okaluza
Aktives Mitglied
Hallo,
ich will euch hier meine Erfahrungen mitteilen, die ich bei der Suche nach einem neuen Astrofernglas gemacht habe. Vielleicht hilft es dem ein oder anderem ein wenig bei seiner Suche.
Ich war auf der Suche nach einem neuen Fernglas als Ersatz für mein Minolta Activa 10x50. Obwohl dies kein schlechtes Glas ist, war ich doch mit einigen Dingen nicht zufrieden. 10fach ist für mich für Astronomie zu viel, die Randschärfe lässt zu wünschen übrig (obwohl dieser Punkt bei Freihandbeobachtung überbewertet wird) und die Reflexe am Tag, die es einem bei Sonnenlicht nicht wirklich einfach machen haben mich gestört.
Die Anforderungen für ein neues Glas waren eine Vergrößerung so um die 8fach und ein Preis von um die 250 Euro, den ich aber dann doch erhöhen musste. Meine Schallgrenze habe ich auf max. 400 Euro gelegt. Das Glas soll zwar hauptsächlich für Astronomie gedacht sein, aber ich möchte es auch auf Wanderungen im Rucksack dabei haben können. Brillenfreundlichkeit für meine Frau wäre auch nicht schlecht.
Nach langem Suchen bin ich bei OPTIXXX und den Swift Gläsern gelandet. Simone empfahl mir drei Gläser, die sie mir zur Probe schickte (siehe Anhang):
- Swift Audubon 8.5x44 (nicht ED),
- Swift Eaglet 7x36 und
- Swift Ultra Lite 929 8x42
Am Freitag kamen die drei Gläser und ich hatte das ganze Wochenende Zeit zum Testen. Als Resultat meiner Tests mit den Gläsern muss ich sagen, dass ich eigentlich alle drei Gläser gebrauchen könnte. Aber ich habe mich dann doch für nur eins entschieden.
Beim ersten Blick durch die drei Swifts viel mir sofort der fehlende Grauschleier auf, der bei meinem Minolta Activa zu sehen ist (der mir allerdings vorher nie aufgefallen war). Die Bilder waren klar, scharf und brillant. Das war schon mal mein erstes Aha-Erlebnis. Ab dem Zeitpunkt gab es dann kein zurück mehr. Ich würde nie wieder glücklich mit meinem Minolta sein! Daraus habe ich aber gelernt, in Zukunft nie durch ein Fernglas zu schauen, das ich mir nicht leisten kann...
Auch bei am Astrohimmel, war trotz niedriger Vergrößerung der Swifts, ein Verbesserung zu sehen. Die Jupitermonde waren mit allen drei Swifts sehr leicht und deutlich zu erkennen. Bei meinem Minolta musste ich mich anstrengen. Nun aber zu den einzelnen Gläsern:
Swift Audubon 8.5x44:
Dieses Glas bietet einen sehr schönen räumlichen Eindruck. Auch das große scheinbare Gesichtsfeld von 65° ist schon beeindruckend. Das Bild ist klar, brillant und scharf. Zum Rand hin sind einige leichte Farbsäume zu sehen, die mich aber nicht stören würden (wäre es so, hätte ich ja noch die Möglichkeit der ED-Version). Die Randunschärfe ist vorhanden, aber sehr viel weniger als in meinem Minolta. Da das Glas aber im Regelfall nur freihändig benutzt wird, ist die Randunschärfe zweitrangig.
Die Haptik des Glases ist sehr angenehm und relativ wertig. Mir ist das Glas aber etwas zu klobig, für den Fall, das ich es zum Wandern mitnehmen möchte. Die Tasche ist auch eher etwas für Nostalgiefans. Ein Gewinde für einen Stativadapter ist nicht vorhanden. Der größte negative Punkt sind die Augenmuscheln. Sie sind sehr leicht verstellbar und für meine Augen unangenehm. Auch die Dioptrinkorrektur verstellt sich leicht. Meine Frau kann mit Brille das ganze Feld nicht übersehen (aber darauf hatte Simone mich aufmerksam gemacht) und selbst ich ohne Brille muss die Augenmuscheln fast ganz eindrehen um das ganze Feld zu überblicken. Wofür kann man die Augenmuscheln so weit heraus drehen, wenn dies sowieso niemand nutzen kann?
