Erfahrungsaustausch zum TS Mak 102/1400

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Thuban

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Hallo Sternenfreunde,

hatte kürzlich einen Thread zum o. gen. Gerät gelesen, aber mich leider zu spät eingeklinkt, insofern möchte ich noch einige Fragen anhängen, die mir vielleicht diejenigen beantworten können, die auch über ein solches Gerät verfügen.

1. Hat jemand von euch einen stärkeren Sucher an dem Gerät montiert (welchen, wie) ?

2. Stelle fest, dass der allgemein gelobte UHC-Filter an dem Gerät wenig bewirkt. Ist es richtig, dass ein solcher Filter bei einem Gerät mit diesem Öffnungsverhältnis (f/14) per se nichts bringt (da zu wenig Öffnung, zu lange Brennweite ergo insgesamt einfach zu wenig Licht), folglich hier einfach falsch eingesetzt ist ? Ich frage, weil ich immer von erfolgreichem Einsatz dieses Filters an Geräten mit 90 oder 80 mm Öffnung lese ... Wie das ? <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/ooo.gif" alt="" /> Einfach nur eine Frage kürzerer Brennweite ?

2. Schließlich "Nebel": Abgesehen vom Orion- und Andromedanebel kann ich mit dem Gerät die Milchstraße als solche oder z.B. den Nordamerikanebel "als Nebel" nicht erkennen ... Normal bei dem Gerät, auch hier wieder "zu wenig Licht" ... ?

3. Habe am Mars (hell leuchtend, zenitnah, superklarer Himmel, dunkler, hoch gelegener Beobachtungsort) überrascht festgestellt, dass ich ihn einfach nicht richtig scharf stellen konnte. Er "schwamm" gewissermaßen zwischen "noch nicht/nicht mehr scharf". Daran "Strukturen" zu erkennen, war gar nicht zu denken. Überrascht war ich deshalb, weil dieses Phänomen an anderen Planeten (Jupiter, Saturn) und Fixsternen so nicht festgestellt habe.
Hat das etwas mit dem berüchtigten "Shifting" zu tun ... ?

O.k., würde mich über eure Reaktionen freuen ...

Ansonsten "Gut's Nächtle"

Uli
 
Hi Uli,
habe das Gerät selbst zwar nicht , es aber shcon live erlebt.

Sucher: Ich denke Du wirst basteln müssen. Ich würde versuchen ein Brett zu verschrauben, welches seinerseits einen Standartsucherschuh trägt und dann einen Sucher nach Wahl zu befestigen. Kann man einzeln alles kaufen.

UHC Filter: Du beantwortest Deine Frage quasi selbst. Es ist nicht direkt die Brennweite sondern das Öffnungsverhältnis und daraus resultierend die AP die Du erreichst. Mit einem 32mm Plössl erreichst Du grade mal eine AP von 32:14 - also nicht viel mehr wie 2. Das ist schlicht zu wenig für die meisten Nebel. Du müßtest 4-6mm erreichen. Dann geht auch bei der Öffnung was.

Shifting? Nein, Seeing dürfte das gesuchte Wort sein, ganz abgesehen davon das mars auch wesentlich kleiner als der Ringplanet ist.

CS
 
Hallo Armin,

besten Dank erst mal für deinen Beitrag.

Tja, eine AP von 4-6 mm kann ich bei dem Gerät halt vergessen. Muss zugeben, dass ich bei den optischen Daten die AP meist weniger im Blick (nomen est omen !) hatte. Am günstigsten wäre da ja ein Öffnungsverhältnis von f/5.

Bei der Suche nach einem Nachfolgegerät muss ich aber mein vorhandenes Okularset (40er-, 32er-, 15er-, 12er-Superplössl + 9-mm-TSW sowie 20er- u.6er-Kellner) berücksichtigen, wenn ich nicht alles neu kaufen will.

