holger Merlitz und Frank Schäfer. Händlern glaube ich auch kein Wort, mit Einschränkung Simone Hauptmann. Nein, ich bin nicht mit ihr verwandt oder verschwägert und auch nicht am Geschäft beteiligt.

Das beste Gespräch der letzten 4 Wochen hatte ich mit einem Optiker, der mir wärmstens Bresser Schrott für 95 EUR empfahl, der im Internet lt. Bresser Website für 49 EUR zu haben ist. Da fehlen einem die Worte.

Gruß
Adson
 
Hallo Carsten,

bei den "Billig-Markengläsern um 100€" (waren früher mal Nikon, Minolta, Olympus und Pentax heute sind Minolta und Pentax mehr oder weniger weg und Olympus ist wohl nicht mehr ganz "up to date" mit der Vergütung der Optik) ist zumindest eins immer gut gewesen: man bekam keine falsch eingestellten ("dekollimierten") "Kopfwehgläser" und auch die optische Qualität war durch kontrollierte Fertigung Klassen einheitlicher und besser als z.B. bei Lidl Bresser (bei Lidl ist normalerweise etwa 1 von 3 brauchbar!!!!).
Evtl. hat sich das inzwischen geändert, aber wer nicht gleich um 500€ zahlen oder sich auf TS verlassen will, ist mit diesen klassischen Porro-Gläsern, die auch noch robust und leicht sind und bis auf Pentax - die sind da "mickrig"- ein sehr schönes Weitwinkel-Gesichtsfeld von 65° haben, eigentlich immer ganz gut beraten gewesen.
Wenn Du allerdings ein "upgrade" von deinem vorhandenen Top 8x32 suchst, ist sicher eher ein 10x50 der "Spitzenklasse" angesagt, wenn sichs lohnen soll: z.B. das Fujinon (oder evtl. dessen Nachbau, der bei TS als "Marine" verkauft wird). Oder das Nikon SE 12x50 - gibt's zur Zeit bei www.dnet24.de unter 700€ und ist laut Holger Merlitz eines der besten Astrogläser (leicht! Zentralfokus!).
Noch mehr siehst Du aber auf alle Fälle mit einem "echten" Astroglas, z.B. einem 20x60 oder 20x80 (z.B. TS Triplett) auf Stativ.
Die Entscheidung ist nicht ganz einfach, aber vielleicht ist ein gebrauchtes Zeiss Jena Dekarem 10x50 für ca. 200€ der beste Kompromiss? (bin zwar selbst nicht so der Fan dieses Glases, aber es gilt hier im Forum als optimaler Kompromiß in der Preisklasse- schau jedenfalls mal durch, bevor Du's kaufst)

Gruß

PS: für "Betrachtungen der Natur" würde ich kein 10x50 nehmen, ich muß immer schmunzeln, wenn mir im Gebirge Leute mit diesen "Dinosauriern" begegnen - obwohl sie dann abends eben ein "vernünftiges" Glas dabei haben auf der Hütte. Für Natur ist für mich das Optimum Canon 10x30 IS oder 12x36IS (besser bei Astro, schlechter bei Klobigkeit und Naheinstellgrenze).
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Vixen 10x50 als Alternative?

Hallo,

danke für eure Antworten.

Wären die Vixen Ascot (ca. 200 €) oder Apex Pro (ca. 500 € ) in 10x50 eine gute Alternative?


Viele Grüße

Carsten
 
Re: Vixen 10x50 als Alternative?

Wenn Du jetzt schon bei 500 EUR bist, würde ich Dir empfehlen - falls DU kein Brillenträger bist - auch mal einen Blick auf ein gutes Carl Zeiss Jena Jenoptem/Dekarem 10x50 zu werfen. Die kriegst Du im TOP-Zustand für 200 - 250 EUR und hast ein hervorragendes Astro-Glas. Achte auf eine möglichst hohe Seriennummer (bessere Vergütung) und auf einen guten Zustand der Optik - bei eBay gibts manchmal Prismen mit Muschelbrüchen, dejustierte Optiken (runtergefallen ...), Pilzkulturen und sonstige Gurken.

