Erfahrungen mit Takahashi Epsilon bzgl. FHD-Werten

Die Aussage:
Auf die Abbildungsleistung also Sternform hat der Abstand HS <> FS bei ansonsten korrekter Justage keinen Einfluss,
ist schon ein Widerspruch in sich da mit einem unkorrekten Abstand Hauptspiegel zu Fangspiegel keine korrekte / perfekte Justierung mehr möglich ist.

Dann diesmal als Frage:
Was passiert, wenn der HS bei korrekter FS-OAZ-Justage und korrekter Lage der Elemente auf der optischen Achse ein Stück weiter nach vorn oder hinten versetzt wird?

Würde mich über Deinen Input freuen.
 
Hallo Alex

Ich denke wir haben hier aneinander vorbei geredet. Ich denke Du meinst das man den Hauptspiegel nach vorne und zurück versetzen kann. Damit hast Du dann recht. Ich meinte aber das der Fangspiegel nicht nach vorne oder nach hinten versetzt werden darf sondern genau an der Stelle hin positioniert werden muß wie es von der Position des Okularauszugs zwingend vorgegeben wird. Ansonsten treten treten dann die oben beschriebenen Probleme auf. Meistens fangen die Probleme bei der Justierung gerade dann an, wenn der Fangspiegel nicht in richtiger Position vor dem Okularauszug liegt und das ist speziell dann der Fall wenn der Fangspiegel zu weit oder zu nah vom Hauptspiegel entfernt ist vorausgesetzt der Hauptspiegel verbleibt immer an gleicher Position zum Tubusende. Dann liegt auch der Fangspiegel nicht mehr in richtiger Position zum Okularauszug.

Gruß
Peter
 
Ich denke über die Grundsätze einer korrekten Kollimation sind wir uns grundsätzlich einig. Kann man ja auch in vielen guten Posts dazu nochmal durchlesen.
Ich gehe jetzt einmal davon aus das mein Epsilon von Teleskop Austria diesbezüglich einwandfrei justiert wurde. Ich habe so gut wie keinen Tilt (bei APS-C), die Sterngröße ist übers Feld nahezu identisch und mein Autofokus funktioniert absolut zuverlässig. Ebenso sind die Montierung als auch die äußeren Bedingungen bei den untersuchten Bildern unauffällig gewesen.
Was bleibt ist der wirklich eklatante HFR Unterschiede zu den meisten anderen Epsilon Usern. Ich hoffe ich kann demnächst noch ein paar Intra- Extraokular Bilder nachreichen.

CS,
Franz
 
Hallo Alex

Ich denke wir haben hier aneinander vorbei geredet. Ich denke Du meinst das man den Hauptspiegel nach vorne und zurück versetzen kann. Damit hast Du dann recht. Ich meinte aber das der Fangspiegel nicht nach vorne oder nach hinten versetzt werden darf sondern genau an der Stelle hin positioniert werden muß wie es von der Position des Okularauszugs zwingend vorgegeben wird. Ansonsten treten treten dann die oben beschriebenen Probleme auf. Meistens fangen die Probleme bei der Justierung gerade dann an, wenn der Fangspiegel nicht in richtiger Position vor dem Okularauszug liegt und das ist speziell dann der Fall wenn der Fangspiegel zu weit oder zu nah vom Hauptspiegel entfernt ist vorausgesetzt der Hauptspiegel verbleibt immer an gleicher Position zum Tubusende. Dann liegt auch der Fangspiegel nicht mehr in richtiger Position zum Okularauszug.

Gruß
Peter

Hallo Peter,
Schön das wir das aufklären konnten. Korrekte Lage des Fangspiegels zum Okularauszug ist zwingend - bin ich völlig bei Dir.

Verstehe da auch deine Intervention bzw. wo wir aneinander vorbei geredet haben. Wenn man den HS natürlich als fixen Bezugspunkt bzw. Ausgangspunk nimmt, ist der Abstand FS<>HS natürlich vorgegeben durch den Abstand HS<>OAZ.

Grüße,
Alex

@franzjs : Sorry, zurück zum Thema.
 
Ich denke über die Grundsätze einer korrekten Kollimation sind wir uns grundsätzlich einig. Kann man ja auch in vielen guten Posts dazu nochmal durchlesen.
Ich gehe jetzt einmal davon aus das mein Epsilon von Teleskop Austria diesbezüglich einwandfrei justiert wurde. Ich habe so gut wie keinen Tilt (bei APS-C), die Sterngröße ist übers Feld nahezu identisch und mein Autofokus funktioniert absolut zuverlässig. Ebenso sind die Montierung als auch die äußeren Bedingungen bei den untersuchten Bildern unauffällig gewesen.
Was bleibt ist der wirklich eklatante HFR Unterschiede zu den meisten anderen Epsilon Usern. Ich hoffe ich kann demnächst noch ein paar Intra- Extraokular Bilder nachreichen.

