lukeflo
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Moin,
ich möchte hier einfach mal meine Erfahrungen mit diversen geradsichtigen (Groß)Ferngläsern schildern, die ich in den letzten Monaten bei der Suche nach einem für mich passenden sammeln konnte. Hintergrund ist, dass ich im Herbst letzten Jahres zunächst mein APM 80SD 45° mit Wechselokularen und schließlich auch das als Ersatz angeschaffte Oberwerk BT-70 ED sowie meinen kleinen Volksapo mit Binoansatz samt Zubehör aus finanziellen Gründen verkaufen musste.
Um weiterhin Beobachten zu können, war ich anschließend auf der Suche nach zwei (klein und groß) sich ergänzenden und halbwegs erschwinglichen Ferngläsern. Sie sollten sowohl tages- als auch nachttauglich sein. Gerne hätte ich in ein 20x70 ED (z.B. APM) o.Ä. investiert, aber solch ein Gerät war außerhalb meiner finanziellen Reichweite. Daher habe ich zumeist auf dem Gebrauchtmarkt oder bei Angeboten zugeschlagen.
Trotz alledem sind ein paar Geräte (nacheinander) ein- und wieder ausgegangen, bis ich nun eine gute Kombi gefunden habe. Da auch ich immer wieder auf Foren- und Testberichte zurückgegriffen habe, um meine Auswahl zu treffen, möchte ich im Folgenden auch kurz meine Eindrücke zu den Gläsern wiedergeben. Es ist einigermaßen chronologisch gehalten, getrennt in klein und groß. Natürlich spiegeln alle Erfahrungen meine rein subjektiven Eindrücke wieder! Trotzdem kann ja auch so etwas anderen bei ihrer Suche helfen.
Große Gläser
Nun ist das Pentax zusammen mit meinem hier erworbenen Nikon E 8x30 WP C das Paar, was ich in kommender Zeit nutzen werde. Das Nikon ist das beste kleine Glas welches ich bisher hatte. Es ist der direkte Vorgänger des hochgelobten EII; und zwar das mit Multivergütung. Ich konnte noch durch kein EII schauen, aber habe gelesen, dass das multivergütete EI aus den 90ern diesem optisch in nicht viel nachsteht. Für mich jedenfalls ist das kleine Nikon perfekt. Das Bild übertrifft alles, was ich bisher im 8x-10x Fernglasbereich hatte und es ist trotz seiner kleinen Öffnung hier in Stadtnähe auch nachts ein schönes Glas.
Beide Gläser haben mich zusammen knapp über 300 Euro gekostet. Ich denke, damit lässt sich gut arbeiten. Ob und wann wieder ein Teleskop dazukommt, steht leider sprichwörtlich in den Sternen.
So viel geschrieben, hoffe aber mal, dass es vielleicht den/die ein oder andere/n interessiert und gegebenenfalls auch bei ähnlichen Entscheidungen helfen kann. Wenn die Tage mein Slebstbastelsonnenfilter kommt, werde ich das Pentax mal an unserem Stern testen.
Gruß
Florian
ich möchte hier einfach mal meine Erfahrungen mit diversen geradsichtigen (Groß)Ferngläsern schildern, die ich in den letzten Monaten bei der Suche nach einem für mich passenden sammeln konnte. Hintergrund ist, dass ich im Herbst letzten Jahres zunächst mein APM 80SD 45° mit Wechselokularen und schließlich auch das als Ersatz angeschaffte Oberwerk BT-70 ED sowie meinen kleinen Volksapo mit Binoansatz samt Zubehör aus finanziellen Gründen verkaufen musste.
Um weiterhin Beobachten zu können, war ich anschließend auf der Suche nach zwei (klein und groß) sich ergänzenden und halbwegs erschwinglichen Ferngläsern. Sie sollten sowohl tages- als auch nachttauglich sein. Gerne hätte ich in ein 20x70 ED (z.B. APM) o.Ä. investiert, aber solch ein Gerät war außerhalb meiner finanziellen Reichweite. Daher habe ich zumeist auf dem Gebrauchtmarkt oder bei Angeboten zugeschlagen.