Das Vixen Apex Pro find ich persönlich nicht schlecht, aber die 87 m Sehfeld auf 1000 m sind nicht sonderlich viel ... Ich persönlich bevorzuge ein großes Gesichtsfeld, und davon bietet z.B. das Zeiss Jena jede Menge.

Für 500 EUR dürftest Du auch hin und wieder mal Glück haben und ein Fujinon 10x50 als Schnäppchen bekommen. Ich hatte vorige Woche dieses Glück, dieses Glas ist am Himmel eines der Besten was man für Geld kaufen kann. Der Blick nach oben ist sowieso nicht mit Geld zu bezahlen <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Gruß
Adson
 
Hallo Bernhard,

da haste mich aber wieder mal erwischt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ... aber auch ein bissel aus dem Zusammenhang heraus.

Testberichte und Meinungen von Experten wie den genannten sind hilfreich, bei der Vorauswahl von in Frage kommenden Ferngläsern.

Wenn also z.B. Holger Merlitz schreibt: Das Glas A und das Glas B sind so schlecht nicht, Glas C ist eher grenzwertig - dann kann man seine eigene Auswahl auf A und B einschränken. Aber - und das schreiben ja die wirklichen Experten auch - man darf solche Tests nicht verallgemeinern sondern muss schon sehen welches Glas individuell passt.

Im hier ursprünglich angefragten Preis-/Leistungsbereich ging es ja um die 100 EUR Klasse. Da ist vermutlich die Streuung am größten und die Aussagefähigkeit von einem oder auch zwei "Erfahrungsberichten" am geringsten.

Deshalb formuliere ich nun mal im zweiten Anlauf: Je weniger ein Fernglas kostet, um so mehr muss man sich selbst eine Meinung bilden. Was nicht heißt, dass man bei höherpreisigen Gläsern um den eigenen Test herumkommt <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />

Ach is das kompliziert mit dem Formulieren ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Viele Grüße
Adson
 
... oder anders gesagt: nichts ist so wichtig, wie SELBST durch DAS Glas zu schauen!

Bei der Bewertung von Fernoptiken spielen wahrscheinlich 90% rein subjektive Faktoren eine Hauptrolle (d.h. beeinflußt durch die individuelle Wahrnehmung des Menschen).

Was stehen uns denn schon für objektive Daten (d.h. Daten, die vom Empfinden des Betrachters unabhängig sind) zur Verfügung?
Gewicht, AP-Durchmesser, reales Sehfeld, ... vielleicht mal die Auflösung in Bogensekunden, aber das alles reicht nicht für eine persönliche Einschätzung des Objektes.

Expertenmeinung kann dann bei der weiteren Auswahl behilflich sein, z.B. zur Überprüfung der eigenen Feststellungen. Aber DURCHSCHAUEN muß man selbst.

Grüße
Carsten
 
Hallo Adson und Carsten,

den eigenen "Durchblick" und letztlich auch die eigene Meinungsbildung kann man niemandem nehmen (Gott sei Dank!). Aber ich denke gerade für Anfänger ist so ein Forum schon eine nützliche Sache, wenn sie von erfahrener Seite Tipps und Ratschläge bekommen, auch wenn die Ratgebenden nicht Holger Merlitz und Frank Schäfer oder gar Walter E. Schön (Forum Jülich) heißen. Diese Fachmänner äußern sich auch meist nur zu ihren Spezialgebieten: Physik, Optik, Militärferngläser, Eigenbau etc. Für den Fernglasanfänger der nachfragt ob er sich bei eBay ein 50x70 Profifernglas für 30 Euro zulegen soll, sind diese Herren kaum zuständig.