CS,
Franz

Hi Franz,

ich bin noch mal ins Archiv abgestiegen. Hier noch mal ein normales und ein Exemplar mit Fehler (recht starke sphärische Aberration):

1741721670987.png


Letzteres hat FHWM-Werte von 2,9 produziert. Das war eine Charge aus etwa Ende 2021. Aber man hat auch an den Spikes gesehen, dass etwas nicht stimmt, da sie fast schon doppelt waren, die Sterne aber definitiv die kleinste Größe hatten:

1741721585738.png


Irgendwie hoffe ich ja, dass es das bei Dir ist. Dann hättest Du zumindest Gewissheit, auch wenn es natürlich nervig ist.

Beste Grüße
Thomas
 
Danke Thomas,

ich brauche nochmal eine halbwegs klare Nacht, dann werde ich nochmal Intra/Extra-Okularaufnahmen machen um Gewissheit zu bekommen.
So wie ich es jedoch beim Autofokus Durchlauf bisher gesehen habe scheint es so zwischen dem obigen gut und schlecht Beisspiel zu liegen.

CS,
Franz
 
Gestern war nun endlich wieder Gelegenheit das Intra- und Extraokulare Sternenscheibchen abzulichten.
Der Intra- bzw. Extrafokale Offset war bei +/- 70 Steps.
Hatte auch noch Aufnahmen mit +/-30 Steps angefertigt, wo es allerdings schwierig wird was zu erkennen.
Immerhin scheint das diffuse Intraokulare Muster wie zuletzt nicht mehr sichtbar. Evtl. war hier noch irgendeine Thermik mit im Spiel.
Ich habe 10 x 1s belichtet (IMX571Mono), gestacked, gestreckt und entrauscht.

Intra_Extra_Epsi160ED_17032025.jpg


Ich würde mal behaupten das sieht für mich stark nach einem Astigmatismus aus.
Was meinen die Experten.
- Ist so etwas noch tolerierbar ? Bei einem Takahasi wohl eher nicht.
- Und hat das auch Einfluß auf die HFD Werte ?

CS,
Franz
 
Hallo Franz,

hast du den Stern für die Aufnahme ins Zentrum gesetzt?
Ein Newton bildet bei korrekter Justage, korrektem Arbeitsabstand im Fokus über das gesamte Bild perfekt ab.
Geht man mit dem Fokus intrafokal, sehen die Sternscheibchen am Bildrand in allen Ecken gestaucht aus (wie in deinem linken Bild - Als würde man das Sternscheibchen von links und rechts zusammendrücken.)
Geht man extrafokal, ist das Sternscheibchen an den Bildrändern so wie in deinem rechten Bild gestaucht (als würde man das Sternscheibchen von oben und unten zusammendrücken.
Im Zentrum bleibt das Sternscheibchen bei den oben genannten Idealbedingung intrafokal und extrafokal rund - der Fangspiegelschatten (die innere dunkle Fläche im Sternscheibchen) wechselt innerhalb des Sternscheibchen die Lage.

Meiner Meinung nach sollte dein Sternscheibchen intra- und extrafokal rund sein, sofern du es um Zentrum aufgenommen hast.

Um einschätzen zu können ob deine Justage tatsächlich perfekt ist, wäre ein intra- und extrafokales Bild über das gesamte Bildfeld hilfreich, um die gesamte Darstellung beurteilen zu können.

Viele Grüße,
Tobias
 
so wie ich die Bildlaufleisten interpretiere, ist der gezeigte Stern fast (bzw. ein wenig nach rechts unten) im Zentrum.
 
Hallo Tobias,

sagen wir mal so, ich habe einen Stern im inneren 20% Bereich auf dem Chip genommen. Mir war wichtig einen Stern zu nehmen der nicht zu hell oder zu dunkel ist.
Der 90° Achswechsel der Ellipse zwischen Intra- und Extraokular sollte dann auch im äußeren Bereich sich ähnlich verhalten.
Prinzipiell scheint meine Kollimation und Tilt-Justage recht gut zu sein, da die Sternform übers Feld recht gleichmäßig aussieht.