Habe meine Suche weitgehend auf das Spektrum zwischen 150/750-Newton bis max. 200/1200-mm-Spiegel eingeschränkt. Alles andere ist mir zu wenig transportabel. Für einen 150/750-Newton würde das größere Gesichtsfeld + geringere Gewicht sprechen, packt aber meine Astro-3-Montierung wohl nicht mehr. Ansonsten eben ein 200er Dobson, allerdings weiß ich nicht, ob mich die "Schubserei" auf Dauer ziemlich nerven würde. Am Planeten oder Mond stelle ich mir das ziemlich lästig vor ...

Bliebe noch ein parallaktisch montierter 200-mm-Spiegel (f/5), aber kann ich da meine Okulare noch gebrauchen ?

Du siehst, ich werde meinem Mak so langsam untreu ... Werde in der nächsten Zeit erstmal die Schrauberei mit dem Sucher angehen.

MfG Uli
 
Hi Uli,
so isses. Die nicht erreichbaren großen AP sind es die dieses Gerät bei DS einschränken. Die erreichbaren AP und die Brennweite sowie das Öffnungsverhältnis maches es zu einem sogn. Planetengerät.

Ob f/5 am günstigesten ist - naja. Es ist leichter alle Ap auch die großen zu erreichen, aber f/5 ist schon mit deutlicher Bildfeldwölbung gesegnt, wenn man das mal so sagen kann. D.h. hier wird die Okularfrage schon Thema - und in meinen Augen sind Plössl nicht wirklich f/5 tauglich. Natürlich kann man sie verwenden, aber man muß abseits der Achse mit der Einführung von Abbildungsfehlern rechnen, die für meinen Geschmack auch Ergebnis kosten.

Größeres Gerät auf Astro 3, tus nicht. D.h. bei geringem Budget wirst Du mit mehr Öffnung fast zwangsläufig nur den Dobson bezahlen können. Das kann 150/1200 oder 200/1200 sein. Bezogen auf die Okulare wäre der 6" besser, bezogen auf mehr Seherlebnis insgesamt der 8", der dann auch die Möglichkeit für 2" Okus bietet. F/6 böte auch die nötige Ap-Variabilität, denn mit 40mm bist Du bei 6,6 Ap und mit 4mm bei den 0,7AP . Damit deckst du 97% aller Nächte ab.

Du stellst dir schubserei als lästig vor! Nun es ist Geschmackssache , natürlich abhängig von der Mechanik. ist die Müll, ist es störend. Aber wie immer ist "vorstellen" zu wenig um es zu beurteilen. Praxis ist gefragt. Probiers selbst, und nicht nur 10 Minuten, sondern ruhig 2 3 Abende. Auch dobsen muß man üben. Danach wirst Du wissen ob es wirklich nicht Dein Ding ist.
Alles andere bringt nichts, sondern läßt bei Dir nur ein Vorteil am Leben, dessen Berechtigung nie wirklich geprüft wurde. <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />
CS
 
Hallo Armin,

was du über die Bildfeldwölbung bei f/5 gesagt hast, gilt dann ja auch für einen 150/750-Newton, mit den beschriebenen Grenzen betreffs der Okulare. Was wäre da denn betreffs der Okulare angesagt ? Wäre transportmäßig nämlich durchaus eine Option. Habe mal durch einen durchgeschaut und war erstaunt, was er im Verhältnis zu erheblich größeren Geräten schon zeigte. Außerdem wäre es eine geschickte Verbindung von mehr Öffnung und größerem Gesichtsfeld ...

Deine Empfehlung geht ja eher in Richtung 200/1200-Dobson. Meine Skepsis bezüglich der "Schubserei" bezog sich übrigens eher auf das Großobjekt Mond, das extrem schnell aus dem Gesichtsfeld läuft (aber dafür ist der Mak ja super) und die Vorstellung, dass einmal mühsam gefundene Objekte ruckzuck wieder raus sind (wenn ich mir zwischendrin mal einen Tee einflöße), während man eine Nachführung halt mitlaufen lässt. Und ich würde mich lieber dem Beobachtungsgenuss und dem Ausprobieren diverser Okulare widmen und nicht dem Hinterherhechten ...