Und für die erfahrenen Fernglasbenutzer unter uns ist es doch z.B. auch ganz interessant zu lesen, ob der Nutzer X (Adson) und der Nutzer Y (Bernhard) zu ähnlichen Feststellungen beim Durchblick durch das Fujinon 10x50 kommen. Wenn man über die Vergleichsmöglichkeit verschiedener Ferngläser verfügt (ich hab` meine alten Gläser nie verkauft, außer meinem ersten eigenen Glas, einem Leitz Trinovid 10x40 - leider!), ist es gar nicht so schwer Ferngläser zu beurteilen. Wo dann letztlich die Prioritäten gesetzt werden, steht auf einem anderen Blatt: Der eine bricht schon bei dem Gedanken an ein 800 Gramm schweres Fernglas in Schweiß aus, für den nächsten sind anderthalb Kilo gerade richtig! Der eine mag riesige Sehfelder (auch wenn man am Rand vielleicht nichts mehr erkennen kann), dem anderen ist ein kleines, aber nahezu perfektes Bild wichtiger.

Was mich wirklich stört, ist, wenn wir uns hier im Forum gegenseitig die Kompetenzen absprechen: Wo einer dem anderen empfiehlt, ihn zu seinem persönlichen Fernglasberater zu machen, weil dieser überhaupt nichts von Ferngläsern verstünde, dieser wieder behauptet, für ihn seien hier im Forum nur die Meinungen von H. Merlitz und F. Schäfer einigermaßen ernstzunehmen.

In der Hoffnung, das alles falsch zu verstehen, verbleibe ich mit freundlichen Grüßen

Bernhard Loos
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Einige Leistungsparameter lassen sich testen

... oder anders gesagt: nichts ist so wichtig, wie SELBST durch DAS Glas zu schauen!

Bei der Bewertung von Fernoptiken spielen wahrscheinlich 90% rein subjektive Faktoren eine Hauptrolle (d.h. beeinflußt durch die individuelle Wahrnehmung des Menschen).

Was stehen uns denn schon für objektive Daten (d.h. Daten, die vom Empfinden des Betrachters unabhängig sind) zur Verfügung?
Gewicht, AP-Durchmesser, reales Sehfeld, ... vielleicht mal die Auflösung in Bogensekunden, aber das alles reicht nicht für eine persönliche Einschätzung des Objektes.

Expertenmeinung kann dann bei der weiteren Auswahl behilflich sein, z.B. zur Überprüfung der eigenen Feststellungen. Aber DURCHSCHAUEN muß man selbst.

Grüße
Carsten


Hallo Carsten,

ein wesentlicher Anteil der subjektiven Faktoren laesst sich gluecklicherweise durch vergleichende Tests eliminieren. So ist es sicherlich schwierig, anhand eines einzelnen Fernglases zu beurteilen, wie stark es in der Nacht, bei hellen Lichtquellen, zu Geisterbildern neigt, und unterschiedliche Beobachter wuerden, je nach Erfahrung und Anspruch, zu unterschiedlichen Resultaten kommen. Wenn man jedoch mehrere Fernglaeser vergleicht und feststellt, dass A besser ist als B, welches besser ist als C, dann ist das eine relativ sicher reproduzierbare Aussage, zu der eigentlich jeder Beobachter kommen muesste, unabhaengig von seiner Erfahrung. Die Aussage eines solchen Tests ist uebrigens nicht auf diese Testsituation beschraenkt: Auch am Tage gibt es innerhalb des Sehfeldes ja hell leuchtende Objekte, und auch hier entstehen dieselben Geisterbilder, auch wenn man diese am Tage nicht direkt wahrnimmt. Sie sorgen aber dafuer, dass sich der allgemeine Kontrast des Bildes verringert, d.h. schwarze Flaechen sehen eher grau aus, und feine Farbunterschiede gehen unter. Das erkennt wiederum nur ein erfahrener Beobachter auf den ersten Blick.

Aehnliches gilt fuer diffuses Streulicht in der Daemmerung, Bestimmung der Randschaerfe mit der Sternabbildung oder Bestimmung des Farbstichs mit dem weissen Blatt Papier (wie von Walter E. Schoen vorgeschlagen).

