Erfahrungen mit TS 70mm Apo Bino?

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lukeflo

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Moin,

hat jemand hier Erfahrungen mit folgendem TS 70mm Apo Bino:
Hätte die Möglichkeit eines gebraucht zu kaufen. Zu derartigen Binos von APM oder Omegon etc. stehen ja einige Berichte im Forum, zu dem TS Teil finde ich aber nix.

Derzeit beobachte ich mit einem 80mm f/7 ED Apo und Baader 60° Binokularansatz. Ein Großfernglas mit Okularaufnahme wie das o.g. konnte ich bisher noch nicht ausprobieren und ist derzeit wegen Corona ja auch schlecht möglich. Finde es aber schon interessant. Bin daher für Tipps und (ruhig sehr subjektive) Erfahrungen dankbar. Auch im Vergleich beider Beobachtungsmöglichkeiten.

Gruß
Florian
 
Hallo Florian,

diese Binos sind eigentlich keine Apos, sondern Achromaten mit eine Bildfeldebnungslinse. Ich hatte mal den größeren Bruder (22x88). Bei niedrigen
Vergrößerungen sind die ganz ok und können mit dem großen Gesichtsfeld Spaß machen. Mehr als ~50x geht aber nicht, da schlägt der Farbfehler dann schon deutlich durch. 90° Einblick ist natürlich sehr bequem.

Viele Grüße Michael
 
Hallo Michael,

war auch meine erste Vermutung, dass da kein richtiger Apo hintersteckt. Muss es m.E. auch nicht. In erster Linie interessieren mich sowieso Weitfeldbeobachtungen, die an meinem ED samt Bino aufgrund der geringen freien Öffnung des Binos nicht drin sind. Langbrennweitige Okulare gehen einfach nicht.
Doch auch wenn es kein richtiger Apo ist, so steht ja in der Beschreibung etwas von 80-facher Vergrößerung. Heisst das deiner/eurer Erfahrung nach, dass ab dieser Zahl ein Farbfehler wie in einem normalen Achromaten zur Buche schlägt, oder dass dann der Farbfehler schon so störend ist, dass das ganze Bild verschmiert?

Gruß
Florian
 
Nein, das ganze Bild verschmiert nicht - aber um helle Sterne hast Du eben einen blauen /violetten oder roten Hof, je nachdem, wie das Bino
korrigiert ist. Außerdem werden die Sterne, bs. die hellen, nicht mehr so scharf und punktförmig abgebildet.
Mond und Planeten gehen damit ab 50x gar nicht; dazu brauchst Du ein ED Bino oder ein SD Bino guter Qualität.
Der Durchlass dieser Binos liegt auch nicht bei 28 -30 mm, sondern in der Regel zwischen 23 bis 25 mm. Bei meinem 22x88 war zudem durch eine
Fehlkonstruktion beim Übergang von den Tuben zu den Prismenkörpern die Blende beschnitten, so dass eine Stück des Kreises fehlte. Ob das auch bei den
70er Versionen so ist , müsstest Du nachfragen.
Bei einem modernen Binoansatz hast Du heute ca 25 bis 28 mm Durchlass, kannst also ein größeres Feld vignettierungsfrei erreichen (gleiche Brennweite und Okulare vorausgesetzt).

Viele Grüße Michael
 
Ich frage mich, ob die Geräte vielleicht doch neue Optiken bekommen haben. Die bisherigen Angebote mit gleichem Äußeren waren sonst immer als Semi-Apo gekennzeichnet. Und es steht ja auch direkt im Angebot: "verbesserte Triplet-Objektive".

Ob dann aber auch die anderen Problemchen des eventuellen Vorgängers (verringerter Durchlass, damit effektiv kleinere Öffnung) behoben wurden, ist noch spekulativer.

Ansonsten ist mit 2x 70mm f/5,6 schon viel möglich, ich habe mehrere Jahre mit einem Glas mit ähnlichen Eckdaten beobachtet. Am meisten Spaß macht das mit etwa 30-facher Vergrößerung. Wenn auch 60- bis 80-fach noch gut möglich wäre, hätte man schon recht viele Möglichkeiten für das Geld. Wobei man sinnvollerweise noch 4 oder 6 Okulare (2 oder 3 Pärchen), einen brauchbaren Neiger und ein nicht zu wackliges Stativ einrechnen sollte.

Viele Grüße
Sebastian
 
Danke Michael, danke Sebastian,

im Vergleich zu anderen Großferngläsern mit Wechselokularen klingen die Angaben schon fast etwas zu gut für den Preis. V.a. wenn es wirklich irgendeine Art von "Apo" Qualität hat und man bis ca. 80-fach gehen kann.

