Erfahrungen zu iOptron SkyTracker Pro

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Dane Vetter

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Hallo zusammen,

arbeitet hier jemand mit dem iOptron SkyTracker Pro, und kann hier zum einen allgemein etwas zur Erfahrung damit berichten? Und zum zweiten würde mich gerne die Belastbarkeit interessieren. Laut der Beschreibung trägt er 1,3 Kilo, und mit Gegengewicht bis 3 Kilo. Da ich ihn für eine Reise anschaffen möchte, würde ich so weit wie möglich das Gegengewicht meiden wollen. Bei mir geht es um eine weitwinklige Kombi im Bereich von 2 Kilo, und ich frage mich, ob das vielleicht doch noch problemlos klappen könnte.

Über Erfahrungswerte würde ich mich da freuen. Danke!
 
Hallo zusammen,

mittlerweile habe ich mir den SkyTracker Pro für eine Reise angeschafft, und habe ihn zuvor auch mal kurz getestet. Ich habe ihn mit hochgerundet 2 Kilo Equipment geprüft.

iOptron SkyTracker Pro_14-24_85L.jpg


Nach ein paar wenigen Nächten muss ich schon sagen, dass es für meine Zwecke funktioniert. Es ist aber in der Tat auch das maximale Limit ohne Gegengewicht. Im Weitwinkel bekomme ich damit aber meine Aufnahmen mit Belichtungszeiten von 1 Minuten problemlos hin. Mit 85mm ist eine Minute schon zu lange, aber mit Blende f/2 reichen kurze Belichtungszeiten im Bereich von 30 Sekunden bei entsprechender ISO auch locker aus. Zudem ich ja auch nur im Weitwinkel damit arbeiten möchte, und die 85mm eher mal zum Ausreizen waren.

Generell ist der SkyTracker Pro ein wirklich handlicher Tracker, wie ich das auch gewünscht habe. Ich habe früher mit dem altbekannten Star Adventurer gearbeitet, der gefühlt noch mal etwas mehr Platz in Anspruch nimmt. Das für ist das schöne beim ST im Vergleich zum SA ist auch die fest verbaute Stromversorgung. Das kann ein Vorteil oder Nachteil sein, nach meiner Erfahrung mit dem SA, - ein Vorteil. Ebenfalls gut finde ich, dass der Polsucher auch mit aufgesetzter Kamera genutzt werden kann, da er etwas seitlich angebracht ist. Dennoch hinterfrage ich das leichte Spiel bei der Befestigung vom Polsucher. Ich habe ihn sicherheitshalber mit einer Markierung ausgestattet, da er durchaus etwas Spiel in seiner Fassung hat. Auch schön im Vergleich zu SA, der Polsucher ist ohne Zubehör beleuchtet.

Die Polhöhenwiege, wie ich sie auch baugleich von Omegon kenne, erfüllt ihren Zweck. Hier muss aber auch berücksichtigt werden, dass beim Anziehen/Fixieren sich die Polausrichtung wieder leicht ändern kann. Eine Nachkontrolle ist hier sicher gut.

Ich habe den ST mit einem möglichst kurz aufbauenden Kugelkopf ausgestattet, welcher auch etwas klein ist. Der muss durchaus fest angeknallt werden. Sonst sackt da etwas nach. Aber ich wollte es ja möglichst leicht haben.

Ich muss noch erwähnen, ich arbeite wie auf den Fotos zu erkennen, mit einem Rotationsring, welcher für einen etwas bessere Balance sorgt.

Unter dem Strich ein schöner und schlichter Tracker für Reisen, welcher seinen Zweck erfüllt. Für leichtere Kombis tatsächlich ohne Gegengewicht. Wer interessiert ist, nach meiner Rückreise werde ich keinen Tracker mehr benötigen, und ihn entsprechend neuwertig hier im Biete Forum hineinstellen.

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Hallo Dane,
Danke für die Infos, was ist das für ein Rotationsadapter?