Mit anderen Worten: Durch eine sinnvolle Auswahl von Testsituationen, und durch vergleichende Tests, koennen auch unerfahrene Beobachter einige interessante Aussagen zum Leistungsvermoegen des Fernglases gewinnen, die sich unter Normalbedingungen nur einem erfahrenen Beobachter erschliessen wuerden. Und diese Aussagen kann man anderen Leuten, die sich fuer das Fernglas interessieren, weitergeben. Das reicht dann manchmal schon fuer eine Vorselektion.

Dass es darueber hinaus noch zahllose, eher subjektive Kriterien gibt, wie Einblickverhalten, Balance, Eigenschaften der Fokussierung etc., stelle ich natuerlich nicht in Frage, so dass jeder am Ende doch selbst durchschauen muss, bevor endgueltig gekauft wird.

Viele Gruesse,
Holger
 
... dieser wieder behauptet, für ihn seien hier im Forum nur die Meinungen von H. Merlitz und F. Schäfer einigermaßen ernstzunehmen.


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Hallo Bernhard,

ich schlage auch vor, jeden Beitrag im Forum ernst zu nehmen. Das bedeutet ja nicht, dass man immer derselben Meinung sein muss, und manchmal sind natuerlich auch deutliche Klarstellungen sinnvoll, um Verwirrung zu vermeiden.

Viele Gruesse,
Holger
 
Die Frage der Kompetenz

Hallo Bernhard,

auch das "ernst nehmen" von anderen Meinungen bezog sich ja auf mich und war nicht als Empfehlung im Sinne von "alle anderen sind eh nix wert" gedacht. Oder hast Du <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/knuddel.gif" alt="" /> vermisst, dass ich Dich in meine persönliche Experten-Liste aufgenommen habe? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> << BEACHTE DEN SMILEY!!! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />

Aber ich lese jeden Beitrag hier gern, egal was da steht, auch wenn ich persönlich anderer Meinung bin. Eigentlich ist der Toleranzlevel hier doch sehr hoch, man kommt sich gern entgegen und so sollte es auch sein.

So, ich bin nun verunsichert. Simone H. will mir ein Swift 7x36 verkaufen. Ein feines Fernglas <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/Spitze.gif" alt="" />, keine Frage. Aber ob es für mich und meine Anforderungen geeignet ist? Eine schwere Entscheidung. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" /> Was sagen die Experten? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/totlach.gif" alt="" />

Gruß
Adson <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/i_respekt.gif" alt="" />
 
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Hallo,

was ich noch sagen (schreiben) wollte....

Das Fernglasangebot heutzutage ist doch enorm, wenn man das mal mit früher vergleicht. Was gab`s denn da? Zeiss West/Ost, Leitz, Optolyth, Steiner, Porst, Revue usw. Jede Firma mit nur recht wenigen Modellen (die jahre/jahrzehntelang im Sortiment waren) vertreten. Wieviele Modelle bietet alleine die Firma Vixen heute an?

Ganz anders die Situation im Handel: Früher gab`s an fast jeder Ecke in der Stadt ein Fotoladen/Optiker mit Ferngläsern im Angebot. Da konnte man mit drei oder vier Gläsern vor die Tür gehen und probieren. Heutzutage sterben diese Geschäfte in den Innenstädten aus! Dafür blüht der Internet/Versandhandel. Da ist es schon sehr hilfreich, sich vorab über so ein Forum zu informieren!

Gruß,
Bernhard
 
Re: Die Frage der Kompetenz

@Holger:

Ich muß da manchmal an meinen letzten Kauf denken, an mein Docter 7x40 BGA. Sicher ist unstrittig, dass die gesamte Fachwelt diesem Glas als etwas 'dunkel' (Transmission) und leicht gelbstichig beurteilt, an sich Merkmalsausprägungen, die jeden Interessenten beim Lesen schon abschrecken müssten.

Irgendwie hatte ich mich aber doch zu einem Test entschlossen und so musste ich feststellen, dass trotzt der weitläufigen Meinung diese beiden (vorhandenen) Merkmale für mich relativ irrelevant waren.