Trotz alledem sind ein paar Geräte (nacheinander) ein- und wieder ausgegangen, bis ich nun eine gute Kombi gefunden habe. Da auch ich immer wieder auf Foren- und Testberichte zurückgegriffen habe, um meine Auswahl zu treffen, möchte ich im Folgenden auch kurz meine Eindrücke zu den Gläsern wiedergeben. Es ist einigermaßen chronologisch gehalten, getrennt in klein und groß. Natürlich spiegeln alle Erfahrungen meine rein subjektiven Eindrücke wieder! Trotzdem kann ja auch so etwas anderen bei ihrer Suche helfen.
Große Gläser
- TS-Optics 20x80 Triplet: Dieses konnte ich bei Astroshop als "geprüfte" Gebrauchtware für weniger als 200 kaufen. Ich habe nur sehr kurz durcheschaut, denn an den unteren Bildseiten waren so heftige Reflexionen zu sehen, dass ich es umgehend zurückgesandt habe. Ansonsten hatte ich einen recht guten Eindruck vom Bild und auch mit Brille ließ es sich gut beobachten. Die Reflexionen sind sicherlich nicht serienmäßig, sondern dürften schon beim Vorbesitzer der Grund für die Retoure gewesen sein. Hier kommt eher die Frage auf, was "geprüfte Retourenware" in diesem Zusammenhang heisst (s. auch unten).
- Celestron Skymaster Pro 15x70: Bei Ebay Kleinanzeigen erworben für ca. 150. Dieses Glas hatte ich länger im Einsatz. Eigentlich hat es mir ganz gut gefallen. Handlich, stabil, gute Fokussierung am Mitteltrieb; auch der Einblick mit Brille ist gut, nur die Augenmuscheln fallen etwas leicht ab. Das Bild ist auf der Achse gut, ziemlich scharf und auch farbneutral. Allerdings beginnt es zum Rand hin ziemlich schnell schlechter zu werden. Schon ab gefühlten 50% des Gesichtsfeldes nimmt m.E. die chromatische Abberation deutlich zu. Klar, es ist ein Achromat, aber diese Zunahme in einem noch recht zentrumsnahen Bereich des Bildes hatte sonst kein Glas. Eigentlich mochte ich es und ich bin bei CA auch recht genügsam, aber die Größe des nur schlecht nutzbaren Feldes waren mir persönlich dann doch irgendwann zu viel des Guten. Also wieder weg.
- Celestron Skymaster 15x70 und 25x70: Habe dann zunächst gedacht, ich versuche es mal günstiger und für insgesamt unter 100 die beiden Skymaster bei Ebay gefunden. Und die einfachen Skymaster werden ja auch häufig zumindest Preis-Leistungs-technisch hervorgehoben. Mir ist aber schnell klar geworden, ein von APM SD, Oberwerk und Volksapo etwas verwöhnter Blick kommt -- bei aller Akzeptanz für CA -- mit diesen Billiggläsern nicht gut zurecht. Es mangelt halt an vielen Ecken: CA, Randunschärfe, Kontrast, Transmission insgesamt, Einblickverhalten, Verarbeitung grundsätzlich. Also kamen sie schnell wieder weg.
- Levenhuk Bruno Plus 20x80: Wieder als "geprüfte" Retourenware bei Astroshop für etwas über 200 bestellt. Als es ankam, ausgepackt und direkt eine Vielzahl von Fingerabdrücken auf den Objektiven gesehen, auch sonst war einiges dreckig. Ging zurück, ohne groß durchzuschauen.