Beste Grüße - Frank
 
Hallo Dane,
danke für den schönen Bericht. Dennoch ein paar Anmerkungen:
Der Rotationsadapter erhöht offensichtlich die Höhe des Aufbaus um ein gutes Stück und so "richtig" stabil sieht er auch nicht aus. Hast du mal versucht, die Kamera direkt auf dem Kugelkopf zu befestigen, wie stabil es dann ist?
Ich selbst habe mehrere Tracker und der beste ist mit Abstand der "Photorobot". Mit dem konnte ich sogar 200mm 1 Minute nachführen. Hattest du den in der Wahl? Warum hast du dich nicht dafür entschieden?
Das Foto von der MIlchstraße ist auch ohne Nachführung sehr eindrucksvoll. Wohin bist du denn gereist?
CS Harald
 
Hallo zusammen,

bei dem Rotator handelt es sich um den ATOLL von Silence Corner -> ATOLL Series

Ja richtig, der Rotator erhöht die Konstruktion um ca. 10mm. Ich habe mich diesbezüglich auch bemüht, einen Low Profile Kugelkopf anzuschaffen, welche minimal kürzer als die üblichen Kugelköpfe ist. Und die Stabilität leidet hier auch leicht darunter, besonders mit meinen Schweren kloppern. Dennoch möchte ich aber aus meiner persönlichen Erfahrung nicht mehr ohne arbeiten. Denn wenn ich die Kamera an den Kugelkopf befestige, ergibt das mit meinen hier gezeigten Objektiven einen ordentlichen Hebel. Durch den Rotationsadapter ist es zwar weit nicht perfekt balanciert, aber etwas besser positioniert. Der Adapter müsste bei meinen gezeigten Kombinationen im optimalen Fall eher noch etwas weiter vorne beim Objektiv sein.

Hinzu kommt für mich ein weiterer entscheidender Vorteil, und zwar kann ich die Kamera rotieren, ohne dass sich die gesamte Konstruktion verlagert.

Hier ist das eigentlich schon gut in Balance wie man sieht, die Konstruktion steht gerade auf dem Tisch, ohne zu kippen. Bei der Variante mit dem Sigma 14-24 welches noch einen Adapter benötigt, ist es etwas zu lang, und kippt nach vorne. Aber immer noch besser als wen die Konstruktion an der Kamera gegriffen wird.

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Dadurch kann ich im Hochformat aufnehmen, während die Kamera beim Tracker noch obendrauf ist, und somit keinen seitlichen Hebel erzeugt. Das ist für den Tracker natürlich ein Stück angenehmer bezüglich Belastung.

Nebenbei habe ich diese Art der Rotation auch bei einem Redcat 51 oder einem Canon EF 400 L sehr zu schätzen gewusst, welche ich damals auch schon auf dem SA betrieben habe.
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Auf den Photorobot bin ich bei meiner Recherche auch gestoßen, er ist aber recht schnell aus meinem Sichtfeld verschwunden. Grund waren folgende Punkte:

- Der ST ist inkl. integrierten Akku noch mal 200gr. leichter. Der Photorobot wird mit 900gr. Angegeben, und ich bin mir da nicht einmal sicher, ob Handbox, Batteriehalter und Batterien hier auch schon dazu gerechnet wurden. Ich vermute alles zusammen wird dann noch mal ein gutes Stück schwerer.

- Hier kommen wir zum nächsten Punkt, beim ST gibt es nicht viel drumherum, während der Photorobot einen Handcontroller mit Kabelgewirr (halte ich bei einem Tracker eher für unnötig), und wohl auch noch einen zusätzlichen einen Batteriehalter/externe Stromversorgung hat. Auch der ausladende Motor macht für mich subjektiv keinen handlichen und kleinen Eindruck. Ich muss hier aber auch sagen, dass mein Schwerpunkt auch ein möglichst kleiner und leichter Tracker war.