So ist der Entschluß, ein spezielles Glas zu kaufen (oder einen Gegenstand überhaupt) ja häufig das Ergebnis aus selbst gemachten Erfahrungen und dem Wissen anderer Menschen (dieses kann den Entscheidungsprozess sehr beschleunigen).

Grüße
Carsten
 
Re: Die Frage der Kompetenz

Hallo BremerStern,
danke für Dein Hilfsangebot <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" />

Langsam wird es hier unübersichtlich ... Also, ich verkaufe so nach und nach meine Ferngläser, die nicht brillentauglich sind, da ich perspektivisch mehr mit Brille beobachten will/muss (beginnender Astigmatismus zus. zur schon längeren Kurzsichtigkeit).

Meine Anforderungen waren vor ca. 2 Wochen:

1. ein universelles "Mittel-Groß-Glas", Schwerpunkt Astro -> günstig (fast geschenkt) ein Fujinon 10x50 FMT-SX-2 gekauft, erledigt und zufrieden

2. ein kleineres Glas "für alle Gelegenheiten" (und für meine Frau), Preisklasse max. 700 EUR -> von Simone zum testen bekommen habe ich ein Swift Eaglet 7x36 und ein Docter 8x42 B/CF, außerdem hab ich ein Nikon Monarch 8x42 getestet (nicht mein Fall) und noch ein Vixen Apex Pro (auch nicht mein Fall). Von der optischen Leistung find ich das Swift recht gut, vor allem wenn man den Preis bedenkt. Alles andere (Haptik, "Gefühl" usw.) spricht fürs Docter 8x42 B/CF, welches zwar etwas größer und etwas schwerer aber insgesamt für mich "stimmiger" ist. Ach ja, ein Canon 10x30 IS stand auch noch zur Debatte ..., endgültige Entscheidung noch nicht getroffen

3. Perspektivisch (ca. 1 - 3 Jahre) soll als Ersatz fürs CZJ 15x50 Pentekarem ein Fernglas mit min. 15x und adäquater Öffnung angeschafft werden, noch keine konkreten Kandidaten in Sicht, Bedingung auch hier: Brillenträgertauglich, schön wäre ein schräger Einblick.

Also der Punkt 2 steht momentan konkret an, ich habe eine schwere Entscheidung vor mir <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> ... oder sollte ich ein Docter 7x40 B kaufen? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" />

Gruß
Adson
 
Re: Die Frage der Kompetenz

Nicht einfach was ? ;-)

Also mein 7x40 BGA ist schon ein ziemlicher Brocken (knappe 980gr., mein ich), es hat dazu auch noch Einzelokulareinstellung (die wg. 7-fach mich aber nicht stört).

Was an dem Glas wirklich hervorzuheben ist:
- Auflösung
- Kontrast
- Randschärfe
- AP-Längsabstand (ca. 20mm)
- Robustheit

Es hat irgendwie diesen (hier wurde es mal gesagt) "ease of use"-einblick !

Mal abgesehen davon kommen dann solche Nebennutzen in´s Spiel, z.B. wegen des riesigen AP-Längsabstandes musste ich (ehrlich) nach knapp einem halben Jahr Benutzung noch NIE die Okulare reinigen. Das Auge ist immer weit genug weg.

Aber Du suchst ja ein "Glas für alle Gelegenheiten", da liegt man mit dem BGA wohl nicht so gut, es ist etwas zu schwer, um es immer dabei zu haben.

Genau an der Stelle punktet das Swift Eaglet. Es ist zwar nicht auf 'Kompaktniveau', aber doch leicht und recht klein.
Dazu recht Lichtstark. Wenn Du Dich (vielleicht wegen der Wackelei) auf 7-fach festlegen würdest, wäre das sicher eine Empfehlung von mir.

Grüße
 
Re: Die Frage der Kompetenz

Nein wirklich nicht so ganz einfach.