Reflexe waren vorhanden, aber auch nur, wenn man danach gesucht hat. Auf jeden Fall eine sehr deutliche Verbesserung gegenüber meinem Minolta. Bei nächtlichem Himmel hatte ich etwas Schwierigkeiten, helle Sterne oder den Jupiter deckungsgleich zu bekommen. Kann aber auch an mir liegen, da ich mit allen Porogläsern damit Schwierigkeiten habe.
Ich habe mich dann schweren Herzens gegen dieses Glas entschieden.
Swift Eaglet 7x36:
Dies ist ein sehr kleines, schnuckeliges Glas, mit einer sehr guten Optik. Auch hier war ich vom scharfen und brillanten Bild begeistert. Das Glas liegt sehr gut in der Hand, läßt sich mit einer Hand halten und scharf stellen, was mit den anderen beiden Gläsern schwer oder gar nicht möglich war. Die Haptik und die Wertigkeit sind bei diesem Glas sehr gut (Ich habe aber auch keinen Vergleich mit wesentlich teureren Gläsern). Das Glas hat ein Gewinde für einen Stativadapter. Der Einblick ist bei diesem Glas bestens und auch für meine Frau sehr komfortabel. Die Augenmuscheln sind sehr viel bequemer, wenn auch noch nicht ganz optimal. Sie lassen sich unterschiedlich schwer betätigen, was ich aber auf das Vorführglas schiebe. Das scheinbare Gesichtsfeld ist natürlich etwas eng (gegenüber dem Audubon), aber für mich noch ok. Ganz am Rand wird das Bild etwas unscharf, läßt sich aber durch Nachstellen scharf einstellen. Ich vermute daher, dass das Bildfeld ein wenig gewölbt ist. Farbsäume sind mir nicht aufgefallen. Mir ist allerdings die 7fache Vergrößerung zu wenig. Ich hätte es nicht gedacht, aber der Unterschied zu 8fach ist doch deutlich zu sehen. Beim nächtlichen Himmel haben mich die Reflexe(?) am Mond gestört. Es gingen vom Mond 4 helle Strahlen weg, leicht zueinander versetzt und im rechten Winkel zueinander. Ich schiebe das daher mal auf das Prismensystem. Bei Tageslicht waren Reflexe kaum zu bemerken und nicht störend.
Würde ich ein kleines Glas zum wandern suchen, das nur ab und zu mal für astronomische Beobachtungen eingesetzt wird, so wäre dies das Glas meiner Wahl - so aber leider nicht.
Swift Ultra Lite 929 8x42:
Auch dieses Glas hat ein hervorragendes, scharfes und brillantes Bild. Das scheinbare Gesichtsfeld ist nicht mit dem Audubon zu vergleichen aber auch noch ganz ok. Ganz leichte Farbsäume sind am Rand zu bemerken, aber auch nur wenn man danach sucht. Die Naheinstellgrenze ist sehr schön (wie übrigens beim Eaglet auch). Ich konnte bis unter 1,5 Meter scharf stellen. Auf der Webseite von OPTIXXX wird die Einstellgrenze sehr zurückhaltend mit 3 Meter angegeben. Swift selber schreibt auf seiner Webseite von 1,8 Meter. Reflexe sind vorhanden aber kaum wahrnehmbar. Auch am Mond gab es keine Probleme. Die Augenmuscheln passen bestens. Man hat ein angenehmes Gefühl, wenn man das Glas ans Auge setzt. Aber das wird wohl jeder anders sehen. Für mich passt dieses Glas perfekt. Auch meine Frau kommt prima mit diesem Glas zurecht. Die Augenmuscheln sind rastbar (im Gegensatz zu den anderen Gläsern), was ich auch sehr gut finde. Es liegt sehr gut in der Hand, obwohl (oder weil) es etwas größer als das Eaglet ist. Die Haptik und das Qualitätsgefühl ist nicht ganz so, wie bei den anderen beiden Gläsern. Ob dies an "Made in China" liegt? Von ganz nah bis fern braucht man 1,5 Umdrehungen, was für mich optimal ist. Beim Eaglet ist es nur eine Umdrehung und mir daher etwas zu schnell, beim Audubon sind es zwei Umdrehungen. Das Glas hat ein Gewinde für einen Stativadapter.
Wenn auch nicht in allen Dingen perfekt, so ist das Glas in der Summe seiner Eigenschaften für mich die richtige Wahl. Gestern konnte ich es bei größeren Lücken in der Wolkendecke ausführlich am Nachthimmel testen und bin sehr zufrieden danach ins Bett gegangen.
Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen bei seiner schweren Suche nach einem passenden Fernglas ein wenig helfen.