Aber ich hatte schon das Vergnügen durch diverse Gitterrohrdobsons zu schauen und war geradezu betört von der spielend leichten Nachführung mit den Fingerspitzen - und das waren richtig große Brummer mit 35 - 50 cm. Insofern ist die Schubserei tatsächlich kein Gegenargument. Eher schon die Tieflage des Gerätes (mit einem Stativ bekommt man das Gerät halt höher, was bei Balkonbeobachtung nicht unwichtig ist, und kann ggf. auch mal horizontnäher beobachten) - also die Frage azimutal oder parallaktisch (mit dem bekannten Kostenbrassel hintendran) ...

Im Augenblick habe ich das Gefühl, es läuft für mich auf den Dobson hinaus, wenn mir nicht noch weitere Argumente für den 150/750 einfallen.

Die Budgetfrage ist übrigens nicht so extrem eng, aber soll in Anbetracht der üblichen Begleitkosten auch nicht völlig aus dem Ruder laufen.

So long, und vielleicht bis die Tage (oder Nächte)

MfG Uli
 
Hi Uli,
nun f/5 und dann noch mit 750mm recht kurz, fordert zum einen zum Erreichen der jeweiligs nötigen Vergrößerungen ein breit gefächertes Sortiment an Okus - insbesondere im kleinen Brennweitenbereich. Von der Eignung her sind dann Okulare die entsprechende Feldkorrektur mitbringen, d.h. mid- oder gar die hochpreisigen Typen, rauf bis zum Nagler & Co, wenns absolut Top sein soll.

Nun wenn Dir der Komfort der Nachführung so wichtig ist, was ja auch eine Anfordorderung an das Equipment ist, dann hat ein Dob eher schlechte Karten. Die jeweilige Wichtigkeit mußt Du für Dich festlegen. Es gilt ja den Kompromiß zu finden der am ehesten zu Deinen Bedarf paßt.

Der Balkon ist auch ein Gegenargument zum Dob. Das macht wenig Sinn. Ich messen diesem Aspekt allerdings wenig Bedeutung bei, denn ich halte von Balkonbeobachtung wenig. Das kann man mal mit dem Fernglas machen, aber mit einem größeren Teleskop, gepaart mit dem Anspruch hoch vergrößern zu wollen und gute DS-Ergebnisse zu erreichen ist das in meinen Augen unsinnig. Lokales Seeing, Störlicht etc stehen dem m.E. entgegen und lassen Ergebnisse eher suboptimal werden.

Für diese Forderungen muß man raus, weg von Bebauung etc, will man die Leistung des Scopes nicht beschneiden.

Transport ist auch ne Frage die wir hier nicht beantworten können. Für den einen ist ein 24" Gitterdob transportabel, ander finden parallaktische 4" Geräte schon nicht mehr transportabel.
Und wenns dann noch kompakt sein sollte wirds ganz schwer. Wenn die 150/750iger Röhre für Dich dazu noch paßt, kann man ja auch daraus ein Dob bauen. Auf ein Dreibein gestellt gehts das auf dem Balkon, wenns denn sein muß, und ohne das parallaktische Gerödel gibts auch nicht so viel zu transportieren. Dafür fehlt der 2" OAZ und andere Okus stehen dann früher oder später auf der Kaufliste.

Ein Tod mußt Du streben, wenn man das mal so sagen kann.
Ich kann deshalb nur raten, mit Kollegen nochmal intensiv zu gucken und praktisch zu testen um dann Deine Forderungen klar zu definieren und deren Wertigkeit festzulegen. Die Ergebnisse sollten dann zur passenden Auswahl führen.
CS
 
Hallo Armin,

"Einen Tod musst du sterben" - wohl wahr, ich wusste doch, dass dieses Hobby einen gefährlichen Haken hat <img src="/phpapps/ubbthreads/images/graemlins/wink.gif" alt="" />. Aber ich hab' jetzt erst mal hinreichend Informationen. Werde, wenn der Nebel sich hier endlich verzogen hat, die Dobsons live antesten und dann meine Entscheidung treffen.

Besten Dank noch und bis demnnächst einmal
Uli
 
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