Hallo Andreas!
...ich sehe, trotz schönes Wetter wurde noch immer keine SynGuider Bericht geschrieben.
Dann doch lieber viele, auch ganz subjektive Berichte und Erfahrungen.
Deshalb nehme ich mir doch Mut

und schreibe ganz trocken (vielleicht ein klein wenig doch subjektiv) einen Vergleichsbericht - als ob ich mit LACERTA MGEN Entwicklung gar nichts zu tun hätte.
Link zur Grafik:
http://www.teleskop-austria.at/information/ccd-standalone-sy/MGEN_contra_SynGuider.jpg
SENSOR und EMPFINDLICHKEIT:
SynGuider hat eine wesentlich grösseres Sensor, als MGEN. Trotzdem in einen sternenreichen Feld ermittelt der SynGuider ein einziges Leitstern (ca. 8 magn.), die MGEN findet 4 Sterne (bis zu 11 magn.).
(An beide Kameras wurde die maximale Empfindlichkeit eingestellt und auch das verwendete Leitrohr und Himmelsfläche war das selbe.)
PIXELGRÖSSE:
SynGuider hat leicht grössere Pixel, damit braucht längere Leitrohrbrennweite um die gleiche Auflösung/Pixel zu kommen (in Bogensekunden).
KAMERAKOPF POSITIONIERUNG:
SynGuider Kamerakopf ist wesentlich grösser, als das MGEN. SynGuider verlangt (trotz Autokalibration), dass die Pixelreihe an die RA- und DEC-Bewegungen entsprechen.
Bei MGEN ist die Pixelreihen-Ausrichtung egal.
KAMERAKOPF KABEL:
SynGuider Kopf braucht mehrere Kabel (Strom, Handbox, Autoguider-Port, evtl. auch Kameraauslöser durch Interface), welche seitlich von Kamerakopf befestigt sind. Man muss an die Verkippungen (Steckhülse bereich) und Verdrehungen (Pixelreihe an RA/DEC gebunden!!!) achten!!!
MGEN Kamerakopf braucht nur ein Kabel (Verbindung mit Handbox) und es ist an der Rückseite platziert. Alle andere Kabel sind am Handbox befestigt, damit besteht kein Verkippungsgefahr.
LCD BILDSCHIRM:
Das LCD Bildschirm von SynGuider ist noch kleiner, als bei MGEN. Ein wenig gewöhnungsbedürftig, dass das Bildschirm nicht am Handsteuerbox, sondern am Kamerakopf platziert ist. Wegen die gebundene Pixelreihe-Ausrichtung ist das "Lesen an LCD Bildschirm" mit lustigem Turnübungen kombiniert. (besonders bei Verwendung von Newton Teleskop mit OAG, nachdem die Pixelreihen richtig positioniert sind)
Beim MGEN sitzt das Bildschirm an den Handsteuerbox.
GUIDING AUFLÖSUNG (SOFTWARE):
MGEN hat eine Subpixelalgorythmus und kann Positionsabweichungen bereits ab 1/30 Pixel wahrzunehmen (Seeingbedingt wird 1/10 Pixel empfohlen).
SynGuider führt dagegen mit Pixelschritten nach. Rechnet man die verschiedene Pixelgrösse auch dazu, so ist mit MGEN ca. 40-fach (oder Seeingbedingt 13x) bessere Positionierung zu erreichen.
EMPFOHLENES GUIDESCOPE:
Bei SynGuider ist die traditionelle 1:2 Verhältnis empfohlen. Das heisst, wenn jemand mit 1000mm Brennweite fotografiert, soll mit 2000mm nachzuführen. Wegen diesem Verhältnis ist das Leitrohr meistens lichtschwach und schwer - das wirkliche Sehfeld trotz grössere Sensordurchmesser ist gering. Ein willkommene Chance für Händler stärkere Montierung und viele Zubehöre zu vermarkten.
Bei MGEN ist wegen Subpixelalgorythmus ist eine eher unkonventionelle 5:1 oder sogar 10:1 Verhältnis möglich. Im Klartext, wenn jemand mit 1000mm Brennweite fotografiert, braucht nur 100-200mm Brennweite beim Guidscope (hier kann noch preiswert lichtstarke Optiken finden). Deshalb trotz kleinerer Sensorgrösse ist das wirkliche Sehfeld in Stand Alone Autoguider wesentlich grösser (ca. 8x grösseres Bilddiagonal - wenn in Bogenminuten gerechnet wird). Für Händler ist das MGEN eher unwirtschaftlich, da keine grosse Equipment sich dazu verkaufen lässt (ein Sucher und ein Adapterring genug - nicht einmal Parfokal Okular nötig)
VERLÄSSLICHKEIT:
Nachdem ein Leitstern ermittelt wurde, führen beide Geräte gut nach (in 1 Pixel, bzw. Subpixel Bereich). Bei MGEN kann zusätzlich zwischen verschiedene Guide-Algorythmen wählen und wesentlich mehr Parameter manuell einstellen (erfahrene Astrofotografer wissen, dass die Parametrisierung hängt nicht nur von Equipment, sondern auch von Seeing, Wind, Polausrichtung usw... ab)
FAZIT (KUNDENSEITIG):
- SynGuider wird empfohlen, wenn jemand mit relativ kurzer Brennweite fotografieren will und ein SC oder ähnliches sowieso vorhanden ist. Die Montierung muss stark genug sein, den Equipment zu tragen. Die ein-paar wenige Testfotos mit Synguider wurden z.B. durch 80/600 Hauptinstrument fotografiert und mit 8" SC nachgeführt. Das ist eine typische und empfohlene Zusammenstellung für SynGuider-User.
- MGEN wird empfohlen, wenn jemand mit relativ lange Brennweiten und kurzem Leitrohr arbeitet (z.B. 200/1000 Newton als Hauptinstrument und eine 200-er Tele als Guidescope) Viele Kundenfotos sieht man auch mit Sucher nachgeführt.
FAZIT (HÄNDLERSEITIG):
Für Händler ist ein SynGuider besonders wirtschaftlich, da er für wenig Geld einen traditionelle System anbieten kann (wenig Beratung nötig - Zeit sparen!), und der Astrofreund noch viele weitere Zubehöre dazu kaufen wird (Upgrade der Montierung, Langbrennweitige Zweitteleskop, Doppelschiene, Leitrohrschellen, Excenter usw... - Umsatz erhöhen). Was kann ein Händler für sich noch mehr wünschen?

Im ernst: mich haben beide Instrumente überzeugt. Da die Verwendungsbereiche für völlig verschiedene Equipment optimiert sind, wir haben uns entschieden beide Instrumente auf das Sortiment aufzunehmen.
(ACHTUNG: SynGuider versenden wir ausschliesslich nach Österreich, MGEN natürlich weltweit)
Es wäre schön auch Kundenseitige Meinungen zu hören und lesen. Unser SynGuider-Testexemplar ist abholbereit aus Wien (scroll up).
CS: lajos