Gruss Oliver
ich will euch hier meine Erfahrungen mitteilen, die ich bei der Suche nach einem neuen Astrofernglas gemacht habe. Vielleicht hilft es dem ein oder anderem ein wenig bei seiner Suche.
Ich war auf der Suche nach einem neuen Fernglas als Ersatz für mein Minolta Activa 10x50. Obwohl dies kein schlechtes Glas ist, war ich doch mit einigen Dingen nicht zufrieden. 10fach ist für mich für Astronomie zu viel, die Randschärfe lässt zu wünschen übrig (obwohl dieser Punkt bei Freihandbeobachtung überbewertet wird) und die Reflexe am Tag, die es einem bei Sonnenlicht nicht wirklich einfach machen haben mich gestört.
Die Anforderungen für ein neues Glas waren eine Vergrößerung so um die 8fach und ein Preis von um die 250 Euro, den ich aber dann doch erhöhen musste. Meine Schallgrenze habe ich auf max. 400 Euro gelegt. Das Glas soll zwar hauptsächlich für Astronomie gedacht sein, aber ich möchte es auch auf Wanderungen im Rucksack dabei haben können. Brillenfreundlichkeit für meine Frau wäre auch nicht schlecht.
Nach langem Suchen bin ich bei OPTIXXX und den Swift Gläsern gelandet. Simone empfahl mir drei Gläser, die sie mir zur Probe schickte (siehe Anhang):
- Swift Audubon 8.5x44 (nicht ED),
- Swift Eaglet 7x36 und
- Swift Ultra Lite 929 8x42
Am Freitag kamen die drei Gläser und ich hatte das ganze Wochenende Zeit zum Testen. Als Resultat meiner Tests mit den Gläsern muss ich sagen, dass ich eigentlich alle drei Gläser gebrauchen könnte. Aber ich habe mich dann doch für nur eins entschieden.
Beim ersten Blick durch die drei Swifts viel mir sofort der fehlende Grauschleier auf, der bei meinem Minolta Activa zu sehen ist (der mir allerdings vorher nie aufgefallen war). Die Bilder waren klar, scharf und brillant. Das war schon mal mein erstes Aha-Erlebnis. Ab dem Zeitpunkt gab es dann kein zurück mehr. Ich würde nie wieder glücklich mit meinem Minolta sein! Daraus habe ich aber gelernt, in Zukunft nie durch ein Fernglas zu schauen, das ich mir nicht leisten kann...
Auch bei am Astrohimmel, war trotz niedriger Vergrößerung der Swifts, ein Verbesserung zu sehen. Die Jupitermonde waren mit allen drei Swifts sehr leicht und deutlich zu erkennen. Bei meinem Minolta musste ich mich anstrengen. Nun aber zu den einzelnen Gläsern:
Swift Audubon 8.5x44:
Dieses Glas bietet einen sehr schönen räumlichen Eindruck. Auch das große scheinbare Gesichtsfeld von 65° ist schon beeindruckend. Das Bild ist klar, brillant und scharf. Zum Rand hin sind einige leichte Farbsäume zu sehen, die mich aber nicht stören würden (wäre es so, hätte ich ja noch die Möglichkeit der ED-Version). Die Randunschärfe ist vorhanden, aber sehr viel weniger als in meinem Minolta. Da das Glas aber im Regelfall nur freihändig benutzt wird, ist die Randunschärfe zweitrangig.
Die Haptik des Glases ist sehr angenehm und relativ wertig. Mir ist das Glas aber etwas zu klobig, für den Fall, das ich es zum Wandern mitnehmen möchte. Die Tasche ist auch eher etwas für Nostalgiefans. Ein Gewinde für einen Stativadapter ist nicht vorhanden. Der größte negative Punkt sind die Augenmuscheln. Sie sind sehr leicht verstellbar und für meine Augen unangenehm. Auch die Dioptrinkorrektur verstellt sich leicht. Meine Frau kann mit Brille das ganze Feld nicht übersehen (aber darauf hatte Simone mich aufmerksam gemacht) und selbst ich ohne Brille muss die Augenmuscheln fast ganz eindrehen um das ganze Feld zu überblicken. Wofür kann man die Augenmuscheln so weit heraus drehen, wenn dies sowieso niemand nutzen kann?
Reflexe waren vorhanden, aber auch nur, wenn man danach gesucht hat. Auf jeden Fall eine sehr deutliche Verbesserung gegenüber meinem Minolta. Bei nächtlichem Himmel hatte ich etwas Schwierigkeiten, helle Sterne oder den Jupiter deckungsgleich zu bekommen. Kann aber auch an mir liegen, da ich mit allen Porogläsern damit Schwierigkeiten habe.