Das 7x40 BGA habe ich auch nicht ernsthaft in Betracht gezogen. Derzeit schwanke ich wirklich zwischen dem Swift Eaglet und dem Docter 8x42 B/CF. Es wäre einfacher wenn es die Swift Optik in einem Docter-Gehäuse geben würde.

Das Swift ist klein, relativ leicht (~ 600g) und die Optik ist wirklich klasse. Außerdem haben die bei Swift sogar an ein Stativgewinde gedacht ... Was mir nicht gefällt ist die etwas billig wirkende Gummierung, die Fokussierung (kann man sich dran gewöhnen, Simone kann was einstellen) und die Augenmuscheln (auch da kann Simone was ändern).

Das Docterchen wiegt ~ 200 g mehr, hat mehr Öffnung (die ich nicht unbedingt brauchte) und 8x ist schon leicht an der Grenze zum Verwackeln (bei mir, aber ich bin in den letzten Tagen schon besser geworden). Dafür ist die Haptik einfach nur "Sahne", das ganze fasst sich hochwertig an und der Einblick ist einen Tick "besser" als beim Swift. Ach ja und jedes Gramm mehr Gewicht kostet einen EUR extra. Also 200 EUR teurer als das Swift.

Mein "Bauchgefühl" und meine Frau sagen: Kauf das Docter.

Irgendwas anderes sagt: Das Eaglet wäre besser.

Siehste, und da habe ich wieder das Problem: KEINER dieser EXPERTEN kann mir helfen und sagen was ich kaufen soll ... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/mauer.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gruebel.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" />

Gruß
Adson <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/huhu.gif" alt="" />
 
Re: Die Frage der Kompetenz

Oder hast Du vermisst, dass ich Dich in meine persönliche Experten-Liste aufgenommen habe?

<img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/frown.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/blush.gif" alt="" />

Na ja, was nicht ist, kann ja noch werden.... <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/knuddel.gif" alt="" />

Gruß,
Bernhard
 
Die Experten-Frage!

Hi Bernhard,

dann tu mal was für Deinen EXPERTEN-Status und sag mir, was ich kaufen soll <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/smile.gif" alt="" /> ...

Nachtrag: Ich sehe gerade, dass Du vor ca. 1 Monat in einem anderen Thread eine Diskussion um das Fujinon 7x50 FMT-SX hattest (mit Hanz). Da hast Du das FMT als Universalglas gepriesen, auch im Vergleich zu Deinen Zeiss-Scherben <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" /> ... also sollte ich mir lieber zum FMT 10x50 noch ein günstisches 7x50 kaufen? Ich hab ja nix gegen Porro, wenn auch das 7x50 ein ganz schöner Klopper ist <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/gutefrage.gif" alt="" />

Gespannt grüßt
Adson
 
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet:
Re: Die Experten-Frage!

Hallo Adson,

da hättest Du ohne Zweifel ein schönes Zwillingspärchen!

Da Du ja schon das 10x50 hast, kannst Du Dir das 7x50 wohl schon gut vorstellen. Die Unterschiede aus meiner Sicht: Noch etwas bessere Schärfe (Rasiermessermäßig) die zum Rand etwas stärker abfällt, zeigt weniger Reflexionen (Streulicht), auch Okularseitig (größere Augenschnittweite). Vergrößerungsbedingt sehr viel größere Schärfentiefe und weniger verdichtete Perspektive, die sehr plastisch rüberkommt. Die gutlaufende Einzelokulareinstellung ist dementsprechend sehr viel seltener (je nach Beobachtungsgewohnheiten) zu bedienen. Das 10x50 bietet das deutlich größere scheinbare Sehfeld (65° zu 52,5°)

In der Tat ist das 7x50 mein ständiger Begleiter (außer meiner Frau und unserem Hund) auf meinen Spaziergängen - für mich die Nr. 1 unter meinen Gläsern. Wenn ich mal das 10x50 mitnehme (für Fernblicke von Aussichtspunkten), dann bekommt meine Frau das 7x50. Meine Frau benutzt das 7x50 ausgesprochen gerne, auch über das Gewicht hat sie noch nie geklagt (nun gut, wir unternehmen auch keine stundenlangen Wanderungen, die mag unser "Großer Schweizer" nicht so).