Zwei hochwertigere Okularpaare habe ich bereits dank meines Binoansatzes: Pentax XF 8,5mm und 16,8mm GEN (wmgl. Carton). Das wären bei den 400mm Brennweite ca. 47 und 24 fach. Womöglich probiere ich es mal, gibt ja Widerrufsrecht. Für höhere Vergrößerungen weit jenseits von 100-fach bleibt dann weiterhin ein Teleskop. Noch fehlen aber ein paar Euronen. Vielleicht finde sich in der Zeit hier noch jemand mit direkten Erfahrungen.

VG
Florian
 
TS hat viele fragwürdige Produkte im Sortiment und deren Beschreibungen sind reines Werbegeblubber für Anfänger in der Hoffnung dass die es nicht merken. Ich kann mir schwer vorstellen dass man beim ganz oben verlinkten Fernglas etwas gescheites bekommt. Für das Vixen oder APM zahlt man in der ED-Ausführung um die 2000€ und soviel muß man ausgeben wenn man was hochklassiges will. Beim billigen würde mich nicht wundern wenn man neben dem Farbfehler auch noch allerlei Zentrierfehler mit dazu bekommt.
 
@coltrane
Ja das denke ich auch. Habe zwar was solche Großferngläser/Binokulare mit 1,25" angeht tatsächlich keine eigenen Erfahrungen, aber nach vielem Lesen hier im Forum bei CN usw. werde ich das Geld wohl lieber weiter sparen und mir irgendwann ein APM SD 83mm o.Ä. gönnen. Da weiss man wenigstens auch, welches Glas verbaut ist usw.
Habe bezüglich dem oben erwähnten 70mm TS auch zweimal bei TS wegen detaillierter Infos angefragt. Bisher kam keine Antwort...

@portaball
Interessanter Artikel.

Dieses Schindluder-Getreibe mit nicht wirklich definierten Kürzeln wie ED, SD, SemiApo, Apo usw. ist gerade für Einsteiger wirklich frech. Das grenzt schon an wissentliche Irreführung...
Man kann sich eig nur auf konkrete Angaben wie eben das genutzte Glas etc. verlassen.
Eigentlich sehr schade. Aber es ist und bleibt halt ein Geschäft...
 
Moin,

Ich habe nun eine Antwort von TS erhalten. Es handelt sich tatsächlich um ein achromatisches Triplet Objektiv. Damit ist die Bezeichnung als Apo (auch wenn der Begriff rechtlich ja nicht definiert ist) ein werbetechnisch äußerst fragwürdiger Versuch, v.a. unwissende Kunden einzufangen...

VG
 
Wow, das ist ja fast so, als würde jemand Floatglass als Pyrex anpreisen :)

Grüße Jochen
 
Finds auch heftig.

Da bleibe ich erstmal bei meinem normalen ED Apo mit Binoansatz und spare nebenbei auf das APM 82mm SD. Da kann man sich der Qualität wenigstens sicher sein.

Gruß
 
Ich habe das TS 70/90 schon seit ca. einem Jahr. Wie zuvor schon geschrieben ist es definitiv kein APO. Für ein wenig am Himmel Spechteln ist es aber ganz OK. Die Okulare die dabei sind bringen eine Vergrößerung x18 also ca 25 fach. Zusätzlich habe ich noch 2 TS Plantary HR 7mm, bringt eine Vergrößerung von ca 60 fach - ist aber denke ich auch die Grenze. Das Problem bei dem Glas sind die Okularklemmungen, die klemmen nur richtig bei Okularen ohne Sicherungsnut. Ich habe deswegen bei den Plantary Okularen die Sicherungsnut aufgefüllt (1mm PVC Streifen eingelegt und mit Tesa fixiert) damit sie richtig geklemmt werden.

Zum spechteln hab ich das Glas jetzt auf meine AZ-GTi gepackt, mit Gegengewicht, funktioniert trotz der 4kg ganz ordentlich.

Herzliche Grüße aus der Schwalm
Karl-Heinz
 
Hi Florian

dieses Bino wird schon lange so beworben (finde ich immer noch nicht gut), nur ein Apo ist es keinesfalls.
Im Bereich kleiner Vergrößerungen kann es dennoch Spaß machen.
Wer wirklich Apo will -sprich wenig bis keinen FF - muß wenigstens zu ED-Gläsern greifen.
CS
 
Moin,

habe ja mittlerweile schon seit einiger Zeit ein APM 82mm SD Bino. Das kann schön Weitfeld, aber ohne Probleme auch mal bis 120x hoch. Damit bin ich erstmal sehr zufrieden, auch wenn ich aktuell keine Zeit zum Schauen habe. Für mich persönlichist das TS-Bino also raus :)

Gruß
 
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