Ich habe mich dann schweren Herzens gegen dieses Glas entschieden.
Swift Eaglet 7x36:
Dies ist ein sehr kleines, schnuckeliges Glas, mit einer sehr guten Optik. Auch hier war ich vom scharfen und brillanten Bild begeistert. Das Glas liegt sehr gut in der Hand, läßt sich mit einer Hand halten und scharf stellen, was mit den anderen beiden Gläsern schwer oder gar nicht möglich war. Die Haptik und die Wertigkeit sind bei diesem Glas sehr gut (Ich habe aber auch keinen Vergleich mit wesentlich teureren Gläsern). Das Glas hat ein Gewinde für einen Stativadapter. Der Einblick ist bei diesem Glas bestens und auch für meine Frau sehr komfortabel. Die Augenmuscheln sind sehr viel bequemer, wenn auch noch nicht ganz optimal. Sie lassen sich unterschiedlich schwer betätigen, was ich aber auf das Vorführglas schiebe. Das scheinbare Gesichtsfeld ist natürlich etwas eng (gegenüber dem Audubon), aber für mich noch ok. Ganz am Rand wird das Bild etwas unscharf, läßt sich aber durch Nachstellen scharf einstellen. Ich vermute daher, dass das Bildfeld ein wenig gewölbt ist. Farbsäume sind mir nicht aufgefallen. Mir ist allerdings die 7fache Vergrößerung zu wenig. Ich hätte es nicht gedacht, aber der Unterschied zu 8fach ist doch deutlich zu sehen. Beim nächtlichen Himmel haben mich die Reflexe(?) am Mond gestört. Es gingen vom Mond 4 helle Strahlen weg, leicht zueinander versetzt und im rechten Winkel zueinander. Ich schiebe das daher mal auf das Prismensystem. Bei Tageslicht waren Reflexe kaum zu bemerken und nicht störend.
Würde ich ein kleines Glas zum wandern suchen, das nur ab und zu mal für astronomische Beobachtungen eingesetzt wird, so wäre dies das Glas meiner Wahl - so aber leider nicht.
Swift Ultra Lite 929 8x42:
Auch dieses Glas hat ein hervorragendes, scharfes und brillantes Bild. Das scheinbare Gesichtsfeld ist nicht mit dem Audubon zu vergleichen aber auch noch ganz ok. Ganz leichte Farbsäume sind am Rand zu bemerken, aber auch nur wenn man danach sucht. Die Naheinstellgrenze ist sehr schön (wie übrigens beim Eaglet auch). Ich konnte bis unter 1,5 Meter scharf stellen. Auf der Webseite von OPTIXXX wird die Einstellgrenze sehr zurückhaltend mit 3 Meter angegeben. Swift selber schreibt auf seiner Webseite von 1,8 Meter. Reflexe sind vorhanden aber kaum wahrnehmbar. Auch am Mond gab es keine Probleme. Die Augenmuscheln passen bestens. Man hat ein angenehmes Gefühl, wenn man das Glas ans Auge setzt. Aber das wird wohl jeder anders sehen. Für mich passt dieses Glas perfekt. Auch meine Frau kommt prima mit diesem Glas zurecht. Die Augenmuscheln sind rastbar (im Gegensatz zu den anderen Gläsern), was ich auch sehr gut finde. Es liegt sehr gut in der Hand, obwohl (oder weil) es etwas größer als das Eaglet ist. Die Haptik und das Qualitätsgefühl ist nicht ganz so, wie bei den anderen beiden Gläsern. Ob dies an "Made in China" liegt? Von ganz nah bis fern braucht man 1,5 Umdrehungen, was für mich optimal ist. Beim Eaglet ist es nur eine Umdrehung und mir daher etwas zu schnell, beim Audubon sind es zwei Umdrehungen. Das Glas hat ein Gewinde für einen Stativadapter.
Wenn auch nicht in allen Dingen perfekt, so ist das Glas in der Summe seiner Eigenschaften für mich die richtige Wahl. Gestern konnte ich es bei größeren Lücken in der Wolkendecke ausführlich am Nachthimmel testen und bin sehr zufrieden danach ins Bett gegangen.
Ich hoffe, ich konnte dem ein oder anderen bei seiner schweren Suche nach einem passenden Fernglas ein wenig helfen.
Gruss Oliver
Zuletzt von einem Moderator bearbeitet: