Erfahrungen mit Vixen 90L?

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Thomas_Be

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Hallo liebe Hobbykollegen

seit längerem war ich auf der Suche nach einem langbrennweitigen Fraunhofer-Refraktor. Nachdem relativ häufig der Vixen 80L auf dem Gebrauchtmarkt angeboten wurde (allerdings immer zu stolzen Preisen oder die Angebote waren etwas "zweifelhaft") habe ich jetzt kurzfristig sogar eine 90L-Optik (90/1300/f15) von Vixen ergattern können. Preis (210,-EUR) und sonstige Bedingungen waren o.k. Ich habe das Ding auch bei meinem Händler überprüfen lassen, Ergebnis: "Optisch einwandfrei!" Das Gerät steht nun bei mir auf der Vixen GP und einem HAL-Stativ.

Nun kommt das Warten auf die erste Einsatzgelegenheit.

Nun - die langen f15-Fraunhofer werden ja immer wieder hochgelobt hinsichtlich ihrer Eigenschaften. Leider sind die Geräte jedoch wegen ihrer Unhandlichkeit etwas aus der Mode gekommen und auch weitgehend aus dem Handel verschwunden, was auch viele seriös wirkende Amateurastronomen sehr bedauern. Auch unter der Suchfunktion hier (und woanders) wird man nicht gerade mit Erfahrungsberichten erschlagen. Daher mal hier meine gezielte Frage an die geneigte "Userschaft" zu diesem sicherlich schönen Fernrohr. Welche Erfahrungen habt ihr mit den Teil gemacht und was sieht man damit?

Ich habe sonst noch einen Vixen 135/720er-Newton. Ein Vergleich mit meinem neuerworbenen 90L zeigt eine deutliche Überlegenheit der Refraktors dem Newton gegenüber was Schärfe, Brillanz und Kontrast angeht. Ich konnte allerdings bisher nur aus/durch das Fenster testen.

Was haltet ihr von dem Gerät?

Viele Grüsse:
Thomas
 
Hallo Thomas,

der 90L wird dir fast alles zeigen, was dir eine 90mm-Optik
zeigen kann. "Fast" deshalb, weil er immer noch einen Farbfehler
hat, der etwas Kontrast kostet. An die Leistung eines apochromatischen
Refraktors kommt der 90L und auch der 80L nicht heran.
Mein eigener 80L zeigt noch deutlich mehr Farbe als der Orion 80 ED,
der selbst nur als Halbapochromat zu bezeichnen wäre.

Von direkten Leistungsvergleichen á la "Fraunhofer gegen Newton" halte
ich nicht viel. Es spielen derartig viele Komponenten mit, daß
ein nachvollziehbarer, reproduzierbarer Vergleich nicht möglich ist.
Es kann zig verschiedene Gründe geben, warum das eine Gerät mehr zeigt
als das andere.

Zusammengefasst würde ich sagen, der 80L oder 90L ist eben ein
klassischer Fraunhofer, so wie ihn sich der alte Fraunhofer wünschen
würde. Ein schönes Teleskop, daß für die jeweilige Öffnung eine
sehr gute Leistung bringt und mit dem das Beobachten definitiv Spaß macht.
Übringens nicht nur Mond und Planeten, sonder sehr wohl auch bei
Deep-Sky bewährt sich dieses Teleskop sehr gut!

Bino-Tom
 
Hallo Thomas

Glückwunsch zu deinem neuen Refraktor!
Ein schönes Instrument das schon sehr viel zeigt und immer schnell einsatzbereit ist.
Zu was sich dieser Refraktor in ganz besonderen Maßen berufen fühlt, neben der Mond- und Planetenbeobachtung ist die Sonnenbeobachtung!
Mit Herschelkeil bewafnet kannst du dich an unserem Zentralgestirn ergötzen und staunen.
Mit 90mm unobstruierter Öffnung kannst du dir alle Ereignisse die in der Astronomie passieren schön beobachten.
So ein Instrument kann einem ein Leben lang freude bereiten.

Gruß Uwe
 
Hallo Thomas,

erstmal herzlichen Glückwunsch zu dem schönen Refraktor.
Durch Dein Modell habe ich leider noch nicht schauen können. Ich hatte häufiger Gelegenheit durch einen Vixen 102/1000 und einen 102/1500 von Vixen zu schauen. Außerdem hatte ich selbst eine zeitlang einen TS Fraunhofer 100/1300.
Die Verabreitung der Vixengeräte ist in der Regel tadellos und nicht mit den Chinesen zu vergleichen. Die Otpiken sind immer(!) sehr gut und in der Regel auch gut justiert.
Der Farbfehler ist bei 90mm Öffnung und f15 sehr gering.
Du wirst viel Freude mit dem Gerät haben, vor allem am Mond, Sonne und Planeten. Bis auf Venus und etwas an Jupiter wirst Du bis ca. 160x keinen Farbfehler bemerken und auch bei Jupiter ist er für die meisten nicht störend (obwohl das jeder etwas anders empfindet).
Selbstverständlich ist er auch bei DeepSky keine Niete, er zeigt nadelfeine Sternabbildungen und offene Sternhaufen sind ein Genuß. Wenn Du Ihn auf 2" Auszug umrüstet hast Du sogar ein Gesichtsfeld von 2° (!).
Verkaufe Ihn nicht !
Wenn Du Dir irgenwann, weil Dir alle erzählen 90mm Öffnung sind zu wenig, einen 8 oder 10" China Newton kaufst, dann behalte den Vixen noch ein wenig. Es kann sein, daß Du trotz Deines Newton irgenwann wieder zum Vixen zurückkehrst <img src="/phpapps/ubbthreads/images/icons/wink.gif" alt="" />

Selbstverständlich würde ich Dein Fernrohr einem 80mm Orion ED vorziehen, da er am Planeten definitiv die bessere Auflösung hat und 1cm mehr Öffnung bei kleinen Refraktoren schon viel sein können.

Außerdem macht es Spaß einen f15 Refraktor scharf zu stellen. Das funktioniert so super, daß Du Dich wahrscheinlich nie an ein f5 Gerät bei der Planetenbeobachtung wirst gewöhnen können.

In den 60igern, 70iger und bis in die frühen 80iger war der 90 bis 100mm Refraktor mit f15 der Standart eines Amateurs mit Schwerpunkt Planetenbeobachtung. Damals wäre keiner dieser Amateure auf einen Newtonfernrohr für diesen Zweck umgestiegen.

Ironie on:
Heute weiß man, daß diese ernsthaften Amatuere alle falsch gelegen haben und die Chinesen jetzt so tolle Newton entwickelt haben, daß die heutigen Amatuere über die damaligen "Kollegen" nur noch lächeln...;)
Ironie Off

Viele Grüße, Jürgen





 
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