- Die Einnordnung. Der ST hat einen richtigen Polsucher, wie man ihn von den Montierungen, aber auch von einem SA kennt. Beim Photorobot finde ich hauptsächlich immer nur Bilder mit dem billigen Plastik Leuchtpunktsucher, welchen ich damals selbst schon mehrfach hatte. Das macht für mich keinen wertigen Eindruck, zudem ich die Einnordnung lieber per Polsucher mache. Aber das ist natürlich eine rein subjektive Meinung.

Ohne den Photorobot mal selbst in den Händen gehabt zu haben, bin ich sicher, dass er robuster als der ST aufgebaut ist. So deute ich das aus den Fotos. Aber wie erwähnt, mir ging es um eine möglichst kleine und leichte Nachführung für den Weitwinkel, und nicht für längere Brennweiten.

Das Foto von der Milchstrasse ist in den USA, im Dead Horse Point State Park entstanden. 24mm bei f/2.8 mit 8 Sekunden bei ISO 12800. Ja ich war selbst beeindruckt, was in so einer kurzen Zeit eingefangen werden kann. :)
 
Hallo Dane, Hallo Sternenfreunde,

erst eben durfte ich diesen umfangreichen Beitrag entdecken...

Nach unserem Umzug vergangenen Herbst verschlechterten sich die Umgebungsverhältnisse dermassen, dass eine HEQ5, eine EQ6, eine AM3 oder ähnliches völlig absurd erschienen... Hingegen wird nun der kleine Skytracker genutzt, der gelegentlich auch ohne Einnorden Verwendung findet. Er wurde gebraucht erworben und bereitet mit kleineren Brennweiten viel Spass!

Hier ein entsprechender Beitrag mit 320 mm Brennweite LINK

Der verwendete Miniborg ist natürlich relativ leicht, Versuche mit einem EF 400 L werden noch erfolgen, sofern es Wolken, Bäume, Laternen und der Mond einst zulassen sollten...

Mit kleineren Brennweiten +/- 100 mm ist der kleine Tracker sicherlich eine Überlegung Wert, sollte auf kompakte Abmasse und triviale Astrofotografie Gewicht gelegt werden. Der Neupreis ist allerdings zu hinterfragen...

Viele Grüsse

Markus
 
Hallo Markus,

danke für deine Erfahrung. Und ja, der Preis ist durchaus zu hinterfragen. Ich habe lange hin und her überlegt, da ich den Tracker ja nur für eine Reise benötige. Aber in der Größe und Gewicht scheint er recht konkurrenzlos zu sein.

Ein kleines Update noch zu meiner Seite. Ich habe in den letzten Nächsten die nördliche Milchstraße abgelichtet. Hierbei hat sich aufgrund meiner Konstruktion mit dem Rotationsadapter und dem kurzbauenden Kugelkopf ein kleiner Nachteil gebildet. Und zwar kann hier die Kamera recht schnell ans Gehäuse stoßen, wenn man nicht aufpasst. Es hat aber trotzdem geklappt, in dem ich den Winkel leicht korrigiert habe. Wenn man es weiß, kann man vorher darauf achten.

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Für die aktuelle Sonnenfinsternis habe ich ihn auch mal zum Test am Tag eingeführt. Mit einem etwas arg großen Geschütz mit ca. 2500gr. und 1000mm Brennweite. Ich habe die Polhöhenwiege in einer der Nächte davor mit dem ins Wasser gesetzte Stativ eingestellt. Aber ich glaube das Ausrichten nach Norden per Kompass hat nicht sauber geklappt. Die Sonne ist immer wieder etwas raus gewandert. Aber ja, es sind auch 500gr. mehr als angegeben, ohne Gegengewicht, bei so einem langen Hebel. Der kleine Kugelkopf war dafür absolut nicht geeignet. Aber die Sonne ist wohl trotzdem immer noch länger im Bild geblieben, als ohne Nachführung, wie ich das im Vergleich zum Kumpel gesehen, habe, der mit nur 400mm regelmäßiger nachjustieren musste.

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