- Levenhuk Bruno Plus 15x70: Das einzige, das ich neu gekauft habe. Hatte eigentlich ziemlich gute Reviews gelesen, in denen es als gutes Mittelklasse-Bino wegkommt. Wirklich schlecht ist es nicht, bietet aber in etwa das Skymaster Pro Niveau für satte 70 Euro Neupreis mehr. Schön sind die herausdrehbaren Augenmuscheln. Das sticht aber als einziges hervor. Bild ist in Ordnung, mit einiger Randunschärfe und CA. Letzteres etwas besser als beim Skymaster Pro. Dafür ist es m.E. baulich nicht so gut. Es wirkt weniger stabil und irgendwie schon fast zu leicht. Auch das Fokussierrad läuft zu unpräzise. Also ging auch das kleinere Bruno zurück.
- Omegon Argus 11x70: Das Argus konnte ich für deutlich unter 400 bei Ebay ergattern. Man merkt sofort, dass es gegenüber den anderen eine andere Preisklasse ist: Robust, dicke Gummiammierung, größeres Gewicht, längere Bauweise und daraus resultierend Brennweite, Einzelokularfokussierung (was bei Tage aber sehr stört), top Einblickverhalten. Das Bild ist ebenfalls sehr gut. Die Sternabbildung ist bis nah an den Rand punktförmig und scharf. Der Kontrast ist ebenfalls merklich besser; aber die große AP von fast 7mm ist einfach nichts für meinen Wohnort am Rand von Köln. Die Feinheiten an Sternen und DSO, die es sicherlich unter dunklem Landhimmel bietet, sind hier nicht auszumachen, da die AP den Hintergrund merklich aufhellt. Könnte ich mir die 16x70 oder 20x80 Version gönnen, würde ich zuschlagen. So muss das Argus wieder gehen. Noch ist es da, aber vielleicht hat ja jetzt mal jemand Lust im Marktplatz nachzuschauen; da steht die Anzeige schon lange...
- Kronos 20x60: Habe dann bei Ebay Kleinanzeigen ein Kronos für knapp 60 Euro gefunden. Man liest ja viel gutes über die russischen Gläser. Im Grunde kann ich das meiste bestätigen. Verarbeitung ist auf das nötigste reduziert, aber trotzdem wertig. Das Bild ist wirklich sehr scharf und kontrastreich im Vergleich zu den meisten oberen. Leider ist der Augenabstand mies und ich beobachte nicht gerne ohne Brille. Hinzu kommt die veraltete Vergütung. Gerade bei Sternbeobachtungen fällt diese stark ins Gewicht. Viele schwächere Sterne, die noch in meinem 8x40 zu erahnen waren, sind nicht zu sehen. Ich schiebe das einfach mal auf die einfache Vergütung in Kombination mit der kleinen AP. Trotzdem eigentlich ein schönes Glas, aber es passt nicht zu meinen Erwartungen.
Nun ist das Pentax zusammen mit meinem hier erworbenen Nikon E 8x30 WP C das Paar, was ich in kommender Zeit nutzen werde. Das Nikon ist das beste kleine Glas welches ich bisher hatte. Es ist der direkte Vorgänger des hochgelobten EII; und zwar das mit Multivergütung. Ich konnte noch durch kein EII schauen, aber habe gelesen, dass das multivergütete EI aus den 90ern diesem optisch in nicht viel nachsteht. Für mich jedenfalls ist das kleine Nikon perfekt. Das Bild übertrifft alles, was ich bisher im 8x-10x Fernglasbereich hatte und es ist trotz seiner kleinen Öffnung hier in Stadtnähe auch nachts ein schönes Glas.
Beide Gläser haben mich zusammen knapp über 300 Euro gekostet. Ich denke, damit lässt sich gut arbeiten. Ob und wann wieder ein Teleskop dazukommt, steht leider sprichwörtlich in den Sternen.
So viel geschrieben, hoffe aber mal, dass es vielleicht den/die ein oder andere/n interessiert und gegebenenfalls auch bei ähnlichen Entscheidungen helfen kann. Wenn die Tage mein Slebstbastelsonnenfilter kommt, werde ich das Pentax mal an unserem Stern testen.
Gruß
Florian