CS,
Franz
 
Der 90° Achswechsel der Ellipse zwischen Intra- und Extraokular sollte dann auch im äußeren Bereich sich ähnlich verhalten.
Hallo Franz,

korrekt.
Allerdings sollte im Bildzentrum das Sternscheibchen rund sein und nicht elliptisch.

Prinzipiell scheint meine Kollimation und Tilt-Justage recht gut zu sein

Das ist gut, dann kannst du den Punkt als Fehlerquelle streichen.

Viele Grüße,
Tobias
 
Gestern war nun endlich wieder Gelegenheit das Intra- und Extraokulare Sternenscheibchen abzulichten.
Der Intra- bzw. Extrafokale Offset war bei +/- 70 Steps.
Hatte auch noch Aufnahmen mit +/-30 Steps angefertigt, wo es allerdings schwierig wird was zu erkennen.
Immerhin scheint das diffuse Intraokulare Muster wie zuletzt nicht mehr sichtbar. Evtl. war hier noch irgendeine Thermik mit im Spiel.
Ich habe 10 x 1s belichtet (IMX571Mono), gestacked, gestreckt und entrauscht.

Den Anhang 470211 betrachten

Ich würde mal behaupten das sieht für mich stark nach einem Astigmatismus aus.
Was meinen die Experten.
- Ist so etwas noch tolerierbar ? Bei einem Takahasi wohl eher nicht.
- Und hat das auch Einfluß auf die HFD Werte ?

CS,
Franz

Hallo Franz,

ein sich so um 90° änderndes Sternscheibchen sieht tatsächlich nach Astigmatismus aus.

Hattest du zwischenzeitlich mal den HS ausgebaut? Halteklammern eventuell zu fest?

Man müsste mal den HS drehen bei gleicher Kameraorientierung, was natürlich Neujustage bedeutet, um zu sehen ob die Ellipsen mitwandern.

Grüße,
Alex
 
An der Justage hatte ich bisher noch nicht Hand angelegt. Alles noch im Originalzustand seit Mai 2024. Ich hatte damals schon irgendwie einen Verdacht, die Sache aber nicht weiter untersucht sondern wollte erst einmal den Epsilon nutzen. Da ich aber zunehmend das Gefühl habe das die Performance nicht 100% ist, verstärkt durch meine recht großen HFD Werte (verglichen mit den anderen Epsilon Nutzern hier im Forum), möchte ich der Sache nun auf den Grund gehen.

CS,
Franz
 
Hallo Gernot,
So sollten die Werten auch aussehen. Da scheint bei dir alles zu passen. Auch mit dem Guiding kannst du nicht meckern.
Ich werden nun meinen Epsi an Teleskop Austria schicken, da der Verdacht eines Spiegelproblems sich zunehmend manifestiert hat. Die bei mir recht großen HFR Werte sind offenbar dem Astigmatismus geschuldet.
Darüber hinaus bin sehr dankbar dass sich hier so viele Epsianer eingefunden haben und ihre Daten teilen. Nur so gewinnt man ein Gesamtbild und kann daraus entsprechende Schlüsse ziehen.
Die vorserst letzte klare Nacht gehört nun meinem Quattro 8s während ich den Epsi einpacke.

CS,
Franz
 
Hallo Gernot,
So sollten die Werten auch aussehen. Da scheint bei dir alles zu passen. Auch mit dem Guiding kannst du nicht meckern.
Ich werden nun meinen Epsi an Teleskop Austria schicken, da der Verdacht eines Spiegelproblems sich zunehmend manifestiert hat. Die bei mir recht großen HFR Werte sind offenbar dem Astigmatismus geschuldet.
Darüber hinaus bin sehr dankbar dass sich hier so viele Epsianer eingefunden haben und ihre Daten teilen. Nur so gewinnt man ein Gesamtbild und kann daraus entsprechende Schlüsse ziehen.
Die vorserst letzte klare Nacht gehört nun meinem Quattro 8s während ich den Epsi einpacke.

CS,
Franz

Hallo Franz!

Hattest du schon Kontakt mit TA? Was sagen sie dazu?

CS Gernot
 
Ist gerade am laufen.
Habe aber noch keine Rückinfo.

CS,
Franz
 
Halt uns auf dem Laufenden. Ich bin gespannt, was TA sagt, ob da wirklich was nicht ok ist bei deinem Gerät.
 
Es gab bereits eine erste schnelle Antwort von TA und einen Tipp, falls der Spiegel verspannt eingebaut ist.
Man kann versuchen die 3 gekonterten Schrauben (lt. Takahashi Epsilon Manual die C-Schrauben) an der Rückseite leicht zu lösen (1/4...1/2 Umdrehung).
Lt. Manual soll man da eigentlich nicht rangehen, aber was soll schon noch schiefgehen. Falls es nicht hilft soll ich den Epsilon zurückschicken.
Zum Glück haben wir heute nochmal CS und da werde ich den Versuch wagen und kann dann hoffentlich morgen Positives berichten.

Euch allen CS,
Franz
 
Frage :
Was mich noch interessiert, falls einer der Optikexperten (z.B. Gerd) mitliest, inwiefern sich ein leichter Astigmatismus (siehe Bild oben in Post #39) bei solch einer schnellen Optik auf den HFR Wert auswirkt.
Läßt sich damit alleine der Unterschied zwischen einem HFR Wert von 1,9 zu 2,8 erklären ?

CS,
Franz
 
Im Fokus sieht Astigmatismus wie ein kleines Kreuz aus. Wenn das aber in die FS-Streben läuft bzw. überlagert sieht man es natürlich nicht.

Ich bin zwar nicht Gerd und habe nur angelesenes oder praktisch probierte Kenntnis von Optik aber ja die erhöhten HFR / FWHM Werte werden höchstwahrscheinlich durch den Astigmatismus verursacht, siehe Grafik.

IMG_6103.png

Quelle: Telescope astigmatism

Je nach Intensität sieht man Astigmatismus nur ganz knapp vorm/nach dem Fokus - bei dir scheint der etwas ausgeprägter zu sein.

Ich hätte auch erstmal die Spiegelklammern /-schrauben in Verdacht. Es ist immer wieder erstaunlich wie selbst leichter Druck so ein solide anmutendes Stück Glas punktuell verformen kann.
 
Zuletzt bearbeitet:
Bin noch am Eingrenzen des Phänomens. Zwischenzeitlich sah mein Intra- und extraokulares BS ganz ordentlich aus, jedoch immer noch mit einer leichten ovalen Tendenz. Die letzten Tage dann wieder schrecklich bei extrafokaler Position. Ich fahre dabei maximal +/- 100 Steps aus dem Fokus.
Das leichte Lösen der Schrauben brachte nicht wirklich die Erlösung.
Mit den HFD-Werten bin ich allerdings ein Stück weiter gekommen.
In NINA kommt es darauf an ob man bei den Fokusiereinstellungen mit oder ohne Trendlinie wählt. Ohne Trendlinie komme ich auf HFD Werte von bestenfalls 3.
Mit Trendlinie bin ich dann bei 1,6 ! Obwohl sich der errechnete und angefahrende Fokuspunkt nicht wirklich unterscheidet.
Auch die Werte mit Mofat-FWHM Analyse in PI sind teilweise im günstigen Fall bei rund 2 pix, was offenbar im Vergleich mit anderen Epsilon Usern sehr ähnlich ist.
Ich hoffe ich jage hier keine Geister und komme der Sache noch auf dem Grund.
Fakt ist, das Ding könnte wohl noch besser wenn der Asti weg wäre.
Gerade läuft die eine Session an NGC463. Diesmal habe ich auch einen Lüfter angebaut um thermische Effekte zu minimieren.

CS,
Franz
 
Hallo Franz,

du hast die Halteklammern des Hauptspiegels etwas gelöst korrekt? Wenn du den HS um 30-40% drehst, wäre es interessant zu sehen, ob sich die leicht ovale Sternform mitdreht.

Aber Foluswerte um zwei Pixel sind sehr gut, weniger geht ja eigentlich nicht. Ich liege mit meinen TOA im integrierten Master bei ~ 2,2-2,4 Pixeln (0,78 Bogensekunden/Pixel Auflösung) über das Bildfeld in PI.
 
Ich wollte einen kurzen Zwischenbericht geben was zwischenzeitlich so mit meinem Epsilon läuft.
Nachdem ich mit TA im regen Austausch stand (dickes Lob an den Herrn Hörmer,der sich der Sache wirklich professionell annahm) wurde mir empfohlen das gute Stück zur Überprüfung doch mal einzuschicken. Sobald er in den nächsten Tagen unterm Stethoskop lag weiß ich mehr.
Zum Glück drängt es nicht, da für eine Weile erstmal schlecht Wetter angesagt ist ( Bayerische Monsun Zeit) und zur Not ja auch noch ein zwei andere Alternativen gerne mal wieder aufgesattelt werden wollen. Parallel wird gerade auch noch mein APM 107 bei Wellenform in 'Form' gebracht.
Pünktlich zur 'Nebel' Saison sollte alles wieder startklar sein.


CS,
Franz
 
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