Zu den anderen Gläsern kann ich Dir leider nicht viel schreiben, weil ich sie nicht kenne. Das 7x36 hat vom Sehfeld her, 6 m weniger als das Fujinon 7x50. Unter 130 m auf 1000 m würde ich bei 7-fach nicht gehen wollen, gerade bei Astro-Beobachtung, wo allerdings die 5,2 AP des 7x36 größtenteils nicht schlecht wäre. Den Vergrößerungsschritt von 7- zu 10-fach find` ich sinnvoller als von 8- zu 10-fach, was aber kaum auffällt, so lange man nicht beide Gläser parallel verwendet. Das 7x36 hat ja auch eine extreme Naheinstellung von 1,2 m, brauchst Du die? Du hast ja beide Gläser vor Dir, da hilft nur ständiges Vergleichen unter den verschiedensten Bedingungen: Streulichttest mit Straßenbeleuchtung und anderen Lichtquellen; Dämmerungstauglichkeit, unabhängig von der in etwa gleichgroßen AP, Astro-Beobachtung usw.

Ich glaube, dass ich es Dir mit meinen Ausführungen auch nicht leichter gemacht habe. Aber wie Du Dich auch entscheidest, eine "Gurke" wird nicht dabei sein! Und es wird auch bestimmt nicht das letzte Fernglas sein, dass Du dir kaufst! Ferndiagnose: "Fernglasinfiziert"! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/help.gif" alt="" /> <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/help.gif" alt="" />

Gruß,
Bernhard
 
Re: Die Experten-Frage!

Hallo Bernhard,

Und es wird auch bestimmt nicht das letzte Fernglas sein, dass Du dir kaufst! Ferndiagnose: "Fernglasinfiziert"! <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/help.gif" alt="" />

... es sind ja auch nicht die ersten. Ich verkaufe derzeit nach und nach ca. 25 Ferngläser, davon u.a. fast komplett das Zeiss Jena Sortiment ab ca. 1978; einige Tentos ...

Fernglasinfiziert bin is schon seit 1981, nur war damals die Auswahl doch erheblich eingeschränkter als heute, vor allem da wir in der ehem. DDR zwar einige gute "Scherben" hatten, aber beim Kauf war meist weniger wichtig, WAS man genau bekommt, Hauptsache man bekam ÜBERHAUPT etwas. Auf meinen CZJ Bausatz für ein 50/540 Refraktörchen hab ich fast 4 Jahre warten müssen. Von daher will ich nicht jammern, die Auswahl zu haben ist schon was feines <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/schwitz.gif" alt="" />

Ich hab 'ne Idee, ich frag mal Simone was sie vom Fujinon 7x50 hält <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />

Gruß
Adson
 
Re: Die Experten-Frage!

(...)
Ich hab 'ne Idee, ich frag mal Simone was sie vom Fujinon 7x50 hält <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/pfeif.gif" alt="" />

Gruß (...)
Adson

Ich weiss ja, wie schwer das ist, aber Du weisst, glaube ich, noch nicht genau, was Du haben willst, oder ?

Eben schriebst Du noch "(...) 2. ein kleineres Glas "für alle Gelegenheiten" (und für meine Frau)"

Dann ist das Fuji 7x50 (so gut es auch sein mag) glaube ich, nicht die richtige Wahl?

Was ist am dringlichsten ? Wenn es das kleinere 'Kompakte' ist, dann suche zuerst danach. Oder ............ mache es wie ich: überlege Dir gleich Kriterien für ein komplettes Fernglassortiment! Denn da liegt der Hund begraben: Wirklich interessierte belassen es nicht bei einem Glas, sondern landen später bei 4 Stück oder mehr (wie bei Dir).

Grüße
 
Status
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